Was zu vermeiden wäre

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Gast

Re: Was zu vermeiden wäre

Beitragvon Gast » Di 27. Mär 2012, 07:18

1957 hat geschrieben:führung per funk
Und hier liegt auch schon das Problem: Viele Kollegen wissen mit dem Apparat nichts mehr anzufangen und daher gehen auch wichtige Informationen verloren. Viel läuft (leider) über Handy, scheint auch cooler zu sein als der altmodische Schrott wo jeder mithören kann.

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Re: Was zu vermeiden wäre

Beitragvon MICHI » Di 27. Mär 2012, 07:22

Ich denke, dass in diesem Fall "blinder Aktionismus" und "Jagdtrieb" größer waren, als taktisch kluges Vorgehen.
Es stoßen mir bei dem so geschilderten Sachverhalt einige Dinge sauer auf.
Ich sage einmal ganz provokativ: Bei uns wäre das nicht passiert :polizei7:

Und funkt Berlin nicht auch, so wie Hamburg, bereits flächendeckend digital?
Gruß
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Was zu vermeiden wäre

Beitragvon DerLima » Di 27. Mär 2012, 09:26

1957 hat geschrieben:mir erschließt sich überhaupt nicht, warum der polizeikommissar geschossen hat.

ansonsten: einsatztaktischer diletantismus, wenn es denn so war.
so wie ich es verstehe, hatte der zivile Kollege seine Waffe in der Hand. Aufgefordert wurde mit "erhobenen Händen" rauszukommen und nicht mit Waffe in der Hand angerannt zu kommen.
Liest sich echt scheiße. Fällt aber mMn in die Kategorie "Dinge, die passieren, obwohl es nicht so sein sollte..!"
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Re: Was zu vermeiden wäre

Beitragvon Buford T. Justice » Di 27. Mär 2012, 09:30

Marco73 hat geschrieben:[...]der altmodische Schrott wo jeder mithören kann.
MICHI hat geschrieben:Und funkt Berlin nicht auch, so wie Hamburg, bereits flächendeckend digital?
Michi, ich glaube, Marco meinte damit ironisch, "wo jeder BERECHTIGTE mithören kann". Also unabhängig von dem technischen Aspekt des Abhörens.

Ich behaupte ebenso provokativ, speziell in meiner Behörde hätte das auch passieren können, weil jene Zivilkräfte, welche um die hier angesprochene Uhrzeit im Dienst sind, sich selten mitteilen, die Wache niemals aufsuchen und folglich wir bei S gar nicht wissen, wie sie aussehen, wenn man sie nicht zufällig noch von früher kennt.

Das Thema mit dem Funk ebenso; in dem Bereich führt man lieber eine Telefonkonferenz über Handy untereinander. Ich hätte einmal Unterstützung von ihnen brauchen können, konnte sie jedoch über Funk nicht erreichen.
:applaus:

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Beitragvon MICHI » Di 27. Mär 2012, 09:36

Das passt ja dann zu meinem ersten Posting in dieser Sache :polizei2:
Gruß
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Re: Was zu vermeiden wäre

Beitragvon Buford T. Justice » Di 27. Mär 2012, 09:48

MICHI hat geschrieben:Das passt ja dann zu meinem ersten Posting in dieser Sache :polizei2:
Ja. So weh es mir auch tut, das zuzugeben. Und ich selbst würde zumindest einen anderen Wortlaut verwenden :polizei2:

Wichtig ist mir dann nur, kurz festzuhalten, dass dieser Trupp nicht nur aus Idioten besteht. Vielmehr unterliegen sie gewissen Führungsdefiziten, welche unweigerlich auch zu dieser Art von Arbeit führen.
:applaus:

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Beitragvon MICHI » Di 27. Mär 2012, 09:52

Ich sehe da nicht unbedingt Führungs.- sondern vor allem Taktikdefizite.
Zumal solche Einsatzanlässe nun nicht gerade zu des spektakulären Ausnahmen zählen, sondern fast schon als Tagesgeschäft zu bezeichnen sind.
Aber darauf will ich hier dann nicht näher eingehen, zumal man anhand einer Pressemitteilung die genauen Umstände nicht kennt.
Gruß
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Re: Was zu vermeiden wäre

Beitragvon Taishi » Di 27. Mär 2012, 10:53

meines wissens funkt berlin eben leider nicht digital weil die einzelnen abschnitte wohl die kosten der sendemasten selbst tragen müssen und das ist schweineteuer :(
ich hatte erst kurz ein schickes "4 meter"-analog-funkgerät in benutzung aber ich kann nachvollziehen warum die kollegen lieber per handy kommunizieren:
weil man a. mehr versteht
und b. es zuverlässiger funktioniert
traurig aber was kümmerts den berliner senat wenn sich berliner polizisten wegen kommunikationsschwierigkeiten gegenseitig abknallen (überspitzt gesagt) :(

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Re: Was zu vermeiden wäre

Beitragvon powle » Di 27. Mär 2012, 11:03

Ich glaube kaum, dass es an den Funkgeräten lag.

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Beitragvon MICHI » Di 27. Mär 2012, 11:52

Auch wenn nur analog gefunkt wird, ist das keine "Entschuldigung". Wie klappte es denn sonst Jahrzehnte lang?!
Gruß
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Re: Was zu vermeiden wäre

Beitragvon Ghostrider1 » Di 27. Mär 2012, 12:40

MICHI hat geschrieben:Und funkt Berlin nicht auch, so wie Hamburg, bereits flächendeckend digital?
Haben wir auch in unserem Revier, aber gibt es auch tote Bereiche im Digi-Netz.

Also ob Digi oder nicht, sollte in diesem Fall wahrscheinlich mal eher zweitrangig sein.

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Re: Was zu vermeiden wäre

Beitragvon Taishi » Di 27. Mär 2012, 13:07

ich meinte damit auch nicht, dass durch die analogen funkgeräte dieser fehler passiert ist xD
das war nur ne antwort auf die frage ob berlin digital funkt.

das sowas trotz allem abgestimmt werden müsste ist völlig klar!

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Re: Was zu vermeiden wäre

Beitragvon Loewe » Di 27. Mär 2012, 15:34

Wie klappte es denn sonst Jahrzehnte lang?!
Frag doch mal in Weiden/Opf nach. Ist zwar schon eine Weile her, aber dort hat man nach so einer Aktion einen zivilen Rauschgiftfahnder zu Grabe getragen.

Nachdem ich 2x fast auf zivile Kollegen geschossen und selbst ein mal ( in zivil ) in den Lauf einer Waffe gestarrt habe ( in der Hand eines uniformierten Polizisten ) habe ich für mich die Lehre daraus gezogen das hierbei eine zivilen Einheiten eigene Geheimniskrämerei und eine unglaubliche Sorglosigkeit in Sachen Erkennbarkeit einen gehörigen Anteil an solchen Vorfällen hat. Zum Thema welche Rolle hier bei diesem Vorfall das " Jagdfieber" gespielt hat, lasse ich mich aus wenn der Sachverhalt mehr Informationen hergibt.

Und um mal mit ganz deutlichen Adressat zu reden: Einige Kollegen eines ganz bestimmten MEK aus Sachsen-Anhalt können froh sein heute noch am Leben zu sein.

Stinksauer

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Re: Was zu vermeiden wäre

Beitragvon ChrisC » Di 27. Mär 2012, 16:44

was soll ein solches konzept auch beinhalten? eine fibel mit der fragestelllung: was mache ich, wenn ich auf zivile kräfte treffe?? nicht jeder fall kann wirklich wirkungs- bzw. sinnvoll konzeptionell geregelt werden.
Nein, aber man kann einfache grundlegende Verhaltensweisen festlegen. In anderen Ländern gibt es das schon lange.
außerdem haben wir bereits taktische grundsätze:

absprache der eingesetzten kräfte. führung per funk und vor ort. klare aufträge.
Erstens klappt das bei einem hektischen Einsatz nicht immer, zweitens kann es durchaus zu einem Zusammentreffen von zivilen und uniformierten Kräften kommen ohne das beide Seiten zu dem selben Einsatz geschickt wurden.
Ich behaupte ebenso provokativ, speziell in meiner Behörde hätte das auch passieren können, weil jene Zivilkräfte, welche um die hier angesprochene Uhrzeit im Dienst sind, sich selten mitteilen, die Wache niemals aufsuchen und folglich wir bei S gar nicht wissen, wie sie aussehen, wenn man sie nicht zufällig noch von früher kennt.
Das Problem habt nicht nur ihr. Und selbst wenn man die Kollegen persönlich kennt hilft einem das bei Dunkelheit oft nichts.

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Re: Was zu vermeiden wäre

Beitragvon 1957 » Di 27. Mär 2012, 16:55

löwe möcht ich unbedingt zustimmen, insbesondere was den einsatz von "spezialeinheiten" ala MEK betriftt.

chris,
bei uns gibt es soviele festgelegte verhaltensanweisungen, das kein mensch alle im kopf behalten kann.
außerdem: niemand hindert dich daran, derartiges z.b. für deine dienstgruppe etc. festzulegen.

Hektik sollte grundsätzlich nicht aufkommen, erst recht nicht bei derartig banalen alltagseinsätzen. in der ruhe liegt die kraft.

das alles funktioniert bestens mit einer klaren operativen führung derartiger einsatzanlässe. deshalb ist es wichtig, die einsatzführung bereits im vorfeld/anfahrt zu bestimmen. der einsatzführer muss über eingesetzte kräfte und deren eigenarten informiert sein und bestimmt das taktische vorgehen.


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