Würzburg

Polizeibezogenes, was in keine andere Sektion hineinpasst

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Knaecke77
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Beitragvon Knaecke77 » Sa 26. Jun 2021, 14:30

Mindestens drei Tote, mehrere teils Schwerletzte: Das ist die traurige Bilanz der Messerattacke von Freitag in Würzburg.

https://www.stern.de/panorama/stern-cri ... 90272.html

Mein Beileid gilt den Angehörigen der Getöteten. Den tlw. schwer verletzten wünsche ich gute Besserung.

Ich ziehe meinen Hut vor den mutigen Passanten, die durch ihr engagiertes eingreifen weitere Attacken vermutlich unterbunden haben.

https://www.youtube.com/watch?v=uyYm0WnL4aI

Diskussionsthema:

Ist das Beispiel der Würzburger nachahmenswert? Oder war es aus polizeilicher Sicht ein Fehler, dass die Bürger den Angreifer attackiert haben?

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Re: Würzburg

Beitragvon 1957 » Sa 26. Jun 2021, 15:29

Nein. Solche Menschen braucht es. Immer.

Zu diskutieren gibt es da nix.

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Re: Würzburg

Beitragvon Vollzugsbub » Sa 26. Jun 2021, 17:28

-Zivilcourage- :zustimm: :zustimm:

Mein Beileid den Angehörigen,
gute Besserung den Verletzten,
mein Lob an die Einsatzkräfte!!
es gibt viele fettnäpfchen, so viele das sie für alle reichen............

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Beitragvon Kensei » So 27. Jun 2021, 17:19

1957 hat geschrieben:
Sa 26. Jun 2021, 15:29
...Zu diskutieren gibt es da nix.
Findest du?
Ich finde es erstmal krass, dass euer Kollege dem ins Bein geschossen hat. Dachte immer solche Hollywoodmoves gibt's nur im Fernsehen. :o

Ansonsten halte ich die Frage, wie man als Beamter in so einer Lage mit Bürgern umgeht, die sich nach besten Kräften in das Geschehen einmischen, durchaus für diskussionswürdig.
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Beitragvon Controller » So 27. Jun 2021, 17:43

inwiefern ? :polizei10:
Regeln sind wie Donuts, sie haben Löcher.
Und darin lebt der Ermessensspielraum. :mrgreen: :zunge:

- Verstorben am 09.08.2021 -

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Beitragvon Kensei » So 27. Jun 2021, 18:43

Naja, ich dachte so im Sinne von, ob jemand schonmal in ähnlichen Situationen war und wie er die gehandled hat?
Stell ich mir zumindest im Hinblick auf eine potentielle Schussabgabe schwierig vor, wenn da soviele Zivilisten rumspringen.

Was mir gerade noch eingefallen ist, eure Kollegen in Bayern haben doch Taser seit Anfang des Jahres in der Erprobung, oder? Wäre sowas eine Lage für den Taser Einsatz?
Ich will das Handeln der Beamten nicht kritisieren, nur mal fiktiv gedacht?
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Re: Würzburg

Beitragvon 1957 » So 27. Jun 2021, 19:03

Zum Taser gibt es bereits entsprechende Threads. Der Taser ist bei einem Messerangriff grds. keine Option. Das gitl auch für gezielte Schüsse auf Extremitäten. Beides sollte nur aus gesicherter Position unter planmäßigem taktischem Vorgehen erfolgen. Das ist in ad hoc Lagen i.d.R. nicht so einfach möglich.

Die Umstände des Schußwaffeneinsatzes in Würzburg sind noch nicht bekannt. Das bleibt abzuwarten. Es ist womöglich nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass er dabei nicht zu Tode kam.

I.d.R. ist es so, das Helfer sich zurücknehmen, wenn Polizeikräfte vor Ort sind. Das ist aber immer eine Frage des Einzelfalles.
Grundsatz: Es sind Helfer, sie kooperieren.

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Beitragvon Kensei » So 27. Jun 2021, 19:40

Inwiefern ist das ein Grundsatz? Zumal die Leute mit Latten, Stühlen und anderen Utensilien bewaffnet waren. Stelle ich mir für eine Streife unübersichtlich vor, wenn die vor Ort ankommt und sich ein Bild über die Lage macht. Auch wenn du vorher den Einsatz bekommst, Afrikaner mit Messer sticht auf Passanten ein, kommst du doch nicht an und denkst dir, die anderen sind Helfer und kooperieren, oder? :polizei4:
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Re: Würzburg

Beitragvon Controller » So 27. Jun 2021, 19:43

Was hast du denn für ein Bild vor Augen?

Ein Mann mit Messer wird von anderen mit Stühlen, Besen Fahnenstangen etc bedrängt plus eventl die entsprechende Erstmeldung, da ist doch die Rollenverteilung augenscheinlich.
Regeln sind wie Donuts, sie haben Löcher.
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Beitragvon 1957 » So 27. Jun 2021, 19:58

Eine besondere Kompetenz des Berufsbildes ist es, auch unübersichtliche Lagen sehr schnell einzuordnen und unmittelbar zu agieren. Es gibt nur sehr wenige Berufe, die das erfordern.

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Re: Würzburg

Beitragvon Jack Bauer » Mo 28. Jun 2021, 08:24

Kensei hat geschrieben:
So 27. Jun 2021, 19:40
Inwiefern ist das ein Grundsatz? Zumal die Leute mit Latten, Stühlen und anderen Utensilien bewaffnet waren. Stelle ich mir für eine Streife unübersichtlich vor, wenn die vor Ort ankommt und sich ein Bild über die Lage macht. Auch wenn du vorher den Einsatz bekommst, Afrikaner mit Messer sticht auf Passanten ein, kommst du doch nicht an und denkst dir, die anderen sind Helfer und kooperieren, oder? :polizei4:
Ganz so falsch ist dein Gedanke nicht. Wir haben diese Einsatzlage durchaus öffter mal. Und in schöner Regelmäßigkeit ist da der Typ mit dem Messer der sich selbst Verteidigende, weil irgendein Mob auf ihn losgegangen ist. Allerdings gibt auch der das beim Eintreffen der Polizeibeamten doch recht schnell und deutlich zu erkennen. Die Divise sollte dann im Idealfall sein, kurz inne halte, beobachten, beurteilen, einschreiten...dauert ca. 2 bis 5 Sekunden.

Vermutlich wird es hier auch so gewesen sein.

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Re: Würzburg

Beitragvon SirJames » Mo 28. Jun 2021, 11:42


Kensei hat geschrieben:Naja, ich dachte so im Sinne von, ob jemand schonmal in ähnlichen Situationen war und wie er die gehandled hat?
Stell ich mir zumindest im Hinblick auf eine potentielle Schussabgabe schwierig vor, wenn da soviele Zivilisten rumspringen.

Was mir gerade noch eingefallen ist, eure Kollegen in Bayern haben doch Taser seit Anfang des Jahres in der Erprobung, oder? Wäre sowas eine Lage für den Taser Einsatz?
Ich will das Handeln der Beamten nicht kritisieren, nur mal fiktiv gedacht?

Moin,

Bei der hier beschriebenen Lage kommt ein Taser grds. erstmal nicht in Betracht. Oberstes Ziel ist es den Angriff zu beenden. I.d.R. durch einen - wie hier geschehen - Schusswaffengebrauch

Ein Taser käme einsatztaktisch nur dann in Betracht, wenn die Lage/Festnahmesituation statisch wird & der Täter keine unmittelbare Möglichkeit mehr hat auf Andere einzuwirken. Dann könnte man unter der entsprechenden Sicherung durch Schusswaffen im ersten Schritt sicherlich darüber nachdenken. Wenn man denn einen vor Ort hat. Bei Probeläufen ist das zumeist recht unwahrscheinlich. Vermutlich wird das hier der Fall gewesen sein, wenn man ihm ins Bein geschossen hat. Sofern der weiter aktiv angegriffen hätte, wäre der Schusswaffengebrauch sicherlich letal gewesen.

Zu den Passanten:

Entgegen der landläufig gerne propagierten Meinung (als Zeuge bloß nicht selbst gefährden) halte ich das aktive Vorgehen der Passanten in diesem Fall für absolut lobenswert und habe Hochachtung davor. Dass man den Täter mit allerlei Werkzeugen unter hohem Risiko bedrängt/abgedrängt hat, dürfte vermutlich dafür gesorgt haben, dass nicht noch deutlich mehr Menschen zu Schaden gekommen sind.

Gruß



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(true detective)

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Re: Würzburg

Beitragvon Controller » Mo 28. Jun 2021, 14:26

Dito @ James,

allerdings denke ich, es ist an der Zeit, sich bei solchen aktiv helfenden Bürgern auch massiv finanziell zu bedanken.
Die Rettungsmedaille, die in Aussicht steht, bringt nicht viel, 100.000 Euro pro Nase für den Lebenseinsatz ist sicherlich angemessen ........... als untere Grenze.
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Re: Würzburg

Beitragvon 1957 » Mo 28. Jun 2021, 15:42

Das sehe ich sehr skeptisch, Controller.

Wenngleich man unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund sicher auch anders anerkennen könnte.
Finanzielle Anreize für Lebensrettungen etc. halte ich für daneben. Wo soll das enden?

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Re: Würzburg

Beitragvon Controller » Mo 28. Jun 2021, 16:01

Kann ja an die Rettungsmedaille gebunden werden.
Es ist eine Anerkennung für gezeigten, beileibe nicht alltäglichen Mut, Verantwortungsbewusstsein, Mitmenschlichkeit, und Hilfsbereitschaft etc.
Warum sollten immer nur warme Worte ausreichend sein?
" Hier, Freunde, das habt ihr super toll gemacht, Hut ab, dafür gibt's ein Packen Kohle, da habt wenigstens auch was davon!!"

Jedoch befürchte ich, in unserer Erbsenzähler Verwaltung wäre es ohne Rechtsstreit nicht zu lösen, wer denn die Rechnung / Rente zahlen müsste, falls da jemand der Helfer verletzt worden wäre.

Das kotzt mich gerade richtig an und deswegen finde ich schon, es sollte finanziell grosszügig belohnt werden 👍
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