Arme Bundeshauptstadt.

Hier könnt Ihr zu aktuellen, polizeirelevanten Themen diskutieren

Moderatoren: abi, Old Bill, schutzmann_schneidig, abi, Old Bill, schutzmann_schneidig

Freeman12349
Corporal
Corporal
Beiträge: 550
Registriert: So 14. Mär 2010, 17:51
Wohnort: Sachsen-Anhalt

Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Freeman12349 » Sa 11. Jun 2016, 19:52

Berlin kennt wohl keine Fürsorge :polizei1:
Kein PVB

Klagt nicht, kämpft!

Benutzeravatar
Challenger
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 6348
Registriert: So 11. Apr 2004, 00:00
Wohnort: Hessen
Kontaktdaten:

Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Challenger » So 12. Jun 2016, 16:16

Controller hat geschrieben:
sondern weil augenscheinlich unklar ist,

welchen Gesundheitsgefahren durch marode Anlagen sie ausgesetzt sind.
das denke ich nicht.
Es ist hinreichend bekannt, welche Gefahren von solchen Anlagen ausgehen

und

es gibt sehr verbindliche Vorschriften, wie Schießanlagen zu gestalten sind!

Auf der anderen Seite :polizei10:

wenn ein Schießtrainer die G Untersuchung(en) nicht besteht :polizei4:
er also nicht weiter unbedenklich dort verwendet werden kann,
aufgrund der vorliegenden Bleibelastung im Blut/Körper, muss man sich weitere Gedanken machen.
Auch und besonders wegen der Kausalität möglicher (zu erwartender) Folgeschäden
Ich hab es hier noch nicht gefunden, daher ergänzend:

:arrow: Berliner Polizisten mit krebserregendem Antimon vergiftet (Sendung "Kontraste" vom 09.06.2016)
Über Jahre sparte die Berliner Polizei an der Wartung und Sanierung maroder Schießstände. Die Folge: unzählige Polizisten, zumeist Schießtrainer und Angehörige von Spezialeinheiten, wurden durch Antimon vergiftet, weil die Abluftanlagen nicht ordnungsgemäß arbeiteten. Obwohl Gutachter vor den Gesundheitsgefahren warnten, geschah jahrelang nichts.
:o
Challenger


"Alles Große in unserer Welt geschieht nur, weil jemand mehr tut, als er muß." (Hermann Gmeiner)

Benutzeravatar
Habakuk
Lieutenant
Lieutenant
Beiträge: 1134
Registriert: Di 17. Jul 2007, 00:00

Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Habakuk » Di 14. Jun 2016, 13:10

@Freeman, genau so ist es. Ob Schießen, Einsatztraining, Ausrüstung oder Unterkünfte, Berlin versagt auf ganzer Linie. Komisch dabei ist doch bald Wahlkampf. Aber der intern hat die Führung ja auch kein Rückgrad mehr...

Benutzeravatar
SirJames
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 2615
Registriert: Sa 5. Sep 2009, 00:00
Wohnort: Berlin

Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon SirJames » Mi 15. Jun 2016, 17:37

Moin,

für Interessierte, auch wenn bis zu einem Urteil sicher ein paar Jahre ins Land gehen werden:

http://www.morgenpost.de/berlin/article ... -Geld.html
14.06.2016, 06:00

GERICHTSVERFAHREN


Berliner Beamte verklagen das Land auf mehr Geld
Von Matthias Steube

Sie halten die Beamtenbesoldung in Berlin für verfassungswidrig. Deswegen ziehen jetzt Beamte vor das Verwaltungsgericht.


Polizeikommissar Karsten S. sitzt an der Kasse eines Supermarktes und scannt die Waren der Kunden. Er tut das immer, wenn es der Schichtdienst in einer Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei zulässt. Und er tut es, weil er und seine Familie mit dem Geld, das er bei der Polizei verdient, nicht auskommen. "Die Lebenshaltungskosten steigen und wir als Polizeibeamte sind Schlusslicht bei der Besoldung bundesweit", sagte Karsten S.

Nun hat zwar das Abgeordnetenhaus entschieden, dass Berlins Beamte ab August netto 2,8 Prozent mehr bekommen, auch ein Sockelbetrag von 75 Euro wurde für Beamte bis zu Besoldungsstufe A10 beschlossen. Damit soll verhindert werden, dass die Tarifgruppen bis A10 weiter hinter das Gehaltsniveau anderer Bundesländer zurückfallen. Denn für die niedrigen Besoldungsgruppen hätte die 2,8-prozentige Erhöhung weniger gebracht als die 75 Euro, die die meisten anderen Länder als Festbetrag gewährt haben.


Datenmaterial als Grundlage für das juristische Vorgehen

"Doch auch nach der bevorstehenden Besoldungsanhebung im August bleibt Berlin mit seiner Beamtenbesoldung absolutes Schlusslicht in ganz Deutschland." Das sagt André Grashof, einer der Initiatoren der ehemaligen Volksinitiative "Verfassungskonforme Alimentation für alle Berliner Beamten". Deshalb gehen die Initiatoren jetzt einen Schritt weiter. Sie verklagen das Land Berlin. "Eine Angleichung der Berliner Besoldung an den Bundesdurchschnitt erst in zwölf bis 20 Jahren ist nicht akzeptabel, nachdem die Beamten bereits 13 Jahre Besoldungsreduzierung erdulden mussten", sagt Grashof.

Er glaubt, über die Klage den Nachweis führen zu können, dass die Besoldung in Berlin verfassungswidrig ist. Dazu haben die Initiatoren Datenmaterial gesammelt, das den Nachweis erbringen soll, dass entsprechende Berechnungen der zuständigen Innenverwaltung nicht richtig sind. Grashof: "Wichtige Teilaspekte der Senatsberechnungen haben mit der durch ein Urteil des Bundesverfassungsgericht vorgegebenen Methodik rein gar nichts zu tun."

Hoffnung auf Verfahren beim Bundesverfassungsgericht

Auch nach Ansicht der Besoldungsexperten des Deutschen Richterbundes stehen die Ausführungen des Berliner Senats zur Entwicklung der Tariflöhne mit den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts aus dem vergangenen Jahr nicht in Einklang. So berechnen die Vertreter der ehemaligen Volksinitiative, dass für die Besoldungsgruppe A4 Stufe 2 ein jährlicher Nettofehlbetrag in Höhe von etwa 3500 bis 4000 Euro auszugleichen ist, um den vom Verfassungsgericht geforderten Mindestabstand von 15 Prozent auf den Sozialhilfesatz zu erreichen.

Deswegen werden Beamte aus den Besoldungsstufen A4 bis A15 zunächst vor dem Verwaltungsgericht klagen. "Ziel ist, dass das Verwaltungsgericht die Klagen direkt ans Bundesverfassungsgericht verweist", so Grashof. Unterstützt werden die Kläger vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BdK) sowie der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

http://www.tagesspiegel.de/berlin/besol ... 34110.html
Besoldung in Berlin
Beamte verklagen den Senat - trotz Lohnerhöhung

Berliner Beamte ziehen vor das Verwaltungsgericht. Sie halten die Beamtenbesoldung für verfassungswidrig. Ein Polizist erklärt die Beweggründe. VON SIGRID KNEIST


Schon seit Jahren streiten Gewerkschaften und Beamtenorganisationen mit dem Senat über die Frage, ob die Berliner Landesbeamten ausreichend bezahlt werden und ob ihre Besoldung verfassungsgemäß ist. Jetzt wollen Beamte – unterstützt von den Polizeigewerkschaften GdP und BdK, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und dem Deutschen Richterbund – vor Gericht ziehen und diese Frage dort klären lassen. Sie verklagen den Senat, der ihrer Auffassung nach nicht willens ist, „eine Angleichung der Berliner Besoldung an den Bundesdurchschnitt spürbar voranzutreiben“.

„Eine Angleichung der Berliner Besoldung an den Bundesdurchschnitt erst in 12 bis 20 Jahren ist nicht akzeptabel, nachdem die Beamtinnen und Beamten bereits 13 Jahre Besoldungsreduzierung erdulden mussten“, sagt der Polizeibeamte André Grashof, der schon zu den Initiatoren einer Volksinitiative zu dem Thema gehörte. Trotz einer geplanten Erhöhung bleibe Berlin auch im Jahr 2016 bundesweites Schlusslicht. „Das zeugt von geringer Wertschätzung für die tägliche Arbeit und beseitigt nicht die verfassungswidrige Unteralimentation“, sagt Grashof.

Das Abgeordnetenhaus hat in der vergangenen Woche eine Besoldungserhöhung für die Berliner Beamten in Höhe von drei Prozent beschlossen. Da die Erhöhung in den untersten Besoldungsstufen sehr gering ausfällt, erhalten diese Beamten einen Sockelbetrag von 75 Euro. Sie bekommen also proportional gesehen mehr Geld.

Auch in Brandenburg gibt es Auseinandersetzungen

Bei den Klägern handelt es sich nach Angaben der Gewerkschaften um eine Auswahl von Beamten der unterschiedlichen Besoldungsgruppen von A 4 bis A 15. Die Verfahren sollen beispielhaft für alle Berliner Beamten zeigen, dass eine verfassungsgemäße Besoldung erreicht werden kann, wenn die Bezahlung erheblich angehoben wird.

Auch in Brandenburg gibt es juristische Auseinandersetzungen um die Höhe von Besoldungen. Vor knapp zwei Wochen hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg per Beschluss die Frage an das Bundesverfassungsgericht weitergeleitet, ob die Brandenburger Besoldung der dortigen Richter in den Jahren 2004 bis 2013 verfassungsgemäß ist. Geklagt hatte ein Direktor eines Amtsgerichts, nachdem das Weihnachtsgeld deutlich gekürzt worden war. Das Oberverwaltungsgericht war ebenfalls zu dem Schluss gekommen, dass die Besoldung nicht mehr rechtens ist.
Gruß
“No, I don’t wonder Marty. The world needs bad men. We keep the other bad men from the door.”

(true detective)

Knaecke77
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 5099
Registriert: Mi 13. Sep 2006, 00:00
Wohnort: Baden-Württemberg

Re: Tollhaus Berlin - Kreuzberg

Beitragvon Knaecke77 » So 10. Jul 2016, 10:13

Ist man in Berlin eigentlich nicht willens und fähig diesem randalierenden Mob endlich die Stirn zu bieten? Wie viele KFZ müssen den noch in Flammen aufgehen?
Die Presse hält sich ja vornehm bedeckt. Vielleicht weil die Gewalt von der vermeintlich "guten Seite" ausgeht? :polizei4:
Randale und Verletzte bei linker Demo in Friedrichshain

10.07.16 | 10:00 Uhr

Bei einer Kundgebung in Friedrichshain ist es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Es flogen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper. Mehrere Polizisten wurden verletzt, es gab Festnahmen. Die Demo richtete sich auch gegen die Polizeipräsenz in der Rigaer Straße. An mehreren Stellen in der Stadt brannten auch wieder Autos.

Bei einer Demonstration linker Gruppen in Berlin-Friedrichshain ist es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Die Demonstranten warfen Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper. Mehrere Polizisten, aber auch Demonstranten wurden nach rbb-Informatioen verletzt Schaufensterscheiben gingen zu Bruch, Polizeiautos wurden beschädigt. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm mehrere Randalierer fest. Eine genaue Bilanz des Einsatzes will die Polizei am Sonntag vorlegen.
http://www.rbb-online.de/politik/beitra ... lizei.html

Benutzeravatar
Kaeptn_Chaos
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 25797
Registriert: Di 22. Feb 2005, 00:00
Wohnort: Tal der Verdammnis

Re: Tollhaus Berlin - Kreuzberg

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 10. Jul 2016, 10:17

Stell mal ein Konzept vor, wie du dagegen vorgehst. Vorausgesetzt du weißt, wie man konspirativ ein Kfz in Brand setzt.

Kleiner Tip: Es ist nicht so, dass Männer mit roten Pullis, die einen Nummerncode tragen, mit Augenbinde und Feuerzeug solange neben der Karre stehen, bis der Brand voll ausgedehnt ist.
:lah:

Benutzeravatar
SirJames
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 2615
Registriert: Sa 5. Sep 2009, 00:00
Wohnort: Berlin

Re: Tollhaus Berlin - Kreuzberg

Beitragvon SirJames » So 10. Jul 2016, 10:36

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:Stell mal ein Konzept vor, wie du dagegen vorgehst. Vorausgesetzt du weißt, wie man konspirativ ein Kfz in Brand setzt.

Kleiner Tip: Es ist nicht so, dass Männer mit roten Pullis, die einen Nummerncode tragen, mit Augenbinde und Feuerzeug solange neben der Karre stehen, bis der Brand voll ausgedehnt ist.
Zustimmung. Die Kräfte tun was sie können. Es werden viele Einsatzkräftestunden generiert. Ständig Alarmierungen. Es sind jeden Dienst massig EE im Bereich, selbst heute im Tagesdienst. An mangelndem polizeilichen bzw. politischen Willen liegt es nicht.

Heute Nacht gab es eine dreistellige Zahl an verletzten Kollegen, darunter viele von den auswärtigen Einheiten. Denen gelten meine Genesungswünsche.

Gruß
“No, I don’t wonder Marty. The world needs bad men. We keep the other bad men from the door.”

(true detective)

Benutzeravatar
Jaguar 1986
Lieutenant
Lieutenant
Beiträge: 1069
Registriert: Mi 18. Jun 2014, 22:44
Wohnort: Hamburg

Re: Tollhaus Berlin - Kreuzberg

Beitragvon Jaguar 1986 » So 10. Jul 2016, 11:40

Den Genesungswünschen schließe ich mich an.
In den Nachtichten bei n-tv hieß es die Anwohner seien von beiden Seiten genervt und fordern dazu auf sich endlich an einen runden Tisch zu setzen. Finde ich unmöglich. Bei einem rechten Mob würde niemand sowas fordern. :stupid:
Dabei sind Autonome genauso staatsfeindlich gesinnt wie rechte Extremisten.
Nicht zu verwechseln mit "den Linken".
kein PVB

Benutzeravatar
Habakuk
Lieutenant
Lieutenant
Beiträge: 1134
Registriert: Di 17. Jul 2007, 00:00

Re: Tollhaus Berlin - Kreuzberg

Beitragvon Habakuk » So 10. Jul 2016, 15:34

Die gestrige "Demo" hätte niemals so lange laufen dürfen . Eine derartig langanhaltende Gewalttätigkeit habe ich noch nicht erlebt, auch wenn es immer nur kurze, sich ständig wiederholende Sequenzen.
So wie man es von der Szene gewöhnt ist : Aus der 5. Reihe schmeißen oder gezielt mit der Gruppe den letzten Beamten attackieren .

Sobald die Einheiten ( welche sich sehr zurückgehalten haben , im Rückblick zu sehr ) gearbeitet haben , war das Geschrei groß :pfeif: .


Die Führung war leider unter aller Kanone , was zumindest bei meinem EA-Führer nicht verwundert.

Allen Mitverletzten gute Besserung und den Kollegen der Bedo-Auswertung viel Erfolg .

Benutzeravatar
SirJames
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 2615
Registriert: Sa 5. Sep 2009, 00:00
Wohnort: Berlin

Re: Tollhaus Berlin - Kreuzberg

Beitragvon SirJames » So 10. Jul 2016, 19:06

https://www.berlin.de/polizei/polizeime ... 495991.php
Demonstration – Polizei zieht Bilanz

Polizeimeldung vom 10.07.2016
Friedrichshain - Kreuzberg
Nr.1765

Die Polizei betreute gestern Nachmittag, am Abend sowie in der Nacht neben anderen Veranstaltungen im Stadtgebiet einen Aufzug in Friedrichshain und Kreuzberg.

Gegen 21 Uhr begann, mit ersten Redebeiträgen am Wismarplatz, in Friedrichshain ein Aufzug mit dem Titel „Kiezdemo gegen Verdrängung“ mit zunächst zirka 500 Personen. Der Demonstrationszug setzte sich gegen 21.15 Uhr mit rund 1.500 Teilnehmern in Bewegung. Bereits kurz nach Abmarsch kam es durch Versammlungsteilnehmer an der Aufzugsspitze zu Vermummungen. Gegen 21.25 Uhr brannten unbekannte Täter im Bereich der Grünberger Ecke Scharnweber Straße Pyrotechnik auf den Dächern ab. In dem auf ca. 2.000 Personen angewachsenen Aufzug herrschte bereits frühzeitig eine sehr aggressive und polizeifeindliche Stimmung, einzelne Teilnehmer an der Aufzugsspitze begannen damit, die vorderen und seitlichen Transparente zu verknoten und warfen Flaschen und Steine auf Polizeifahrzeuge.
Durch weitere Steinwürfe in der Voigtstraße wurde gegen 21.30 Uhr ein Polizist verletzt, weitere Steinwürfe in der Voigtstraße folgten. Daraufhin wurde der Aufzug ab zirka 21.35 Uhr durch Einsatzkräfte seitlich begleitet. Nach massiven Angriffen aus dem Aufzug auf die Beamtinnen und Beamten erfolgte eine Verstärkung dieser begleitenden Kräfte.
Im Bereich Rigaer Ecke Voigtstraße warfen Versammlungsteilnehmer erneut Steine, Flaschen und Pyrotechnik auf die Einsatzkräfte, etwa 30 Teilnehmer rissen dort einen Bauzaun nieder und nahmen Steine auf. Gegen 21.45 wurden die Einsatzkräfte derart massiv mit Steinen beworfen, wodurch mehrere Polizisten verletzt wurden.
Die Teilnehmerzahl wuchs in der Rigaer Straße auf etwa 3.500 Personen an, dort warfen unbekannte Täter an zwei geparkten Pkw Scheiben ein. Die Einsatzkräfte mussten mehrmals Pfefferspray einsetzen, um Durchbruchsversuche und Angriffe auf die Beamtinnen und Beamten zu unterbinden.
So setzten die Beamten gegen 22 Uhr im Bereich Liebigstraße Ecke Weidenweg Pfefferspray ein, nachdem dort erneut Flaschen und Steine aus kürzester Entfernung auf die Einsatzkräfte geworfen wurden.
Weitere Stein- und Flaschenwürfe auf die Polizeibeamten folgten in der Proskauer Straße Ecke Bänschstraße, wobei die Beamten Pfefferspray und den Rettungsmehrzweckstock einsetzen mussten. In der Liebigstraße kam es erneut zu massiven Angriffen auf die Einsatzkräfte, wodurch zwei Beamte verletzt wurden.
Gegen 22.15 warfen in der Bänschstraße unbekannte Täter aus dem Aufzug heraus erneut Steine auf die eingesetzten Kräfte, wobei mehrere Polizeibeamte verletzt wurden.
Im Bereich Rigaer Straße Ecke Zellestraße versuchten gegen 22.30 Uhr Demonstrationsteilnehmer einen Beamten in den Aufzug zu ziehen, was durch andere Einsatzkräfte und dem Einsatz von Pfefferspray verhindert werden konnte. Danach wurde Pyrotechnik abgebrannt und Polizeifahrzeuge mit Steinen beworfen.
Im weiteren Verlauf griffen Teilnehmer des Aufzuges gegen 22.40 Uhr mit Fußtritten und Faustschlägen die Einsatzkräfte an, die den Aufzug seitlich begleiteten. Dabei wurde ein Beamter verletzt, der nach ambulanter Behandlung vom Dienst abtreten musste.
In der Frankfurter Allee bemerkten die Polizisten Pyrotechnik, eine sogenannte Kugelbombe, die von Kriminaltechnikern mitgenommen wurde.
Der Aufzug wurde im Bereich Warschauer Straße Ecke Revaler Straße von der Anmelderin gegen 23.10 Uhr beendet.

Auch nach Beendigung des Aufzuges wurden die Einsatzkräfte gegen 23.15 Uhr von unbekannten Tätern im Bereich Warschauer Straße mit Flaschen und Steinen beworfen.

Gegen 23.40 brannte ein Pkw in der Oderbruchstraße in Prenzlauer Berg. Im Bereich Spittelmarkt in Mitte wurden gegen 1 Uhr aus einer maskierten Personengruppe heraus Kleinpflastersteine gegen die Schaufensterscheiben des Gebäudes geworfen, wodurch diese beschädigt wurden. Kurz nach 1 Uhr brannte ein Pkw in der Kleinen Kurstraße in Mitte. Das Feuer griff auf ein dahinter abgestelltes Auto über. An der Kreuzung Landsberger Allee Ecke Friedenstraße in Friedrichshain brannte gegen 1.25 ein VW Caddy. Gegen 1.30 Uhr bemerkten Einsatzkräfte einen brennenden Pkw am Platz der Vereinten Nationen in Friedrichshain fest. Am Comeniusplatz in Friedrichshain wurde gegen 1.45 Uhr ein weiterer brennender Pkw festgestellt.

Am Mariannenplatz in Kreuzberg wurden Polizeibeamte gegen 2 Uhr aus einer Gruppe von etwa 100 Personen heraus mit Steinen beworfen. Im Bereich Weichselplatz Ecke Fuldastraße in Neukölln brannten kurz nach 2 Uhr drei Bagger. Aufgrund der örtlichen und zeitlichen Nähe prüft das Landeskriminalamt, ob Tatzusammenhänge zu dem Aufzug bestehen.

Von den rund 1.800 Einsatzkräften und den davon etwa 700 Unterstützungskräften wurden während des Einsatzes 123 Polizeibeamte, davon 40 Unterstützungskräfte verletzt. Die Polizisten leiteten über 100 Strafverfahren unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte, Anlegen von Vermummung, versuchter Gefangenenbefreiung, gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz ein. Insgesamt 86 Personen wurde, meist kurzfristig, die Freiheit entzogen. Drei Personen sollen wegen schweren Landfriedensbruchs einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Nach dieser Bilanz ist festzustellen, dass es sich um die aggressivste und gewalttätigste Demonstration der zurückliegenden fünf Jahre in Berlin handelte.
“No, I don’t wonder Marty. The world needs bad men. We keep the other bad men from the door.”

(true detective)

Brot
Moderator
Moderator
Beiträge: 3609
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 00:00
Wohnort: BW

Re: Tollhaus Berlin - Kreuzberg

Beitragvon Brot » So 10. Jul 2016, 19:46

Puh, dass der Aufzug hier noch weiterlaufen darf. Bestimmt eine diskussionswürdige Entscheidung.

Wie sieht es eigentlich mit Wasserwerfern in Berlin aus? Bei so viel Pyroeinsatz und Fahrzeugbränden wäre deren Einsatz bestimmt angebracht.

Benutzeravatar
SirJames
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 2615
Registriert: Sa 5. Sep 2009, 00:00
Wohnort: Berlin

Re: Tollhaus Berlin - Kreuzberg

Beitragvon SirJames » So 10. Jul 2016, 20:11

Brot hat geschrieben:Puh, dass der Aufzug hier noch weiterlaufen darf. Bestimmt eine diskussionswürdige Entscheidung.

Wie sieht es eigentlich mit Wasserwerfern in Berlin aus? Bei so viel Pyroeinsatz und Fahrzeugbränden wäre deren Einsatz bestimmt angebracht.
Moin,

nach meiner Kts. hatten die WaWe die Freigabe erhalten. Das gab es seit Jahren nicht mehr. Geworfen wurde aber nach meinem Stand nicht.

Gruß
“No, I don’t wonder Marty. The world needs bad men. We keep the other bad men from the door.”

(true detective)

malfragen
Captain
Captain
Beiträge: 1688
Registriert: Do 9. Apr 2015, 02:11

Re: Tollhaus Berlin - Kreuzberg

Beitragvon malfragen » So 10. Jul 2016, 20:48

Da muss es ja zugehen unglaublich, fast wie Bürgerkrieg.
Wie kann es nur soweit kommen das gibts doch nicht.
-----------------------------------------------------------
Kein PVB

Benutzeravatar
Eisscrat
Sergeant
Sergeant
Beiträge: 827
Registriert: Mi 2. Mär 2011, 13:23
Wohnort: Bayern

Re: Tollhaus Berlin - Kreuzberg

Beitragvon Eisscrat » Mo 11. Jul 2016, 10:11

Weils es politisch nicht gewollt ist dies zu unterbinden.

https://www.youtube.com/watch?v=1BeLe8T_rXg


Es wäre ja rechtlich überhaupt kein Problem einen Aufzug zu stoppen sobals sich Leute vermummen und so früh eine Klare Linie zu fahren. Klappt im Süden der Nation ja ganz gut.
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Albert Einstein

Benutzeravatar
MICHI
Stellv. Administrator
Stellv. Administrator
Beiträge: 15730
Registriert: Sa 10. Apr 2004, 00:00

Re: Tollhaus Berlin - Kreuzberg

Beitragvon MICHI » Mo 11. Jul 2016, 10:20

Klappt scheinbar nur in Berlin nicht
Gruß
MICHI


Take care and have fun!


Zurück zu „Aktuelle Themen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 10 Gäste



  • Neue Mitglieder

  • Top Poster

  • CopZone Spende