Bundesweite Kreditkartenüberprüfung

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Mainzelmann2001
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Beitragvon Mainzelmann2001 » Sa 13. Jan 2007, 13:18

Also soweit ich in der Presse erfahren habe, haben die Kreditinstitute zuerst eine Suchroutine bzgl. des Betrages und mit den dadurch ausgefilterten Konten eine Routine betreffs des empfangenden Kontos laufen lassen.
Und erst dann wurden die Treffer mit den entsprechenden Personendaten angezeigt und da sich dann der konkrete Tatverdacht gegen diese Personen ergeben hat, auch entsprechend weitergegeben.

Alle anderen x-millionen Kundendaten wurden weder festgestellt noch weitervermittelt.

Was soll daran gesetzeswidrig sein?

Ich denke man sollte hier nicht den Blick fürs wesentliche, nämlich die Tat welche es aufzuklären gilt, verlieren.

Und die Hinweise auf die informelle Selbstbestimmung sind anhand der tatsächlich durchgeführten Überprüfungen völlig absurd.
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Hans_Dampf
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Beitragvon Hans_Dampf » Sa 13. Jan 2007, 13:31

Dem geneigten Leser empfehle ich entsprechenden Artikel auf heise.de, sowie ganz besonders die Ergüsse der hiesigen Stammleserschaft hierzu: http://www.heise.de/newsticker/foren/go ... _id=110876
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Beitragvon TomDark » Sa 13. Jan 2007, 14:54

[quote=""CBR600RR""][quote=""TomDark""]Die Frage sollte wie so oft sein: "Wo fängt man an, wo hört man auf"

Würden viele Persönlichkeitsrechte wegfallen wäre es für die Justiz viel leichter.
Aber wo soll das Enden?[/quote]

Die Frage ist: "WEN STÖRTS?"
[/quote]

Gut als nächstes kippen wir das Briefgeheimnis, diese Bilder können ja auch über die Post verschickt werden genauso wie Aufträge für Terrorzellen.

Als nächstes das Wahlgeheimnis um den bösen Rechtswählern auf die Spur zu kommen und sich speziell um deren Gesinnung und mögliche fremdenfeindliche Gewalttaten besser verhindern zu können.

Dann verbieten wir das Recht auf Versammlung und Demonstrationen, werden häufig nur Sachbeschädigungen begangen und eh unnötig, Politik macht eh was sie will.

Gentest bei Geburt und Ablage in großer Datenbank. Damit kann man schon einen Grossteil aller Straftaten aufdecken, ach und nebenbei auch ein paar allein Erziehenden Müttern helfen den Vater des Kindes zu finden, falls es diese nicht mehr weiß. Würde sich der Staat den Unterhalt sparen.

Noch nicht genug Prävention?

Jeder muss einen persönlichen Transponder mitführen. Damit kann am vorbeigehen an Kontrollstellen ermittelt werden wer wann, wo, war.
Diese Kontrollstellen stellen wir dann an den wichtigen Punkten auf und natürlich gibt es mobile Kontrollstellen.

Ach ja Politik und Kirche müssen ja getrennt werden, deshalb muss ein Pfarrer die Beichte dann beichten bzw. darf abgehört werden.

Wir könnten auch wieder ein Amt für mehr Sicherheit bilden.
Ja ja früher war alles besser…..

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Beitragvon BKA-swune » Sa 13. Jan 2007, 15:49

@ TomDark:

mit Verlaub, ein lächerlicher Beitrag. Bleib mal auf dem Teppich und mache hier deinem Nick-Name nicht alle Ehre...

Du redest meilenweit am Thema vorbei. Die Daten wurden von den Banken nach genannten Kriterien abgeglichen. Dass sie diese Daten besitzen und verwenden, haben die Kreditkartenbesitzer durch das Akzeptieren der AGB registriert. Sie wissen also bescheid. Sollten sie damit nicht einverstanden sein, steht es ihnen frei weiterhin mit Bargeld zu bezahlen.

Die Polizei wollte hier keineswegs alle Daten haben, sondern lediglich diese Daten, bei denen ein Anfangsverdacht zu Grunde liegt. Zudem werden die Maßnahmen nun ja auch richterlich überprüft. Ich kann zwar diesen Pseudogrund des Datenschutzes manchmal (so wie in diesem Fall) nicht verstehen und glaube auch, dass sich die nun klagenden Rechtsanwälte eher wichtig tun als dass sie wirklich einen eklatanten Gesetzesverstoß anprangern wollen...

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Beitragvon Controller » Sa 13. Jan 2007, 17:36

[quote=""Hans_Dampf""]Dem geneigten Leser empfehle ich entsprechenden Artikel auf heise.de, sowie ganz besonders die Ergüsse der hiesigen Stammleserschaft hierzu: http://www.heise.de/newsticker/foren/go ... _id=110876[/quote]

Ich habe ja schon viel Quatsch gelesen.......

aber diese Meinungen :!:

Vor allem deutlich zu erkennen, dass man sich weigert mal andere Quellen zur Kenntnis zu nehmen.

Und vom Funktionieren unserer Gesellschaft und wie das Zusammenspiel von Richter, STA und Polizei abläuft, also Grundlagen unseres Zusammenlebens sind völlige Fremdwörter....


Armes Deutschland :!: :!:



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der von Heise eigentlich eine viel bessere Meinung hatte
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Beitragvon TomDark » Sa 13. Jan 2007, 17:55

@BKA-swune

war auch nur soweit auf das Thema bezogen was wohl weiter kommt und technisch möglich wäre. Und da sind dann bestimmt Punkte dabei die den ein oder anderen stören.

Welche Rückschlüsse ziehst Du aus meinem Nick?

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Beitragvon Aguirre-gelöscht » Sa 13. Jan 2007, 18:17

Was einige von euch offensichtlich bei der ganzen Geschichte vergessen, ist die grundsätzliche Vorgehensweise und die Folgen dieser - sprich es geht nicht um die Pädos, sondern um den Akt der Asuwertung an sich!

Vater Staat hat hier eine Straftat zum Anlass genommen, um die Transaktionen von 20 Millionen Kreditkarten-Kunden überprüfen zu lassen, von denen 19.999.669 sich nichts zu Schulden kommen lassen haben! Heute ging es nur um Pädophile, aber um wen geht es morgen?

Darf Vater Staat bei den Ermittlungen zu einer Straftat alle Bürger überprüfen?

Oder um es mal weiter zu spinnen....wieso bei der Suche nach Straftätern nicht ein DNA-Test für alle?

Der Staat bzw. die Exekutive muss erst einen begründeten Verdacht gegen mich haben, ehe er meine "Daten" erfasst bzw. auswertet. Eine pauschale Auswertung aller Daten (egal ob Kreditkarten-Transaktion oder DNA-Analyse) ist nach unserer Gesetzeslage nicht zulässig!

Ist das so schwer zu verstehen?

Grüßle
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Beitragvon Mainzelmann2001 » Sa 13. Jan 2007, 18:22

[quote=""Aguirre""]Was einige von euch offensichtlich bei der ganzen Geschichte vergessen, ist die grundsätzliche Vorgehensweise und die Folgen dieser - sprich es geht nicht um die Pädos, sondern um den Akt der Asuwertung an sich!

Vater Staat hat hier eine Straftat zum Anlass genommen, um die Transaktionen von 20 Millionen Kreditkarten-Kunden überprüfen zu lassen, von denen 19.999.669 sich nichts zu Schulden kommen lassen haben! Heute ging es nur um Pädophile, aber um wen geht es morgen?

Darf Vater Staat bei den Ermittlungen zu einer Straftat alle Bürger überprüfen?

Oder um es mal weiter zu spinnen....wieso bei der Suche nach Straftätern nicht ein DNA-Test für alle?

Der Staat bzw. die Exekutive muss erst einen begründeten Verdacht gegen mich haben, ehe er meine "Daten" erfasst bzw. auswertet. Eine pauschale Auswertung aller Daten (egal ob Kreditkarten-Transaktion oder DNA-Analyse) ist nach unserer Gesetzeslage nicht zulässig!

Ist das so schwer zu verstehen?

Grüßle
Frank[/quote]

Der DNA Test für alle wurde bereits angedacht. Mit den entsprechenden Regularien wann ausgewertet wird etc. wäre ich dafür.

Nun zur Sache selbst. Der Vater Staat hat deine Daten nicht ausgewertet.
Kapiert?
Die Bank hat ausgewertet. Und die hat eh deine Daten.
Und die Bank hat nur weitergegeben was ganz genau mit den Hinweisen zur Straftat nämlich Betrag und Kontonummer zusammen gepaßt hat.

Soweit verständlich?

Was soll also das rumgehacke auf den Ermittlungsbehörden?

Die haben angefragt und die Banken habens gemacht. Is doch super.

Ich sag nur.... weiter so.
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Beitragvon milka-gelöscht » Sa 13. Jan 2007, 18:42

das rum gehacke auf den ermittlungsbehörden ist eben die folge, wenn man sich mit dem was die medien als schlagworte präsentiert haben zu frieden gibt oder bei den kenntnissen der BILD bleibt.

etwas tiefgreifender informationen hätte man aus seriöser presse erhalten und dann bräuchte man auch nicht auf den ermittlungsbehörden rumzuhacken.


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Beitragvon Aguirre-gelöscht » Sa 13. Jan 2007, 18:59

@ Mainzelmann2001

Tut mir Leid, aber ich bin da anderer Meinung. Ein direkter Eingriff in meiner Privatspäre sollte nur dann möglich sein, wenn gegen mich ein konkreter Verdacht vorliegt. Und wenn ich mich nicht ganz täusche, dann sieht so auch die aktuelle Gesetzgebung aus.

Im vorliegender Fall wurden die Kreditkartenabrechungen von 20 Millionen Kunden nach speziellen Transaktionen durchsucht und diese quasi unter Generalverdacht gestellt. Dies setzt nach meinem Rechtsverständnis voraus, dass ein konkretes Verdachtsmoment gegen 20 Millionen Kreditkartenbesitzer vorliegen müsste. Und genau dies war eben nicht gegeben. Hier wurde mehr oder weniger in´s Blaue gefischt, in der Hoffnung, dass man den einen oder anderen Übeltäter erwischen wird (was ja dann auch so war).

Diese Aktion wurde meines Wissens im Vorfeld nicht durch Verfassungsrechtler auf ihre Rechtmässigkeit hin überprüft, sondern einfach seitens eines Staatsanwalts angeordnet.
Wenn ich die aktuelle Welle der Empörung seitens der Verfassungsrechtler richtig interpertiere, dann hat sich dieser Staatsanwalt definitiv zu weit aus dem Fenster gelehnt und wird wohl seitens des BVG massiv abgewatscht werden.

Bzgl. allgemeiner Erfassung der DNA - zumindest ich (und damit bin ich sicher nicht alleine) werde niemals eine Partei wählen, die dies in ihrem Wahlprogramm hat. Meine DNA gehört nur mir und nicht dem Staat. Besteht gegen mich ein konkreter Verdacht und ordnet ein Staatsanwalt die Überprüfung meiner DNA an, muss ich dies hinnehmen. Einfach so bekommt die aber niemand!

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Beitragvon lupus_ » Sa 13. Jan 2007, 19:00

Ich finde dass hier ein sehr interessierter Sachverhalt vorliegt, weil der sog. "Grundrechtseingriff" der "betroffenen" Bürger hier eben nicht durch den Staat , sondern durch die Kreditkartenunternehmen, also durch andere "Bürger" erfolgt ist. Inwieweit greifen hier Regelungen/Verträge, welche der Kreditkartenkunde bzgl. Verarbeitung etc seiner persönlichen Daten unterschrieben hat?
Hat das evtl. Konsequenzen für andere "Datensammlungen " im privaten Bereich, wie z.B. Überwachungskameras an Wohnhäusern etc, Videoaufzeichnungen an Tankstellen/Kaufhäusern... und die Weitergabe von dem aufgezeichneten Material an die Strafverfolgungsbehörden bei Ladendiebstahl/Tankbetrug, dürfte hier durch den Geschädigten (Tankstelle / Kaufhaus) nur die"Sequenz" weitergegeben werden, wo die jeweilige verdächtige Handlung darauf zu sehen ist, müssen evtl. andere Personen welche neben dem Tatverdächtigen auf dem Videoband zu sehen sind , geschwärzt werden?????


Die polizeiliche Sachbearbeitung würde so vereinfacht werden, Abverfügung dran und gut is.........wenn denn Gerichte /Gesetzgeber so entscheiden...........
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Beitragvon Controller » Sa 13. Jan 2007, 19:01

Vater Staat hat überprüft....???? :nein:

Ach ja :

Auf Bitten der Ermittler überprüften 14 Kartenserviceunternehmen die Zahlungsvorgänge ihrer Mastercard-und Visa-Kunden und lieferten die Daten der Polizei.


Datenschutzbeauftragte Sachsen-Anhalts, Harald von Bose:

Die Fahnder seien gemäß dem Recht vorgegangen.
Zuvor hatten sich zahlreiche Bürger in Eingaben an sein Amt in Magdeburg besorgt gezeigt.
Nach fünf Kriterien der Staatsanwaltschaft suchten die Kreditkatrenunternehmen für die Fahnder ihre Daten ab.
So konnten rasch die 322 Täter ermittelt werden, die sich binnen einiger Monate des Jahres 2006 Zugang zu der kriminellen Internetseite verschafft hatten.

Schon die Zahlung des Betrags von 79,99 Dollar für diesen Zugang war eine Straftat: Paragraph 184 b des Strafgesetzbuches stellt die Beschaffung von kinderpornographischem Material unter Strafe.
Die Kreditkartenservice-Unternehmen, die der Staatsanwaltschaft halfen, filterten mit ihren Datenabfragen somit nach Angaben von Boses ausschließlich Straftäter heraus und nicht etwa eine unbestimmte Gruppe von Personen, unter denen die Täter hätten sein können.
Sie gaben zudem nur deren Kreditkartennummern weiter – die Ermittler hatten weder Zugang zu anderen Namen oder Bankdaten noch zu anderen Überweisungen der Herausgefilterten.

Im nächsten Schritt gaben Banken die Namen und Anschriften der Besitzer der Kreditkarten weiter.
Auch hier wurde der Datenschutz nach Angaben von Boses nicht verletzt.
Das Bankgeheimnis, die Verpflichtung der Bank zur Verschwiegenheit gegenüber Dritten über ihr anvertraute Daten, sei durch zahlreiche Gesetze eingeschränkt, etwa jene zur Geldwäsche, zur Terrorbekämpfung oder zum Schutz des Handels vor Betrügern und Bankrotteuren. In Strafprozessen und strafrechtlichen Ermittlungsverfahren zumal bei konkretem Verdacht könnten sich Banken nicht auf ein Zeugnisverweigerungsrecht berufen und Zugriffe auf die etwa 500 Millionen von ihnen verwalteten Konten und Depots verweigern. Das Bankgeheimnis trete zurück hinter dem Interesse des Staates und seiner Bürger an der Aufklärung von Straftaten, sagte Harald von Bose. Hätten die Hallenser Ermittler dagegen nach einem Schlagwort gesucht, das bloß Verdachtsmomente bringt, bei dem also nicht schon automatisch eine Straftat bei jeder herausgefilterten Person vorliegt, dann hätte das eine Rasterfahndung sein können – eine unbestimmte Suche nach einem unbestimmten Täter.

Für Rasterfahndungen, die sich um Verdachtsmomente drehen, gelten strikte Regeln, die das Bundesverfassungsgericht im vergangenen Jahr noch einmal verschärfte, in seinem Urteil über Rasterfahndung gegen Terrorverdächtige. Zu den Vorgaben zählt, dass die Rasterfahndung nur auf Anordnung eines Richters angewendet werden darf und der Datenschutzbeauftragte des jeweiligen Bundeslandes informiert werden muss. Beides geschah im Fall der Kinderpornographie-Ermittlungen nicht, war aber auch nicht nötig, da die Ermittler aus Halle sich auf eine „normale“ elektronische Fahndung nach Paragraph 161 der Strafprozessordnung stützen konnten – auch wenn sie mit ihren Ermittlungsmethoden Neuland betraten.


Controller
der sich fragt:
könnt ihr denn nicht selbst ein wenig recherchieren ?
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Beitragvon Mainzelmann2001 » Sa 13. Jan 2007, 19:12

[quote=""Aguirre""]@ Mainzelmann2001

Tut mir Leid, aber ich bin da anderer Meinung. Ein direkter Eingriff in meiner Privatspäre sollte nur dann möglich sein, wenn gegen mich ein konkreter Verdacht vorliegt. Und wenn ich mich nicht ganz täusche, dann sieht so auch die aktuelle Gesetzgebung aus.

Im vorliegender Fall wurden die Kreditkartenabrechungen von 20 Millionen Kunden nach speziellen Transaktionen durchsucht und diese quasi unter Generalverdacht gestellt. Dies setzt nach meinem Rechtsverständnis voraus, dass ein konkretes Verdachtsmoment gegen 20 Millionen Kreditkartenbesitzer vorliegen müsste. Und genau dies war eben nicht gegeben. Hier wurde mehr oder weniger in´s Blaue gefischt, in der Hoffnung, dass man den einen oder anderen Übeltäter erwischen wird (was ja dann auch so war).

Diese Aktion wurde meines Wissens im Vorfeld nicht durch Verfassungsrechtler auf ihre Rechtmässigkeit hin überprüft, sondern einfach seitens eines Staatsanwalts angeordnet.
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Bzgl. allgemeiner Erfassung der DNA - zumindest ich (und damit bin ich sicher nicht alleine) werde niemals eine Partei wählen, die dies in ihrem Wahlprogramm hat. Meine DNA gehört nur mir und nicht dem Staat. Besteht gegen mich ein konkreter Verdacht und ordnet ein Staatsanwalt die Überprüfung meiner DNA an, muss ich dies hinnehmen. Einfach so bekommt die aber niemand!

Grüßle
Frank[/quote]

Na ja, deine " aktuelle Welle " ist wohl mehr das Gekräusel des Wassers nach einem Schwall heißer Luft :lol:

Controllers beitrag wirst du ja gelesen haben.

Die Ermittlungsbehörden bekamen ein Ergebnis. Sie hatten mit der
Überprüfung nichts zu tun. Du landest in keinem Suppentopf.
Dein Schwarzgeld bleibt unbeschadet.

Und zur DNA.

Würdest du dich etwas schlau machen welche Merkmale der DNA von polizeilichem Interesse sind, so wüßtest du dass deine Krankenkasse mit Sicherheit mehr von dir weiß als die Polizei durch Feststellung des entsprechenden DNA-Musters jemals erfahren würde.

Aber Hauptsache mal seine "linke" Schulter gezeigt. Was dadürch aufgedeckt würde ist ja egal.

Irgendwie auch ein bißchen traurig :!:
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Beitragvon milka-gelöscht » Sa 13. Jan 2007, 19:15

controller:

genau das was ich mich auch gefragt habe - wieso hier nur mit halbwissen unterstellt wird, das die behörde was gemacht hätte....

es kann doch nicht sooooooooooooooooo schwer sein, wenn man sich eine meinung bilden will, dieses auf kompletten fakten zu tun..



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Beitragvon Aguirre-gelöscht » Sa 13. Jan 2007, 19:16

@ Controller

Sorry, aber meiner Ansicht nach liegst auch Du falsch.

Die Kreditkarteninstitute bzw. Banken waren hier als Erfüllungsgehilfen der Exekutive bzw. des Staats tätig. Die eigentliche Verantwortung liegt aber bei der Exekutive!
Datenschutzbeauftragte Sachsen-Anhalts, Harald von Bose:
Die Fahnder seien gemäß dem Recht vorgegangen.
Sehe ich nicht so. Selbst die Überweisung des Betrag X an ein ausländisches Unternehmen, welches Kinderpornographie anbietet, stellt per se noch keine Straftat dar!
Erst der tatsächliche Zugriff bzw. Download der entsprechenden Dateien ist eine Straftat!!!

Im Klartext - erst die unrechtmässig zustande gekommenen Ergebnisse der Banken haben den Ermittlungsbehörden einen Anfangsverdacht gegeben, der weitere Ermittlungen erlauben würde.
Vor Gericht muss der Staatsanwalt dem Beschuldigten dann erst einmal eindeutig nachweisen, dass er auch tatsächlich auf die entsprechenden Dateien zugegriffen hat!
Kann nur der Geldtransfer, aber kein protokollierter Zugriff auf das entsprechende Webangebot nachgewiesen werden, liegt keine Straftat vor!

Meiner Ansciht nach hat sich der Staatsanwalt einen Bärendienst erwiesen - ist nämlich die Erlangung der Transaktionsdaten rechtlich nicht einwandfrei, gehen die 322 Pädos straffrei aus!

Wie war das mit dem recherchieren? :wink:

Grüßle
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