Problematik Kripo und Schupp

Polizeibezogenes, was in keine andere Sektion hineinpasst

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Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon la bullette » Do 2. Jun 2016, 06:07

Hallo zusammen,
ich möchte hier mal zur Diskussion stellen - und andere Erfahrungswerte sammeln, warum es zwischen der Kripo und der SchuPo immer so hakt.
Inzwischen ist meine Zündschnur schon gewaltig kurz geworden in diesem Thema, da es immer wieder bei der Übergabe von Fällen von S zu K gravierende Probleme gibt. Es gibt einen klaren Katalog, es gib klare Zuständigkeiten - zumindest in der Vielzahl der Fälle- und dennoch habe ich den Eindruck dass nur gemauert wird. Ich war selbst bei K und auch beim KDD- also kann man mir nicht unterstellen ich hätte keinen Einblick. Aber gerade die Einstellung der K Beamten in den Flächenpräsidien ist derartig untragbar, dass ich mich frage, ob man nicht bei dem ein oder anderen Kommissariat mal prüfen sollte ob es dort überhaupt noch im Rahmen der Legalität zugeht.
Meine Frage ist nun- habt ihr auch derartige Probleme bei euch und vor allem- woran liegst und wo seht ihr eine Lösung. Gespräche gab es bereits diverse- jedoch ohne nennenswerte Verbesserung.
Inzwischen ist die Meinung bereits so weit, dass wir Fälle lieber so weit es irgend geht selbst bearbeiten, damit wir auch sicher sind, dass überhaupt was gemacht wird. Sobald etwas abgegeben wird, kann man davon ausgehen, dass die Ermittlungen zu keinerlei Ergebnis gelangen.
Ich wäre wirklich sehr dankbar, wenn sich hier Kollegen von beiden Seiten an der Diskussion beteiligen würden.

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Re: Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Do 2. Jun 2016, 11:17

Ich sehe das als kein generelles Problem an.

Bei uns kommt es einzelfallabhängig immer mal wieder zu Problemen, das ist meist aber personenabhängig und nicht der Struktur geschuldet. Das ist auch kein S oder K Problem, das schaffen Verkehr und Verwaltung auch - genauso wie Obi, McDonalds und Co.

Meist hilft Sprechen und gegenseitiger Erfahrungsaustausch.
:lah:

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Re: Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon 1957 » Do 2. Jun 2016, 12:11

Da stimme ich dem Käpt'en uneingeschränkt zu.
Die/der TE meint ja wohl auch ein anderes Bundesland.

Eine Lösung wär, das jeder seine Aufgabe bewältigt. Es ist kontraproduktiv, die Arbeit/Zuständigkeit einer anderen OE grundsätzlich zu übernehmen. Es sei denn, man hat zu wenig zu tun und spricht das mit der zuständigen Stelle ab.

Erkannte Strukturprobleme - analysieren, schreiben.
Erkannte Mentalitätsprobleme, entstehende Fehler einzelfallgebunden beschreiben, zusammenfassen - Meldung.

Es gibt aber auch solche Kameraden, die glauben, alles besser zu machen als andere.

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Re: Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon nukeomega » Do 2. Jun 2016, 12:59

Sehe ich ähnlich wie meine Vorschreiber:

Kommunikation von beiden Seiten hilft!

Fraglich nur, ob die Motivation da ist. Ich habe in beiden Kommunikationsrichtungen bereits erlebt, wie es nach einem richtigen Gespräch (und nicht eines in dem auf eine Vorordnung / Liste verwiesen wird) auf beiden Seiten mal klick gemacht hat.

Meist ist es doch so: K meckert, dass die Vorgänge nicht perfekt ausgearbeitet sind und sieht die Schwierigkeiten der S-Kollegen nicht. Erklärt es den S Kollegen meist aber auch nicht, was genau "falsch" war.

Andersrum sind Vorgänge, die S zu K schickt meist im "schwarzen Loch Kripo" verschwunden. Wenn S gut gearbeitet hat, hören die nie mehr was davon... wenn es schlecht war vermutlich auch nie.

Ergo: K und S müssen einfach das machen, was logisch geboten ist....MITEINANDER arbeiten und reden. In den Fällen, wo ich mal miterleben durfte, dass das klappt, ist das schon recht beeindruckend für alle Beteiligten. :-)
Das Universum hasst dich, handle entsprechend!

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Re: Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon la bullette » Fr 3. Jun 2016, 15:32

Ja danke erst mal für die Informationen.

Kommunikation ist natürlich grundsätzlich das A und O. Das wurde aber auch schon zur Genüge versucht. In fast jeder erdenklichen Art. Auch das persönliche Gespräch hat bereits stattgefunden, aber leider - gebracht hat das alles nichts.
Ich denke schon dass es ein Strukturproblem ist. Eingefahrene Struktur mit klarer Trennung.
Das bedeutet, dass man sich weder in die Karten schauen lässt noch sich dreinreden lassen will
es könnte ja sein, dass etwas auffällt, was man beheben müsste und dies scheuen die Meisten ja sehr.
-Veränderung. Auch wenn es letztlich für alle von Vorteil wäre. Aber da kann man sich den Mund fusslig reden. Ich glaube kaum, dass die Kripo mit der ich zu tun habe tatsächlich mal in einem ruhigen Moment in sich geht und sich die Frage stellt, ob es denn nicht doch an ihnen liegen könnte.
Natürlich gibt es auch vereinzelt Kollegen dort, die durchaus willig sind. Aber die werden schneller eingemordet als man bis drei zählen kann. Viele Kollegen dort sollten wirklich mal ausgetauscht werde, ansonsten wird sich diese verkrustete Struktur nie weiter entwickeln. Und wir können unsere Arbeit dann gleich in die Tonne klopfen.

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Re: Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon atdsvl91 » Fr 3. Jun 2016, 15:50

Also mir sind Fälle bekannt, wo es genauso lief. Mehrmals Absprachen der jeweiligen Dienststellenleiter.
Half zunächst nichts. Letztlich schrieb es ein Kollege von S in den Anzeigensachverhalt an die StA, daraufhin krachte es. Aber dafür passt es nun. Mittlerweile wurde da auch eingeführt, dass gelegentliche Hospitationen von S bei K und umgekehrt in Anspruch genommen werden.

In anderen Fällen (wo der KDD rauskommen sollte) war teilweise eine Anordnung über die EZ erforderlich. Denn bei direkter Anforderung wurde gewimmelt.

Wobei das aber regional sehr unterschiedlich ist.

PS: der Kollege von S hat sich natürlich ggü. der StA und seinem Dst.-Leiter mit der Aktion auch nicht mit Ruhm bekleckert. Ihm ist es egal, denn es half ja letztlich :D

PPS: Es gab aber auch beim KDD auf den Deckel, warum sie etwas bearbeitet haben, was sich dann letztlich als Sache für S rausstellte (anfangs nicht ersichtlich). Sagen wir mal so, die Frage kam dann auf "wann sollen wir dann überhaupt noch was aufnehmen"...
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Re: Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon Alex-eddp » Fr 3. Jun 2016, 15:59

Ich möchte nicht die gesamte K über einen Kamm scheren, aber wenn von Anfang (im Studium) seitens der Dozenten untereinander öffentlich Krieg geführt wird und einige K-Dozenten Zitate àla "Es ist keine Schande, wenn man bei der Schutzpolizei arbeitet" und "die, die mal zur Schutzpolizei wollen, brauchen jetzt nicht mehr zuhören" bringen, dann verdirbt es einem sogar richtig die Lust an K.

Für mich kommt es vor wie eine Hassliebe. Aber der eine kann nicht ohne den anderen.

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Re: Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon atdsvl91 » Fr 3. Jun 2016, 16:15

Naja, aber dass einige Dozenten fernab jeglicher Realität leben, sollte ja jedem in den Reihen einleuchten. Wenn manche seit 30 Jahren nur nem Lehrauftrag nachkommen und die Inhalte aus Zeitschriften pflücken und die einzige Erfahrung das eigene Studium damals ist bzw die berufliche Erfahrung 30 Jahre veraltet ist...

Ich kenne auch K-Dozenten, die der Meinung sind, jede Streifen bei S wäre super mit sämtlichen Chemikalien und Equipment zur Spurensicherung ausgerüstet. So kam es dann auch draußen schon zu Anordnungen bzgl Spurensicherung, welchen die Streifen nicht mal nachkommen konnten.

Ein großer Plan steckt bei einigen also nicht dahinter...

PS: Dozentenansicht: EDDI-Recherche kann jeder machen. In der Praxis ist es aber nicht so. Er glaubte es nicht. Bis heute wohl. Und 90 % der Kollegen wissen so etwas zu deuten und ordnen Aussagen einiger Personen entsprechend ein...
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Re: Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon schutzmann_schneidig » Sa 4. Jun 2016, 11:26

@ TE

Du arbeitest hier weitgehend mit Allgemeinplätzen und allenfalls vagen Andeutungen. Um eine gehaltvolle Diskussion zu erzeugen und ggf. Lösungsansätze zu erhalten, müsstest du schon konkrete Erlebnisse und konkrete Verhaltens- bzw. Verfahrensweisen der beteiligten Personen schildern.
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Re: Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon Habakuk » So 5. Jun 2016, 15:48

Im Allgemeinen gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Kollegen von K nicht besser oder schlechter als die Zusammenarbeit mit anderen Schupo Dienststellen. Unprofessionelle Mitarbeiter gibt es leider in allen Berufszweigen.

Eine ausdrückliche Ausnahme stellt hierbei die kriminalpolizeiliche Sofortbearbeitung einer bestimmten örtlichen Direktion (K 1) dar. Eine unmögliche oft arrogante Art des "Miteinander" reden gepaart mit einer unglaublichen Art der Herunterstufung von Delikten. Ob Faulheit oder Unkenntnis sei dahingestellt.

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Re: Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon Buford T. Justice » So 5. Jun 2016, 16:34

Habakuk hat geschrieben:Ob Faulheit oder Unkenntnis sei dahingestellt.
Aber eines von beiden muss dann schon der Fall sein?

Auch bei uns gibt es manche Probleme zwischen S und K und ich glaube nicht, dass ein reiner Frustthread deren Lösung zuträglich ist.

Meist sind die Barrieren der Sturheit einzelner auf beiden Seiten geschuldet; man kann erkannte Fehler auch einfach mal einräumen. Letztens habe ich z. B. eine Anzeige völlig falsch aufgenommen. Kurzer Anruf des Sachbearbeiters, ich hab festgestellt, dass das tatsächlich Müll war anstatt darüber ellenlang aggressiv rumzuschwallern, er heilt es und gut ist. Wir können uns noch immer in die Augen gucken. :hallo:
:applaus:

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Re: Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon VanDan » So 5. Jun 2016, 17:13

Mein Lösungsvorschlag wäre da (wie hier schon mehrfach gesagt) mit offenen Karten zu spielen und miteinander reden.

Mit Sicherheit.. gefühlt ist jede Wache/ Dienstgruppe etc. der Mittelpunkt der Erde. Ohne diese würde das System völlig zusammen berechen. *Sarkasmus aus*

Dennoch bin ich der Ansicht, dass man von einander lernen kann.
Klar-- man kann sich im Wachdienst über die Leiststelle aufregen (macht für jeden Mist einen Einsatz auf), über die Kollegen von K oder auch über die Auszubildenden (getreu dem Motto "wir haben das schon immer so gemacht- neues wollen wir grundsätzlich nicht!").

Wenn man jedoch erstmal merkt warum die Kollegen von K (jedoch auch genau anders rum), gewisse Dinge so machen- dann könnten alle davon profitieren.
In der Ausbildung haben wir ja auch die Praktikas bei K bzw. Vk. Habe dies als totale Bereicherung gesehen!
Dum spiro, spero

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Re: Problematik Kripo und Schupp

Beitragvon Habakuk » So 5. Jun 2016, 18:09

BTJ: Ich tippe mittlerweile auf Faulheit, wenn Delikte immer nur dann runtergequatscht werden, wenn sie dann in die Zuständigkeit der Schutzpolizei fallen. Wenn man versucht im kollegialen Gespräch eine Lösung bzw. alternative Lösungsmöglichkeiten zu besprechen, wird man schnell abgebügelt. Hier hilft mittlerweile nur noch das Melden bzw. Schreiben.

Austausch und Kommunikation sind wichtig und beseitigen die meisten Probleme schnell. Jedoch habe ich leider noch nie von einem K-Kollegen gehört, der bei S hospitiert hat.


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