Polizeibeamte in Hinterhalt gelockt und beschossen

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Polizeibeamte in Hinterhalt gelockt und beschossen

Beitragvon bubbly » Mi 24. Sep 2008, 13:00

Köln (ots) - Staatsanwaltschaft und Polizei Köln geben bekannt:

Am späten Dienstagabend (23. September) haben bislang Unbekannte in Köln-Rondorf Schüsse auf eine Streifenwagenbesatzung abgegeben. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Gegen 23:35 Uhr wurde eine Streifenwagenbesatzung zu einem Einsatz "Hilflose Person" in die Kurische Straße gerufen. Die eingesetzten Beamten (Sie 26, Er 38 ) fanden auf dem Verbindungsweg zwischen Kurische Straße und Talstraße eine männliche Person, die dort auf dem Boden lag. Als die Beamten sich dem Mann näherten, sprang dieser plötzlich auf. Zeitgleich traten zwei weitere Personen aus dem angrenzenden Wald und bedrohten die Polizisten mit Schusswaffen. Nach erfolgloser Aufforderung der Polizisten, die Waffen nieder zu legen, gaben sie zwei Warnschüsse ab, worauf die Täter die Flucht ergriffen. Dabei drehten sich die Flüchtenden nochmals in Richtung der Beamten um und gaben Schüsse ab.

Am Tatort fanden die Ermittler eine Waffe, die einer so genannten "Pumpgun" stark ähnelt. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen Nachbau, der als Schreckschusswaffe verwendet wird.

Inzwischen wurden weitere Waffen gefunden. Die noch andauernde Untersuchung der Waffen durch den Erkennungsdienst soll klären, ob es sich um scharfe Schusswaffen handelt.

Nach Abschluss dieser ersten Ermittlungen wird es die Gelegenheit geben, die sichergestellten Waffen im Polizeipräsidium zu fotografieren.

Die Polizei Köln hat eine Mordkommission eingerichtet.

Die Absuche des Tatortbereiches nach weiteren Beweismitteln ist nahezu abgeschlossen. Zeugen, die um die fragliche Zeit verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich mit dem zuständigen Kriminalkommissariat 11 (Tel. 229-0) in Verbindung zu setzen. (de)

Quelle
tutto cambierà...

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Polizeibeamte in Hinterhalt gelockt und beschossen

Beitragvon Challenger » Mi 24. Sep 2008, 13:10

Glück gehabt!

Ich bin gespannt, was die sich dem Vorfall anschließenden Ermittlungen ergeben werden.

Ich hoffe dieses Vorkommnis sorgt vielleicht dafür, daß sich der Eine oder die Andere mal wieder Gedanken über die häufig so vernachlässigte Eigensicherung macht!? Wie man hier nämlich wieder einmal recht anschaulich sieht, kann selbst ein harmloser Auftrag zu einer brisanten Situation werden.

Wie gesagt, ich bin gespannt.
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Polizeibeamte in Hinterhalt gelockt und beschossen

Beitragvon Trooper » Mi 24. Sep 2008, 13:37

Wenn es sich bei den Täterwaffen tatsächlich um Schreckschußwaffen gehandelt haben sollte, klingt mir das danach, als ob der/die Täter auf diesem Wege versucht haben, an scharfe Dienstwaffen zu kommen. Was für Idioten... :60:

Ein Grund mehr dafür, sich den eisernen Grundsatz "Niemals die eigene Waffe aufgeben" immer wieder ins Hirn zu prügeln.
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Polizeibeamte in Hinterhalt gelockt und beschossen

Beitragvon xqz » Mi 24. Sep 2008, 14:12

[quote=""Trooper""]Wenn es sich bei den Täterwaffen tatsächlich um Schreckschußwaffen gehandelt haben sollte, klingt mir das danach, als ob der/die Täter auf diesem Wege versucht haben, an scharfe Dienstwaffen zu kommen. Was für Idioten... :60:

Ein Grund mehr dafür, sich den eisernen Grundsatz "Niemals die eigene Waffe aufgeben" immer wieder ins Hirn zu prügeln.[/quote]

Genau das war auch mein erster Gedanke...

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Polizeibeamte in Hinterhalt gelockt und beschossen

Beitragvon naredo » Mi 24. Sep 2008, 14:14

[quote=""Trooper""]"Niemals die eigene Waffe aufgeben" .[/quote]

da geb ich dir vom prinzip her völlig recht - aber ob das in so einer situation immer so hinkommt. ich geh lieber einmal zuviel davon aus, das die waffe des gegenübers scharf ist, als einmal zu wenig.
---------------

wenn es den tätern tatsächlich auf scharfe dienstwaffen ankam ist es aber reichlich dämlich während der flucht noch mal zu schießen...

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Polizeibeamte in Hinterhalt gelockt und beschossen

Beitragvon Trooper » Mi 24. Sep 2008, 14:20

Diese Frage hängt nicht davon ab, ob ich die Waffe des Gegenübers als scharf oder unecht ansehe.

Wenn ich der Bedrohung durch den Täter nicht nachgebe, sondern mich auf der Stelle entschlossen wehre, riskiere ich zwar die Eskalation der Situation, aber ich behalte meine Handlungsfähigkeit. Klar, ich riskiere, dabei verletzt oder vielleicht sogar getötet zu werden, aber ich habe zumindest eine reelle Chance, den Ausgang der Sache in meinem Sinne beeinflussen zu können. Wenn ich meine Waffe aber aufgebe und mich dem Täter somit ausliefere, ist mein Leben allein von seiner Gnade abhängig, und diese Chance ist in meinen Augen noch kleiner.

Man sollte niemals und unter keinen Umständen seine Waffe aufgeben. Lieber eskaliere ich selber, indem ich die Initiative ergreife, auf den Gegner einwirke und irgendwie versuche, Distanz und Deckung zu finden.
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Polizeibeamte in Hinterhalt gelockt und beschossen

Beitragvon Nucleonix » Mi 24. Sep 2008, 14:30

Man sollte niemals und unter keinen Umständen seine Waffe aufgeben.

Ich sehe, Du willst wortwörtlich um's Verrecken nicht als Opferlamm
diese Welt verlassen. Löblich! :D

Aber mal ernsthaft.. gibt es nicht Umstände, unter denen Du Deinen
Grundsatz aufgeben würdest?


Gruß,

Nucleonix
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Beitragvon Trooper » Mi 24. Sep 2008, 14:36

Aber mal ernsthaft.. gibt es nicht Umstände, unter denen Du Deinen
Grundsatz aufgeben würdest?
Nein, weil meine Chancen in jedem Fall besser sind, wenn ich meine Handlungsfähigkeit behalte. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es tatsächlich ist, ein sich schnell bewegendes Ziel zu treffen, und die Lethalität von Schußwunden wird oftmals überschätzt (insbesondere wenn ich eine Weste trage - was ich immer tue). Selbst wenn ich im Verlauf meiner Gegenwehr und/oder meines taktischen Rückzuges beschossen und evtl. getroffen werde, muß das noch lange nicht das Aus für mich bedeuten. Hingegen bedeutet es mit einer viel höheren Wahrscheinlichkeit das Ende für mich, wenn ich meine Waffe aufgebe, mich zur Geisel mache und der Täter die Möglichkeit hat, mich in aller Seelenruhe aus nächster Nähe zu exekutieren.

Die eigene Waffe aufzugeben und sich zur Geisel zu machen ist ein absolutes dickes No-No - unter allen Umständen.
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Polizeibeamte in Hinterhalt gelockt und beschossen

Beitragvon flash-bang-geloescht » Mi 24. Sep 2008, 14:38

Never ever...unter gar keinen Umständen!

Der Fall in Köln zeigt wiedereinmal unter welchen banalen Einsatzgründen PVB in Lebensgefahr geraten und womit eigemtlich immer und überall gerechnet werden muss...die Öffentlichkeit versteht es aber nie, wenn Polizisten vor Ort Sicherheit herstellen.

Womit wir bei dem Dauerspruch hier wären...ein Nicht- PVB versteht es eben nicht!

Schön, daß es für die Kollegen so abgegangen ist...Eigensicherung ist wichtig und seid und bleibt wachsam!
Auf eigenen Wunsch am 28.10.2008 gelöscht.

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Beitragvon Sunny84 » Mi 24. Sep 2008, 14:38

[quote=""Nucleonix""]
Ich sehe, Du willst wortwörtlich um's Verrecken nicht als Opferlamm
diese Welt verlassen. Löblich! :D

Aber mal ernsthaft.. gibt es nicht Umstände, unter denen Du Deinen
Grundsatz aufgeben würdest?


Gruß,

Nucleonix[/quote]

NEIN, aus meiner Sicht definitiv nicht.

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Beitragvon Jesus-geloescht » Mi 24. Sep 2008, 14:39

@ Trooper

Und wenn der Täter schon eine Geisel hat (z.B. ein Kind) und Dich damit erpresst? Würdest Du das Kind dann zum Wohle deiner Gesundheit opfern?

MfG
Jesus
Auf eigenen Wunsch am 15.02.2009 gelöscht.

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Beitragvon Trooper » Mi 24. Sep 2008, 14:42

Nix gibts, dieses Ding ziehe ich mir nicht an. In dem Moment, in dem der Täter sich entscheidet, eine Geisel zu erschießen, trägt er die Verantwortung für ihren Tod, und nicht etwa ich. So rum wird ein Schuh draus.

Und nein, ich würde in einer Geisellage auch eine solche Drohung nicht zum Anlaß nehmen, meine Waffe abzulegen und mich auszuliefern. Stattdessen würde ich einen gesicherten Rückzug antreten und die Situation aus Entfernung weiter beobachten.
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Beitragvon flash-bang-geloescht » Mi 24. Sep 2008, 14:42

Jesus..magst Du jedes Thema be- und zuquatschen? Wäre schön, wenn Du bei diesem Thema nicht auf Kosten deines Beispiels Kind deine üblichen "Witzchen und Spielchen" betreibst. Danke!

Nein, auch bei einem Kind nicht, weil er damit vielleicht erst in den Besitz einer scharfen Waffe kommt. Ich würde ihm deutlich zu verstehen geben, daß er nichts befürchten muss, mich zurückziehen und stelle dann keine Gefahr für ihn dar...wer sagt mir den übrigens, daß er nach Abgabe der Waffe nicht trotzdem auf mich oder das Kind schießt????

Es soll Täter geben, die lügen...habe ich mal gehört!
Auf eigenen Wunsch am 28.10.2008 gelöscht.

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Beitragvon Jesus-geloescht » Mi 24. Sep 2008, 15:02

@ Trooper

Ok, klare und teilweise nachvollziehbare Aussage. Ich gebe zu, dass ich in so einem Fall vermutlich einknicken würde.

@ flagbang

Meinungspolizist?

MfG
Jesus
Auf eigenen Wunsch am 15.02.2009 gelöscht.

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Beitragvon Nucleonix » Mi 24. Sep 2008, 15:03

Leute.. ich schätze, in realiter kann edlen Vorhaben der
Selbsterhaltungstrieb in die Quere kommen.
Wenn ein Polizist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
davon ausgehen muss, dass er stirbt, wenn er die Waffe nicht
umgehend aufgibt. Wenn er aber eine hohe Überlebenswahrscheinlichkeit
sieht, falls er's doch tut. Dann wird er, wenn er sein Leben liebt,
die Waffe aufgeben.
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