Abschied von staatlicher Romantik

Polizeibezogenes, was in keine andere Sektion hineinpasst

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Re: Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon Brot » Mi 21. Nov 2018, 07:47

1957 hat geschrieben:
Di 20. Nov 2018, 21:17
Kulinka, die Clans sind überwiegend deutscher Nationalität mit fremden Wurzeln. Dazu gehören weit mehr als die "Araberclans"
Rein zum Verständnis, auf welche Clans mit überwiegend deutscher Nationalität wird sich hier bezogen?

In einem Bericht der Welt, der sich auf Aussagen des LKA bezieht und der von OK handelt, ist von "Es handelt sich zumeist um arabische Großfamilien" und "In Ermittlungen gegen die organisierte Kriminalität wurden nach LKA-Angaben 2017 insgesamt 1657 Tatverdächtige registriert, 550 Deutsche und 1107 Ausländer" die Rede. Und es zeigt auch, wie schwierig es ist, Ermittlungen gegen Gruppierungen zu führen, die aus familienbezogen Mitgliedern bestehen.

Hoffen wir, dass die vermögensabschöpfende Maßnahmen entsprechende Wirkung zeigen.

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Re: Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon Diag » Mi 21. Nov 2018, 09:32

1957 hat geschrieben:
Di 20. Nov 2018, 12:55
Konsequenz.
:applaus:
Genau das. Es sind nämlich oft (von "uns") hausgemachte Probleme. Ich kenne Kollegen, die eher nichts machen aus Angst vor mehr Arbeit. Daraus lernt das Gegenüber und die Grenzen verschieben sich jedes Mal ein wenig.

Letztlich hat das natürlich mit der Arbeitsbelastung aufgrund immer mehr eingesparter Stellen zu tun (bei gleichzeitigem Auferlegen von immer mehr Aufgaben). Ändert aber nichts daran, dass wir unsere Arbeit bis zum Ende machen sollten und uns nicht an der Nase herumführen lassen müssen.

Ich bin grundsätzlich Scheißemagnet und trotzdem habe ich Spaß an meiner Arbeit und mache die auch entsprechend. Nur mal als kleines Beispiel hierzu (unabhängig vom hier geschilderten Grundproblem): "Mal gerade ein Auto auf der Rückfahrt zur Dienststelle anhalten weil das Kennzeichen komisch aussieht" -> Fahren ohne FE, Vortag gekifft, Auto nicht angemeldet, Kennzeichen im Müll gefunden und dran montiert. Is halt so.

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Re: Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon Officer André » Mi 21. Nov 2018, 11:08

Diag hat geschrieben:
1957 hat geschrieben:
Di 20. Nov 2018, 12:55
Konsequenz.
:applaus:
Genau das. Es sind nämlich oft (von "uns") hausgemachte Probleme. Ich kenne Kollegen, die eher nichts machen aus Angst vor mehr Arbeit. Daraus lernt das Gegenüber und die Grenzen verschieben sich jedes Mal ein wenig.
Sowas ist mir fremd!
Ich habe keine Überstundenallergie



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Re: Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon 1957 » Mi 21. Nov 2018, 13:40

Brot,

die Drahtzieher haben zwar andere Wurzeln, sind aber zumeist deutsche Staatsbürger und haben in Jahrzehnten ihre Strukturen hier aufgebaut. . Das in deren Auftrag natürlich überwiegend "landsleute" agieren, wurde bereits erwähnt.

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Re: Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon e42b » Do 22. Nov 2018, 00:20

Danke für die Diskussion bislang.
Ja, ich gebe zu, dass es hier nicht um dezidiertes fallbezogenes Handeln geht. Es geht aber sehr wohl um Polizeibezug.

Die Beiträge zeigen mir, dass der Änderung, die unsere Gesellschaft durchmacht, nicht pauschal zu begegnen ist. Sie zeigt auch, dass der Boden der Gesetze, die für unsere Gesellschaft gemacht wurden, Offenheit und Rechtsstaatlichkeit sind. Ihr macht Eure Arbeit schon.
Allein, Ihr könntet mehr Hilfe haben: Der eingerissene Klüngel im Clangeschäft gehört m.E. als Organisierte Kriminalität behandelt. Das Internet mag hier und da Neuland sein, Euer Gegenüber verwendet es. Jedes Land fummelt mit eigenen Datenverwaltungssystemen vor sich hin. Das geht besser, indem man die Daten unmittelbar austauschbar macht.

M.E. müssen die größeren Zusammenhänge bundesweit verfügbar sein, sofort.
Solange sich Kriminalität in begrenzten Bereichen etablieren kann, werden die Probleme größer. Wenn sich kulturelle Eigenheiten irgendwo etablieren, ohne dass die daraus folgende Kriminalität strukturell bekämpft wird, entstehen Staaten im Staat.

Wenn denn schon an Manpower gespart wird, dann sollte es z.B. einem Brandenburger Beamten wenigstens möglich sein, auf Knopfdruck Informationen aus Rheinland-Pfalz zu bekommen.

Leute, es ist Euer Job, den Ihr tut. Ich wünsche mir mehr Rufe aus Euren Reihen, das System zu verbessern. Bitte fordert die mögliche Hilfe ein und darüber hinaus das was Ihr braucht, ohne dass letzteres schon selbstverständlich und wohlfeil zur Verfügung steht. Ich wünsche mir einfach, dass Polizisten in Breite ihrem Land und ihrem Staat hörbar mitteilen, was letztere tun können, um ihre Arbeit zu unterstützen.

Bleibt am Leben und gesund. Wir brauchen Euch mehr denn je
E.

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Re: Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon Knaecke77 » Do 22. Nov 2018, 07:59

e42b hat geschrieben:
Do 22. Nov 2018, 00:20

Die Beiträge zeigen mir, dass der Änderung, die unsere Gesellschaft durchmacht, nicht pauschal zu begegnen ist. Sie zeigt auch, dass der Boden der Gesetze, die für unsere Gesellschaft gemacht wurden, Offenheit und Rechtsstaatlichkeit sind.
Die Alternativen hierzu wären Willkür und Unrecht. Leider bleibt zu konstatieren, dass ein bestimmtes Klientel unseren Rechtsstaat als schwach und hilflos wahrnimmt und sich entsprechend aufführt. Hier müsste der Gesetzgeber tätig werden.
Wenn denn schon an Manpower gespart wird, dann sollte es z.B. einem Brandenburger Beamten wenigstens möglich sein, auf Knopfdruck Informationen aus Rheinland-Pfalz zu bekommen.
Tja, wenn schon die Einführung eines Musterpolizeigesetzes nicht zu bewerkstelligen ist.....wahrscheinlich gibt es künftig eher bundesweit einheitliche Fahrkartenautomaten als ein einheitliches Polizeigesetz bzw. ein gemeinsames Datenverarbeitungsprogramm. :polizei4:

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Re: Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon Diag » Do 22. Nov 2018, 08:20


Knaecke77 hat geschrieben:
Tja, wenn schon die Einführung eines Musterpolizeigesetzes nicht zu bewerkstelligen ist.....wahrscheinlich gibt es künftig eher bundesweit einheitliche Fahrkartenautomaten als ein einheitliches Polizeigesetz bzw. ein gemeinsames Datenverarbeitungsprogramm. :polizei4:
Knäcke, ernsthaft? Föderales System vs. Privatwirtschaft? Sehr hilfreich...

Und: Ich sehe nicht den Gesetzgeber gefordert sondern die Rechtsprechung.

Der Datenaustausch kommt laaaangsam voran. Praktikabel sehe ich das noch lange nicht. Und es gibt ja durchaus Kooperationen von Ländern in Programmen, die aber untereinander nicht kompatibel sind. Und dann gibt es in den Ländern unterschiedliche Restriktionen, wer was abfragen darf. :nein: Halt Neuland...

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Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon Officer André » Do 22. Nov 2018, 12:03

Diag hat geschrieben:...
Und: Ich sehe nicht den Gesetzgeber gefordert sondern die Rechtsprechung.
...
:zustimm:

Abbau von Föderalismus wäre wünschenswert, jedoch nicht realistisch.
Da wird sich viel zu stark dran geklammert.

@TE die Männer und Frauen an der Front tun schon lange kund, was benötigt wird und wo es klemmt. Es wird nur nicht alles umgesetzt. Kosten, politisch nicht gewollt, etc.
Da gibt es einige Begründungen.



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Re: Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon 1957 » Do 22. Nov 2018, 14:12

Den Föderalismus halte ich für einen Grundwert unserer Staatsordnung. Daran sollte nicht geschraubt werden.
Es gab in den 90ern bereits einen Entwurf eines bundeseinheitlichen PolG, der auch in vielen Ländern eingeführt wurde.
Ich bin der Auffassung, dass der Föderalismus und Datenschutz keinen Schaden nimmt, wenn bundesweit einheitliche Daten- und Vorgangsysteme geschaffen werden.
Auf der anderen Seite sind Manpower und Konzepte gefragt, gleichwohl juristische Entwirrung.

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Re: Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon Controller » Do 22. Nov 2018, 15:25

Den Föderalismus halte ich für einen Grundwert unserer Staatsordnung.
:zustimm: :zustimm:

Man muss in diesem Zusammenhang m.M.n. zwingend die Unterschiede und historischen Gründe für die verschiedenen Polizeibegriffe in Deutschland kennen.
Einmal der materielle Polizeibegriff, der institutionelle Polizeibegriff und der formelle Polizeibegriff, sowie die Trennung von Polizei und Ordnungsverwaltung in Trennungssystem und Einheitssystem aufgrund der verschiedenen Besatzungsmächte.
Die Aufgabenbereiche des Polizeivollzugsdienstes im Einheitssystems gleichen denen der Polizei im Trennungssystems.
Die Aufgabenbereiche der Polizeibehörden im Einheitssystem gleichen denen der Ordnungsbehörden im Trennungssystem.
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Beitragvon Officer André » Do 22. Nov 2018, 15:31

Abbau, nicht Aufhebung :polizei10:


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Re: Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon Controller » Do 22. Nov 2018, 15:38

Joh, Salamitaktik, Scheibchen fur Scheibchen. :polizei4:
In Sachen Polizei halte ich es für gut und richtig, wie es ist und nichts von zentraler Bündelung und Steuerung der "Macht".
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Re: Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon Officer André » Do 22. Nov 2018, 15:42

Du malst aber auch immer gleich den Teufel an die Wand


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Re: Abschied von staatlicher Romantik

Beitragvon Controller » Do 22. Nov 2018, 15:44

Nö, ich sage nur meine Meinung.
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
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Beitragvon Officer André » Do 22. Nov 2018, 15:46

und unterstellst mir dabei Wissenslücken :zunge:


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