Blockupy Frankfurt

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DerHesse
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Blockupy Frankfurt

Beitragvon DerHesse » Sa 1. Jun 2013, 19:30


Danny.reloaded
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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon Danny.reloaded » Sa 1. Jun 2013, 19:36

So eine kritische Berichterstattung hätte ich von der FAZ nicht erwartet.

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Conexxion
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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon Conexxion » Sa 1. Jun 2013, 19:42

Es dauerte fast eine Stunde, bis der Krankenwagen eintraf. Aus Wut über das Vorgehen der Polizei zündeten die Demonstranten, die sich über Stunden zunächst ruhig verhalten hatten, bengalische Feuer und schossen Feuerwerksraketen.
Gut, dass man ständig mit rein friedlichem Hintergrund zu einer Demonstration geht mit Feuerwerkskörpern im Gepäck...

Der ganze Text wirkt wie eine Parodie von Berichterstattung.

Hessen78
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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon Hessen78 » Sa 1. Jun 2013, 20:00

Es ist absolut richtig, dass das Versammlungsgesetz konsequent durchgesetzt wird.

Der schwarze Block wurde in der Vergangenheit bei etlichen Anlässen (leider!) daran gewöhnt, dass Sachbeschädigungen, Vermummungsverbot, Passivbewaffnung, Feuerwerkskörper und andere vorsätzliche Straftaten hingenommen wurden. Das hat natürlich verschiedene Gründe, jedoch hat sich insbesondere in Frankfurt gezeigt, dass dadurch immer krassere Exzesse unter dem Deckmantel der Versammlungsfreiheit zelebriert wurden. Immer wenn nicht genügend Kräfte verfügbar waren, knallte es. Nur interessieren "normale" Antifakrawalle wie unlängst beim "Rave um den Turm" oder etliche abgefackelte bzw. entglaste Polizeifahrzeuge nicht wirklich und sind nur eine Kurzmeldung in der Lokalpresse wert. Die "Friedfertigkeit" des Schwarzen Blocks richtet sich einzig und allein nach der Stärke der Polizeikräfte und somit einer Einschätzung des eigenen Risikos.

Daher wundert es nicht, dass nun die Empörung groß ist. Es ist ja auch unerhört, dass nun die Identität von Rechtsbrechern festgestellt wird, bzw. sogar Strafverfahren eingeleitet werden. Da hat man sich extra vermummt um das zu verhindern und man soll auch noch seine Personalien rausrücken... Skandal!

Interessant ist die o.g. Berichterstattung der FAZ. Man könnte meinen, die Übernahme der FR zeige hier bereits Wirkung. :pfeif:
Flaschenwürfe auf die Einsatzkräfte als Frustreaktion auf polizeiliches Einschreiten herunterzuspielen ist schon eine klasse journalitische Leistung. :applaus:

Warum die "friedlichen" Mitglieder des Schwarzen Blocks Pyrotechnik und Schraubendreher mit sich führen, wenn sie zu einer Demo gehen wird auch nicht weiter hinterfragt. Eher beiläufig wird erwähnt, dass ein PVB mittels Schraubendreher niedergestochen wurde. Ist aber nicht schlimm, er trug ja Schutzkleidung und hats überlebt. Danke für diese ausgewogene Berichterstattung.

(Quelle:
FAZ - Frankfurt im Kessel

FAZ - Frankfurt: Schwerverletzte bei Blockupy-Demonstration])

Bezeichnend ist, dass der gesamte restliche Demonstrationszug (freiwillig und ohne Not!) anhält um sich mit den üblichen Krawalltouristen zu solidarisieren. Das sagt so einiges über die Teilnehmer aus. Aber der Trick ist ja einfach: Mehrere Schlagzeilen berichten unter der Überschrift "Polizei stoppt Blockupy-Demonstrationszug". (so zB die "Süddeutsche": Link zur SZ)

Der Anmelder spricht sogleich davon, dass die Exekutive das Versammlungsrecht missachten würde. So eine Aussage zielt natürlich auf genau dieses Verhalten ab. Man stilisiert sich zum vermeintlichen Opfer des bösen Staates und ignoriert zugleich die Pflichten, die sich aus dem Versammlungsrecht ergeben.
Tatsächlich wurde der Demonstrationszug nicht gestoppt, es wurden die unfriedlichen Störer separiert und bemaßnahmt, während den übrigen Versammlungsteilnehmern die Durchführung ihres Aufzuges ermöglicht wurde. Exakt dies fordert die einschlägige Rechtsprechung der BVerfG (Brockdorf Beschluss).

Das sich wieder mal Mitglieder der Legislative (vor allem Abgeordnete der LINKE) mit dem Schwarzen Block solidarisieren erstaunt mich da am Wenigsten. Als Nachfolgepartei der SED hat man eben ein etwas spezielleres Verhältnis zur Rechtstaatlichkeit und Versammlungen im Besonderen. Wie so oft gelten nur die eigenen Grundrechte ohne jegliche Einschränkung, Rechte unbeteiligter Dritter (vom "Klassenfeind" ganz zu schweigen) oder gar eigene Verpflichtungen dürfen aufgrund moralischer Überlegenheit getrost ignoriert werden, da man die einzig wahre Wahrheit sein Eigen nennt.

Traurig ist, dass sich wie so oft die friedlichen Demonstranten, die ja eigentlich eine Botschaft rüber bringen wollten, vor den Karren des Schwarzen Blocks spannen lassen. Leider scheint es egal zu sein, dass der Schwarze Block von der Konfrontation lebt, es geht ihnen bei jeglicher Demo um das Feindbild Polizei als Repräsentant des ach so bösen Staates. Das eigentliche Motto der jeweiligen Demo rückt da in den Hintergrund.

Und das ist Schade!

Wiedereinmal ist das Kalkül des Schwarzen Blocks aufgegangen und die Berichterstattung dreht sich nur um die Auseinandersetzungen mit der Polizei. Bei aller Empörung merken viele Aktivisten scheinbar noch immer nicht, dass ihr Anliegen auf der Strecke blieb, als ihr Aufzug mal wieder vom Schwarzen Block übernommen wurde. Dabei hätte ich mir eine vernünftige kritische Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Ansatz gewünscht. Das Thema ist viel zu wichtig um von den üblichen Selbstdarstellern missbraucht zu werden.

Es bleibt die Frage, wer hier das Versammlungsrecht ad absurdum führt. Die Frage mag jeder für sich beantworten. Zumindest von unseren "Qualitätsmedien" hätte man sich eine differenzierte Berichterstattung wünschen dürfen. Jedoch in Zeiten des glattgebügelten Mainstreams ist das wohl allenfalls Wunschdenken.

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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon cosmic » So 2. Jun 2013, 05:41

Hessen78, du nimmst mir Worte aus dem Mund...oder besser: von der Tastatur.....

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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon 1-14-20-9 » So 2. Jun 2013, 08:26

Ein weiteres Beispiel dafür, das eine Demonstration als Mittel des Protestes völlig ungeeignet ist. letztendlich landen in der presse nur noch Mitteilungen von den Zuständen bzw. Abläufen auf einer Demonstration, kein einziges Wort über die Ziele, die Botschaften, die eigentlich transportiert werden sollten.

Fazit, völlig unsinnige Veranstaltung, die nur Unmengen an Geld verschlingt und Verletzte auf beiden Seiten hinterlässt.

Der Steinmetz

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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon Tinker » So 2. Jun 2013, 09:48

da hat der Hesse gut gesprochen, aber es wird leider nix helfen. Der Zug ist hier längst abgefahren.

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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon Yurji » So 2. Jun 2013, 11:44

Es sind halt immer die anderen...
Um den ersten Block Demonstranten wurden Banner gezogen, dahinter befanden sich Styroporschutzschilde (eine Schicht Hartplastik, mehrere Schichten Styropor und auf der Rückseite Schlaufen um das Ganze besser halten zu können). Des weiteren wurden bereits zu Beginn der Demo zahlreiche Regenschirme aufgespannt. Dann hab es zwei Bengalos die in Richtung der Polizei geworfen wurden und eine Rakete die in den Himmel geschossen wurde.

Die Personen im Kessel wurden mehrfach angesprochen und angewiesen die Vermummung abzunehmen. Dieser Aufforderung wurde mit Pfiffen und Stinkefingern in Richtung Polizei geantwortet.

Genau mit der gleichen Reaktion wurde die Durchsage, dass die Personalien festgestellt würden, beantwortet.
Nach gefühlten 15 Durchsagen fingen die Kollegen an, die Personen aus dem Kessel zu holen. Mal mit mehr, mal mit weniger Widerstand.

Im Grunde hat Hessen es ja schon sehr schön auf den Punkt gebracht. Die lange Leine hat offenbar nicht dazu geführt, dass die autonome Antifa sich an die geltenden Gesetze hält. Ehr das Gegenteil scheint der Fall zu sein.
Jetzt ist die Heulerei groß.
Und wer mit semiprofessonell gebauten Schutzschilden auf eine Demo geht und sich hinterher beschwert, dass man willkürlicher Polizeigewalt zum Opfer gefallen ist, der hat schon ein merkwürdiges Verhältnis zur Demokratie.

Insgesamt eine aus meiner Sicht gute und richtige Entscheidung des PF, die vielleicht den ein oder anderen PF zum Nachdenken anregt.

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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon Habakuk » So 2. Jun 2013, 12:22

http://www.youtube.com/watch?v=QRi6gQL-Ax4
Polizeiprovokation eindeutig....

Respekt an die eingesetzten Kollegen- wie viele verletzte Kollegen gab es eigentlich ?

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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon Tinker » So 2. Jun 2013, 12:40

was ist man froh diesen BePo-Irrsinn nicht mehr mitmachen zu müssen

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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon Chrischahn87 » So 2. Jun 2013, 13:15

https://www.youtube.com/watch?feature=p ... pw8ID2tNZs

Die böse Polizei.... vor allem die, die Farbbomben abbekommen haben, sind bestimmt die Beamten die eine Eskalation provoziert haben.... böse Polizei

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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon nukeomega » So 2. Jun 2013, 13:49

Danke Hessen... Kann man direkt so abdrucken! :zustimm:

Ich weiß mittlerweile nicht mehr, was schlimmer ist...

das die selben 300 Idioten das selbe Spiel wie immer spielen

...oder

dass alle anderen Demonstranten sich so sehr an diese Spielchen gewöhnt haben, dass sie es mittlerweile für normal erachten und absolut nicht mehr hinterfragen. Ganz zu schweigen von den auswendig gelernten Empörungssprüchen, die immer direkt rausgekotzt werden, sobald die Presse mal in Sichtweite ist.

Kann ich einem humanistisch gebildeten Normalbürger etwa nicht mehr zutrauen, den Unterschied zwischen einer Demonstration und Spaß-Randale-Auswärtsspiel-Party-Anarchie-"Demo oder was auch immer wir sagen müssen, damit wir nicht direkt festgenommen werden" zu erkennen?

Anscheinend kommt es echt nicht mehr auf die Botschaft, sondern auf das "Event" an...

Den verletzten Kollegen eine gute Besserung und erholt euch gut von dem Mist!

EDIT: Zu der Presse sag ich schon nix mehr...
Das Universum hasst dich, handle entsprechend!

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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon Brathühnchen » So 2. Jun 2013, 14:32

Gibt noch weitere Artikel zu dem Polizeieinsatz:

http://taz.de/Kommentar-Blockupy/!117281/
Die Bilder, die dadurch hinaus in die Welt gehen, sprechen eine andere Sprache: Seht her, in Deutschland gilt Demonstrationsfreiheit nur, wenn sie den Herrschenden genehm ist. Die Polizei suchte förmlich die Nadel im Heuhaufen. Wegen ein paar in die Luft geschossener Leuchtraketen prügelte sie auf friedliche Kapitalismuskritiker ein, löste faktisch eine überregional bedeutende und gerichtlich erlaubte Demonstration auf und hebelte das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit aus. Das ist nicht nur unverhältnismäßig, das ist eine Frechheit.
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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon Challenger » So 2. Jun 2013, 14:40

@Hessen78:

Danke, daß Du Dir für Dein Posting so eine Mühe gemacht hast: besser hätte ich es auch nicht darstellen können!

Wie 'friedlich' der abgetrennte Teil des Demonstrationszuges war, hat man im Nachhinein ja sehr gut gesehen, als sich die Reihen dort nach und nach lichteten und der Boden übersät war von sich entledigter Vermummung, Farbbeuteln, Passivbewaffnung und sonstigen zu gefährlichen Gegenständen umfunktionierten Materialien. Genügend Pressevertreter waren ja vor Ort und müssen das bestätigen können!

Festzuhalten bleibt: der Demonstrationszug wurde nicht unterbunden, sondern die Straftäter lediglich separiert. Daß es nicht weiterging lag einzig und allein daran, daß die restlichen Teilnehmer nicht mehr weiterlaufen wollten. :!:
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Re: Blockupy Frankfurt

Beitragvon patmane » So 2. Jun 2013, 16:10

Es ist schon erstaunlich, wie die Presse den gestrigen Einsatz "wahrgenommen" hat.

Ich frage mich, wo die Bilder und Videos zu sehen sind, welche ganz klar belegen, dass die Versammlung bis zum Zeitpunkt der Einschließung friedlich war.

Bereits zu Beginn der "Demo" wurden Gesänge mit beleidigendem Inhalt angestimmt. Die Beleidigungen zielten dabei auf uns als eingesetzte Kräfte ab. Wofür diese Leute hier auf die Straße gegangen sind wäre mir als unbeteiligter alleine auf Grund deren Äußerungen nicht klar geworden.

Die Gruppe (welche später eingeschlossen wurde) war von Anfang an vermummt, suchte die Konfrontation mit uns, provozierte mit direkten Beleidigungen und trug Styroporschilde als Schutzbewaffnung. In dem Link zur FAZ ist eine Bilderserie. Bild 6 zeigt links oben und mittig unten zwei dieser Schilde. Durch die Schilde wurden Kordeln gezogen, damit sie besser festzuhalten sind. Bei einigen dieser Schilde konnte ich sehen, dass die Kordeln - für einen besseren Halt - mit Isoband oder einem Stück Gartenschluch umzogen wurden. Dem Tragekomfort diente das definitiv nicht!

Während der Einschließung wurde mehrfach an den Hubschrauberabsturz "erinnert", bei dem Kollegen verunglückten. Geschmackloser und provokanter geht es nun wirklich nicht mehr.

Die Teilnehmer/Veranstalter/Übersetzer auf dem Lautsprecherwagen forderten mehrfach auf, sich auch mit Gewalt gegen die Maßnahme zu wehren. In dem Wagen selbst wurden Dinge aufgefunden, welche rein garnichts auf einer Demo zu suchen haben.

Ich empfinde es als eine absolute Frechheit, wie die Medien diese Tatsachen vollkommen außer Acht lassen und darüber nicht berichten. Grandios auch, wie auf den Bildern immer nur jene zu sehen sind, welche noch ein halbwegs bürgerliches äußeres Erscheinungsbild haben. Ich denke, dass die Meinung der Bürger da draußen etwas anders ausfiele, würden sie sehen, welche zerzauselten Menschen tatsächlich dahinter stecken.

Allen eingesetzten Kollegen wünsche ich gute Besserung/Erholung!


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