Thema anzeigen - Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch

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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Fr 29. Jan 2010, 19:22 
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DonRob hat geschrieben:
Witziges Schlusstückchen war noch ein Vortrag aus dem Jahre 2007 oder 2008 anläßlich der Vorstellung des neuen TaBo-Konzepts für GE.
Dort sprach der Leiter unserer Rechtsabteilung über das neue Konzept und "schwärmte" für die beweissicheren Augenzeugenberichte von (teils einzelnen) TaBo's.
Mit einer Wortmeldung unterbrach ich ihn und fragte, ob er sich an meinen Namen und diesen Fall von 2006 erinnern könne, wo der alleinige Polizeizeuge dadurch beinahe seinen Beruf verloren hätte.
Betretenes Nachdenken... "Das war ja nur ein Einzelfall, wir können hinterher darüber unter 4 Augen reden ich muss im Thema weiterkommen".
Leider entschwand er gleich nach dem Vortrag... hatte wichtige Termine.
Auch wenn man nicht verallgemeinern sollte... bevor ich als "Kollateralschaden" für ein neues Beweiskonzept ende, vermeide ich diese Gefahr.


War irgendwie auch zu erwarten, nicht wahr? Aber wie heisst es so schön? Wir stehen jeden Tag mit einem Fuss im Knast (wahlweise auch Grab).... :pfeif:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Fr 29. Jan 2010, 22:45 
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@ DonRob

Das ist eine der fiesesten Geschichten, die ich bisher gehört habe (ich erinnere mich dunkel, daß du sie schon mal hier im Forum erwähntest). Eigentlich sollte sowas Konsequenzen für die Verantwortlichen haben...

_________________
"Der politische Diskurs erscheint mir da, wo er zum Kotzen liberal ist, schon aus hygienischen Gründen unerfreulich."

- Roger Willemsen in der ZEIT


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 00:01 
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Trooper hat geschrieben:
@ DonRob

Das ist eine der fiesesten Geschichten, die ich bisher gehört habe (ich erinnere mich dunkel, daß du sie schon mal hier im Forum erwähntest). Eigentlich sollte sowas Konsequenzen für die Verantwortlichen haben...


Und das ist ja auch schon ein Skandal, das da dann nichts weiter unternommen wurde. Wenn sich schon die Vorwürfe gegen Kollegen in Luft auflösen, dann muss auch gegen die Beschwerdeführer/"Zeugen" ermittelt werden - aber mir ist auch schon von meiner Führung zu Ohren gekommen, das man dies "lieber nicht machen sollte." In einem Fall soll sogar einem Kollegen nahegelegt worden sein, keine weiteren Schritte zu unternehmen... :tot:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 14:28 
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Ist schon blöd, wenn offensichtlich befangene Zeugen bei Gericht für voll genommen werden, in der Tat.
Wie sich die Staatsanwaltschaft vorstellt, ohne offfensichtlich befangene Zeugen, DonRob's angebliches Fehlverhalten zu beweisen bleibt mir äusserst schleierhaft. Aber versuchen kann man's ja mal.

Ist schon blöd, wenn man eine dicke Anklage am Hals hat, zum Beispiel wegen versuchter schwerer KV (werfen eines Pappbechers auf Beamten mit KSA; ist nicht mir passiert). Aber wie hört man so schön öfter auf CZ: "Anzeige ist ja noch lange kein Schuldspruch". Na dann kann man ja beruhigt schlafen. Anwalt zahlt man ja auch aus der Portokasse.

Zitat:
Eigentlich sollte sowas Konsequenzen für die Verantwortlichen haben...


Dann dreht sich der Kreis wohl endlos weiter. DonRob nimmt Werfer fest. Werfer kann nicht beweissicher verurteilt werden. Werfer und seine Kollegen zeigen DonRob an wegen rechtswidriger Verhaftung, kann auch nicht bewiesen werden. DonRob zeigt Werfer und Kumpels an wegen Falschaussage. Kann auch nicht bewiesen werden.

Nicht falsch verstehen, ich wünsche niemandem zu Unrecht überhaupt nur angezeigt zu werden, aber ein bisschen Häme kann ich mir hier nicht verkneifen, nachdem ich schon viele (allerdings meist nicht so ernste) Fälle miterlebt habe, in denen offensichtlich versucht wurde mit total überzogenen Anzeigen und glasklaren Falschaussagen Leute fertig zu machen. Die Nerven, Geld und Zeit die solche Verfahren in Anspruch nehmen sind nicht zu unterschätzen.

Zitat:
Wenn sich schon die Vorwürfe gegen Kollegen in Luft auflösen, dann muss auch gegen die Beschwerdeführer/"Zeugen" ermittelt werden


Nee, es wurde ja nicht die Unschuld des Kollegen bewiesen. Nur dessen Schuld konnte nicht bewiesen werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 14:42 
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@DonRob:

Dies ist mir unverständlich und eigentlich auch von Rechtswegen unverzeihlich...

Dass der Störer/Werfer frei kam... Von mir aus. Deine Stimme war einfach zu wenig. Aber dass man so eine krasse Retourkutsche fahren kann und dich über Monate/wenn nicht Jahre beschäftigen kann (wahrscheinlich auch mit Beförderungsstopp), das ist schon eine nahezu zynische Sache.

In meinen Augen darf es während einer Verhandlung keinen Beförderungsstopp geben. Erst nach Schuldspruch eine evtl. Rücknahme der bis dahin stattgefundenen Beförderung.

Weiterhin sollte die StA so sensibilisiert sein, dass einem Menschen, insbesondere ein PVB, bei Vermutung auf falsche Verdächtigung der Vorsatz und die Boshaftigkeit nachgewiesen werden muss.

Ich hoffe dennoch dass du trotz der Widrigkeiten nicht den Spaß an deinem Beruf verlierst. Er ist wichtig und wenn ich in den Nachrichten schaue, bin ich froh, dass in Deutschland zu 99% und mehr die Beamten loyal, bürgernah und vor allem auch fair und rechtsstaatlich sind!


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 14:56 
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Zitat:
Weiterhin sollte die StA so sensibilisiert sein, dass einem Menschen, insbesondere ein PVB, bei Vermutung auf falsche Verdächtigung der Vorsatz und die Boshaftigkeit nachgewiesen werden muss.


Ist es nicht generell so, dass Vorsatz nachgewiesen werden muss?


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 15:15 
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XVXDanny hat geschrieben:
Zitat:
Weiterhin sollte die StA so sensibilisiert sein, dass einem Menschen, insbesondere ein PVB, bei Vermutung auf falsche Verdächtigung der Vorsatz und die Boshaftigkeit nachgewiesen werden muss.


Ist es nicht generell so, dass Vorsatz nachgewiesen werden muss?


Mag sein...

Aber gerade beim PVB mag ich ihm eine höheres Vertrauen zur wahrhaftigen Aussage geben, da er
a) gezwungen ist zu ermitteln und weiterzugeben
b) er einen sehr geringen Vorteil hat, einen ihm wildfremden Typen zu belasten, insbesondere wenn man schaut, dass eine erfolgreiche Anklage wegen Falschaussage massiv seinen Job belasten wird.

Mir als normaler Arbeitnehmer ist es schnurz und kann da schon Risiko eingehen, bzw. kalkulieren ob mir eine Sache so wertvoll ist, dass ich halt mal eine Bewährungsstrafe auf dem Kerbholz habe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 16:17 
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Korrigiert mich:

Hat nicht einer der Freigesprochenen seinen Unmut über die Urteilsbegründung geäußert?
Und zwar dergestalt, dass das Gericht eben nicht bedauerte, die wahren Täter vor sich gehabt zu haben, sondern vielmehr keine andere Wahl hatte aufgrund des Grundsatzes "in dubio pro reo"?

So manch ein Freispruch behält einen faden Beigeschmack.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 21:02 
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heinzo hat geschrieben:
Mark_BPol hat geschrieben:
Gut finde ich, dass die Störer einen Schuss vor dem Bug bekamen mit der Ankage Vs Mord bei Molli und der langen U-Haft. Vielleicht hilfts?


Störer? Das waren Schaulustige, bitte nicht die Tatsachen verdrehen!



Lieber heinzo und diejenigen, die fragend geguckt haben:

Mit "Störer" sprach ich all die Idioten an, die am 1. Mai in Berlin Steine und Flaschen und sonstiges Zeug auf uns geworfen haben. Diese Idioten haben nunmal gemerkt, dass ein Molli nun mal wegen versuchten Mordes beanzeigt wird. Das finde ich gut.

Ich nenne diese beiden ehemals angeschuldigten und nun aus Mangel an Beweisen freigesprochenen Personen nicht Störer. Die wären nun eher polizeiliches Gegenüber, gelle?


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 21:12 
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Registriert: Mo 29. Dez 2008, 01:00
Beiträge: 1988
UllaDieTrulla hat geschrieben:
@DonRob:

Dies ist mir unverständlich und eigentlich auch von Rechtswegen unverzeihlich...

Dass der Störer/Werfer frei kam... Von mir aus. Deine Stimme war einfach zu wenig. Aber dass man so eine krasse Retourkutsche fahren kann und dich über Monate/wenn nicht Jahre beschäftigen kann (wahrscheinlich auch mit Beförderungsstopp), das ist schon eine nahezu zynische Sache.

In meinen Augen darf es während einer Verhandlung keinen Beförderungsstopp geben. Erst nach Schuldspruch eine evtl. Rücknahme der bis dahin stattgefundenen Beförderung.

Weiterhin sollte die StA so sensibilisiert sein, dass einem Menschen, insbesondere ein PVB, bei Vermutung auf falsche Verdächtigung der Vorsatz und die Boshaftigkeit nachgewiesen werden muss.

Ich hoffe dennoch dass du trotz der Widrigkeiten nicht den Spaß an deinem Beruf verlierst. Er ist wichtig und wenn ich in den Nachrichten schaue, bin ich froh, dass in Deutschland zu 99% und mehr die Beamten loyal, bürgernah und vor allem auch fair und rechtsstaatlich sind!


Hört hört...evtl. zeigen dir derartige Erfahrungsberichte (die leider nicht unter "Einzelfälle" fallen), warum wir uns u.a. gegen deine Namensschildchen im GSOD wehren. Weil - auch wenn Normalbürger das kaum glauben mag, auf Demos genug Vollpfosten rumrennen, die aus Bock Kollegen anzeigen und dabei zu Märchenerzählern mutieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 21:37 
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DonRob hat geschrieben:
Am 1. Mai 2002 hatte ich nachts eine Person, unmittelbar nach einem Flaschenwurf aus nächster Nähe, festgenommen. Leider war ich der einzige Tatzeuge...
(Hervorhebung von mir)

Tja, wie das Leben so spielt... Ist ja auch selten, dass sich bei derartigen Einsätzen noch andere Polizisten in unmittelbarer Nähe aufhalten.

Was man einigen Leuten so alles auftischen kann.

Gruß
Hanebüchen


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 21:51 
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Beiträge: 8226
hat DonRob etwa geschrieben, dass

ach was soll`s :stupid:

Scheiß drauf, war ja nur aus dem Holz der Hagebuche.


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Professionals built the Titanic.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 21:57 
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Registriert: So 22. Mär 2009, 01:00
Beiträge: 95
Don Martin hat das geschrieben, was ich zitiert habe. Keiner hier wird wissen, was wirklich passiert ist. Und wenn man dann so etwas liest, sollte man zumindest zu der Erkenntnis gelangen, dass es möglicherweise auch anders gewesen sein könnte.

Mich wunderte ein wenig, wieviele den Aussagen einfach ohne weiteres Hinterfragen geglaubt haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 22:01 
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Registriert: Mo 29. Dez 2008, 01:00
Beiträge: 1988
Weil einige von uns sich in die Situation durchaus reinversetzen können...
Wenn man ne Horde von Idioten vor sich hat, aus deren Mitte Einer ne Flasche wirft, ist es sehr gut möglich, dass nur EIN Kollege den Werfer bei seinem Tun sieht.
Aber was red ich, du wirst es besser wissen...aber du stehst ja auch kaum dem Werfer gegenüber..eher im Gegenteil, denke ich...


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 Betreff des Beitrags: Re: Gerichtsfest arbeiten, sonst blüht der Freispruch
BeitragVerfasst: Sa 30. Jan 2010, 22:29 
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Registriert: So 22. Mär 2009, 01:00
Beiträge: 95
Smarty76 hat geschrieben:
Weil einige von uns sich in die Situation durchaus reinversetzen können...
Wenn man ne Horde von Idioten vor sich hat, aus deren Mitte Einer ne Flasche wirft, ist es sehr gut möglich, dass nur EIN Kollege den Werfer bei seinem Tun sieht.

Auf die Gefahr hin, dass du jetzt mit dem Totschlagsargument Legalitätsprinzip kommst, ist dir eigentlich bewusst, dass viele in der Praxis auf eine Anzeige wegen Landfriedensbruch verzichten würden, wenn die Zeugenlage so dürftig ist? Dass es also viele in einer solchen Situation bei einer Ingewahrsamnahme belassen würden?

Smarty76 hat geschrieben:
Aber was red ich, du wirst es besser wissen...aber du stehst ja auch kaum dem Werfer gegenüber..eher im Gegenteil, denke ich...

Ach ja, wenn jemand mal etwas kritisch hinterfragt, ist er natürlich gleich ein Steinewerfer und Bombenleger. Prima, wieviele Vorurteile du bestätigst.


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