weitläufige Absperrung für 'Journalisten'

Polizeibezogenes, was in keine andere Sektion hineinpasst

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UllaDieTrulla
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Re: weitläufige Absperrung für 'Journalisten'

Beitragvon UllaDieTrulla » So 15. Nov 2009, 19:37

Smarty76 hat geschrieben:Ist klar. Übersetzung des Wortes "weltfremd"? Ulla.
Du bist echt der Hammer.
Erste Hilfe? Absperren? Geht grad nicht. Muss nen Reporter dem Richter zuführen. Es ist so geil :stupid:
Lese bitte richtig.

a) Wenn ein Reporter die Maßnahme aktiv behindert, stört, etc, dann kann gerne der Beamte entscheiden und einen Journalisten ausschließen.

b) ABER: Pauschal gewissen Personen das Recht zur Aufnahme zu verbieten und anderen zu erlauben, solang sie sich an diesem Tag gleich verhalten, DAS gestatte ich keinem Polizeibeamten. Der Polizei/Staatsanwaltschaft ist diese Person nicht erst seit heute bekannt und könnte ja vor Gericht eine Einschränkung erstreiten. Kann dies kein Gericht, so hat der Beamte Pech.

Der Polizist ist kein Lückenfüller für mangelhafte Gesetze und Rechtssprechung!

Aber du magst wieder nur das lesen, was du lesen magst ;-) :hallo:

Smarty76
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Re: weitläufige Absperrung für 'Journalisten'

Beitragvon Smarty76 » So 15. Nov 2009, 20:20

Du sprachst von freiheitsentziehenden Maßnahmen, ergo: Festnahme. Kaum anders zu verstehen.

elliott
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Re: weitläufige Absperrung für 'Journalisten'

Beitragvon elliott » Mo 16. Nov 2009, 13:49

UllaDieTrulla hat geschrieben:
b) ABER: Pauschal gewissen Personen das Recht zur Aufnahme zu verbieten und anderen zu erlauben, solang sie sich an diesem Tag gleich verhalten, DAS gestatte ich keinem Polizeibeamten. Der Polizei/Staatsanwaltschaft ist diese Person nicht erst seit heute bekannt und könnte ja vor Gericht eine Einschränkung erstreiten. Kann dies kein Gericht, so hat der Beamte Pech.
Ich fordere ja garkeine Pauschale gegen bestimmte Personen. Ehr eine Pauschalregelung wie mit solchen umgegangen werden darf.

Beim Staatsrecht muss man sich immer wieder vor Augen führen, was der Gesetzgeber damals damit erreichen wollte. Die Pressefreiheit basiert dabei sicherlich zu einem Teil auf genau den negativen Erfarungen, die man Jahre zuvor mit diktatorischen Staatsapparaten (Ja ich weiß, dass es sie schon vorher gab...) gesammelt hat und dies wollte man damit vermeiden. Dass eben die Presse vom Staat missbraucht wird und nur das beim Bürger ankommt, was er hören soll und so dessen Meinungsbildung beeinflusst wird. Nun untersteht ja die Presse auch dem Wandel der Technik und das Recht ist da noch nicht wirklich mit gezogen bzw. wird die Pressefreiheit wie ein goldenes Kalb nicht angerührt um sie eben so weit wie möglich zu halten, da bestimmte Leute auch nur eine geringe Einschränkung als Beginn der Auflösung sehen. Genauso wars ja schon bei der Vorratsdatenspeicherung wo auch viele befürchteten, ein Arbeitgeber in der zivilen Wirtschaft könne an diese Daten gelangen, die wir erst nach richterlichen Beschluss anfordern und verwerten dürfen...

Erstens gehört ein Unglücksfall für mich nicht in jedem Fall zum tagespolitischen Geschehen. Erst durch die Medien bzw bestimmte Sender und Zeitschriften wurde die Sensationsgier der Konsumenten geweckt und wird immer mehr bedient.

Was das allerdings noch mit Meinungsbildung oder freier Information zu tun hat, frage ich mich wirklich.

Was ich ehr meine ist, dass uns eine Regelung an die Hand gegeben werden sollte, wie man die Aasgeier vom Ort des Geschehens fernhalten kann. Dabei will ich sie eben nicht pauschal verbannen aber immer dann wenn sie die Grenze des guten Geschmacks übertreten und bis jetzt dürfen auch die sich immer noch auf ihre Pressefreiheit berufen und wir müssen die Faust in der Tasche machen, wenn die trauernde Familie oder die Bergung des Leichnams mit den Teleobjektiven abgelichtet wird.

Gast

Re: weitläufige Absperrung für 'Journalisten'

Beitragvon Gast » Mi 18. Nov 2009, 08:55

Moin!
...und wir müssen die Faust in der Tasche machen....
Stimmt - und das wird auch weiterhin geschehen, wenn Du nicht akzeptieren willst ( :!: ), dass auch die Negativvertreter der Pressezunft nur "ihre Arbeit machen".

Nur weil uns etwas nicht genehm bzw. nach menschlichem Ermessen zuwider ist bedeutet das nicht, dass wir auf alle Prozesse einen Einfluss haben (müssen bzw. dürfen).

Ist nicht leicht, keine Frage. Macht auch nicht immer Spaß. Aber ist so gewollt und vom Gesetzgeber bewusst so gestaltet.

Und: ich ( :!: ) bin sehr froh darüber, dass wir im Grundsatz eine freie Presse haben.....u.a. weil ich meinen persönlichen Pressebegriff oberhalb von Gala, Bunte, Bild und den Schergen wie Wiebold & Co. ansiedele.

Gruß :tot:

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Re: weitläufige Absperrung für 'Journalisten'

Beitragvon FLSN » Mi 18. Nov 2009, 10:16

Goldstern hat geschrieben:Moin!

....u.a. weil ich meinen persönlichen Pressebegriff oberhalb von Gala, Bunte, Bild und den Schergen wie Wiebold & Co. ansiedele.

Gruß :tot:
Dem stimme ich voll zu. Das Problem liegt glaube ich - ganz betriebwirtschaftlich gesehen - im Angebots - und Nachfrage - Verhalten des Produktes 'Information'. Solange es ausreichend niveaulose Dummbeutel auf dieser Welt gibt, die diese Art von 'Ware' nachfragen/ konsumieren, wird es auch ein ausreichendes Angebot geben. Und wenn dem armen Blödzeitungs-Willi am Unfallort bewusst wird, dass er mit möglichst vielen, das Elend anderer beschreibender Bildern seine Rechnungen für den nächsten Monat bezahlen kann, dann ist es schon irgendwie verständlich, dass dieser Pressevertreter sämtliche Moralvorstellungen (soweit überhaupt vorhanden) vor Ort augenblicklich fallen lässt und seiner "Arbeit" nachgeht - eben um Geld zu verdienen. Das heißt ja nicht, dass er sich an der Situation oder an den Bildern irgendwie aufgeilt. Das tuen die Konsumenten dieses Produkts.
Ich zahle jedenfalls meine GEZ Gebühren sehr gerne - da bekommt man wenigstens i.d.R. recht gute Ware geliefert (auf die Übertragung der Trauerfeier hätte ich persönlich aber auch verzichten können...)!

Prost!

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Re: weitläufige Absperrung für 'Journalisten'

Beitragvon Vito » Mi 18. Nov 2009, 11:22

Hier mal zwei ganz interessante Ausschnitte aus einem aktuellen Beschluss des BVerfG:
Zum Schutzbereich der Presse- und Rundfunkfreiheit gehört ein Recht auf Eröffnung einer Informationsquelle ebenso wenig wie zu dem der Informationsfreiheit (vgl.BVerfGE 103, 44 <59>; 119, 309 <319>).
Bereits angesichts dessen, dass im vorliegenden Fall zumindest eine Nachrichtenagentur zur Anwesenheit im Sitzungssaal zugelassen ist, steht nicht etwa ein genereller Ausschluss der Presseberichterstattung, sondern nur eine Erschwerung dieser Berichterstattung für die nicht zugelassenen Presseunternehmen in Rede, die für die hiervon Betroffenen im Wesentlichen einen wirtschaftlichen Nachteil im Wettbewerb zu den hier zur Berichterstattung zugelassenen Unternehmen darstellt. Es ist nicht dargelegt, dass dieser Nachteil von solch überragendem Gewicht für die Beschwerdeführerin ist, dass er eine Vorabentscheidung nach § 90 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG rechtfertigte.
http://www.bundesverfassungsgericht.de/ ... 43609.html

Nur mal so damit man sieht dass die Pressefreiheit ned grenzenlos ist.
BildFreiheit für die SpareribsBild

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Re: weitläufige Absperrung für 'Journalisten'

Beitragvon elliott » Mi 18. Nov 2009, 12:03

Goldstern hat geschrieben:Moin!
...und wir müssen die Faust in der Tasche machen....
Stimmt - und das wird auch weiterhin geschehen, wenn Du nicht akzeptieren willst ( :!: ), dass auch die Negativvertreter der Pressezunft nur "ihre Arbeit machen".

Nur weil uns etwas nicht genehm bzw. nach menschlichem Ermessen zuwider ist bedeutet das nicht, dass wir auf alle Prozesse einen Einfluss haben (müssen bzw. dürfen).

Ist nicht leicht, keine Frage. Macht auch nicht immer Spaß. Aber ist so gewollt und vom Gesetzgeber bewusst so gestaltet.

Und: ich ( :!: ) bin sehr froh darüber, dass wir im Grundsatz eine freie Presse haben.....u.a. weil ich meinen persönlichen Pressebegriff oberhalb von Gala, Bunte, Bild und den Schergen wie Wiebold & Co. ansiedele.

Gruß :tot:
Naja gut in meinem Beitrag wollte ich lediglich gegenüber den Ansichten von Ulla Position beziehen und ihr die Denkweise von so manchen Kollegen aufzeigen. Es ist nicht so dass ich die gegebene Rechtsprechung nicht akzeptieren will. Polizisten können manchmal halt schwer damit leben untätig den Aasgeiern zusehen zu müssen.

Dass die ganzen Bunte-Bilder-Zeitungen und Action-reality-TV-Sender und deren Kundschaft die Nachfrage nach solchen Bildern erst schüren ist ja auch nicht abänderbar.

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Re: weitläufige Absperrung für 'Journalisten'

Beitragvon FLSN » Mi 18. Nov 2009, 12:14

elliott hat geschrieben:
Dass die ganzen Bunte-Bilder-Zeitungen und Action-reality-TV-Sender und deren Kundschaft die Nachfrage nach solchen Bildern erst schüren ist ja auch nicht abänderbar.
Sehe ich anders. Bei jeder sich mir bietenden Gelegenheit sage ich nem ausschließlich rtl,rtl2,n24,sat1 - am Nachmittag - Glotzer und regelmäßig Blödzeitungs- Leser, dass er/sie - sollten diese Studien nicht ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken dienen - sich auf dem geistigen Niveau eines Krapfens befindet.
Natürlich mach ich mir damit nicht nur Freunde - aber so ist das nunmal, wenn man unverblümt die Wahrheit ausspricht...

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Re: weitläufige Absperrung für 'Journalisten'

Beitragvon elliott » Mi 18. Nov 2009, 12:43

FLSN hat geschrieben:
elliott hat geschrieben:
Dass die ganzen Bunte-Bilder-Zeitungen und Action-reality-TV-Sender und deren Kundschaft die Nachfrage nach solchen Bildern erst schüren ist ja auch nicht abänderbar.
Sehe ich anders. Bei jeder sich mir bietenden Gelegenheit sage ich nem ausschließlich rtl,rtl2,n24,sat1 - am Nachmittag - Glotzer und regelmäßig Blödzeitungs- Leser, dass er/sie - sollten diese Studien nicht ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken dienen - sich auf dem geistigen Niveau eines Krapfens befindet.
Natürlich mach ich mir damit nicht nur Freunde - aber so ist das nunmal, wenn man unverblümt die Wahrheit ausspricht...
Aber ob die sich dann was davon anziehen ist auch wieder ne andere Sache ;)


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