Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

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Sigma
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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon Sigma » Mo 22. Jul 2013, 21:01

Bei uns Berlin haben sie einfach in die neuen EWA nen GPS-Empfänger eingebaut ohne uns was zu sagen. Haben das über den Flurfunk von Kollegen aus der ELZ erfahren. Ich finde das der Nutzen größer ist als der Einschnitt in das RiS der EWA Besatzungen. Finde es aber frech und bezeichnend für die Behörde, dass es einfach so eingeführt wurde. Ich habe kein Rundschreiben dazu gelesen.

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Re: AW: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon torben78 » Mo 22. Jul 2013, 21:33

Dass die GPS-Sender kämen, war kein Geheimnis.

Es geht mir hier auch nicht ums RiS. Wie gesagt, mir geht's ums Prinzip. Aber ich bin auch kein Fan von Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Alle werden immer gläserner und keinen stört es.

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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon cancer91 » Mo 22. Jul 2013, 21:40

Das ist schon etwas komisch, vor allem wenn man sich in meiner Signatur oder zum Thema VDS nachliest, was der Chef der DPolG sonst so aussagt

Ich persönlich fände Überwachung während der Arbeitszeit sogar weniger schlimm.
Da agiere ich ja auch nicht als Privatperson sondern als Vertreter eines Unternehmens/Betriebs etc. ohne Privatsphäre (außer evtl in der Mittagspause).

@Torben: Es gibt schon etliche Leute, die das stört. Aber momentan stellen diese Leute die Minderheit der Regierung dar.
Zuletzt geändert von cancer91 am Mo 22. Jul 2013, 22:02, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon Gast » Mo 22. Jul 2013, 21:42

Brot hat geschrieben:Es sind schon über Funk Sprüche gekommen wie "Streife XY, ihr seid aber ganz schön schnell im 50er Bereich unterwegs" oder später auf der Wache "Aha, mal wieder Person YZ länger besucht" oder "Euer Anfahrtsweg war aber umständlich".
1. Mussten Geschwindigkeit erhöhen um einem Verdächtigen Pkw zu folgen,
2. Hatten neben der Person X/Y zu besuchen noch Ermittlungen o.ä. zu machen
3. die Verkehrslage Stau/Umleitung erforderte einen anderen Anfahrtsweg als gewöhnlich;
Erklärungen gibt es viele und wenn der Disponent überheblich wird einfach mal im FLZ vorbeischauen und den Kameraden aus dem Sessel heben oder seinen Chef fragen ob er keine andere Arbeit hat als die Funkstreifen zu schikanieren. Wenn nötig auch schriftlich.

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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon DerLima » Mo 22. Jul 2013, 21:43

Ich arbeite auch bereits seit einem Jahr in einem "überwachten" Wagen...
Coole und praktische Sache.
Mein EB in der Wache kann feststellen wer wo ist. Er kann Anfahrten koordinieren.
Manchmal hängt es, manchmal klappt es nicht mit dem GPS. Aber grundsätzlich bin ich in meiner Dienstgestaltung nicht eingeschränkt.

Hatte auch nie das Gefühl.
Fühle mich dadurch auch nicht überwacht. Kein Stück.
Die Leitstelle im Präsidium nutzt es manchmal sogar zu wenig... mMn.

Ach so ... und auf das ein oder andere Grundrecht verzichten wir als Staatsdiener zumindest in Teilen.

Und Sprüche, wie Brot sie oben gehört hat... Kenne ich nicht, noch nie gehabt.
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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon schutzmann_schneidig » Mo 22. Jul 2013, 21:58

Brathühnchen hat geschrieben:Ich persönlich würde nicht wollen, dass mein Arbeitgeber meinen Weg absolut, ohne Lücken und zeitnah nachvollziehen kann.
Äpfel und Birnen :!:
Es ist hier nicht der "Arbeitgeber", sondern der Schichtkollege in der Leitstelle. Auf Nachfrage muss der Standort auch jetzt bereits jederzeit genannt werden.

Die GPS-basierte Standortübermittlung bietet immense einsatztaktische Vorteile, sowie einen Sicherheitsgewinn, falls schnell Unterstützungskräfte nachgeführt werden müssen.
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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon powle » Mo 22. Jul 2013, 22:22

Sigma hat geschrieben:Bei uns Berlin haben sie einfach in die neuen EWA nen GPS-Empfänger eingebaut ohne uns was zu sagen. Haben das über den Flurfunk von Kollegen aus der ELZ erfahren. Ich finde das der Nutzen größer ist als der Einschnitt in das RiS der EWA Besatzungen. Finde es aber frech und bezeichnend für die Behörde, dass es einfach so eingeführt wurde. Ich habe kein Rundschreiben dazu gelesen.
Da die ELZ noch analog ist, wird die GPS-Funktion der DiGis noch gar nicht benutzt, soweit ich weiß.

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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon torben78 » Mo 22. Jul 2013, 22:25

Bei den Digi's gebe ich Dir recht. Aber achte mal auf die lustig blinkenden Transponder im Fahrzeuginneren. Also Obacht und aufpassen, wo man die Mütze hinlegt.

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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon powle » Mo 22. Jul 2013, 22:31

Und die werden auch oben bei der ELZ genutzt bei Einsatzvergabe etc.?

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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon poliziotto » Mo 22. Jul 2013, 22:49

Also ich werfe mal das Thema "Ring" in den Raum. Der einsatztaktische Vorteil bei solch einer Lage ist ja wohl immens. Ich denke auch, dass damit die Erfolgsraten eines Ringes deutlich erhöht werden könnten.
Ich habe mit einer Überwachung auch absolut kein Problem und würde es sogar begrüßen, wenn das hier eingeführt werden würde. Nur auf Bewegungsprofile würde ich echt allergisch reagieren...Die Einführung dieser zu begründen, wäre aber auch reichlich schwer.

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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon DerLima » Di 23. Jul 2013, 00:22

Erwähnte ich, dass wir noch analog arbeiten und trotzdem GPS-Überwacht werden?

Außerdem... und das sollte sich jeder Kollege mal vor Augen führen..:
Drücke ich "0" als Status... Naaaa... Wer kommt drauf, wie nützlich dann GPS ist???
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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon Sigma » Di 23. Jul 2013, 00:32

@powle

Die GPS Empfänger sind meines Wissens nach nicht im Funkgerät,sondern seperat verbaut.Schau mal in die Tourans der neusten Generation. Da klebt hinter der Windschutzscheibe ein kleiner schwarzer Kasten(Streichholzschachtel Format) beim Beifahrer.Von dem führt ein Kabel in den Motorraum.Das soll der Empfänger sein.Ob und wenn ja wo der Empfänger im Zafira sein soll, kann ich nicht sagen.

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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon poliziotto » Di 23. Jul 2013, 01:47

DerLima hat geschrieben:Außerdem... und das sollte sich jeder Kollege mal vor Augen führen..:
Drücke ich "0" als Status... Naaaa... Wer kommt drauf, wie nützlich dann GPS ist???
:gruebel: Lebenswichtig?

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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon MasterEd » Di 23. Jul 2013, 02:27

Mich stört die GPS-Ortung genauso wenig wie die meisten anderen Datenerhebungen, solange ich diese nicht selber erheben muss (Stichwort Controlling/Statistik) und sie tatsächlich einen Sinn ergeben.

GPS-Ortung halte ich sogar für sehr sinnvoll, um effizienter zu arbeiten. Das heißt aber nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch schneller. Wie oft habe ich Einsätze annehmen müssen, bei denen ich ungünstig stand und gleichzeitig ein anderes Fahrzeug in der Nähe des Tatortes (oder näher) war. Das erfahre ich dann aber meist erst im Nachhinein, wenn man mit den anderen Kollegen die Einsätze nachbespricht. Bei Einsätzen mit hohem Gefährdungspotential und zeitlicher Dringlichkeit fragt die Leitstelle sicherlich die Standorte der einzelnen FuStKw ab, aber eben nicht bei jedem Einsatz, wo es auch (aber eben nicht ganz so) dringlich ist. Das kostet ja auch Zeit, bis sich zwei, drei oder vier Funkwagen mit dem Standort nacheinander über Funk gemeldet haben. Diesen zeitlichen Verzug hätte man mit einer Live-GPS-Ortung natürlich nicht. Da sieht man welcher/welche FuStKw in der Nähe steht/stehen und kann diesen/diese gezielt einsetzen. Dieses ganze Gerede um Bewegungsprofile und Überwachung halte ich für stark übertrieben. Und nein Ulla, du brauchst nicht wieder dein Video mit dem Frosch und dem Kochtopf verlinken! Ich habe in der Öffentlichkeit weder privat noch dienstlich etwas zu verheimlichen und finde es daher auch nicht schlimm, wenn durch solche Hilfsmittel Straftaten besser und schneller verfolgt werden können.
"Polizisten sind rechtsradikale Dumpfbacken, die ein eigenes AKW im Garten haben
und vorzugsweise Frauen, Kleinkinder und honorige Bürger verprügeln." (PolBert, 08.12.2010)

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Re: Polizei gegen GPS-Überwachung von Dienstfahrzeugen

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Di 23. Jul 2013, 06:24

Ich finde es schön, dass die Diskussion von Ullas 1000. untauglichen Versuch des Berufsvetretungsbashings zu Für und Wider der GPS Ortung im täglichen Dienst gekommen ist. :zustimm:

Mir ist einfach schleierhaft, warum dies kein Standard in den Funkwagen ist. Noch leichter und besser kann man als Disponent seine Kräfte kaum disponieren. Und wer kennt das nicht: Du fährst 15 Minuten von dem Nord- auf den Südhügel, um da einen Schlicht VU aufzunehmen...auf dem Weg kommen dir winkend drei andere Funkwagen entgegen...und dann kriegst du den Einbruch in Gartenlaube auf dem Nordhügel, du eierst zurück...und wieder kommt dir einer entgegen.

Klar: Wenn ich Disponent wäre und sehen würde, dass Wagen 1 sehr lange bei der Adresse des goldenen M steht...dann wäre ich trotz meiner zurückhaltenen, Streit aus dem Weg gehenden Art sicherlich auch geneigt, das irgendwie zu kommentieren.

Wenn ich Funkwagen wäre, hätte ich aber auch Verhaltensmechanismen, damit umzugehen.

Und, wie bereits angesprochen:

Aus Eigensicherungsgründen eigentlich unverzichtbar. Wenn sich eine Streife nicht meldet...was dann?

Die Kollegen Wilkending und Lorkowski und vor allem ihre Hinterbliebenen hätten sich 1992 sicherlich über GPS Ortung am Funkwagen gefreut.
:lah:


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