Heimliche Online-Durchsuchung

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Heimliche Online-Durchsuchung

Beitragvon PotionMaster » Mo 5. Feb 2007, 10:48

Soeben hat der Bundesgerichtshof die heimliche Online-Durchsuchung für unzulässig erklärt.
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldun ... F1,00.html

Was haltet ihr generell von einer solchen heimlichen Online-Durchsuchung? Hättet ihr die Zulässigkeit dieser Methode begrüßt?

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Beitragvon Pepper » Mo 5. Feb 2007, 11:01

Ich bin mir nicht sicher. Da habe ich eine geteilte Meinung. Auf der einen Seite ist es, wenn um die Prävention von großen Straftaten geht, sicherlich begründet. Das Problem ist, ab wann ist es gerechtfertigt? Es ist es schon ein extremer Eingriff in die Privatsphäre. Ich habe nichts gegen Kontrollen. Nur „Wer kontrolliert die Wächter?“ Jeder der "Diabolus" gelesen hat, weiß wovon ich spreche.
Ich weiß Ihr werdet lachen, aber was mich viel mehr beunruhigt ist, dass es überhaupt möglich ist meine Festplatte (trotz Firewall und div. Sicherheitsprogramme) online zu durchsuchen.
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-Maddin-
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Beitragvon -Maddin- » Mo 5. Feb 2007, 11:04

mir ist sowieso nicht bekannt, dass momentan eine behörde dazu in der lage wäre, diese (ehemalige) möglichkeit auch zu nutzen.
ich finde, dass die online durchsuchung eine gewisse grenze überschreitet. es sollte für den beschuldigten möglich sein nachzuvollziehen, dass gegen ihn gerade vorgegangen wird. also dann doch lieber zu hause besuchen und den pc beschlagnahmen.
in besonders schweren fällen, z.b. verbrechen, wäre ich allerdings dafür. irgendwann hat nämlich der täterschutz für mich ein ende.
Zuletzt geändert von -Maddin- am Mo 5. Feb 2007, 11:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon PotionMaster » Mo 5. Feb 2007, 11:04

Ja, da kann ich dir nur absolut recht geben. Eine einheitliche Meinung kann ich dazu auch nicht äußern, kein leichter Sachverhalt. Wenn man vorher schon wüsste, was passiert :)
Wenn man dadurch einen Anschlag wie den 11. September verhindern könnte, dann hätte wohl kaum jemand etwas dagegen. Aber was, wenn sich rausstellt, es bestand garkeine Gefahr. Lediglich die dokumentierten Liebesabenteuer des XY wurden gelesen :)

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Beitragvon shredder-gelöscht » Mo 5. Feb 2007, 11:18

..eigentlich hätte sich nicht viel geändert. Gehe mal davon aus, daß dies nicht ohne richterlichen Beschluss durchgeführt worden wäre. Überwachungsmaßnahmen in dieser Form stehen unter Richtervorbehalt. Eine Telefonüberwachung (mit Beschluss) bekommt der Delinquent auch nicht mit. Hier werden u.U. auch sehr vertraute Details :wink: von den Strafverfolgungsbehören "mitgehört".
Lediglich nach Beendigung der Maßnahmen muss grundsätzlich der Betroffene informiert werden.

Angewendet auf das "Abhören" des Computers erscheint es mir legitim, da ja zur Beantragung eines Beschlusses erhebliche Straftaten vorliegen müssen. Keine Sorge...der "Ladendieb" oder der sexuell Umtriebige wird nicht pauschal ausspioniert. ;-D

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Beitragvon PotionMaster » Mo 5. Feb 2007, 11:30

Dem kann ich nicht zustimmen. Das Problem stellt sich ja nicht bei Schwarz-Weiß-Fällen......Grau ist das Problem! Wenn die Grenzen verwischen und man sich seiner nicht mehr sicher sein kann....
Und wenn ich lese, dass du "diese Elemente" töten würdest, dann begibst du dich auf ein gefährliches Pflaster. Wie ich oben schon erwähnte...Pech, wenn es der Falsche war, oder?

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Beitragvon PotionMaster » Mo 5. Feb 2007, 16:17

Gut, dass es beide Seiten gibt. Gäbe es nur deine, dann wäre es wohl ein sehr sicherer Polizeistaat :)

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Beitragvon joey_nrw » Mo 5. Feb 2007, 16:18

@roughwarrior

Also organisierter Mord, wie man "gezielte Tötungen" auch nennen könnte sind nicht die Lösung.

@ all
Hier gelten Vorrang und Vorbehalt des Gesetzes, das ist auch gut und richtig so. Wenn man das Mittel der online - Durchsuchung haben möchte, dann also in einen ordentlichen Gesetzesentwurf gießen und dann anwenden.

Vgl. z. B. das neue Verfassungsschutzgesetz in NRW, da ist eine entsprechende Ermächtigung enthalten. Und eine solche Möglichkeit ala GBA auch den anderen Vorschriften herauslesen, na ja :nein: :/

Wegen mir soll eine entsprechende Ermächtigungsgrundlage her, dann kannman das Mittel anwenden und :!: die Ergebnisse auch verwenden.

MfG
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MfG
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Das ist meine Signatur; es gibt viele Signaturen wie diese, jedoch diese ist meine. Ich bin nichts ohne sie, aber sie ist auch nichts ohne mich :-)

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Beitragvon Mainzelmann2001 » Mo 5. Feb 2007, 16:20

[quote=""roguewarrior""].... kann sein, aber unter umstände könnten schon hmunderten von Leben gespart bleiben. So h´get es doch in jeder brisante Polizei oder Militäroperation, oder nicht ?? Bist du nicht auf den laufenden was "Draußen" passiert. Glaubst du die schmeissen mit Wattebällchmen damith denen bloß nichts passiert.

Ich kann nur noch bitter weinen :cry:[/quote]


Und ich weine bitte bei dem Gedanken das ich dich ja auch schützen muss. Aber so ist das Leben. Man kann es sich nicht aussuchen.


_____________________________________

EDIT by Goldstern (im zitierten Text)
Was juckt es die stolze Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr reibt.

Das frühe Vögeln entspannt den Wurm.

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Beitragvon Aguirre-gelöscht » Di 6. Feb 2007, 13:24

Ich frage mich schon die ganze Zeit, wie die Herrschaften wohl an einer richtigen Firewall vorbeikommen wollen?

So ein Online-Zugriff ist nur dann möglich, wenn entweder Microdoof oder ein großer Hardwarehersteller (Firewalls) mit denen zusammenarbeitet und ein Schlupfloch einbaut.
Kommt so etwas heraus, dann ist dieser Hersteller innerhalb von 4 Wochen erledigt, da niemand mehr seine Produkte kauft/einsetzt.

Eine andere Alternative wäre, dass man versucht, mir einen Trojaner unterzujubeln. Dies lässt sich aber sowohl durch entsprechende Tools, wie die Rechtevergabe von Windows vermeiden.

Im Klartext - bei einem unbedarften User, der auch auf Phishing-Mails reinfällt, mag das ja noch funktionieren. Wer aber seine Kiste abschottet und entsprechende Hardware einsetzt, dürfte wohl auch mit einer solchen Überwachung gut leben können. :wink:

Grüßle
Frank

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Beitragvon Yggdrasil » Di 6. Feb 2007, 13:29

nur weil man es darf (und jetzt doch nicht mehr darf) heißt das ja noch lange nicht, dass es auch klappt :wink:
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Beitragvon springer » Di 6. Feb 2007, 13:33

Es gibt beim Militär ein sehr altes Sprichwort:

Den Wettlauf zwischen Panzerung und Geschoss gewinnt immer das Geschoss.

Egal, wie aufwändig man ein System sichert - es gibt immer eine Möglichkeit durchzukommen. Dei Frage ist dabei nur: Ist es den Aufwand wert? Wenn man diese Frage mit "Ja" beantwortet, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit und des Geldes.

Und ich will gar nicht Wissen, wo sich Nachrichtendienste (gerade die US-amerikanischen) überall reinhacken können.

Gruß,
Springer

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Beitragvon Yggdrasil » Di 6. Feb 2007, 13:45

stimmt auch.

nachrichtendienste kommen überall rein und gehen auch überall rein. aber das sind auch geheimdienste und ihr tun bleibt geheim. wenn jemand merkt dass sie da waren, haben sie offensichtlich was falsch gemacht.

der gewöhnlichen polizei fehlt einfach die sachausstattung und das geschulte personal um wirklich was reißen zu können. das is quasi nicht mal der tropfen auf den heißen stein, sondern ein wassermolekül auf den heißen stein.
da wirst du eher noch dreimal hintereinander 6 richtige plus superzahl im lotto bekommen, als dass dich mal ein internetfahnder hackt.
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