Polizei in sozialen Medien

Polizeibezogenes, was in keine andere Sektion hineinpasst

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Brot
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Polizei in sozialen Medien

Beitragvon Brot » Fr 31. Jan 2020, 09:14

Der baden-württembergische Landesdatenschutzbeauftragte verabschiedet sich aus den sozialen Medien und löscht seinen Twitteraccount. Die Nutzung kommerzieller sozialer Netzwerke wie Facebook oder Twitter sei nicht mit dem Datenschutz vereinbar.

Daher fordert er auch andere Behörden und die Polizei auf, sich von Facebook, Twitter und Co zu verabschieden.

Quellen:
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... n-100.html
https://netzpolitik.org/2020/oeffentlic ... unizieren/

Auch in seinem Jahresbericht ist der Landesdatenschutzbeauftragte detailliert darauf eingegangen (ab Seite 42):
https://www.baden-wuerttemberg.datensch ... tz-Web.pdf

Die Landespolizeipräsidentin BW hat dem Landesdatenschutzbeauftragten schon widersprochen:
Dass er selbst nicht mehr twittern wird, sei nur der erste Schritt, in Zukunft möchte Brink prüfen, „ob Andere drin bleiben dürfen“. Die Landespolizei Baden-Württemberg ist davon gar nicht begeistert. Stefanie Hinz, Landespolizeipräsidentin sagt, Twitter sei das wichtigste Kommunikationsmittel der Polizei, besonders in Krisensituationen. Auch beim Tagesspiegel ist zu lesen, dass die Polizei auf Twitter „die Stimmen der Besonnenheit“ in hitzigen Diskussionen nach Anschlägen oder Verbrechen sei, wobei unsere Recherchen zu #polizeitwitter allerdings viele Ausnahmen zu Tage förderten. Brink zeigt dafür kein Verständnis. „Ich hoffe, dass Rechtsstaatlichkeit bei Behörden immer an erster Stelle steht“, sagt Brink gegenüber netzpolitik.org.
Alternativ schlägt der Landesdatenschutzbeauftragte eine Plattform vor, die vom Land BW kontrolliert wird.



Meiner Meinung nach wird hier über das Ziel hinausgeschossen. Vor allem Twitter hat sich zu einem wichtigen Instrument der Kommunikation entwickelt. Hier auf eine andere Plattform umzusteigen wird nicht funktionieren, weil die Mehrheit eben Twitter benutzt. Zudem ist es wichtig, schnell z.B. auf "Fakenews" zu reagieren und Falschmeldungen anderer Nutzer richtig zu stellen.

Wie ist eure Meinung zu diesem Thema?

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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon Ahab_ » Fr 31. Jan 2020, 10:09

Meh, Datenschutzbeauftragte sind schlicht Dramaqueens.
Kein Cop

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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon Officer André » Fr 31. Jan 2020, 10:24

Sehe ich ganz genauso.
Man sollte das Feld nicht überlassen.
Zumal dann lustige Accounts wie PolizeiGrün, die Unabhängigen, etc. als einziges Sprachrohr der Polizei wahrgenommen werden
Es ist eh schon gruselig wie viele PVB sich dort rumtreiben und mehr als nur fragwürdige Eindrücke hinterlassen.
Da ist ein sachlicher offizieller Account wichtig und fast schon „erholsam“.
Ich wünsche mir das Gemüt eines Stuhls.
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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon DerLima » Fr 31. Jan 2020, 10:25

Mich würde da mal en Detail interessieren, was er as nicht verinbar mit dem Datenschutz ansieht. Stumpfe Behauptung reicht da ja nicht aus. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil...
Zuletzt geändert von DerLima am Fr 31. Jan 2020, 10:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon Sunwalk » Fr 31. Jan 2020, 10:27

Officer André hat geschrieben:
Fr 31. Jan 2020, 10:24
Sehe ich ganz genauso.
Man sollte das Feld nicht überlassen.
Zumal dann lustige Accounts wie PolizeiGrün, die Unabhängigen, etc. als einziges Sprachrohr der Polizei wahrgenommen werden Bild
Es ist eh schon gruselig wie viele PVB sich dort rumtreiben und mehr als nur fragwürdige Eindrücke hinterlassen.
Da ist ein sachlicher offizieller Account wichtig und fast schon „erholsam“.
sehe ich genauso. Dann eher mal die ganzen "Instacops" oder die die nichtmal eine Erlaubnis des Dienstherren haben unter genauere Beobachtung nehmen, was man da oft liest ist mehr als prekär.

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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon Officer André » Fr 31. Jan 2020, 10:32

Sunwalk hat geschrieben:
Officer André hat geschrieben:
Fr 31. Jan 2020, 10:24
Sehe ich ganz genauso.
Man sollte das Feld nicht überlassen.
Zumal dann lustige Accounts wie PolizeiGrün, die Unabhängigen, etc. als einziges Sprachrohr der Polizei wahrgenommen werden Bild
Es ist eh schon gruselig wie viele PVB sich dort rumtreiben und mehr als nur fragwürdige Eindrücke hinterlassen.
Da ist ein sachlicher offizieller Account wichtig und fast schon „erholsam“.
sehe ich genauso. Dann eher mal die ganzen "Instacops" oder die die nichtmal eine Erlaubnis des Dienstherren haben unter genauere Beobachtung nehmen, was man da oft liest ist mehr als prekär.
Jo. Ganz übel.
Gerade auch die von mir benannten Accounts. Junge, Junge.

Habe aber auch schon positive Beispiele gesehen. Die Negativen haben nur leider mehr Reichweite
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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon DerLima » Fr 31. Jan 2020, 11:16

Sunwalk hat geschrieben:
Fr 31. Jan 2020, 10:27
sehe ich genauso. Dann eher mal die ganzen "Instacops" oder die die nichtmal eine Erlaubnis des Dienstherren haben unter genauere Beobachtung nehmen, was man da oft liest ist mehr als prekär.
- wofür noch gleich die Erlaubnis des Dienstherrn?
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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon Sunwalk » Fr 31. Jan 2020, 11:46

DerLima hat geschrieben:
Fr 31. Jan 2020, 11:16
Sunwalk hat geschrieben:
Fr 31. Jan 2020, 10:27
sehe ich genauso. Dann eher mal die ganzen "Instacops" oder die die nichtmal eine Erlaubnis des Dienstherren haben unter genauere Beobachtung nehmen, was man da oft liest ist mehr als prekär.
- wofür noch gleich die Erlaubnis des Dienstherrn?
Es kann sein, dass sich das ausschließlich auf die "Instacops" unter den Anwärtern bezieht. Diese dürfen definitiv nicht ohne Zustimmung des Dienstherren in Uniform aus dem Hochschul -Trainings, oder Praktikumsalltag berichten. Sollte das bei "fertigen" PVB nicht so sein, finde ich das schade. Denn diejenigen, die jetzt im dritten Ausbildungsjahr auf dem einen Bild in Uniform mit Handy vor dem Spiegel die Bizepspose machen und auf dem anderen Bild mit 9 Bier intus Liedpassagen aus "187" o.Ä. Konsorten zitieren werden ihren Charakter diesbezüglich durch einen Stern auf der Schulter nicht ändern.

Ich verstehe diesen Trend sowieso nicht, habe erst gestern wieder auf Instagram einen (Blog)Account eines zukünftigen Anwärters gesehen der 2020 beginnt, heißt er hat seit 2 Wochen seine EZ in der Hand. Dass da der erste Gedanke ist meine EZ als Bild in Insta zu knallen ist für mich etwas :stupid:

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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon Controller » Fr 31. Jan 2020, 20:13

Ahab_ hat geschrieben:
Fr 31. Jan 2020, 10:09
Meh, Datenschutzbeauftragte sind schlicht Dramaqueens.
auch mal mit den Fakten und seinen Begründungen auseinander gesetzt oder ist das zu viel zu verdauen ??

So wie ich das sehe, kann er gar nicht anders.

EuGH, BVerwG und Rechtsstaatlichkeit sind nun mal zu beachten.

Twitter Fb und co könnten sich ja auch an die Gesetze halten :polizei3:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon Kulinka » Sa 1. Feb 2020, 00:58

Hallo Controller,

warst Du früher mal im Usenet? Dagegen sind die Sozialen Medien heute feine Kinderstuben wie im Werbefernsehen. Außerdem gibt es nun einmal ein Rechtsgefälle zu den USA mit ihrer viel weitgehenderen Freedom Of Speech. Trotzdem tun insbesondere Facebook und Twitter schon ziemlich viel, um der europäischen/deutschen Rechtslage gerecht zu werden. An manchen Stellen angesichts des verfassungsrechtlich garantierten Rechtes der freien Meinungsäußerung hierzulande aus meiner Sicht sogar zu viel.

Was die Polizei in den Sozialen Medien will, habe ich nie verstanden. Es gibt zwar zahllose Beispiele aus der näheren Vergangenheit, in denen Twitter ganz toll zur Warnung und zur Information genutzt wurde, aber das war es auch schon. Und ehrlicherweise ist selbst das redundant. Wer Liveticker/-sendungen regulärer Digitalmedien (Internet/TV) verfolgte, bekam diese Infos auch, hätte man nur die Medien informiert, wäre der Informationstransfer ebenso zeitnah gegeben gewesen. Selbiges gilt mMn für Öffentlichkeitsfahndungen.

Auch in Sachen Recruiting finde ich das nicht zielführend. Da würde ich eher in den Schulen ansetzen, nicht nur mit bunten Infotagen, sondern durch gezielte Auswahl und Frühakquise geeigneter Kandidaten.

Viele Grüße
Kulinka

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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon Controller » Sa 1. Feb 2020, 02:06

Hallo Controller,

warst Du früher mal im Usenet? Dagegen sind die Sozialen Medien heute feine Kinderstuben wie im Werbefernsehen. Außerdem gibt es nun einmal ein Rechtsgefälle zu den USA mit ihrer viel weitgehenderen Freedom Of Speech. Trotzdem tun insbesondere Facebook und Twitter schon ziemlich viel, um der europäischen/deutschen Rechtslage gerecht zu werden. An manchen Stellen angesichts des verfassungsrechtlich garantierten Rechtes der freien Meinungsäußerung hierzulande aus meiner Sicht sogar zu viel.
Alles schön und gut, nur lässt sich damit nun mal nicht die Rechtslage, die Brink vertritt, wegwischen.
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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon Kulinka » Sa 1. Feb 2020, 02:09

Hallo Controller,

da schrieb ich ja auch nichts von. Nach meinem Dafürhalten erweist Brink der Polizei BW damit einen guten Dienst.

Viele Grüße
Kulinka

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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon Old Bill » Sa 1. Feb 2020, 09:19

Ich darf mich der Meinung meines Kollegen "Brot" anschließen. Was die Datenschutzdebatte angeht muss ich auch jedem Bürger zugestehen ein Stück weit selbst zu entscheiden wie er mit seinen Daten umgeht und wem er sie zu welchem Zweck zur Verfügung stellen möchte.
Ehrlich gesagt kann ich so langsam über diesen Regulierungswahn und die damit einhergehende Paranoia nur noch den Kopf schütteln...
In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen, Idioten suchen nach Schuldigen.
-Loriot-

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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon SirJames » Sa 1. Feb 2020, 09:26

Sunwalk hat geschrieben:
Officer André hat geschrieben:
Fr 31. Jan 2020, 10:24
Sehe ich ganz genauso.
Man sollte das Feld nicht überlassen.
Zumal dann lustige Accounts wie PolizeiGrün, die Unabhängigen, etc. als einziges Sprachrohr der Polizei wahrgenommen werden Bild
Es ist eh schon gruselig wie viele PVB sich dort rumtreiben und mehr als nur fragwürdige Eindrücke hinterlassen.
Da ist ein sachlicher offizieller Account wichtig und fast schon „erholsam“.
sehe ich genauso. Dann eher mal die ganzen "Instacops" oder die die nichtmal eine Erlaubnis des Dienstherren haben unter genauere Beobachtung nehmen, was man da oft liest ist mehr als prekär.
Moin,

ich kann nur zustimmen. Wenn ich mir die Seiten dieser #instacops ansehe, wird mir regelmäßig anders und ich frage mich warum mein Dienstherr da nicht einschreitet. Dieses Posieren - ein Bild in Uniform, das Nächste halbnackt in lasziver Pose. Diese Darstellerei halte ich für völlig unangemessen.

Ich bin nicht prüde aber für mich passt das nicht zusammen. Es wird ein Eindruck von diesem Beruf erzeugt, den ich für unangemessen halte. Und ich finde es bitter, dass meine Behörde das duldet, womöglich sogar fördert.

Gruß



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(true detective)

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Re: Polizei in sozialen Medien

Beitragvon Controller » Sa 1. Feb 2020, 15:06

Ob der Dienstherr diese instacops überhaupt kennt ?🤔
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)


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