36 verletzte Kollegen nach Fußballspiel in Leipzig!

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AlexDeLarge
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36 verletzte Kollegen nach Fußballspiel in Leipzig!

Beitragvon AlexDeLarge » Di 13. Feb 2007, 19:13

[quote=""Herr-Jemine""]hi alex!
gutes posting, dies vorab! :) [/quote]

Das Lob geht auch zurück, aber zur Sache:
jedem normal denkenden menschen MUSS einfach klar sein, dass er ekine pol. massn. stören sollte. wenn doch, dann folgen konsequenzen und oftmals eskaliert es. das ist meiner erfahrung nach (im westen) NIEMALS schuld der eingesetzten beamten.
Dieser Abfolge der Geschehnisse deckt sich mit meinen Beobachtungen.

Hinter deiner Argumentation steckt jedoch ein Gedanke, der auch bei den Postings anderer Teilnehmer zum Ausdruck kommt und dem ich grundsätzlich nicht zustimme: Maßnahmen der Polizei dürfen nicht hinterfragt werden (alternativ: wer nichts tut hat auch nichts zu befürchten, bzw. die Polizei tut nichts ohne Grund, bzw. es ist niemals Schuld der eingesetzten Beamten). Ich schrieb bereits in meinem Eingangsposting, dass ich mich als mündigen Bürger sehe. Und als solcher hinterfrage ich die Aktivitäten des Staates (diese grundsätzlich kritische Einstellung zum Staat ist aus meiner Sicht auch der Geist des Grundgesetzes). Und zum Staat gehört auch die Polizei. Jetzt kommen wir zum Punkt: ich lasse mir einreden, dass man sich einer Festnahme-Einheit nicht in den Weg stellt und würde es auch nicht tun. Allerdings bin ich für die simple Frage "Was soll das?" (in Situationen ohne Hektik) mehr als nur einmal einer Personalienaufnahme unterzogen worden und stand kurz vor einer PG. Jetzt wirst du unter Fußballfans kaum jemand finden, der seine Unzufriedenheit mit polizeilichen Maßnahmen derart argumentiert wie ich.

Allerdings unterstelle ich den meisten Menschen, wie du auch, dass sie wissen, dass auch Polizisten menschlich und nicht unfehlbar sind. Ab einem gewissen Punkt scheint sich bei vielen Fußballfans die Erkenntnis durchzusetzen, dass man die Konsequenzen aus (wahrgenommenem) Fehlverhalten der Polizei trotz gefühlter Solidarität trägt und sie gehen zu aktiver Solidarität über. Mag man von halten was man will, nachvollziehbar ist es.


[quote=""joey_nrw""]
Komischerweise bin ich noch nie von der Polizei bedrängt oder gar unfreundlich behandelt worden - mag es daran liegen das ich keine Straftaten begehe ????

Und dann frage ich mich warum manche Menschen von der Polizei angeblich "fies" behandelt werden.... Na, liegt es vielleicht am eigenen Verhalten????
[/quote]
Punkt 1-6 entsprechen meiner Meinung, aber die Häme am Ende ist unangebracht. Reclaimthegame hat diesen Punkt bereits erwähnt und ich kann ihm nur beipflichten. Ich habe bei einer Vorstrafe einiges zu verlieren und begehe schon alleine aus diesem Grund keine Straftaten. Allerdings ist es heutzutage in Deutschland tatsächlich ausreichend, als Fußballfan die Bahn zu benutzen um wahlweise wie der letzte Dreck behandelt oder ein unmündiges Kind behandelt zu werden. In meinem Nicht-Fußball-Bekanntenkreis glaubt das auch keiner, von daher verstehe ich dein Unverständnis. Es ändert nichts an dem was ich alle zwei Wochen zu sehen bekomme.


Edit:
[quote=""Null-Toleranz""]

Im Übrigen hier ein Link zu einer "Ultras"-Seite. http://www.ultrafans.de/gladbach-gegen-aach-t835.html.

Speziell in dieser Sparte geht es wohl nicht um Choreographie!?![/quote]

Ich sehe auch einen Unterschied zwischen Hools und Ultras, aber diese Unterscheidung ist hier tatsächlich irrelevant. Es steht ausser Frage, dass wir Ultras auch unsere eigenen Leute in den Griff bekommen müssen. Eine Einsicht, die bei einigen Gruppen nicht gegeben ist. Das Verhalten der Polizei macht uns allerdings auch nicht leichter. Gutes Verhalten der Fans wird durch die Polizei nicht mit Zugeständnissen belohnt. Wie soll ich unseren Jungen vermitteln, dass es sich lohnt die Füße still zu halten, wenn zwei Wochen später wieder alle Mann abgefilmt und untersucht werden oder ein Stadionverbot aus nichtigem Anlass eintrifft? Wie ich bereits schrieb, unnachgiebige Null Toleranz auf eurer Seite und zu viel (gezwungene) Uneinsichtigkeit unsererseits lässt mich daran zweifeln, dass wir dieser Spirale stoppen können. Die Konsequenzen tragen wir alle.
Zuletzt geändert von AlexDeLarge am Di 13. Feb 2007, 19:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Reclaimthegame » Di 13. Feb 2007, 19:17

Hier geht per Gesetz zwar zunächst eine Gefahr von einer Gruppe aus. Es gilt aber gleichwohl, sollte nur eine Person eine Schußwaffe gegen eine andere Person richten, so ist der Schußwaffengebrauch gegen den Gefährder rechtmäßig, die Gefährdung der "Unbeteiligten" durch die Kugel der Polizei in Kauf nehmend, so es keine andere Maßnahme gibt, die Erfolg verspricht.
- Zumindest in NRW ist der Schußwaffengebrauch gegen Unbeteiligte Personen zulässig, wenn sich unter ihnen eine Person befindet, von der eine Gefahr für Leib oder Leben für einen selbst oder eine andere Person besteht.
Ja...es besteht hier ja aber in den beiden Fällen der Unterschied, ob ich Unbeteiligte durch einen Schusswaffengebrauch gegen einen Angreifer nur gefährde oder ob ich die Schusswaffe einfach gegen Unbeteiligte, aber Anwesende richte...
Mag sein, dass wir hier auch gerade aneinander vorbeireden oder ich dich falsch verstehe.
Im Übrigen hier ein Link zu einer "Ultras"-Seite. http://www.ultrafans.de/gladbach-gegen-aach-t835.html.

Speziell in dieser Sparte geht es wohl nicht um Choreographie!?!
Genau das ist das, was ich mit Pauschalisieren meine. Ein besseres Beispiel, als du es gerade gebracht hast, hätte ich garnicht konstruieren können. Was sagen diese paar Hanseln über die Ultra-Bewegung aus?

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Beitragvon Warhead » Di 13. Feb 2007, 19:24

Ich les immer wieder dieses entsetzte "Das hat keiner erwartet"!
Was hat man dann erwartet,Blumengedecke können es kaum gewesen sein nach den Erfahrungen in Dresden,Jena und Leipzig.Das Affengebrüll wenn schwarze Spieler auf dem Platz stehen,das Türken raus Krakeele stehen türkische Migranten auf dem Rasen.
Das,genau das und nichts anderes ist zu erwarten wenn ein Mob die kritische Masse erreicht,er explodiert.
Aber dazu benötigt er keine Fussballspiele,jede X-beliebige Situation ist Anlass genug loszuledern gegen vermeintlich Schwächere oder Minderheiten.Dieser Scum ist auch in Kleingruppen schon gefährlich genug,ok,in Klein und Kleinstgruppen wirken sie wie nette Jungs,nette Jungs die halt gerne mal andere Leute verprügeln,die ihren gnadenlosen Hass kompensieren müssen,die sich in ihrem marginalisierten Verliererdasein andere noch grössere vermeintliche Verlierer als Schuldige suchen.
Wenn Sechszehnjährige in Interviews offen kundtun sie fühlen sich überfremdet...in einer Region in der 1,2%Ausländer leben...und das Weltjudentum sei an ihrer Misere schuld,die dann ausrasten wenn man sie darauf hinweist das ihr Vorname David ja ebenfalls ein jüdischer Name ist,wenn solcher Mist verbreitet wird und als einzige Reaktion folgt pikiertes Schweigen,dann muss man sich nicht wundern das die grosse Offensive losrollt,denn man fühlt sich tatsächlich im Recht.

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Beitragvon shibumi » Di 13. Feb 2007, 19:30

Fans : Anhänger " ihres " Vereines, gekleidet in Vereinsfarben oder ganz in Zivil, nehmen ihre Kinder / Ehefrauen / sonstige Angehörige zum Spiel mit, wollen in Ruhe Fußball sehen. Kein Interesse an Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans, kein Interesse an " Pyro " etc.
Ultras : Ebenfalls Anhänger " ihres " Vereines, gekleidet in Vereinsfarben oder in Zivil, wollen auch das Spiel sehen. Bereiten gemeinsame Sprechchöre, Choreos, etc. vor. Interesse an " Pyro "etc., befürworten Stehplätze für den " gemeinen " Fan. Überwiegend geringe Gewaltbereitschaft, der Sport geht vor. Politisch eher links einzuordnen.
Hooligans : gekleidet in Vereinsfarben oder in Zivil,
keinInteresse am Sport, suchen nach geeigneter Plattform, um gewalttätig zu sein. Politisch größtenteils rechts einzuordnen, sehr geringe " Beißschwelle ", vom Arbeitslosen bis Akademiker...
Wer es besser weiß, kann meine ( etwas provokanten ) Thesen gerne
widerlegen.
Silent leges inter arma

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Beitragvon Mainzelmann2001 » Di 13. Feb 2007, 19:32

@ alex und @ reclaim:

Eigentlich wollte ich in diesem Fred nicht mehr posten. Trotzdem fühle ich mich dazu veranlaßt um einigen Kollegen welche sich von euch einlullen lassen die Augen zu öffnen.
Ihr beiden seit genau das was ich bereits Seiten zuvor beschrieben habe. Die Herrschaften aus der vierten Reihe welche andere aufstacheln und dann selbst den Schwanz einziehen um später als die erklärten Feinde der Gewalt darzustehen.

Eure Reden zeugen genau von dem Charakter welcher auch die NPD in Sachsen und McPom auszeichnet.
Für Kinder Spielfeste geben und den Eltern erklkären wie toll sie doch sind.

Wolf im Schafspelz sage ich nur.

Wer keine Gewalt will, geht vorher weg. Und wer eine Maßnahme der Polizei im ist Zustand mit " heh was soll das " kommentiert, distanziert sich keineswegs von Gewalt sondern will diese schüren.

Ich fall auf solch eine argumentation nicht herein. Dazu war ich bereits bei zu vielen dieser " gewaltfreien" Demonstrationen.

Solche Äußerungen wie die Eure habe ich schon vor 30 jahren gelesen - ähnelt u.U. der RAF Ideologie - und werde sie auch noch in 30 Jahren lesen.
Ihr habt Unrecht und werdet dieses auch behalten.

Wer ohne Gewalt leben will, auch bei Fußballspielen, distanziert sich von ihr. Und das geht für 85 Prozent sehr gut, trotz Polizei. Und der Rest muss mit staatlicher Gewalt leben weil er sie provoziert bzw. nicht weg geht.

Es gibt Gesetze und die besagen das man sich so und so verhällt. Und wer dies akzeptiert, kommt mit uns klar. Nur wer dies eben nicht akzeptiert und uns provoziert, bekommt eins auf den Deckel.

Und das ist auch gut so.

Der Schuldige ist dort zu suchen wo es beginnt aus der Spur zu laufen. Und das ist niemals bei der Polizei.
Was juckt es die stolze Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr reibt.

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Beitragvon Schussel » Di 13. Feb 2007, 19:39

Ich muss gestehen, dass ich mir des Öfteren auch schwer tue, mit einer dementsprechenden Unterscheidung. Da mach ich es mir dann doch zugegebenermaßen einfach und sehe in jedem Gewalttäter einen Hool. Aus welchem Lager er aber im Grund kommt, sehe ich in dem Fall als Haarspalterei, da es tatsächlich selbst innerhalb dieser Szene keine wirkliche Abgrenzung gibt.

Was mich aber tatsächlich interessieren würde, ist die Taktik und das Konzept, wie man den Chaoten, die die Ultras ja damit in Verruf bringen, entgegen tritt. Es wurde von Euch selber schon geschrieben, dass es für die Polizei nicht möglich ist, tatsächlich in diesem Moment zu unterscheiden. Die Polizei kann Grundsätzlich aber in erster Linie repressiv Tätig werden. Selbst die Gefahrenabwehr im Vorfeld wird ja schon als solche empfunden. Was sie ja im Grunde genommen auch schon sind.

Somit muss dieser Problematik ja auf irgendeiner weise entgegen getreten werden. Wie steht Ihr in diesem Punkt dazu?

Das Problem auf die Polizei abzuwälzen ist aus meiner Sicht ein verwischen der Tatsachen. Die Polizei taucht erst dann auf, wenn Krawalle und Probleme zu erwarten sind. Und je mehr Probleme erwartet werden umso Massiver wird versucht dem entgegen zu treten.

Es gibt genügend Fußballspiele selbst in höheren Klassen, wo die Polizei wenn überhaupt, im Rahmen des täglichen Dienstes mal vorbei schauen. In den allermeisten Spielen (auf ganz Deutschland gesehen) ist das größte Problem die Verkehrslenkung und keine Ausschreitungen. Und selbst wenn die Selbe Polizei (damit meine ich die selben Einheiten und die selben Beamten) vorhanden ist, sind die Probleme immer bei den gleichen mannschaftsbegleitenden Gruppierungen fest zustellen.

Dies soll Fehler bei der Polizei nicht rechtfertigen oder relativieren. Ich halte aber Darstellungen, dass alles anders wäre, wenn die Polizei anders agiert, schlichtweg für falsch und irreführend.

Ich hab selber meine Zeit in der Einsatzhundertschaft verbracht. Und in den letzten Jahren war ich bei den meisten Spielen als Kradler mit dabei. Und aus diesen eigenen Erfahrungen sind mir diese Unterschiede deutlich aufgefallen. Und das, obwohl es in Stuttgart gerade zu eine Oase der Ruhe ist.
Dumm ist,
wer dummes tut

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Beitragvon Gast » Di 13. Feb 2007, 19:42

Das macht doch mal wieder Spaß! Eine schöne Diskussion! :wink: !

Die Grenzen zwischen Hooligans und Ultras sind sicher in einigen Bereichen fließend und z.B. nicht mit der anders strukturierten Fanszene Italiens vergleichbar.

Weiterhin sind die Kategorien A/B/C-Fans in Europa unterschiedlich definiert - in England beispielsweise sehr entschärft.

Begrifflichkeiten helfen also m.E. nach nicht weiter.

Wer ein wenig zum Thema stöbern mag, wird bei Gunther A. Pilz fündig, der einige sehr interessante Untersuchungsergebnisse veröffentlicht hat.

Weiterhin ist in Berlin zu beobachten, dass die gewaltbereite ("ostberliner") Fußballszene mannigfaltige Verbindungen in OK-Bereiche pflegt bzw. dort ihre Hauptbetätigung findet: BTM/Waffenhandel, Rotlichtmilieu, inkriminierte Türsteherszene (mit enger Verbindung zu den dort agierenden kriminellen Rockergruppierungen).

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Beitragvon Reclaimthegame » Di 13. Feb 2007, 19:51

Jetzt fang ich halt nochmal bei null an...aber bitte:
@ alex und @ reclaim:

Eigentlich wollte ich in diesem Fred nicht mehr posten. Trotzdem fühle ich mich dazu veranlaßt um einigen Kollegen welche sich von euch einlullen lassen die Augen zu öffnen.
Ihr beiden seit genau das was ich bereits Seiten zuvor beschrieben habe. Die Herrschaften aus der vierten Reihe welche andere aufstacheln und dann selbst den Schwanz einziehen um später als die erklärten Feinde der Gewalt darzustehen.

Eure Reden zeugen genau von dem Charakter welcher auch die NPD in Sachsen und McPom auszeichnet.
Für Kinder Spielfeste geben und den Eltern erklkären wie toll sie doch sind.

Wolf im Schafspelz sage ich nur.

Wer keine Gewalt will, geht vorher weg. Und wer eine Maßnahme der Polizei im ist Zustand mit " heh was soll das " kommentiert, distanziert sich keineswegs von Gewalt sondern will diese schüren.
Wie oft habe ich mich in diesem "Fred" jetzt schon von Gewalt distanziert? Wie oft soll ich es noch machen? Wer lesen kann ist klar im Vorteil!
Meine reden sind vergleichbar mit NPD-Propaganda? Woran machst du diese haltlose Anschuldigung bitte fest? Ich als bekennender Antifaschist kann solche Verleumdungen nicht akzeptieren-tut mir leid. Wir waren gerade in einem meines Erachtens recht ansprechenden Diskurs, in der man sich mit Respekt begegnet und auf den anderen eingeht. Jemand wie du macht eine solche Diskussion kaputt. Tut mir leid.
Ihr habt Unrecht und werdet dieses auch behalten.
BUMM! Springerpresse-Niveau! Mehr nicht....
Wer ohne Gewalt leben will, auch bei Fußballspielen, distanziert sich von ihr. Und das geht für 85 Prozent sehr gut, trotz Polizei. Und der Rest muss mit staatlicher Gewalt leben weil er sie provoziert bzw. nicht weg geht.
Ich glaub, ich sprech mit einer Laterne, ehrlich...also da fang ich jetzt nimmer an, ich schreib mir ja die Finger wund! Bitte nochmal genau lesen, was ich dazu gesagt habe.
Es gibt Gesetze und die besagen das man sich so und so verhällt. Und wer dies akzeptiert, kommt mit uns klar. Nur wer dies eben nicht akzeptiert und uns provoziert, bekommt eins auf den Deckel.
Ich halte solche Aussagen von Staatsbeamten weiterhin für sehr bedenklich. Du hast recht - es gibt Gesetze: Und die sehen keine Prügelstrafe vor. Punkt.
Der Schuldige ist dort zu suchen wo es beginnt aus der Spur zu laufen. Und das ist niemals bei der Polizei.
Puh...da wird einem schwindlig....

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Beitragvon SchwarzeSau » Di 13. Feb 2007, 19:57

Die LVZ schrieb in ihrer Montagsausgabe, daß bei den Krawallen wohl ein Hooliganfilm gedreht werden sollte (komme aber an den Link nicht ran).

Wenn Herr oder Frau Whoknows meine Posts richtig gelesen hat, dann wüßte er (sie), daß ich bei sowas ohne Schlagschutz agieren darf, weil ich keinen habe. Da muß ich halt durch und mich nach allen Seiten verteidigen, damit ich meine Haut rette. Nur lasse ich mich nicht ins Koma prügeln wie Daniel Nivel... :evil:
Hüte Dich vor dem Zorn eines sanftmütigen Mannes. (John Dryden)
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Beitragvon Mainzelmann2001 » Di 13. Feb 2007, 19:58

Du mußt bei mir nicht von vorn anfangen weil ich weiß wer ich bin und weil ich weiß wer du bist.
Und wenn dir schwindelig wird, dann vermutlich von deinen unsinnigen Posts.

Ich habe fertig mit dir.
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Beitragvon Reclaimthegame » Di 13. Feb 2007, 20:10

@Schussel:
Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich die Art und Weise, wie du und die meisten deiner Kollegen hier diskutieren, sehr lobenswert finde. Das macht die Sache hier zu einem sehr interessanten und offenen Diskurs, danke hierfür!

bach to topic:
Ich muss gestehen, dass ich mir des Öfteren auch schwer tue, mit einer dementsprechenden Unterscheidung. Da mach ich es mir dann doch zugegebenermaßen einfach und sehe in jedem Gewalttäter einen Hool. Aus welchem Lager er aber im Grund kommt, sehe ich in dem Fall als Haarspalterei, da es tatsächlich selbst innerhalb dieser Szene keine wirkliche Abgrenzung gibt.

Was mich aber tatsächlich interessieren würde, ist die Taktik und das Konzept, wie man den Chaoten, die die Ultras ja damit in Verruf bringen, entgegen tritt. Es wurde von Euch selber schon geschrieben, dass es für die Polizei nicht möglich ist, tatsächlich in diesem Moment zu unterscheiden. Die Polizei kann Grundsätzlich aber in erster Linie repressiv Tätig werden. Selbst die Gefahrenabwehr im Vorfeld wird ja schon als solche empfunden. Was sie ja im Grunde genommen auch schon sind.

Somit muss dieser Problematik ja auf irgendeiner weise entgegen getreten werden. Wie steht Ihr in diesem Punkt dazu?
Zunächst einmal: Für mich ist Gewalttäter=Gewalttäter, egal, welcher Kategorie e sich selbst zuordnet.
Wie man der Problematik entgegentritt weiß ich nicht. Hier ist aber sicherlich eher die Politik als die Polizei gefragt. Ich bin kein Soziologe, aber sog. "Riots" stehen meines Erachtens zunächst immer einmal in Zusammenhang mit einer gewissen politischen Frustration, in welcher Weise auch immer. Ich bin mir auch bewusst, dass Deeskalation irgendwann an ihre Grenzen stösst, insbesondere dann, wenn Leute beteiligt sind, die daran auch kein Interesse haben. Dennoch bin ich nunmal der Meinung, dass eine Erhöhung der Repression nichts bringt, sondern die Situation im Gegenteil weiter anspannt.
Das Problem auf die Polizei abzuwälzen ist aus meiner Sicht ein verwischen der Tatsachen. Die Polizei taucht erst dann auf, wenn Krawalle und Probleme zu erwarten sind. Und je mehr Probleme erwartet werden umso Massiver wird versucht dem entgegen zu treten.
Richtig. Die Polizei ist sicherlich zunächst immer das Organ, dass den Gegenwind abbekommt für Dinge, die an anderer Stelle falsch laufen. D`accord.
Es gibt genügend Fußballspiele selbst in höheren Klassen, wo die Polizei wenn überhaupt, im Rahmen des täglichen Dienstes mal vorbei schauen. In den allermeisten Spielen (auf ganz Deutschland gesehen) ist das größte Problem die Verkehrslenkung und keine Ausschreitungen. Und selbst wenn die Selbe Polizei (damit meine ich die selben Einheiten und die selben Beamten) vorhanden ist, sind die Probleme immer bei den gleichen mannschaftsbegleitenden Gruppierungen fest zustellen.
Und genau deshalb halte ich Pauschalisierungen und öffentlich konstruierte Horrorszenarien für sehr kontraproduktiv. Fussball ist in Deutschland in 99,9% der Fälle kein "Bürgerkrieg", wie dies vor allem im Vorfeld der WM konstruiert wurde.
Dies soll Fehler bei der Polizei nicht rechtfertigen oder relativieren. Ich halte aber Darstellungen, dass alles anders wäre, wenn die Polizei anders agiert, schlichtweg für falsch und irreführend.
Ich gebe dir im Großen und Ganzen Recht, allerdings sollte man trotz allem nicht davon ausgehen, dass die Polizei unfehlbar ist. Es gint sicher auch Fälle, in der die Polizei ihren Teil zur Eskalation beigetragen hat. Und um diesen- zugegebenermaßen geringen Teil- geht es mir. Und du erkennst sicherlich, dass ich mit diesem heiklen Thema versuche so besonnen wie möglich umzugehen und jegliche Pauschalisierung versuche zu vermeiden.

Edit: Weil der Name G. Pilz fiel: Meines Erachtens ist dieser "Wissenschaftler" viel an der negativen Entwicklung am Rande des Fussballs schuld, da dieser "Fachmann" meiner (subjektiven!) Meinung nach eben auch pauschalisiert, Horrorszenarien aufmalt und dadurch nicht unwesentlich zu einer Verhärtung der Fronten beigetragen hat, was sowohl euch als Polizisten als auch uns Fans das Leben schwerer gemacht hat.
Zuletzt geändert von Reclaimthegame am Di 13. Feb 2007, 20:19, insgesamt 1-mal geändert.

Schugger-gelöscht
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Beitragvon Schugger-gelöscht » Di 13. Feb 2007, 20:19

Hab' mir mal alles durchgelesen.

Diese Diskussion wird definitiv nicht dazuführen, eine Besserung einzuleiten.

Schade, wieder eine Chance vertan (von beiden Seiten).

Gast

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Beitragvon Gast » Di 13. Feb 2007, 20:20

@all:

Auch dieses Thema konnte erst nach einer Ruhephase wieder zu einer sehr vernünftig -wenn auch kontrovers- gestalteten Diskussion "zurückgeführt" werden.

Eine weitere Phase der Stille und Einkehr soll vermieden werden :wink: .

Es wäre schön, wenn dies so bleiben könnte und die beteiligten User ein sehr interessantes und aktuelles Thema in aller gebotenen Sachlichkeit diskutieren würden.

Danke im Voraus hierfür!

Malte2
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Beitragvon Malte2 » Di 13. Feb 2007, 20:33

hallo erstmal!
ich lese mit großen interesse eure beiträge...
ich verstehe einerseits die polizei und unterstütze das was dort passiert ist zu 99.9%nicht
doch dieser 00.1% will ich euch erklären
ich selber möchte sagen das nicht alle ultras bestien sind!
ich gehe selber jedes wochenende ins stadion
fahre auswärts und alle polizisten hier die schon mal fans im zug begleiten wissen was das ist 8 stunden sitzen...
8stunden nicht rauchen...
8stunden keine ruhe....
8stunden keine vernüftige bewegung...
8stunden keine vernüftige mahlzeit
dann raucht jemand dreister weiser im zug!
und siehe da die herren in grün in voller montur bewegen sich auf die person los... bevor sie ihn überhaupt ansprechen hat er schon mit dem knüppel eins abbekommen und dann kommt hier ist rauchverbot!
ok er hat geraucht obwohl es nicht erlaubt war aber reicht da nicht auch erstmal ein strenges Rauchenverboten?
irgendwo staut sich der gesamte hass und dann rastet einer aus
rastet einer aus anderen fans sind stark alkohliesiert und dann kennt ihr denn rest.. dann kann ich auchverstehen wenn ihr euren knüppel schwingt
aber wie ist die ganze sache irgendwo entstanden
gewiss Fußballultras sind keine engel
aber die Polizei gewiss auch nicht immer
Freundlichen gruß aus wuppertal

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Beitragvon AlexDeLarge » Di 13. Feb 2007, 21:04

[quote=""Schussel""]
Somit muss dieser Problematik ja auf irgendeiner weise entgegen getreten werden. Wie steht Ihr in diesem Punkt dazu?

Das Problem auf die Polizei abzuwälzen ist aus meiner Sicht ein verwischen der Tatsachen. Die Polizei taucht erst dann auf, wenn Krawalle und Probleme zu erwarten sind. Und je mehr Probleme erwartet werden umso Massiver wird versucht dem entgegen zu treten. [/quote]

Ich sehe das Problem darin, dass es keinen klar erkennbaren Zusammenhang zwischen dem Verhalten der Fans und dem Verhalten der Polizei gibt. Solange sich für Fußballfans die Situation so darstellt, dass eigenes Fehlverhalten hinreichend, aber keineswegs notwendig für Polizeieinsätze ist, gibt es keine Verhaltensänderung. Damit will ich ausdrücklich nicht der Null Toleranz das Wort reden. Fehlverhalten jeder Art mit der gleichen, maximalen Härte zu bestrafen hilft auch nicht weiter.
Ich fordere auch keine Narrenfreiheit, sondern Differenzierung. Bei Fans, die nach einem Tor auf den Zaun klettern muss man meiner Meinung nach nicht die Einsatzkräfte in den Block schicken. Angemessenheit der Maßnahmen, bzw. Fingerspitzengefühl wäre hilfreich, damit es einen klaren Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung gibt. Der geht mir ab.


[quote=""Schussel""]
Es gibt genügend Fußballspiele selbst in höheren Klassen, wo die Polizei wenn überhaupt, im Rahmen des täglichen Dienstes mal vorbei schauen. In den allermeisten Spielen (auf ganz Deutschland gesehen) ist das größte Problem die Verkehrslenkung und keine Ausschreitungen. [/quote]
Das ist leider nicht das Bild, das die Presse und in meinen Augen auch die Polizei zeichnet.


[quote=""Goldstern""]
Die Grenzen zwischen Hooligans und Ultras sind sicher in einigen Bereichen fließend und z.B. nicht mit der anders strukturierten Fanszene Italiens vegleichbar (...).[/quote]
Ich wäre dir dankbar, wenn wir das Thema hier nicht diskutieren müssten. Drei Schubladen wie sie auch Shibumi vorgenommen hat werden dem Phänomen nicht gerecht.

[quote=""Schugger""]Hab' mir mal alles durchgelesen.

Diese Diskussion wird definitiv nicht dazuführen, eine Besserung einzuleiten.

Schade, wieder eine Chance vertan (von beiden Seiten).[/quote]
Richtig und ehrlich, aber dadurch wird diese Diskussion nicht sinnlos. Ich für meinen Teil bin froh, dass ich auch vernünfitge Menschen von der "anderen" Seite ausmachen konnte.


Und noch ein persönliches Wort zu dir, Mainzelmann. Ich lasse mich ungern mit linken und rechten Faschisten auf eine Stufe stellen. Ich bin zutiefst von unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung überzeugt. Und im Gegensatz zu dir versuche ich Individuen zu sehen und keine Menschen in feste Schemata zu pressen. An Leuten wie dir, die es auf beiden Seiten gibt, wird die Sache scheitern.
Zuletzt geändert von AlexDeLarge am Di 13. Feb 2007, 21:08, insgesamt 1-mal geändert.
"Dreh' deinen Kopf in die Richtung, in die die Mehrheit blickt. Das ist Freiheit." Saparmuryat Niyasov, turkmenischer Präsident auf Lebenszeit. † 21.12.06


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