Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Polizeibezogenes, was in keine andere Sektion hineinpasst

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beni
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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon beni » So 4. Sep 2016, 08:34

coco_loco hat geschrieben:
schneiderssohn hat geschrieben:Und wenn es nur darum geht, das irgendwelche Kinder von Arabern Blödsinn machen und ich weiß, dass ich nicht die Frauen/Mütter anspreche damit die ihre Kinder zur Vernunft bringen sondern den dazugehörigen Mann.
Soweit kommt es noch. Ich rede mit dem Elternteil/Erziehungsberechtigten, das gerade verfügbar ist. Wenn der Mann nicht da ist oder sich nicht benimmt, rede ich mit der Frau. Da nehme ich ehrlich gesagt nicht auf Befindlichkeiten Rücksicht, sondern will meinen Einsatz abarbeiten.
Dabei akzeptiere ich aber, wenn sich die Dame erst ein Kopftuch aufsetzen möchte, wenn mein Kollege dabei ist. Für mich ist sie aber ein gleichberechtigtes Elternteil.

Und als Hühnerwagen rufe ich dann ein zweites Einsatzmittel mit männlichen Polizeibeamten, damit der Herr Papa sein Kind einnordet oder wie? Unsere älteren,männlichen Mitbürger ( ich meine den deutschen Opi Baujahr 1930) mussten sich auch daran gewöhnen,dass bei der Polizei die Frau das Sagen hat ...... Brachte mir maches lustige Intermezzo ......
Wer hier lebt möge die Gepflogenheiten beachten....muss ich auch,wenn ich auf die Idee komme auszuwandern.....

Im übrigen hatte ich da auch noch nie Probleme bei Vernehmungen.....der letzte hatte zwar nach meiner Ansage eine Sturmfrisur,war danach aber augenscheinlich einsichtig und handzahm......


@ Käptn.......man suchte sich früher auf dem Pausenhof im übrigen immer den größten und hat ihn umgehauen :polizei3: funktioniert tadellos
Schenke ein Lächeln und es kommt zu dir zurück

Gruß
beni aus NRW

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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon coco_loco » So 4. Sep 2016, 09:34

beni,

ich muss ganz ehrlich sagen: mein berufliches Leben erschweren mir nicht die Araber, die nicht mit mir reden wollen (kam bisher noch nie vor), sondern die älteren deutschen Männer ab 60. Da diskutiere ich viel mehr rum, à la "Du kleine Dame sind sicher noch in der Ausbildung. Hol doch mal wen, der Ahnung hat". Das erlebe ich tatsächlich sehr oft. Und es nervt mich sehr.
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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon Diag » So 4. Sep 2016, 09:42

Also ein Zusammenstoßen der Kultur der alten Nörgler und der Kultur der jungen Damen. Mit einem von schneiderssohn angebotenen Seminaren (auf die er nicht weiter eingeht, da ihm der Kaeptn den Wind aus den Segeln genommen hat) kämst Du damit sicher besser zurecht... :zunge:

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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon coco_loco » So 4. Sep 2016, 09:56

Bestimmt. Das Fertigen von Strafanzeigen war aber bisher auch immer recht effektiv, auch wenn die Herren das gar nicht fassen konnten, dass so "Sie könnten meine Enkelin sein, da lass ich mich nicht herumkommandieren!" jemand das auch darf.

Natürlich ist nicht jeder älterer Herr so. Aber in meiner kurzen Dienstzeit habe ich schon etliche erlebt.
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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon Diag » So 4. Sep 2016, 10:21

Musst mal Dienst tun, wo viele "obere", Professoren, Manager wohnen. Highlights... :-P

Da wird jeder zum Lakaien. Und lebensältere Kollegen werden mit Polizeipräsident tituliert.

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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon vladdi » So 4. Sep 2016, 10:57

@Coco
Du wirst dich danach sehnen, dass man(n) dachte du bist noch in der Ausbildung - also jung.
Wenn man sich dir gleich zuwendet, weil du 'der Chef' bist (und das nur aufgrund des Alters sein kann, weil du nix chefhaftes gemacht hast), dann ist das auch nicht mehr so nett - und zeigt dir, dass du älter geworden bist.

@Diag
Manche der 'oberen Herren' können wirklich lästig sein. Aber nicht nur organisationsfremde... meinte doch jemand mit 'goldenen Sternen' auf der Heimreise er sei begfugt sich in einen laufenden Einsatz einzumischen.. noch 'interessanter' sind dann 'Politiker' kleinerer Parteien, die sehr viele Sonderbefugnisse (meinen zu) haben.

Nur die Presse hat sich (bei mir) bisher tadellos betragen.

Bezüglich Lehrgänge /FoBi IKK:grundsätzlich ist das eine gute Sache und dort sollten die Schutzleute hin. Fortbilden, Horizont erweitern, andere Kollegen kennen lernen, sich austauschen, paar Tage aus dem Schichtdienst raus. Eigentlich gut... Wenn auf der anderen Seite nicht die Personalknappheit wäre...

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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon Mac Phail » So 4. Sep 2016, 14:50

coco_loco hat geschrieben:Bestimmt. Das Fertigen von Strafanzeigen war aber bisher auch immer recht effektiv, auch wenn die Herren das gar nicht fassen konnten, dass so "Sie könnten meine Enkelin sein, da lass ich mich nicht herumkommandieren!" jemand das auch darf.

Natürlich ist nicht jeder älterer Herr so. Aber in meiner kurzen Dienstzeit habe ich schon etliche erlebt.
Das geht jungen Männern, welche mit einem Kollegen im gesetzten Alter unterwegs sind, aber oft genauso.
Gruß Gordon - Kein PVB

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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon 1957 » So 4. Sep 2016, 15:29

Tja,
das aber sind Phänomene, die gab es immer schon. Das hat auch nix mit interkultureller Kompetenz zu tun, sondern eher mit Selbstüberschätzung und Macht.
Jedenfalls weiß ich, dass ich es heute, so als älterer Polizist, in den allermeisten Fällen einfacher habe.

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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon Controller » So 4. Sep 2016, 16:02

:polizei1:

tja, du hast halt die Macht von Grayskull :polizei3:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon schneiderssohn » So 4. Sep 2016, 16:51

Diag hat geschrieben:Also ein Zusammenstoßen der Kultur der alten Nörgler und der Kultur der jungen Damen. Mit einem von schneiderssohn angebotenen Seminaren (auf die er nicht weiter eingeht, da ihm der Kaeptn den Wind aus den Segeln genommen hat) kämst Du damit sicher besser zurecht... :zunge:
@Diag: Der Kaeptn hat mir nicht den Wind aus den Segeln genommen. Ich stehe immer noch zu meiner Meinung. Das ich bis jetzt noch nicht tiefer in die Thematik diskutiert habe, liegt daran, dass es mir erstmal um Beantwortung der Frage am Anfang des Themas ging. ;-)


Verwunderlich finde ich es, dass sich hier viele nur an dem Beispiel des "Arabervaters" festhalten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass hier auch noch andere Kulturen zugegen sind in diesem Land und andere Situationen der Begegnungen stattfinden.

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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon Diag » So 4. Sep 2016, 16:57

Vielleicht gibt es aber durch vernunftsbedingtes Auftreten eher weniger Probleme als man meint.

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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon vladdi » So 4. Sep 2016, 17:15

Ehrenhalber muss man mal sagen, dass die Ausländer, die Probleme bereiten, doch schon solange hier leben, dass sie eigentlich wissen müssten, wie man sich beträgt.

Jedoch sind jetzt bestimmt ein paar mehr dazu gekommen, in den Flüchtlingsströmen; jedoch sind das auch wenige.

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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon Controller » So 4. Sep 2016, 17:19

also meiner Erfahrung nach, komme ich immer erst dann ins Spiel,
wenn die Nerven blank liegen und die Gefühle kochen ..
oder schon alles eskaliert ist und jemand gesucht wird, der dann dahin geht, wo sonst niemand mehr hin möchte.

Will sagen, es ist schön zu wissen,
dass man den Thailänder nicht am Kopf (oder mit dem Fuß) berühren soll

aber wenn der thailändische Kollege erscheinen muss, lächelt der auch nicht mehr, dann wird gespurt.

Das dürfte weltweit so sein.

Ich muss auch nicht durch Beachten aller Sitten und jeweiligen Gebräuche dafür sorgen, dass ein Millionengeschäft unter Dach und Fach kommt.

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde

geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit
pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit;
abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;
weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;
Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;
suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;
zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;
lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

Bislang kam ich gut zurecht :polizei3:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon vladdi » So 4. Sep 2016, 17:25

Das hast du gut gesagt.


Ich denke, dass unsere höflichen Umgangsformen (und auch die bestimmenden) auch von fremden Kulturen verstanden werden. Und wenn der deutsche Schutzmann böse wird, dann muss ein Jeder, egal von welcher Kultur er kommt, eigentlich wissen was die Ursache ist.

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Re: Deeskalation in der interkulturellen Kompetenz

Beitragvon Beobachter » So 4. Sep 2016, 20:16

Also manchmal gibt es hier wunderliche Threads.
Ich versteh ja nix von Eurer Arbeit. Aber für "anständiges Sozialverhalten" braucht doch niemand auf der Welt einen "Übersetzer"...Respekt ist universell.
Aus meiner " Beobachterposition" scheint Euer größtes "interkulturelles" Problem zu sein, dass nicht verstanden wird, wieso Ihr sooo viel "labert". Im größten Teil der Welt ist einfach Gewalt, wo Uniform ist.
Das soll jetzt nicht als Aufforderung zu mehr Gewalt missverstanden werden. Im Gegenteil.
Aber Ihr werdet im Stress schon nicht verständlich machen können, warum das hier grundsätzlich erst mal anders läuft...geschweige denn werdet Ihr euch dran erinnern, welche speziellen Höflichkeitsregeln man dabei gerade noch so beachten könnte, um missverständnisfrei die recht einfache Information zu übermitteln, dass jetzt mal Schluss mit lustig ist.

Meine Güte...
"Ich glaube an das Gute im Menschen, rate aber dazu, sich auf das Schlechte in ihm zu verlassen. "
Alfred Polgar


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