Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

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grenzwertig
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Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon grenzwertig » Di 4. Sep 2012, 00:22

Nachdem hier bereits sehr kontrovers über eine ähnliche Situation mit üblem Ausgang diskutiert wurde, verweise ich mal auf diesen Vorfall hinweisen, der anschaulich darstellt, warum evt. das polizeiliche Gegenüber bei einer "Zivilstreife" nicht unbedingt gleich an die echte Polizei glaubt und sofort anhält oder kooperiert.

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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon 1957 » Di 4. Sep 2012, 10:06

das ist kalter kaffee. das risiko von zivilstreifen ist bekannt und wird so gut wie möglich durch entsprechende ausrüstung und auftreten der kollegen reduziert. ganz ausschließen lässt sich das nicht.

auf zivilstreifen verzichten können wir allerdings nicht.

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Ghostrider1
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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon Ghostrider1 » Di 4. Sep 2012, 12:17

Deswegen, habe ich je nach Situation meine Warnweste an. Tut mir ja nicht weh, wenn ich den Verkehrssünde rausziehe. Ich "oute" mich sowieso als Polizist.

Dewsweiteren, sollte man als Zivilsheriff seinen D-Ausw. am Körper tragen, um sich berechtigterweise dem Bürger ggü auszuweisen, wenn die Situation es zulässt.

tyrant
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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon tyrant » Di 4. Sep 2012, 14:48

Habt ihr etwa nicht aus dem "Langwaffe für Polizei"-Thread nicht gelernt, dass sich ALLES vollkommen legal besorgen lässt (Stichpunkt Ausrüstung)?

Die Frage ist doch: Wie kann Bürger sicher gehen, dass er einen Polizisten vor sich hat?

Ich jedenfalls öffne im Auto das Fenster max. 2cm, wenn mich Zivile anhalten. Außerdem verrammel ich die Türen und ausgehändigt wird nichts, bis ich den Dienstausweis gesehen habe.

Und selbst danach achte ich möglichst darauf, den Beamten (oder Betrügern) nichts auszuhändigen. Verlasse ich mein Fahrzeug, verschließe ich es. Bargeld gibts nicht und Wertsachen bleiben im Auto.

Man darf nun auch nicht vergessen, dass der Durchschnittsbürger kaum Ahnung hat, der erkennt nicht, dass die Handschließen nur billige 5€-Teile sind. Er weiß auch nicht, dass die Berliner Polizei die P6 hat und die aus NRW die P99. Dazu kommt, dass eine Kontrolle für die meisten Bürger eine außerordentliche Stresssituation darstellt.

Was das Auftreten betrifft: Viele Betrüger sind absolute Profis. Die wären eigentlich die besten Verkäufer. Denen glaubt der Bürger gerne mal, dass sie Polizisten sind.

Hilfreich wären ja gesetzliche Bestimmungen über den Verkauf polizeilicher Ausstattung und Dinge, die denen ähnlich sind. Das würde den Betrügern das alles etwas erschweren. Verhindern kann man solche Fälle aber nie.
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An allem Unrecht, das geschieht,
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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon 1957 » Di 4. Sep 2012, 15:07

hier machst du deinem namen alle ehre.
dein beitrag hilft nun keinem.
danke, dass du nochmal auf das "prinzip des lernens" insbesondere die tatsache, dass alles möglich ist, hingewiesen hast. das wussten wir bisher noch nicht.
du hast uns die augen geöffnet.


derartige, vorgetäuschte kontrollen, in welcher absicht auch immer, sind äußerst selten - somit auch keine umfassende gefahr.
dass bürger in kontrollen ein trotzdem ein mulmiges gefühl haben, ist uns polizisten bekannt. deshalb handeln wir entsprechend.
trotzdem kann es auf beiden seiten zu fehlreaktionen kommen. menschen halt.
wie ich bereits erwähnte, das ist alles kalter kaffee.

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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon BodenseeCop » Di 4. Sep 2012, 15:11

tyrant hat geschrieben:Habt ihr etwa nicht aus dem "Langwaffe für Polizei"-Thread nicht gelernt, dass sich ALLES vollkommen legal besorgen lässt (Stichpunkt Ausrüstung)?


Ich jedenfalls öffne im Auto das Fenster max. 2cm, wenn mich Zivile anhalten. Außerdem verrammel ich die Türen und ausgehändigt wird nichts, bis ich den Dienstausweis gesehen habe.
.
Widersprichst Du Dir da nicht selber?! Einen "Dienstausweis", von dem viele nicht einmal wissen wie der eigentlich aussieht, kann man sich am leichtesten besorgen.
Mich hat mal einer allen Ernstes versucht mit einer Mofaprüfbescheinung zu kontrollieren. Blöd nur das ich unter der Jacke die Uniform anhatte und es kurz vom Revier war :D

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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon tyrant » Di 4. Sep 2012, 15:44

@Bodensee Cop: Ich habe nur meine Vorgehensweise erklärt. Da ich Berlin nur recht selten verlasse und wenn dann maximal nach Brandenburg, kenne ich sogar die Dienstausweise. Und kommt mir da auch nur der geringste Zweifel auf, dann wähle ich mal eben 4664-4664 und frag mal nach, ob der Zivile PKW Marke XY mit dem Kennzeichen B-BB 1234 eines ihrer Fahrzeuge ist.

Klar mag es selten vorkommen, dass man von falschen "Polizisten" kontrolliert (und dann abgezogen) wird, doch kann etwas mehr Vorsicht nicht schaden.
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Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon MICHI » Di 4. Sep 2012, 16:59

tyrant hat geschrieben: ob der Zivile PKW Marke XY mit dem Kennzeichen B-BB 1234 eines ihrer Fahrzeuge ist.

.

Bei der Frage würdest du bei uns keine Auskunft kriegen. Da könnte ja jeder Ganove kommen und für sich ggf. mal kurz die Lage checken.
Gruß
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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon aceveda » Di 4. Sep 2012, 17:04

tyrant hat geschrieben:
...Und kommt mir da auch nur der geringste Zweifel auf, dann wähle ich mal eben 4664-4664 und frag mal nach, ob der Zivile PKW Marke XY mit dem Kennzeichen B-BB 1234 eines ihrer Fahrzeuge ist.

Ja ne, is' klar.... :pfeif:

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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon Mainzelmann2001 » Di 4. Sep 2012, 18:45

Mißverständnisse sind dann vorprogrammiert, wenn verschiedene Verhaltensweisen erwartet, aber nicht erfüllt werden.

Das heißt, der PVB erwartet vom Gegenüber, dass er anhält, die Hände aufs Lenkrad, etc..... und vergisst vielleicht, er ist in Zivil.

Bürger erwartet z.B. auch von Zivilbeamten sofortige Erkennbarkeit, Dienstmarke sichtbar etc......... aber tatsächlich kommen da zwei junge Menschen ohne das alles.

Wichtig ist für den PVb zu verstehen, dass der angehaltene normalerwiese Stress hat, und evtl. Angst.
Er weiß nicht, was jetzt kommt.

Deshalb muss man a) sofort auf der Beifahrerseite sichern, ohne etwas zu wollen.

Das ist auch für den Autofahrer ein Zeichen der Beruhigung ( Habe ich zumindest so erlebt)

b) langsam und extrem freundlich an den Fahrzeugführer herantreten. Sich vorstellen, den Ausweis zeigen und auf mögl. ängstliche Reaktionen eingehen.

Und wenn der auf der Dienststelle anrufen will, bitte sehr.

Natürlich alles nur, wenns ne normale VK ist, ohne zeitliche Dringlichkeit oder sonstige Wenn und Aber.

Oftmals ist es aber Drecksack, der weiß mit wem er es zu tun hat, aber mit der "Angstmasche" kommt.

Da muss man halt angemessen reagieren. Ich denke, das weiß jeder selbst.
Was juckt es die stolze Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr reibt.

Das frühe Vögeln entspannt den Wurm.

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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon tyrant » Di 4. Sep 2012, 19:13

MICHI hat geschrieben:
tyrant hat geschrieben: ob der Zivile PKW Marke XY mit dem Kennzeichen B-BB 1234 eines ihrer Fahrzeuge ist.

.

Bei der Frage würdest du bei uns keine Auskunft kriegen. Da könnte ja jeder Ganove kommen und für sich ggf. mal kurz die Lage checken.
Aber wie sonst? Ich als Bürger, der Zweifel an der Authentizität der "Beamten" hab, muss doch irgendwie rausbekommen, ob das nun echte sind oder Betrüger. Wie gesagt, das Verhalten lege ich ja nur an den Tag, wenn ich wirklichen Zweifel habe. Zum Beispiel bei Zweifel erregenden Ausweisen.

Wie ist das eigentlich bei Euch? Haben Fotos auf den Ausweisen einen Standard wie beim Bund (keine Kopfbedeckung etc)?
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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon Europol110 » Di 4. Sep 2012, 19:21

@tyrant
Sorry aber langsam zweifle ich an Deinen Antworten, Tipps und Ratschläge, sag mal wo hast Du deine Weisheiten her ?

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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon Gast » Di 4. Sep 2012, 19:34

@Europol

die hat er mit dem Löffel gefres.. ÄÄÄHM gegessen, pardon. :pfeif:
Das mit der Weste find ich ebenfalls ne gute Idee, so mache ich es meistens auch...

Den Dienstausweis habe ich schon in der Hand wenn ich auf den Wagen zugehe und zeige den auch sogleich vor. Eine ordentliche, anständige Begrüßung sollte auch sein.
Vielleicht auch mals Lichtlein an... kann helfen. (Ja tyrant ich weiß, man kann sich alles kaufen)

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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon Trololo » Di 4. Sep 2012, 19:50

Die Idee mit dem Anrufen finde ich nicht schlecht. Habe ich persönlich auch schon gemacht.

Da wird das Auto verschlossen und das Fenster nur einen Spalt weit geöffnet. Ich lass mir den Dienstausweis zeigen, dann rufe ich bei der Polizei an und frage ob die Person auch Polizist ist. Wenn ja, Fenster runter und wir sind die besten Freunde.

Ich muss dazu allerdings auch sagen, dass ich aus Hessen komme und jeder weiß, welche Dienstausweise hier rumgeistern. Vorsicht ist halt die Mutter der Porzelankiste. Und solange man das den Beamten vor Ort auch ruhig und höflich erklärt, dürfte es bei einer normalen Kontrolle auch zu keinen Problemen kommen.
Mein Name bezieht sich nicht auf Trolle, wie sie hier zu Haufen lauern ;)

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Re: Zivilkontrollen - warum es zu Missverständissen kommt

Beitragvon Europol110 » Di 4. Sep 2012, 19:54

Ich habe jetzt auch ein Schild an meiner Waffe hängen
P2000 steht drauf, ist so eine Erkennbarkeit, und sagt aus, ich bin wirklich Polizist in BW.
Mach das auch mal finkus,da musst die Weste nicht mehr tragen :pfeif: :applaus:


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