Zitat:
Weil - auch wenn Normalbürger das kaum glauben mag, auf Demos genug Vollpfosten rumrennen, die aus Bock Kollegen anzeigen und dabei zu Märchenerzählern mutieren.
Mag sein, aber das sind sicher nicht viele. Der gemeine Linksextremist scheut nämlich
den Kontakt zu "Repressionsorganen". Weitaus häufiger sind vermutlich Anzeigen
durch brave Bürger, welche die Lage verkennen. Das hat einerseits damit zu tun,
dass die meisten Menschen nicht wissen, was die Polizei wann darf - es wird vom
eigenen Rechtsempfinden ausgegangen und bei Unverträglichkeit mit diesem eine
Straftat im Amt vermutet. Andererseits spielt in Berlin ganz sicher die Polizeistrategie
eine Rolle: Bei gewalttätigen Versammlungen besitzt offenkundig höchste Priorität,
möglichst viele beweissichere Festnahmen durchzuführen.
Ich bin ein FAN dieser Strategie: Es ist sehr unwahrscheinlich geworden, dass der
Falsche einen Tonfa abkriegt - auch trägt stark zur Beruhigung der Gesamtsituation bei,
dass ein beträchtlicher Anteil potentieller Störer auf Bewährung unterwegs ist.
Aber: Durch die zugehörigen Taktiken erfolgen die Festnahmen regelmäßig
in unüberschaubarem zeitlichen und räumlichen Abstand zur Tat. Uneingeweihte
Beobachter können den Festnahmegrund nicht erkennen und vermuten daher rasch
Amtsdelikte.
Naja, und dann gibt es auch noch Beamte, welche tatsächlich Amtsdelikte begehen
und angezeigt gehören. Meine private kleine Schätzung: Rund 2% bei der Berliner BePo.
Gruß,
Nucleonix