Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

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vladdi
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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon vladdi » Mo 25. Mär 2019, 13:14

Dann hat der Maurer auch ein Mauer Problem?

Wie gesagt, es gibt Lösungen für
- Extremisten innerhalb der Polizei
- extremistische Straftaten

Es gibt Extremisten innerhalb der Polizei und es gibt Extremismus in der Gesellschaft. Das sind jedoch normale Fälle innerhalb einer Gesellschaft und stellt kein Problem als solches da.

Die Gefährdungslage IS hingegen betrachte ich als Problem.
Innerhalb der Polizei sehe ich das Problem in dem Umgang mit falsch verstandenem Islam und verachtendem Frauenbild.
Ich sehe ein politisches und gesellschaftliches Problem durch die Flüchtlingslage.

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Officer André » Mo 25. Mär 2019, 13:17

schutzmann_schneidig hat geschrieben:Insgesamt ist das zutreffend, die Frage von Officer André bezog sich aber doch wohl um "Fälle" innerhalb der Polizei.
Ich bezog mich nicht auf Inside-Polizei.
Das habe ich gedanklich bereits abgehakt, da es kein Problem gibt.

In diesem Thread werden hauptsächlich Beispiele von rechts benannt.

Ansonsten pflichte ich Buford bei. Unser Klientel muss sich ja irgendwoher regenerieren.

Den Handschlag Vorfall sehe ich als Fehlverhalten, dass nicht ohne Konsequenz bleiben kann. Extremismus ist eine andere Stufe.
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon 1957 » Mo 25. Mär 2019, 16:00

Buford :zustimm: :applaus:

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Controller » Mo 25. Mär 2019, 16:56

Buford :ja: :zustimm: :ja:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon claire » Mo 25. Mär 2019, 20:38

Ich kann mal beschreiben, wie ich auf das Thema reagierte als es aufkam für die Podiumsdiskussion.

Mein erster Reflex war: was für ein mögliches Problem????

Die Überschrift kann polarisieren, die Erklärung dazu in Text lässt alle Möglichkeiten der Betrachtung offen. Sowohl innerhalb der Polizei als auch mit der Beschäftigung mit Rechtsextremismus in der polizeilichen Arbeit allgemein(... gibt es mit allen anderen Arten des polizeilichen Spielfeldes, allerdings ist es für mich üblich Fragestellungen einzeln im Phänomen zu betrachten. Extremismus unterscheidet sich stark. Deshalb mal rechts...links wäre auch möglich, gern wenn jemand mag mal eröffnen. Ich fände das spannend).
Eine Frage lässt auch alle Antworten offen. So auch diese Überschrift oder die Anregung in den Erläuterungen dazu.

Seit Jahrzehnten erlebe ich eine Polizei die sich immer weiter sensibilisiert in Bezug auf Fragen der Vielfalt innerhalb ihrer Reihen und der Gesellschaft.
Und jetzt kommen Menschen mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit oder der Frage des racial profiling?

Ich überlegte, kenne ich Probleme innerhalb des Systems? In meinem Umfeld nicht. Insofern verstehe ich die Ablehnung für ganze Bundesländer.
Hätte ich ein Problem in meinem dienstlichem Umfeld, hätte ich auch einen klaren Auftrag, wie reagieren.
(Wobei ich zugebe, ich bin alt, schon lange dabei, da ist es einfacher als ggf. für "Neue")

Was manche hier sagten, klar gibt es auch "Rechte" unter Polizisten. Manch einer sprach sogar von "Rechtsextremisten".
Einzelfälle sicherlich, wobei selbst "rechtsradikal", würde ich nicht so formuliert. Eher weicher, Straftaten/Handlungen aus dem rechten Spektrum fühlt sich für mich besser an. Ggf. mit Extremistischen Einstellungen...aber in den Kopf schauen? Da sage ich auch reflexartig, Handlungen zählen.
Trotzdem will das Bundesinnenministerium noch mal neu darauf schauen und in Niedersachsen hat sich Pistorius positioniert.

Mancher sagte, " die, die sich (rechts-)extrem benehmen gehören nicht zu uns". Ich fürchte so einfach ist es nicht.
Insbesondere wenn man das Thema wie im Eingangsthema ausweitet.

In der Podiumsdiskussion, bzw. in der Ankündigung wurde der NSU erwähnt.
Das wurde als Problem formuliert, weil über Jahre Opfern unterstellt wurde sie hätten Anteil an den Straftaten gegen sie gehabt.
Das traf mich tief.
Ich erinnerte mich durchaus wie ich Plakate in meiner Dienststelle sah, von Opfern, mit der Bitte um Mithilfe bei Ermittlungen. Ich erinnerte mich auch, dass ich selbst die in der Presse veröffentlichte Schlagzeile "Döhnermorde" nicht in Frage stellte. Soko "Halbmond, Bosporus" , wie sehr sind sie auch fehl gelaufen.
Ich auch.

Ist es mir egal wo ich eingesetzt werde? Grundsätzlich bin ich (da wo ich bin) handelnd neutral. In mir ist es nicht immer neutral.
Da habe ich ganz unterschiedliche persönlich empfundene Belastung, bei aller Professionalität

Zudem erlebe ich, dass sich das Einsatzgeschehen auch ändern kann. Polizei ist auch besonderen Situationen ausgesetzt worden, z.b. bei einer erschreckend schnellen Mobilisierung von "Rechten" für Veranstaltungen. Kräfteaufstellungen werden dabei immer wieder neu überdacht.
Thema wird wohl auch werden wie sehr z.B. Moscheen geschützt werden müssen in einer Zukunft. Personal denke ich dabei. Problem.

Ein Thema für mich ist auch bei allen Einsatzlagen-rechts-, weiß ich eigentlich genug?
Weiß ich um alle verbotenen Zeichen? Weiß ich genug über Strukturen? Eine wie ich springt immer wieder in die BAO. Aber habe ich wirklich Ahnung von Besonderheiten und werde ich ausreichend beschult?

Oder auch ganz einfach mal aus der Praxis für die Praxis, wie reagiere ich eigentlich wenn ein ziviler Beamter im Alltagsdienst "Lonsdale" trägt?
Ist das noch ok, oder ist das etwas was auch "Kunden" polarisiert oder Kollegen und ist das noch im Rahmen?

Sich mit Rechtsextremismus auseinanderzusetzen ist eine Aufgabe, Grenzen immer wieder auszuloten. Und allein dadurch ist dies auch immer wieder eine schwierige Aufgabe für mich und damit "ein Problem".

Das hat nichts mit generalisieren zu tun oder damit das System anzuzweifeln. Es hat damit zu tun, Phänomene, Herausforderungen ändern sich.

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon vladdi » Mo 25. Mär 2019, 22:04

Der Vorwurf des Racial Profiling ist unschön.
So wird Polizisten Rassismus vorgeworfen. Dadurch sind die Rollen von Gut und Böse verteilt.

Ein Drittstaatler, der titelpflichtig ist, sieht anders aus.
Dadurch wird kein Polizist Rassist. Und dadurch hat die Polizei kein Problem, sondern die Gesellschaft, weil man nicht einfach offen aussprechen kann (darf), was man sieht.
Weiterhin muss nicht jeder, der anders aussieht, titelpflichtig sein.
Niemals war alleine die Hautfarbe der Grund der Kontrolle. Aber es ist so einfach, die Polizei in eine Ecke zu stellen. Wer nicht mit anklagt ist ebenfalls Rassist und den Vorwurf negieren geht nicht, weil Erklärungen nicht anerkannt werden können - da der der das anerkennt ja dann ebenfalls Vorwürfe erhalten kann.

Das Problem gibt es. Aber in der Gesellschaft.


Nichts desto trotz gibt es Polizisten, denen das Fingerspitzengefühl fehlt bzw. deren Fahndungsvermögen / Profiling und Ergebnisse erkennen nicht ausgereift ist.

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Controller » Mo 25. Mär 2019, 23:20

hm, Claire, also ich erlebe es so, dass "Polizei" ein Beruf ist, der auf Wahrscheinlichkeiten beruht.
Also, wie wahrscheinlich ist es, dass:

der Dachziegel herunterfällt,
das Kind auf dem Eis einbricht,
ein einsamer Koffer eine USBV enthält,
der Fahrer des VW Bus mit den Bauarbeitern im Feierabendverkehr genug intus hat,
ein Drogendealer auf der Straße an der Ecke aussieht, wie ein JungBörsenmakler?
etc...

Manifestiert hat sich das u.a. auch in den schönen Begriffen Schein- und Anscheinsgefahr, wo man sich leicht verrennen kann.
Die Wahrscheinlichkeiten werden zu Berufserfahrung oder dem sprichwörtlichen "Näschen".

Und nun kommt die Crux an der Sache; alle Kollegen hier, wissen haargenau, was ich meine und beschreibe; ein Berufsfremder schreit jedoch möglicherweise Racial Profiling.

Ich habe folgende These:

Ein vorbildlicher Polizist, der wirklich alle Vorschriften genau erfüllt, hat Eigenschaften, die ich als Mensch nicht haben möchte.
Das ist der Spagat, den wir machen müssen, wobei bei mir die Menschlichkeit eindeutig im Vordergrund steht.
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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon 1957 » Di 26. Mär 2019, 09:27

:zustimm:

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon zulu » Di 26. Mär 2019, 12:08

Clair, Schutz von Moscheen. Kollegen in einem Londsdale Pulli. Erschreckend schnelle Mobilisierung von Rechten...neue Aufgaben für die Polizei? Hier reden alle nebeneinander her wie mir scheint.

G20 ist nicht an dir vorbei gegangen, denke ich. Darüber verlierst du kein Wort. Machst dir aber über deine Beschulung in Sachen rechter Symbolik Gedanken, weil du ständig in BAOn gehst. So viele BAOs rechts bei euch? Interessant.

Also irgendwie... :tot:

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Officer André » Di 26. Mär 2019, 12:16

Zulu: :zustimm:
für mich ist das Ganze Haarspalterei
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Ahab_ » Di 26. Mär 2019, 12:32

zulu hat geschrieben:
Di 26. Mär 2019, 12:08
Kollegen in einem Londsdale Pulli.
Huch, seit wann ist Lonsdale denn verwerflich?
Kein Cop

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Polli » Di 26. Mär 2019, 12:45

Hi Ahab,

kurz eingeschoben:
Lonsdale ist bei Nazis extrem beliebt wegen loNSDAle welches an NSDAP erinnert.

Selbstverständlich ist nicht jeder, der die Marke Lonsdale trägt, deshalb ein Nazi. :nein:

Gruß :polizei2:

Polli (NRW)

--> Hier gibt´s Beratung - bitte mal draufklicken :!:



http://polizeistiftung-nrw.de/


Wählen ist wie zähneputzen, wenn mans nicht macht, wirds braun!

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon 1957 » Di 26. Mär 2019, 13:10

Lonsdale wurde bereits in den 80ern des letzen Jahrtausends von Rechtsextremisten vereinnahmt. Das ist seitdem auch bekannt. Die Fa. lebt gut davon.
Insofern kaufen heute dass nur total Unbedarfte oder eben Rechtsgeneigte. Das Wort Nazi wird heutzutage verharmlost. Nicht jeder rechte ist ein Nazi.

Wenn einer als Polizist heute einen solchen Lappen trägt, dann hätte ich mindestens Gesprächsbedarf.

Hier wird auch keine Haarspalterei betrieben, nur weil die Phänomene der Linksextremen nicht besprochen werden. Linksextreme sind eben in der Polizei so gut wie gar nicht zu verorten. "stramme Linke" lehnen staatliche Institutionen wie die Polizei grundsätzlich ab. Sie finden sich daher auch nicht als Bewerber für diesen Beruf.
Diese kommen eher aus den politisch neutralen bis konserativen Reihen. Es etliche Studien dazu.
Ich erinnere an den sogenannten "Radikalenerlass" in den 70ern und 80ern. Linke "Radikale" fanden sich damals in erster Linie als Lehrer und Sozialarbeiter.
Die bekanntgewordenen Fälle "Extremisten in der Polizei" der letzten Jahre lassen die Öffentlichkeit bzw. die Medien vermuten, in der Polizei gäbe es ein derartiges allgemeines Problem mit "Rechten" . Das ist aber mitnichten so.
Diskussionen wie diese leisten daher einen Beitrag, in diesem Zusammenhang das Bild der Polizei eben anders darzustellen und Rechtsextremismus als Randerscheinung aufzuzeigen.

Wir sind heute in der Situation, uns um die Wirkung und Ursache selbst banaler Umstände, so etwa die Benennung einer Soko o.ä., Gedanken zu machen müssen.

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Criss_mitchel » Di 26. Mär 2019, 15:24

Wodrüber möchtest du denn sprechen?
Zumindest bei dieser Marke ist das lächerlich, weil diese inzwischen nur noch sehr vereinzelt in der rechten Szene zu finden ist und sich auch selbst davon distanziert.
Bei Thor Steiner, Fan Shirts rechter Bands oder schwarzen Stiefeln mit weißen Schnürriemen bin ich ganz auf deiner Seite.

Die Klamotten werden inzwischen für einen kleinen Euro bei irgendwelchen Discountern angeboten.
In der Gabber Szene wird auch Lonsdale getragen und das ist jetzt nicht gerade eine rechte Hochburg.
Die Firma Lonsdale ist Trikotsponsor vom SV Babelsberg (einem Verein der sich Links positioniert hat), zudem war Lonsdale Ausrüster von Muhammed Ali und Lennox Lewis.

Wo zieht man bei Alltagsmarken die Grenze?
Sollen jetzt Kollegen schon anhand ihrer Kleidung in irgendwelche Ecken gedrückt werden? Bin ich jetzt Fan von Clans weil ich eine Alpha Jacke trage oder eine Belstaff Lederjacke?

Oder gefallen mir vll. einfach die Klamotten?!

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon 1957 » Di 26. Mär 2019, 15:29

Es ist nach wie vor keine Alltagsmarke. Zumindest der Ruf hängt ihr immer noch an. Ganz gleich, ob die Fa. sich davon distanziert o.ä.


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