Deutsche Richterin rechtfertigt eheliche Gewalt mit Koran

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Mainzelmann2001
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Deutsche Richterin rechtfertigt eheliche Gewalt mit Koran

Beitragvon Mainzelmann2001 » Mi 21. Mär 2007, 17:20

[quote=""Schugger""]Tja, gemäss EGBGB gilt für die beiden tatsächlich bezüglich der Scheidung marokkanisches Recht! So ischeint es halt einfach zu sein. Punkt![/quote]

Goil. Habs grad durchgelesen... und noch mehr. Is so. Auch wenn ichs nicht versteh.

Nur.... so frage ich mich welche Auswirkungen hätte das für uns grad bzgl. GewschGes?

Wenns doch richtig ist was der tut bzw. wenn sich das Recht doch nach seinem Heimatrecht orientiert. Ja muss ich denn dann alles wissen?
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Beitragvon Schugger-gelöscht » Mi 21. Mär 2007, 17:21

[quote=""Trent""][quote=""Schugger""][quote=""BriBra""]Na anscheinend nicht, denn sonst wäre ja nun nicht anders entschieden worden. Was mich halt wirklich schockt ist die Tatsache dass das Urteil von einer Frau kommt...[/quote]

Ich denke schon, dass grundsätzlich richtig entschieden wurde. Nur merkt man erst jetzt, was für ein unglückliches Gesetz das sein kann! Und versucht, irgendwie ne Hintertür zu finden...

Das Urteil kommt von einer Richterin! Und die hat sich an das Gesetz zu halten! Egal, ob Frau oder Mann.[/quote]

Ich denke Du hast recht Schugger! :ja:[/quote]

So wie ich dieses Gesetz interpretiere, ja! Und, auch wenn wir das vielleicht nicht verstehen können, aber irgendwie macht es Sinn: Die Verheirateten haben nach marokkanischem Recht geheiratet, also mit allen Rechten/Pflichten des marokkanischen Ehegelübdes (welches sicher anders aussieht als das europäische). Also muss auch nach diesem Gelübde, welches sie sich gegenseitig abgelegt haben, geschieden werden!

Auch wenn es vielleicht komisch kling, aber für mich macht das irgendwie Sinn.

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Beitragvon Schugger-gelöscht » Mi 21. Mär 2007, 17:24

[quote=""Mainzelmann2001""]
Wenns doch richtig ist was der tut bzw. wenn sich das Recht doch nach seinem Heimatrecht orientiert. Ja muss ich denn dann alles wissen?[/quote]

*Schulterzuck*

Ich denke, es gibt sicher nicht viele solche Gesetze, und wenn, dann nur im Privat-/Zivilrecht.

Strafrechtlich bleibt ja alles beim Alten (zum Glück!!!!!!!!!). Also, wenn der sie schlägt, kann er wegen KV verdonnert werden. Aber mit Scheidung is halt trotzdem nix :nixweiss:
Zuletzt geändert von Schugger-gelöscht am Mi 21. Mär 2007, 17:25, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Ex-Cop-geloescht » Mi 21. Mär 2007, 17:25

[quote=""Mainzelmann2001""]
ich mach es z.B. fest: mit Feuer und Schwert sollt ihr den Islam(Glauben) verbreiten.

Steht so nicht im ursprünglichen Koran, nur in div. Überlieferungen und wird von vielen Gelehrten bestritten.

Sinngemäßg: mit aller Kraft. Was ja auch für einen Propheten eigentlich verständlich ist. Siehe Jesus.[/quote]

Ich kenne auch nicht die Stelle, wo das wortwörtlich im Koran stehen soll,
aber mit Feuer und Schwert wurde der Koran auch verbreitet.
Zu Zeiten Mohammeds, als er selbst noch die Schlachten anführte, und der Islam eine Religion unter vielen in seinem Heimatland war, dann später in Spanien und bis vor Wien.
Dieses Zitat kannst du ruhig auch wortwörtlich nehmen.
Zuletzt geändert von Ex-Cop-geloescht am Mi 21. Mär 2007, 17:29, insgesamt 1-mal geändert.
Auf eigenen Wunsch am 10.03.2009 gelöscht.

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Beitragvon Mainzelmann2001 » Mi 21. Mär 2007, 17:25

[quote=""Schugger""][quote=""Trent""][quote=""Schugger""][quote=""BriBra""]Na anscheinend nicht, denn sonst wäre ja nun nicht anders entschieden worden. Was mich halt wirklich schockt ist die Tatsache dass das Urteil von einer Frau kommt...[/quote]

Ich denke schon, dass grundsätzlich richtig entschieden wurde. Nur merkt man erst jetzt, was für ein unglückliches Gesetz das sein kann! Und versucht, irgendwie ne Hintertür zu finden...

Das Urteil kommt von einer Richterin! Und die hat sich an das Gesetz zu halten! Egal, ob Frau oder Mann.[/quote]

Ich denke Du hast recht Schugger! :ja:[/quote]

So wie ich dieses Gesetz interpretiere, ja! Und, auch wenn wir das vielleicht nicht verstehen können, aber irgendwie macht es Sinn: Die Verheirateten haben nach marokkanischem Recht geheiratet, also mit allen Rechten/Pflichten des marokkanischen Ehegelübdes (welches sicher anders aussieht als das europäische). Also muss auch nach diesem Gelübde, welches sie sich gegenseitig abgelegt haben, geschieden werden!

Auch wenn es vielleicht komisch kling, aber für mich macht das irgendwie Sinn.[/quote]

Im Zivilrecht ja.
Und im Strafrecht?
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Beitragvon amstaff » Mi 21. Mär 2007, 17:32

Scheinbar hat es die Richterin drauf. Aber überlegt euch mal die Folgen....
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Beitragvon Herr-Jemine » Mi 21. Mär 2007, 18:39

[quote=""Mainzelmann2001""] GewschGes?[/quote]

was dat denn? dejure und juris bmj kennen das nicht.

edit: ah, google kennt es: gewaltschutzgesetz.
noch nie von gehört.

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Beitragvon Mainzelmann2001 » Mi 21. Mär 2007, 19:04

[quote=""Schugger""][quote=""Mainzelmann2001""]
Wenns doch richtig ist was der tut bzw. wenn sich das Recht doch nach seinem Heimatrecht orientiert. Ja muss ich denn dann alles wissen?[/quote]

*Schulterzuck*

Ich denke, es gibt sicher nicht viele solche Gesetze, und wenn, dann nur im Privat-/Zivilrecht.

Strafrechtlich bleibt ja alles beim Alten (zum Glück!!!!!!!!!). Also, wenn der sie schlägt, kann er wegen KV verdonnert werden. Aber mit Scheidung is halt trotzdem nix :nixweiss:[/quote]

Genau darauf wollte ich raus.
Und was ist nun wenn die Dame kommt, sich fürchterlich aufregt dass ihr Göttergatte sie gezüchtigt hat und ich nun nach dem Gewaltschutzgesetz einschreiten und ihm ggfls. einen Platzverweis mit z.B. 8 Tagen Wiedersehensverbot aussprechen soll.
Was ja möglich ist.
Und nun hält der sich partout nicht daran und beruft sich auf die geschlossenen Ehe und die damit verbundenen Pflichten.

Oder, noch schöner:
Er züchtigt sie zum x.ten mal und sie hats nun dick und zeigt ihn an.

Hat sie nicht evtl. durch ihre Ehe eingewilligt?

KV mit Einwilligung?

Muß ich das wissen?

Welche Maßnahmen darf ich treffen?

Vor 10 Jahren hät ich noch gesagt "egal" das mach ich wies bei uns gängige Praxis. Die leben ja in D, gelten halt auch unsere Gesetze.
Heute?
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Beitragvon Donnereule » Mi 21. Mär 2007, 23:42

Bericht



anscheinend ist die Richterin jetzt wohl wegen Befangenheit abgelehnt worden. War auch ne selten dämliche Aktion, wird sie sich beruflich bestimmt keinen Gefallen mit getan haben :/

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Beitragvon Herr-Jemine » Do 22. Mär 2007, 00:31

[quote=""Donnereule""]http://portal.gmx.net/de/themen/nachric ... vielzulang...

anscheinend ist die Richterin jetzt wohl wegen Befangenheit abgelehnt worden. War auch ne selten dämliche Aktion, wird sie sich beruflich bestimmt keinen Gefallen mit getan haben :| [/url][/quote]

super!

wie wär´s mal mit thread lesen vor dem posten?

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Beitragvon angelblues » Do 22. Mär 2007, 01:16

[quote=""Herr-Jemine""][quote=""Donnereule""]http://portal.gmx.net/de/themen/nachric ... vielzulang...

anscheinend ist die Richterin jetzt wohl wegen Befangenheit abgelehnt worden. War auch ne selten dämliche Aktion, wird sie sich beruflich bestimmt keinen Gefallen mit getan haben :| [/url][/quote]

super!

wie wär´s mal mit thread lesen vor dem posten?[/quote]

erstens das, und zweitens: was soll der richterin denn passieren? ein gespräch mit dem aufsichtführenden richter, sonst nichts. richter sind schließlich nur an die gesetze gebunden und da hat sie wohl offensichtlich juristisch richtig gehandelt... moralisch ist das wohl eine andere frage...


LG vom AG aus FFM :lol:
„Eigentlich sollte man einen Menschen nicht bemitleiden, besser ist es, ihm zu helfen.“

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Beitragvon highwayman10 » Do 22. Mär 2007, 01:21

[quote=""Mainzelmann2001""][quote=""Schugger""]Tja, gemäss EGBGB gilt für die beiden tatsächlich bezüglich der Scheidung marokkanisches Recht! So ischeint es halt einfach zu sein. Punkt![/quote]

Goil. Habs grad durchgelesen... und noch mehr. Is so. Auch wenn ichs nicht versteh.

Nur.... so frage ich mich welche Auswirkungen hätte das für uns grad bzgl. GewschGes?

Wenns doch richtig ist was der tut bzw. wenn sich das Recht doch nach seinem Heimatrecht orientiert. Ja muss ich denn dann alles wissen?[/quote]

Hallo allerseits,

wenn man etwas zum Thema sagen möchte, dann sollte man sich an der Quelle informieren und nicht aufgrund irgendwelcher Meldungen in der Presse seinen Senf dazugeben

http://www.ag-frankfurt.justiz.hessen.d ... g_FamG.pdf

Mainzelmann2001, ich kann dich beruhigen es wird immer noch nach Deutschem Recht und nach BGB geschieden und KV ist auch weiterhin strafbar (auch wenn es in einer marokkanischen Ehe üblich ist). Es wird da einiges durcheinander geworfen.

Also es ging nicht um die Scheidung an sich, sondern um Prozesskostenhilfe. Die gute Frau wollte Geld vom Staat um sich nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, nach einem Jahr, dass heißt im Mai dieses Jahres scheiden zu lassen.
Sie wollte früher geschieden werden, dies ist aber nur möglich, wenn der 1565 BGB gegeben ist.

§ 1565 Scheitern der Ehe

(1) 1Eine Ehe kann geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. 2Die Ehe ist gescheitert, wenn die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht und nicht erwartet werden kann, dass die Ehegatten sie wiederherstellen.

(2) Leben die Ehegatten noch nicht ein Jahr getrennt, so kann die Ehe nur geschieden werden, wenn die Fortsetzung der Ehe für den Antragsteller aus Gründen, die in der Person des anderen Ehegatten liegen, eine unzumutbare Härte darstellen würde.

------------------------------------------------

Die Ablehnung hatte mehrere Gründe.

Es gilt dabei festzustellen:

Der Mann darf bis zum 20.06.2007 dieses Jahres nicht in die Wohnung der Frau.
Die Scheidung läuft sowieso regulär im Mai 2007.

Jetzt hat sich die Frau Richterin gefragt, warum soll der Staat einen Prozess finanzieren, nur damit die Frau ein halbes Jahr früher geschieden wird. Zudem wo ist die unzumutbare Härte. Sie beschwert sich über etwas (die Schläge), die ich sag´s jetzt mal so salopp, ihm nach marrokanischem Recht auch zustehen, also Eheüblich ist. Zudem darf der Mann nicht in die Wohnung, also ist die Frau auch keiner Gefahr ausgesetzt. Und somit keine unzumutbare Härte und keine Aussicht auf frühzeitige Scheidung und deshalb kein Geld für den Prozess.

Die Richterin sah keinen Aussicht auf Erfolg und deshalb gab es kein Geld!
Ach ja, die nächste Richterin kommt zum gleichen Ergebnis, bloß das sie die Begründung ausführlicher macht und ein wenig auf die Wortwahl achtet.

Warum sollte diese Frau nicht auch ein halbes Jahr warten können.

Geduld ist eine Gottesgabe! :wink:

Ich hoffe, dass ich für meinen Beitrag nicht von euch gezüchtigt werde (natürlich nur nach marokkanischem Recht, bitte). :D


Gruss,

Highwayman 8)

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Beitragvon Panther » Do 22. Mär 2007, 01:36

Die Richterin sah keinen Aussicht auf Erfolg und deshalb gab es kein Geld!
Das ist ja der Knackpunkt. Sie sah keine Aussicht auf Erfolg, weil der Koran es diesen...Leuten...erlaubt, ihre Frauen zu schlagen (was natürlich wieder auf die Glaubensrichtung ankommt, da gibt es ja bekanntlich, wie bei allen Religionen, verschiedene Auslegungen). Als ob es bei der Bewertung eines Sachverhaltes irgendeine Bedeutung habe, was im Koran steht. Warum sollte für eine muslimische Frau etwas normal sein, was für eine deutsche Frau einen Härtefall darstellen würde (Morddrohungen etc.)?

Ich war immer der Meinung, dass der Koran für die Rechtsprechung hier genauso viel Wert ist wie ein Blatt Klopapier, auf das ich "Schlagt eure Frauen!" kritzele - nämlich völlig wertlos.

Liege ich da falsch?
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Gottlosigkeit: Dein Mangel an Ehrfurcht gegenüber meiner Gottheit.

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Beitragvon bernd » Do 22. Mär 2007, 08:18

[quote=""Schugger""]Tja, gemäss EGBGB gilt für die beiden tatsächlich bezüglich der Scheidung marokkanisches Recht! So ischeint es halt einfach zu sein. Punkt![/quote]

Du hast eines bei deinen Ausführungen übersehen! Die Ehefrau ist Deutsche mit Abstammung in Marokko.

Der Lebensmittelpunkt ist Deutschland und bei binationalen Ehen gilt das Recht des Aufenthaltslandes!

Wären beiden Marokkaner, dann würde das Recht des Landes angewandt werden, sogar von einem deutschen Gericht!

Hatte so einen Fall im eigenen Umfeld.

Dagegen werden Unterhalts- und die Frage des Sorgerechtes bei etwaigen Kindern immer nach dem Land des Aufenthaltes geregelt.

Viele Frauen, die ihrem Mann in dessen Heimatland folgen wissen das nicht!

@ ex-cop:

Wäre nett, wenn du mein erstes Posting auch gelesen hättest! (Seite 2)


Gebe Mainzelmann2001 hier recht! In den meisten Überlieferungen sind auf vielen Seiten sogar Auslegungsvermerke und verschieden Interpretationen. Die Scharia ist nichts anderes als eine Auslegung und findet im Koran nirgends eine Berechtigung!


Trotz allem, so eine Gewalt darf es bei uns nicht geben!

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Beitragvon highwayman10 » Do 22. Mär 2007, 12:03

[quote=""Panther""]
Die Richterin sah keinen Aussicht auf Erfolg und deshalb gab es kein Geld!
Das ist ja der Knackpunkt. Sie sah keine Aussicht auf Erfolg, weil der Koran es diesen...Leuten...erlaubt, ihre Frauen zu schlagen (was natürlich wieder auf die Glaubensrichtung ankommt, da gibt es ja bekanntlich, wie bei allen Religionen, verschiedene Auslegungen). Als ob es bei der Bewertung eines Sachverhaltes irgendeine Bedeutung habe, was im Koran steht. Warum sollte für eine muslimische Frau etwas normal sein, was für eine deutsche Frau einen Härtefall darstellen würde (Morddrohungen etc.)?

Ich war immer der Meinung, dass der Koran für die Rechtsprechung hier genauso viel Wert ist wie ein Blatt Klopapier, auf das ich "Schlagt eure Frauen!" kritzele - nämlich völlig wertlos.

Liege ich da falsch?[/quote]

Jein,

Der Mann darf bis zum 20.06.2007 dieses Jahres nicht in die Wohnung der Frau. Das ist der Hauptgrund! Wenn er nicht in die Wohnung kann, dann kann er sie ja auch nicht schlagen und somit ist die Begründung der Frau, dass sie unbedingt schnell deswegen geschieden werden muss, hinfällig.

Mich stört, dass hier die ganze Zeit nur der Koran herangezogen wird.
Marokko hat seit 3 Jahren ein modernes Eherecht:

"Der König lebt seinem Volk eine moderne Ehe vor

Saadia Wadah spreizt ihre Hand am Steuerrad und zählt an den Fingern ab. Ehen dürfen nicht mehr einfach in der Moschee, sondern müssen vor Familiengerichten geschlossen werden; das Heiratsalter wird auf 18 Jahre heraufgesetzt; Frauen brauchen nicht mehr die Zustimmung eines männlichen Familienmitglieds zur Heirat; Vielehen werden nur noch in Ausnahmefällen erlaubt; Frauen können von sich aus die Scheidung beim Familiengericht einreichen; die Ehe kann aufgelöst werden, wenn sie zerrüttet ist, und nicht nur, wenn beide es wollen; bei der Scheidung wird das gemeinsam erwirtschaftete Eigentum aufgeteilt; die Frau darf das Sorgerecht für die Kinder ebenso beantragen wie der Mann; sie und die Kinder haben das Recht auf Unterhalt nach der Ehe.

»Ein Katalog«, sagt Saadia Wadah, »der die alten marokkanischen Verhältnisse vom Kopf auf die Füße gestellt hat.« Diesen Katalog hat das Parlament mit seinen Königstreuen, Sozialisten, Konservativen und Islamisten vor knapp drei Jahren zwar verabschiedet, aber diktiert wurde er nach jahrelangem bitteren Streit von seiner Majestät höchstselbst. Als Juristin und als Linke ist Saadia Wadah strikt gegen die quasiabsolutistische Macht des Königs, aber sie weiß auch: »Ohne ihn hätten wir nie dieses Gesetz bekommen.«!

http://www.zeit.de/2007/06/Marokko?page=1

http://www.fes.de/fes6/pdf/BerichtMoudawana.pdf

Mitte Januar 2004 verabschiedete das marokkanische Parlament das neue Personenstandsgesetz (Mudawwana). Theoretisch gehören Marokkos Frauen damit jetzt zu den emanzipiertesten in der arabischen Welt. Die Reformen hatte König Mohammed VI. am 10. Oktober in einer Thronrede angekündigt, die nicht nur im scherifischen Königreich für große Überraschung sorgte, sondern auch in anderen arabischen Ländern. Martina Sabra stellt das neue Gesetz vor.

Der 10. Oktober 2003 ist für viele Feministinnen und Menschenrechtsaktivisten in Marokko bereits jetzt ein historisches Datum. An diesem Tag – einem Freitag, dem Ruhetag der Muslime – sollte König Mohammed VI. in seiner Thronrede über die Reform des Personenstandsrechts (Mudawwana) sprechen.

Der Monarch - qua Verfassung gleichzeitig Regierungschef, Oberbefehlshaber der Armee, Führer der Gläubigen und laut Artikel 23 sogar heilig und unantastbar – wandte sich zwar wie üblich mit der Formel "Mein liebes Volk" an seine Untertanen und Untertaninnen. Doch was er dann verkündete, war alles andere als gewohnt, sondern die einschneidendste Sozialreform seit der Unabhängigkeit Marokkos:

1)Die Ehefrau und der Ehemann sind gemeinsam und gleichberechtigt für den Haushalt und die Familie verantwortlich; die bisherige Pflicht der Frau, dem Mann zu gehorchen, wird abgeschafft.

2) Männer und Frauen können gleichberechtigt und aus freien Stücken eine Ehe schließen. Die Frau braucht keinen Vormund mehr, kann sich aber vertreten lassen Die Möglichkeiten des Mannes, bis zu vier Frauen zu heiraten (Polygamie), werden stark eingeschränkt.

3) Der Ehemann kann seine Frau nicht mehr ohne weiteres verstoßen; den Frauen wird die Scheidung erleichtert. Das Aussprechen der Scheidungsformel (talaq) reicht nicht mehr aus, ebenso wenig wie der Vollzug der Ehescheidung vor einem Notar (adul). Das Scheidungsersuchen des Mannes oder der Frau muss in jedem Fall von einem staatlichen Familiengericht autorisiert werden.

4) Das Mindestheiratsalter für Frauen wird auf 18 Jahre heraufgesetzt; Ausnahmen sind mit richterlicher Genehmigung möglich.

5) Kinder, die vor der Ehe (während der "Verlobungszeit") gezeugt wurden, werden bei Eheschließung als gemeinsame Kinder anerkannt. Weigert sich ein Mann, die Vaterschaft anzuerkennen, kann er zum Vaterschaftstest gezwungen werden. Bisher war das in Marokko nicht möglich, weshalb sich viele Väter der Verantwortung für nichteheliche Kinder entzogen, was die Zahl allein erziehender Mütter in Marokko in die Höhe trieb.

Quelle:
http://www.maroczone.de/portal/postt349.html

Ich habe allerdings nicht rausfinden können, ob das ehelichte Züchtigungsrecht noch in Marokko bestand hat.

Die Begründung der Richterin war halt ein wenig unglücklich, weil mißverständlich!
Mehr aber auch nicht!

Gruss,

Highwayman 8)


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