Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Polizeibezogenes, was in keine andere Sektion hineinpasst

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Controller » Mi 27. Mär 2019, 10:51

Es gibt also einige Menschen, die glauben, die Polizei hätte ein solches Problem.
Ok
Es gibt mit Sicherheit auch welche, die glauben, wir hätten andere Probleme.
Suchen wir hier nun Meinungen im Netz, die diese oder jene Probleme auch zu erkennen glauben?

Was glauben denn die Polizisten, welche Probleme sie haben?
Angefangen in SH bis runter nach BAY?
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon 1957 » Mi 27. Mär 2019, 11:11

Da wäre dann ein neuer Thread angebracht. Ich bin überzeugt, dass wir ein deutliches Personal- und Organisationsproblem haben. (NRW)
Vor dem Hintergrund der Sparpolitik wurde die Polizeiorganisation maßgeblich verändert. Heute sind wir ein zersplitterter Haufen mit Engpässen an allen Ecken und Kanten. Dienststellen wurden geschlossen oder um nahezu 50% ihres Personalbestandes reduziert.

Da könnte man sagen, wir sind Opfer eines politischen Sparextremismus.

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Officer André » Mi 27. Mär 2019, 13:46

1957 hat geschrieben: Da könnte man sagen, wir sind Opfer eines politischen Sparextremismus.
:zustimm: :applaus:


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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Aldous » Mi 27. Mär 2019, 14:15

1957 hat geschrieben:
Mi 27. Mär 2019, 07:02
DIese Klamottensache kommt ja immer wieder auf. (...) Der Geruch bleibt jedenfalls.
(...)
Es ist schon von Belang, was unserer Institution vorgeworfen bzw. unterstellt wird.
Vor mittlerweile fast 80 Jahren hat die Polizei maßgeblich an einem Völkermord mitgewirkt. Die Polizei von damals trug auch Uniformen, moderne Polizeien haben Strukturen, die jenen von damals gleichen. Soll man nun in Konsequenz für immer Angst vor Uniformen und polizeilichen Strukturen haben?
Nicht nur, dass die Vereinnahmung irgendwelcher Symbole durch Rechte abzulehnen ist, wer heute noch längst vergangene "Gerüche" bemerken will, ist irgendwo im Gestern stehen geblieben.

Was kümmert es die Eiche, wenn sich eine Wildsau an ihr reibt? In Zeiten einer dauerhaft empörten Gesellschaft (respektive Teile dieser), die sich in Ermangelung ernster Probleme oder zumindest Lösungen für diese Probleme mit vermeintlichen "Problemen" befasst, muss sich eine vergleichsweise stark arbeitsbelastete Behörde nicht mit jeder Laune befassen.

Die Unterstellung eines Extremismusproblems erscheint mir persönlich bei Fallzahlen im Promillebereich absurd.

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon 1957 » Mi 27. Mär 2019, 14:24

Mir scheint, du hast das irgendwie falsch verstanden.

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Aldous » Mi 27. Mär 2019, 14:27

Ich bin offen für deinen Blickwinkel oder Aufklärung des Missverständnisses. :polizei2:

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon 1957 » Mi 27. Mär 2019, 14:59

Mir ging es nicht um ANgst vor Uniformen, sondernd um subjektibe Einstufung von bspw. Lonsdale etc tragenden Polizisten.

Wer heutzutage z.B. in bestimmte Gegenden Europas kommt,z.B. in einigen Dörfern Kretas z.B, mit einem als Wehrmachtshelm ausgeformten Motorradhelm aufkreuzt, führt das zu einer ausgemachten schlechten Stimmen bei den dort lebenden Menschen. Die werfen dann mit Tomaten.
Polizeieinheiten trieben überwiegend in Osteuropa ihr Unwesen und sind dort unvergessen. Das sind im übrigen auch Gründe, warum jede Verbindung der heutigen Polizei mit einer ich sag mal vorsichtig ,rechtsextremen Haltung, entschieden unterbunden werden muss.

Das mit der "WIldsau" mag als individuelle Betrachtung ok sein, aber eine Instition, die sehr im Focus der Öffentlichkeit steht, weil sie eben den Staatswillen, ggf. mit Gewalt etc durchsetzt, ist keine Wildau. Sie muss sich kritischen Betrachtungen stellen. Die Einstellung deren Amtswalter ist daher schon für alle wichtig.

Angesichts der bekannten Vorfälle möchte ich das auch nicht als Laune einstufen. Es ist ein sehr sensibler Bereich in unsrer Gesellschaft, nicht nur bei den politisch links stehenden.

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Controller » Mi 27. Mär 2019, 16:20

"Die Polizei" hat, bundesweit, so vermute ich mal, als einzige Behörde einen 24/7 Vollservice für den Bürger.
Auf der einen Seite als Helfer, Retter, Tröster, letzte Hoffnung ...
auf der anderen Seite steht der Umgang mit uZW, denn wir erscheinen meist dort, wo etwas unrund läuft, wo eingegriffen werden muss, wo es Konflikte gibt.
Und dennoch genießen wir ein hohes Ansehen und Vertrauen in der Bevölkerung.

Insofern hat 1957 völlig Recht:

Es ist ein sehr sensibler Bereich in unsrer Gesellschaft, nicht nur bei den politisch links stehenden.

Abraham Lincoln sagte mal:

Ein Charakter ist wie ein Baum und der gute Ruf wie sein Schatten.

Also passen wir gut auf unseren Schatten auf :pfeif:
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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Aldous » Mi 27. Mär 2019, 17:10

1957 hat geschrieben:
Mi 27. Mär 2019, 14:59
Das sind im übrigen auch Gründe, warum jede Verbindung der heutigen Polizei mit einer ich sag mal vorsichtig ,rechtsextremen Haltung, entschieden unterbunden werden muss.
Ich sehe weder Grund noch Notwendigkeit ihr entschiedener entgegenzutreten, als einer linksextremen Haltung. Einfach weil extreme Haltungen sich auf Dauer schwer mit unserem Verhältnis zu einer freiheitlich demokratischen Grundordnung vereinbaren lassen, egal ob links oder rechts.
Und wer sich da von einer Marke wie Lonsdale beunruhigen lässt, hat meiner Meinung nach - das muss man so deutlich sagen - schlicht Pech gehabt, weil es dafür in der Gesamtschau gar keinen Grund gibt. Wir können auch nicht auf den dem Leben Entrückten Rücksicht nehmen, wenn er sich daran stört das unsere Uniform nicht mehr Grün ist. Weshalb also mit irgendwelchen abwegigen Fantasien anderer befassen?
1957 hat geschrieben:
Mi 27. Mär 2019, 14:59
Das mit der "WIldsau" mag als individuelle Betrachtung ok sein, aber eine Instition, die sehr im Focus der Öffentlichkeit steht, weil sie eben den Staatswillen, ggf. mit Gewalt etc durchsetzt, ist keine Wildau.
Und deshalb bezog ich auch die Eiche auf die Institution Polizei. Wir genießen hohes Vertrauen in der Bevölkerung, während wir uns mit echten Problemen befassen. Die Berufsempörung und herbeigeredeten Probleme einiger weniger sollten wir ihrer Existenz wegen auf dem Schirm haben. Aber wozu sollten wir Energie auf ein defacto nicht vorhandenes Problem verschwenden, wenn die entsprechenden Mechanismen zur Vermeidung und Aussonderung bereits funktionieren?

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon 1957 » Mi 27. Mär 2019, 17:32

MIt dem Phänomen beschäftigen sich Politiker jeder Coleur, Polizeiführer und ein Haufen Wissenschaftler - weil es für diesen Staat wichtig ist, eine Polizei zu haben, die sich nicht durch extreme Einstellungen jedweder Art beeinflussen zu lassen.
Es gibt nun mal Anhaltspunkte dafür. Die mal eben insgesamt vom Tisch zu wischen, ist weder professionell, noch angemessen.

Da ist es doch gut, wenn wir als Insider auch unsere Stimme erheben und damit deutlich zeigen, dass wir ganz aufrechte und korrekte Polizisten ohne Extremhaltungen sind.

Wer sich damit nicht beschäftigen will, der macht es einfach nicht.

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon vladdi » Mi 27. Mär 2019, 18:09

Natürlich gehören Extremisten nicht in die Polizei!
Natürlich muss jeder Polizist, jeder Vorgesetzte, jeder Kollege genau hingucken. Natürlich steht die Polizei auch einer öffentlichen Kontrolle offen.

Wenn Extremismus erkannt wird, muss eingeschritten werden!

Natürlich ist das so!

Es passiert aber so!
Deswegen hat die Polizei eben kein Problem!
Es gibt sie in der Polizei- die Extremisten. Jeder Einzelfall ist zu viel. Aber es bleiben Einzelfälle, die nicht geduldet werden.

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon vladdi » Do 28. Mär 2019, 06:06

Vorwürfe und Realität

Wenn der Polizei etwas vorgeworfen wird, auch wenn das oft passiert, muss das nicht so sein. Das steht zwar dem Wissen entgegen, dass wo Rauch ist auch Feuer ist.


Derzeit wird in den Medien ein Video aus dem Mai 2018 aus den USA veröffentlicht.
Eine Beamtin hat die Schusswaffe mit dem Taser verwechselt.
Interessant jedoch was vorher passiert ist.
Der Herr ist gestoppt worden, weil er nicht angegurtet war. Er reagierte von Anfang an unfreundlich/ aggressiv und stellte heraus, dass er nur gestoppt wurde, weil er schwarz war.
Er war nicht gegurtet. Aber es steht Rassismus im Raum. Gut und Böse sind verteilt.

Ungünstig dass die Beamtin ihn nun auch noch angeschossen hat.


Was passiert in Deutschland bei einer solchen Kontrolle? Menschen - irgendwelche unbeteiligten, fremden Menschen - kommen und kritisieren die Polizei, weil sie rassistisch kontrolliert.

Der Rassismusvorwurf wird wieder erhoben.
Gerne so laut, dass er es in die Medien schafft, was nicht immer gelingt.

Oft genug sind die Vorwürfe nicht nur lokal und deswegen diskutieren jetzt Leute der Polizei ein Problem ab, welches sie nicht hat - bestärkt durch Einzelfälle von Straftätern unter den Polizisten


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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon Harkov » Do 28. Mär 2019, 15:37

claire hat geschrieben:
Mi 27. Mär 2019, 07:39
Ein kurzes off-topic im off topic :-))

wenn ich in diesem Thread whataboutism betrachte, drängt sich mir der Eindruck auf, manche wollen gar nicht über das Thema reden.
Nebenbei, das muss auch niemand.

Whataboutism ist nach der Definition des Oxford Living Dictionary „die Technik oder Praxis, auf eine ...(gefühlt) schwierige Frage oder Positionen mit einer Gegenfrage zu antworten oder ein anderes Thema aufzugreifen. Whataboutism wurde und wird in vielen Bereichen angewendet....meist, um (gefühlte) Kritik abzuwiegeln mit dem Verweis auf „Was ist mit…?

Das ist eher eine Abwehrstrategie und erschwert ( in meiner Wahrnehmung ) ein Schreiben über ein Thema.

Trotzdem nehme ich es als inhaltlichen Teil wahr, in dem Sinne: das Thema kann auch Emotionen hervorrufen.
Es ist ein rhetorischer Kniff, eine inhatlich sinnvolle Gegenrede (wie die von Officer André) klein zuhalten. Dessen vollkommen richtiger Verweis darauf, dass in freiheitlichen Gesellschaften, Gruppen nicht für die Taten Einzelner in Haftung genommen werden dürfen und die Anmerkung, dass dieses Prinzip dann auf alle Teile der Gesellschaft anzuwenden ist, hat nichts mit Whataboutism zu tun. Es ist das Einfordern, der Einhaltung von Spielregeln für alle.
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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon 1957 » Do 28. Mär 2019, 19:47

Weil's zum Thema passt: https://www.welt.de/vermischtes/article ... eiben.html

Viele Einzelfälle schaffen ein Problem, wenn wir dem nicht aktiv begegnen.

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Re: Hat die Polizei ein Extremismus-Problem?

Beitragvon vladdi » Do 28. Mär 2019, 20:01

Das Problem ist unsauberer Journalismus.


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