Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

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HaSiBaer
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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon HaSiBaer » Mo 13. Aug 2012, 16:37

Moin,

1. a) VU-Aufnahmen können lästig sein, aber OWi-Verfolgung ist Polizeiarbeit und ein VU setzt meisten ne OWi voraus.
b) Über „kleine“ Sachen kann man, wenn man will und kann, auch große Sachen finden.
c) Leider gibt es Kol., die sich gerne auf den Bagatell-VU „verständigen“, obwohl da mehr ist, weil weniger (keine) Arbeit.
d) Wie sollen Unfallschwerpunkte erkannt werden, wenn nicht jeder Unfall erfasst wird?
e) Und ein Bundesunfallstatistikgesetzt möchte auch weiter gefüttert werden.
Für mich: VU-Aufnahme = Polizeiarbeit :zustimm:

2. a) Wer hat den die Rechte, die bei ner GST-Begleitung regelmäßig erforderlich sind (Straßensperrungen etc.). Oder die Polizei muß die Rechte abgeben/teilen. "Schülerlotsenausbildung" bei GST-Begleitung? Wollen wir das?
b) Und auch mit Polizeibegleitung passiert da genug.
c) Von Verstößen gegen Auflagen/Bedingungen bis zur Total-/Verfälschung man ganz zu schweigen.
Für mich: GST-Begleitung = Polizeiarbeit :zustimm:
(In HH obliegt die GST-Begleitung dem „Ab-/Einfahrts-PK“.)
3. Ja, es sollten mehr Kostenberichte gefertigt werden, wenn sie gerechtfertigt sind! :pfeif: :verweis:
4. Weniger Bürokratie/Statistik = weniger Innendienst und mehr Polizei auf der Straße (nicht immer nur „Grundlast“) = Mehr Sicherheit. :flehan:

Gruß HaSiBär

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Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon MICHI » Mo 13. Aug 2012, 16:58

HaSiBaer hat geschrieben:Moin,

weniger Innendienst und mehr Polizei auf der Straße (nicht immer nur „Grundlast“) = Mehr Sicherheit. :flehan:

Gruß HaSiBär
Man nehme die Polizeizulage und streiche sie dem Imnendienst mit Vw-Aufgaben, zahle die volle Schichtzulage und DuZ einheitlich 5€ die Stunde.

Was meinst du, wie stark die DG auf einmal sind ;)
Gruß
MICHI


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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon HaSiBaer » Mo 13. Aug 2012, 17:16

MICHI hat geschrieben:
HaSiBaer hat geschrieben:Moin,

weniger Innendienst und mehr Polizei auf der Straße (nicht immer nur „Grundlast“) = Mehr Sicherheit. :flehan:

Gruß HaSiBär
Man nehme die Polizeizulage und streiche sie dem Imnendienst mit Vw-Aufgaben, zahle die volle Schichtzulage und DuZ einheitlich 5€ die Stunde.

Was meinst du, wie stark die DG auf einmal sind ;)
Und dann kommt der PKL und sagt: "Im ND nur noch Grundlast! Der Rest in den TD (oder FD / SD). Und Samstags und Sonntags immer nur die Grundlast!" :gruebel: :uebel:

Sonst ist die Idee :applaus: :zustimm: :applaus:

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AW: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon Diag » Mo 13. Aug 2012, 17:34

MICHI hat geschrieben:
HaSiBaer hat geschrieben:Moin,

weniger Innendienst und mehr Polizei auf der Straße (nicht immer nur „Grundlast“) = Mehr Sicherheit. :flehan:

Gruß HaSiBär
Man nehme die Polizeizulage und streiche sie dem Imnendienst mit Vw-Aufgaben, zahle die volle Schichtzulage und DuZ einheitlich 5€ die Stunde.

Was meinst du, wie stark die DG auf einmal sind ;)
Jawoll!

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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon homer » Mo 13. Aug 2012, 17:38

MICHI hat geschrieben: Man nehme die Polizeizulage und streiche sie dem Imnendienst mit Vw-Aufgaben, zahle die volle Schichtzulage und DuZ einheitlich 5€ die Stunde.

Was meinst du, wie stark die DG auf einmal sind ;)
:applaus: Wie sich die Gedanken manchmal gleichen... :zustimm:

Aber abgesehen von der Unfallaufnahme und der Begleitung von Schwertransporten, es geht doch primär um die ausreichende Finanzierung. Und wenn ich mich recht an die Grundlagen der Budgetierung erinnere: Der Personalansatz wird dadurch nicht betroffen.

Und wenn man denn über die Einschränkung von Aufgaben nachdenken will, wie stehen wir zu folgenden:

- Ruhestörung (könnte / sollte das nicht die Stadt machen? Oder kann man vom Mitbürger nicht auch schlicht verlangen, zunächst einmal selbst das Gespräch zu suchen. Tun meiner Erfahrung nach nämlich nur die Allerwenigsten. Zu bequem und man schiebt potentielle Konflikte als Vorwand vor. Und überhaupt: Wozu bezahle ich Steuern... :polizei10: )

- Verkehrserziehung (warum bezahlen wir Oberkommissare als Puppenspieler? Was ist mit der Verkehrswacht?)

- Codieraktionen von Fahrrädern (müssten die Bürger da nicht z.B. selber via ADFC tätig werden?)

- Seniorenberatung (auch hier könnte man die Kommune in der Pflicht sehen)

- Entsendung von Reiterstaffeln in Urlaubsgebiete (ich wüsste nicht, wer das übernehmen könnte... :polizei1: )

- Kriminalprävention

- .....

Weniger Statistik? Und wie bekommen wir "belastbare" Zahlen? Wie ergänzen wir die Informationsgewinnungssystem, damit die Ermittlungsbereiche mit Input versorgt werden?

Über all diese Punkte kann man sicher trefflich streiten.

Aber auch, wenn man die Unfallaufnahme reduziert. Es wird sich immer dahin orientieren, dass bestimmte Führungskreise der Auffassung sein werden, dass "überzählige" Beamte im Außendienst, die nach statistischer Erfahrung nicht benötigt werden, keinen "betriebswirtschaftlichen" (oder anderen) Sinn machen werden.
Wie HasiBär schon sagt: Immer runter auf Grundlast. Und die Finanzierungssituation wird dadurch auch nicht besser.

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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon Eisscrat » Mo 13. Aug 2012, 18:04

Da fallen mir auch noch ein paar Sachen ein wie Entstempelungen wegen fehlendem Versicherungsschutz oder Blitzerbilder mit dem Gesicht des Halters abgleichen. Da braucht man auch keine 2 bewaffneten Polizisten für das wär auch was für die Stadt bzw. LRA. Was wir da Zeit einsparen könnten...
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Albert Einstein

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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon Mainzelmann2001 » Mo 13. Aug 2012, 19:18

MICHI hat geschrieben:
HaSiBaer hat geschrieben:Moin,

weniger Innendienst und mehr Polizei auf der Straße (nicht immer nur „Grundlast“) = Mehr Sicherheit. :flehan:

Gruß HaSiBär
Man nehme die Polizeizulage und streiche sie dem Imnendienst mit Vw-Aufgaben, zahle die volle Schichtzulage und DuZ einheitlich 5€ die Stunde.

Was meinst du, wie stark die DG auf einmal sind ;)
Schön wäre es auch den DUZ zu erhöhen. Nachts 3,50 € die Stunde und Sonn- und Feiertags 5 Euro.

Das ergäbe wenigstens 350 € DUZ für den normalen WUW Beamten. Da kämen viele aus den Löchern des TD gekrochen.
Was juckt es die stolze Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr reibt.

Das frühe Vögeln entspannt den Wurm.

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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon Eisscrat » Mo 13. Aug 2012, 19:53

Mainzelmann2001 hat geschrieben: Das ergäbe wenigstens 350 € DUZ für den normalen WUW Beamten. Da kämen viele aus den Löchern des TD gekrochen.
Aber da das von den gesalbten im TD entschieden wird werden die einen Teufel tun sich das sauer verdiente Geld zu streichen und es den unwürdigen Streifenhörnchen zu geben.
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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon Controller » Mo 13. Aug 2012, 20:04

Aber da das von den gesalbten im TD entschieden wird werden die einen Teufel tun sich das sauer verdiente Geld zu streichen und es den unwürdigen Streifenhörnchen zu geben.
meine Fresse was ein Mist :tot:

Langsam nähert sich der Fred einem Niveau

....

habe es erst kürzlich in einer PN beschrieben :polizei4: :polizei4:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon MasterEd » Mo 13. Aug 2012, 21:03

aceveda hat geschrieben:
MasterEd hat geschrieben:Bei Schwerlasttransporten werden bei uns (NRW) sowieso schon Rechnungen an den Anforderer geschrieben. Von daher sehe ich da zumindest keine "finanziellen Verluste" für die Polizei. ABER es sind dann trotzdem mindestens zwei Beamte und ein FuStKw gebunden....und das kann in ländlichen Behörden dazu führen, dass zeitweise keine Einsatzmittel mehr frei sind. Und wenn das nächste Einsatzmittel dann 30 km weiter wegsteht, ist es nicht optimal.

Also Schwertransporte tangieren den WuW eher peripher, das dies grundsätzlich durch unseren VD übernommen wird.
Dann scheint euer VD rund um die Uhr besetzt zu sein. Bei uns ist es nicht der Fall. Unser VD macht meist früh und spät und in der Zeit machen sie die Abnahmen für die SLT und begleiten vielleicht den einen oder anderen auch. Aber die ganzen Begleitungen, die nach Dienstschluss des VD laufen, tangiert sehr wohl den WuW...zumindest bei uns. Und das ist nicht nur ein oder zwei mal im Monat. Ich kann jetzt zwar nicht sagen, ob nun tagsüber oder eher ab 22 Uhr mehr Transporte laufen, aber gefühlt würde ich schon sagen, dass in der Nacht mehr laufen....was ja auch aus Sicht des Verkehrsaufkommens Sinn machen würde.


2. a) Wer hat den die Rechte, die bei ner GST-Begleitung regelmäßig erforderlich sind (Straßensperrungen etc.). Oder die Polizei muß die Rechte abgeben/teilen. "Schülerlotsenausbildung" bei GST-Begleitung? Wollen wir das?
b) Und auch mit Polizeibegleitung passiert da genug.
c) Von Verstößen gegen Auflagen/Bedingungen bis zur Total-/Verfälschung man ganz zu schweigen.
Nur komisch ist an der Sache, dass z.B. in Nds die SLT meist nicht Begleitungspflichtig sind und wir die dann an der NRW-Grenze übernehmen sollen und zur Autobahn begleiten....wohl gemerkt über breite (zur Nachtzeit menschenleere) Straßen und in Niedersachsen fahren die teilweise durch Städte ohne Begleitung. Gehen die Niedersachsen dann zu fahrlässig mit der öffentlichen Sicherheit und Ordnung um?

Zu Punkt C: Das prüfen im Vorgang ja bereits die Spezialisten vom VD bei uns. Dieser nimmt die Transporte komplett ab und hat mit der eigentlichen Begleitung an sich nicht zwingend etwas zu tun. Ich (und da bin ich bei weitem nicht der einzige auf meiner Wache) habe nur rudimentäre Kenntnisse im Bereich des SLT-Wesens. Das ist scheinbar auch gar nicht gewollt, denn solche Lehrgänge z.B. bekommen meines Wissens nach nur die Kollegen vom VD.


Man kann natürlich den Teufel an die Wand malen und sagen, dass ohne die Polizei gar nichts geht und dass alles viel zu gefährlich ist (mir ist in den letzten Jahren kein einziger Vorfall in Zusammenhang mit einer Transportbegleitung in meinem Wachbereich bekannt...und auch keiner aus dem niedersächsischen Nachbarwachbereich) oder man kann vielleicht auch mal andere Wege gehen, die die Polizei entlasten....indem man anstelle der Polizei z.B. einfach mal ein weiteres Begleitfahrzeug als Auflage erlässt oder alle Transporte ausschließlich zur Nachtzeit fahren lässt. Ich denke nicht, dass das mit einer signifikante Steigung von Unfallzahlen einhergehen wird...ist ja in Nds auch nicht der Fall...und die begleiten, wie bereits erwähnt, sehr oft überhaupt nicht.
"Polizisten sind rechtsradikale Dumpfbacken, die ein eigenes AKW im Garten haben
und vorzugsweise Frauen, Kleinkinder und honorige Bürger verprügeln." (PolBert, 08.12.2010)

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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon e42b » Mo 13. Aug 2012, 22:12

Hi,

danke für die lebhafte Diskussion. Da hab ich wohl ein Thema losgetreten.
Ich denke, dass das in Zukunft wichtiger werden wird, als es jetzt ohnehin schon ist. (Euro-Go-Down usw.)

Vielleicht beabsichtigt der im ersten Post zitierte ja auch das. Ich weiß es nicht. Wichtig scheint zu sein, wie polizeiliche Aufgaben zu bezahlen sind und wie die Arbeit effektiv gestaltet werden kann, ohne dass Aufgaben unerledigt bleiben.

Dem Ansatz, die Ordnungsämter stärker in Anspruch zu nehmen, gilt meine Sympathie. Wenn sie sich schon "Stadtpolizei" nennen und rund um die Uhr Parkknöllchen verteilen, dann kann es auch nicht so schwer sein, nach 16:00 einer Ruhestörung hinterher zu fahren. (Nur so 'ne Idee)

Bei Transportbegleitungen nur die wichtigen Stellen zu kontrollieren und den Rest den Transportunternehmen/Ordnungsämtern zu überlassen, halte ich auch nicht für schlecht.

Wenn man die Aufgaben gezielt abschlankt, bleibt auch hoffentlich noch Raum für VU-Aufnahme. Selbst wenn ich 01 bin, fühle ich mich wesentlich wohler, wenn die Polizei kommt. Das beugt der Gefahr vor, dass mein Unfallgegner mich mit überzogenen Forderungen behelligt, ohne dass ich ein Papier in Händen habe, das von berufenen Personen ausgefüllt den Stand der Dinge dokumentiert.

Wie auch immer: Für mich ist die Polizei die Institution, die innere Sicherheit produziert und ich möchte, dass das so bleibt.

Abendgrüße
E.

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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon Mystix » Di 14. Aug 2012, 08:17

Verständnisfrage:

Was versteht ihr unter "Bagatell"-Unfällen? Also wann ist für euch ein Unfall ein Bagatellunfall?

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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon BodenseeCop » Di 14. Aug 2012, 08:51

Mystix hat geschrieben:Verständnisfrage:

Was versteht ihr unter "Bagatell"-Unfällen? Also wann ist für euch ein Unfall ein Bagatellunfall?
Für mich persänlich: Streifen eines anderen Fahrzeugs beim Ein- oder Ausparken o.ä.

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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon Buford T. Justice » Di 14. Aug 2012, 09:11

Ezechiel hat geschrieben:Man müsste nur mal das Kostenrecht ausnutzen bzw. vervollständigen, dass auch mal Kohle reinkommt (und die dann auch bei der Polizei bleibt statt in irgendeinem dunklen Loch zu verschwinden).

Sprich z.B.
Grundsätzlich Rechnungen für sinnlose Einsätze schreiben ("Da sitzt eine Katze auf meiner Terrasse" etc.),
den Fußballvereinen, Konzertveranstaltern, Facebookpartytrotteln etc die Einsatzkosten auferlegen (zumindest mal anteilsweise :polizei10: )
und vielleicht auch mal einfach sinnlose Ausgaben weglassen. (die Kollegen kennen die einzelnen Bravourstückchen ihrer Dienststellen an sinnlosen Beschaffungen...)

Würde man alleine nur die Heranziehung für Kosten mal durchsetzen, würde es im Polizeisäckel gleich ganz anders aussehen.
Ich möchte eigentlich nicht, dass der Bürger abgeschreckt wird, uns seine "verdächtigen Feststellungen" mitzuteilen. Denn ab und an ist auch mal etwas dabei.

Soll indes nicht heißen, dass nicht zumindest versucht werden soll, im Umfeld von Veranstaltungen Kostenrechnungen zu erstellen.
homer hat geschrieben:Könnte man noch weiter ausführen, ein ellenlanges Thema, aber hier soll auch angemerkt sein, dass viele Behörden und Institutionen ihre Verantwortung auf die Polizei abladen, spätestens nach Büroschluss. :polizei1: Und, hier sehe ich den Anknüpfungspunkt, dies eben auch aus für sie vorteilhaften Kostengründen tun. Und das Land macht da, aus verschiedenen Erwägungen heraus, auch mit.

[...]

Eine Menge Kleinvieh, der aber sicher einen großen Haufen Mist macht. Andere Ressorts profitieren davon, wir müssen uns strecken. So ist zumindest derzeit mein Eindruck.
Wenn man diese Strukturprobleme lösen würde, wäre die Polizei ausreichend finanziert. :polizei2:
Es geht letztlich doch um das große Ganze, nämlich die Tatsache, dass es nur einen Steuersäckel gibt, auch wenn Titel anders bewertet werden.

Z.B. bekommen die Mitarbeiter des Ordnungsamts bei uns wesentlich mehr in der "DUZ-relevanten" Arbeitszeit.
Brot hat geschrieben:Wo man bei uns Einsparpotenzial sieht, ist bei Blutentnahmen. Man wurde hinter vorgehaltener Hand darum gebeten, keine Alkoholsünder mehr zu jagen, da das Revier die Kosten für die Blutentnahme und Blutuntersuchung nicht zu 100% erstattet bekommt. Das finde ich persönlich bedauerlich.
Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis es wieder zu sogenannten "Diskounfällen" kommt.[...]
Das ist bei uns definitiv nicht der Fall. Im Gegenteil; die Erwartungen in Sachen Blut werden ständig gesteigert.
BodenseeCop hat geschrieben:
Mystix hat geschrieben:Verständnisfrage:

Was versteht ihr unter "Bagatell"-Unfällen? Also wann ist für euch ein Unfall ein Bagatellunfall?
Für mich persänlich: Streifen eines anderen Fahrzeugs beim Ein- oder Ausparken o.ä.
Edit: Meine Definition von Bagatellunfall wieder entfernt, nachdem ich sie noch einmal neutral bzw. vom Standpunkt eines Unfallbeteiligten aus betrachtet habe.
Zuletzt geändert von Buford T. Justice am Di 14. Aug 2012, 09:18, insgesamt 1-mal geändert.
:applaus:

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Re: Wie unterfinanziert ist die Polizei wirklich?

Beitragvon Eisscrat » Di 14. Aug 2012, 09:12

Alles wo das Auto ledigleich einige Kratzer abbekommt.

Da müsste man die Grenze des "nicht ganz unerhelblichen Sachschaden" der derzeit meines wissen bei 35 Euro angesiedelt ist mal anpasst. Selbst der minimalste Kratzer lässt sich heute nicht mit 35 Euro beheben. Das war sicher nicht im Sinne der Erfinders das heutzutage jeder kleine Kratzer von der Polizei aufgenommen werden muss.
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