Berliner Polizist nahm sich das Leben

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f4rr3l
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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon f4rr3l » Do 15. Sep 2011, 19:18

wie schrecklich, sowas zu lesen. er hatte Recht: soll wirklich alles nur für Zahlen gemacht werden? definitiv: NEIN! bleibt menschlich, Leute.

mein Beileid den Verbliebenen

cancer91
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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon cancer91 » Do 15. Sep 2011, 19:32

uwewittenburg hat geschrieben:Ich sehe in dem Smilie kein Problem, er heißt doch "grübeln".
Über die Ursachen kann man schon grübeln!
Wenn man im Besitz einer Schusswaffe ist und ein schmerzhaftes Verbrennen vorzieht?
Mit der Dienstwaffe wird man in seinem "Kämmerlein" bleiben.
Selbstverbrennung finde ich schon sehr kraß, es soll ja auch Aufsehen erregen.
Das "warum" kennen nur die ehemaligen und die jetzigen Kollegen!
Hinter der Hand wird viel geredet, aber ich glaube nicht, dass sich jemand zu den Hintergründen offen äußern wird, leider!
Das eigene "Hemd" ist den meisten nun mal näher, als ein fremdes.

Es ist einfach traurig, mein Beileid den Angehörigen.
In der freien Wirtschaft ist das vollkommen nachvollziehbar, aber Polizisten genießen einen Beamtenstatus, somit ist das eigene Hemd doch bis zum Ableben gesichert !?
Falls das Arbeitsklima noch mehr vergiftet werden sollte als ohnehin schon, bestünde doch auch die Möglichkeit die Dienststelle zu wechseln. Zumal Berlin ja kein Kuhkaff mit nur einem Polizeirevier ist.
Oder wird das dann in einer Bewertung,Akte o.Ä. festgehalten, was eventuellen Beförderungen im Weg steht?
Die lieben Leut

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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon Mainzelmann2001 » Do 15. Sep 2011, 21:08

uwewittenburg hat geschrieben: Das eigene "Hemd" ist den meisten nun mal näher, als ein fremdes.
Trauriger Weise auch den so hochgelobten Personalvertretungen.

Auch da sitzen Leute mit einem Hemd an, die noch was werden wollen.

Ich kannte noch -führer welche das Wort "nein" in den Mund nahmen ggü. Vorgesetzten.
Was juckt es die stolze Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr reibt.

Das frühe Vögeln entspannt den Wurm.

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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon SchwarzeSau » Do 15. Sep 2011, 21:45

beni hat geschrieben:
SchwarzeSau hat geschrieben:Du hast es in Deinem letzten Satz gesagt, norcop! Ansonsten: Dito!
beni hat geschrieben:Wieso bei so einem Artikel der :gruebel: Smilie?
Denk mal nach....
Super Antwort...danke für nix
Deine Antwort zeigt, daß Du es nicht getan hast.

Dafür großen Dank an Uwe, Du hast meine Gedanken in Worte gefaßt!

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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon Robocop » Do 15. Sep 2011, 23:54

Ist auch mir neu, dass Gedankenlesen zu unseren Grundvoraussetzungen gehört. :gruebel:
Man muss auf der ganzen Klaviatur des Gesetzes spielen können.

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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon Wild-Ferkel » Fr 16. Sep 2011, 06:51

Das Thema ist weder Gedankenlesung noch Hirnaktivierung. Könnt ihr nicht einmal Pietät bewahren?

Mein Beileid den Angehörigen.

Und mögen viele mutige PVB dazu beitragen, dass die Gründe für den Suizid offen diskutiert werden und somit die Aufmerksamkeit entsteht, die der Verstorbene wohl bewirken wollte.
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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon uwewittenburg » Fr 16. Sep 2011, 07:01

cancer91 hat geschrieben:Falls das Arbeitsklima noch mehr vergiftet werden sollte als ohnehin schon, bestünde doch auch die Möglichkeit die Dienststelle zu wechseln. Zumal Berlin ja kein Kuhkaff mit nur einem Polizeirevier ist.
Oder wird das dann in einer Bewertung,Akte o.Ä. festgehalten, was eventuellen Beförderungen im Weg steht?
Der "Buschfunk" funktioniert nun mal besser als der Digitalfunk und einen vorauseilenden Ruf wirst Du nun mal nicht so schnell los!

Die Dienststelle kannst Du nun mal nicht so einfach wie Dein Hemd wechseln, zumal wie ich vom Hörensagen weiss, dass der betreffende Kollege ja wohl auch die Dienststelle gewechselt hatte, ob nun freiwillig oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis.

Aus meiner Sicht ist es nicht unbedingt immer von Vorteil, wenn man Wechselabsichten bekannt gibt, dann kann man ganz schnell dort landen, wo man überhaupt nicht hin will, sondern angeblich dringend gebraucht wird. :sauer:

Wird auch gern "wegloben" genannt.

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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon beni » Fr 16. Sep 2011, 07:14

SchwarzeSau hat geschrieben:
Deine Antwort zeigt, daß Du es nicht getan hast.

Dafür großen Dank an Uwe, Du hast meine Gedanken in Worte gefaßt!
Es ist zwar oT aber auch ich möchte mir nicht hier nachsagen lassen,ich würde nicht nachdenken.

Ich empfand es als unangemessen einen Artikel zu verlinken,den Smilie zu setzten und fertig. Dafür ist dieses Thema in meinen Augen zu sensibel und traurig.

Den Smilie kann man nämlich in verschiedenen Richtungen auslegen.

Das Uwe offensichtlich deinen Gedankengang getroffen hat ist fein.... trotzdem wäre es mehr als höflich, entweder demnächst direkt seine eigenen Gedanken in Schriftform zu verfassen ohne die Smilies oder aber sich dann wenigstens ein wenig zu erklären,anstatt sich sofort angegriffen zu fühlen.
In diesem Sinne

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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon SirJames » Fr 16. Sep 2011, 11:03

Unfassbar, was muss in ihm vorgegangen sein. Mein Beileid, mein Mitgefühl an die Familie und Freunde.

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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon cancer91 » So 18. Sep 2011, 11:12

uwewittenburg hat geschrieben:
cancer91 hat geschrieben:Falls das Arbeitsklima noch mehr vergiftet werden sollte als ohnehin schon, bestünde doch auch die Möglichkeit die Dienststelle zu wechseln. Zumal Berlin ja kein Kuhkaff mit nur einem Polizeirevier ist.
Oder wird das dann in einer Bewertung,Akte o.Ä. festgehalten, was eventuellen Beförderungen im Weg steht?
Der "Buschfunk" funktioniert nun mal besser als der Digitalfunk und einen vorauseilenden Ruf wirst Du nun mal nicht so schnell los!

Die Dienststelle kannst Du nun mal nicht so einfach wie Dein Hemd wechseln, zumal wie ich vom Hörensagen weiss, dass der betreffende Kollege ja wohl auch die Dienststelle gewechselt hatte, ob nun freiwillig oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis.

Aus meiner Sicht ist es nicht unbedingt immer von Vorteil, wenn man Wechselabsichten bekannt gibt, dann kann man ganz schnell dort landen, wo man überhaupt nicht hin will, sondern angeblich dringend gebraucht wird. :sauer:

Wird auch gern "wegloben" genannt.
Falls das mit dem Wechseln der Dienststelle stimmt, war es sicherlich doppelt deprimierend. Man hofft ja auf einen Neuanfang und wird dann enttäuscht, wenn es genauso weiterläuft.
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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon SingleFrau » So 18. Sep 2011, 13:11

Die Polizei - Dein Freund und Helfer
Wie schnell so ein Slogan zu bröckeln beginnt.
Sehr beängstigend daß nicht mal Kollegen untereinander die Gesundheit und Menschenwürde achten.

Den Angehörigen mein Beileid
Der Verstand und die Fähigkeit, ihn zu gebrauchen, sind zwei verschiedene Gaben.
(Franz Grillparzer)

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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon Holger73 » Mo 19. Sep 2011, 08:12

SingleFrau hat geschrieben:Die Polizei - Dein Freund und Helfer
Wie schnell so ein Slogan zu bröckeln beginnt.
Sehr beängstigend daß nicht mal Kollegen untereinander die Gesundheit und Menschenwürde achten.
Den Angehörigen mein Beileid
So erschreckend und aufrüttelnd die Tat auch ist, so sehr der Kollege seine Gründe gehabt haben mag, so wenig darf man das aber auf die Polizei verallgemeinern.
Das Groß der Kollegen achtet schon aufeinander, sorgt sich um den/ die Kollegen auf der Dienststelle und hakt nach wenn was nicht "koscher" ist. Noch haben wir in unseren Reihen mehr Miteinander als ein Gegeneinander.

Gruß Holger
"Das Problem, ob Denken ohne Sprache möglich sei, ist immer noch umstritten. Dagegen wird die Tatsache, daß Sprache ohne Denken durchaus möglich ist, täglich tausendfach bewiesen."

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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon uwewittenburg » Mo 19. Sep 2011, 08:24

Holger73 hat geschrieben: Noch haben wir in unseren Reihen mehr Miteinander als ein Gegeneinander.
Gruß Holger
Das mag für alte gestandene Strukturen stimmen.

Berlin ist nun mal etwas Besonderes, da werden Bereiche ständig verändert:
- Vereinigung, alles wurde vermischt
- Berliner Modell über lange Jahre aufgebaut, Wachen geschlossen und zusammengelegt
(ich weiß, heißt hier Abschnitte)
- Abschaffung der 12 Stundendienste
- u.s.w.

Wenn Du denkst Du kennst irgendwo einen Kollegen und willst ihn mal anrufen, naja, der ist jetzt woanders.

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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon 1957 » Mo 19. Sep 2011, 09:02

berlin ist nicht der nabel der welt. tiefgreifende veränderungen haben viele polizeien hinter sich gebracht. entscheidend ist , wie der einzelne mit veränderungen umgeht. wer die polizei zu seinem allesbeherrschenden mittelpunkt macht, wird nicht allzu glücklich.
die wirklichen gründe des traurigen geschehens sind nicht offenkundig. sollte ein mobbinghintergrund bestehen, gehört die sache zum sta.

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Re: Berliner Polizist nahm sich das Leben

Beitragvon uwewittenburg » Mo 19. Sep 2011, 09:10

1957 hat geschrieben:wer die polizei zu seinem allesbeherrschenden mittelpunkt macht, wird nicht allzu glücklich.
Du sagst es!
Es gibt schöneres und es ist schon lange nicht mehr "meine Polizei". Das Stück Papier, was ich in Kürze für 40 Jahre treue Dienste erhalte, können sie auch behalten.
Überall werden Milliarden "hingepumpt" und für uns hat man nicht mal mehr die "Silberlinge" als Anerkennung!

Ich konnte mir früher nicht erklären, warum sich Kollegen ihre Entlassungsurkunde in den Ruhestand zuschicken lassen haben, jetzt verstehe ich es.
Interessiert hat es bisher offensichtlich niemand.
Das zum Umgang mit Menschen in der Behörde!


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