Arme Bundeshauptstadt.

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SirJames
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon SirJames » Fr 11. Jan 2019, 19:40

Die Personalproblematik bzgl Unterführer/Gruppenführer/Zugführer etc. könnte man damit ein wenig abfedern, indem man den allseits geschätzten U-Lehrgang streicht und auf Zugführungsebene diese elende PFK Rotation wieder einstampft. Früher hat auch ein halbes Jahr Stab genügt.

So könnte man eigene geeignete Leute zügig in die entsprechenden Positionen heben.

Gruß
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon krisjugo » Fr 11. Jan 2019, 21:41

SirJames hat geschrieben:
Fr 11. Jan 2019, 19:40
Die Personalproblematik bzgl Unterführer/Gruppenführer/Zugführer etc. könnte man damit ein wenig abfedern, indem man den allseits geschätzten U-Lehrgang streicht und auf Zugführungsebene diese elende PFK Rotation wieder einstampft. Früher hat auch ein halbes Jahr Stab genügt.

So könnte man eigene geeignete Leute zügig in die entsprechenden Positionen heben.

Gruß
und sich damit wieder von einheitlichen direktionsübergreifenden Standards für Führungskräfte verabschieden...klingt eher nach ner Notlösung

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon SirJames » Fr 11. Jan 2019, 22:27

Das will ich durchaus nicht abstreiten. Gleichsam ist aus meiner pers. Sicht die Funktion/Tätigkeit eines Zugführers durchaus eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Verwendungen als Führungskraft innerhalb der örtlichen Direktionen. Vor allem hinsichtlich der angestrebten Altersstrukur. Aber das führt jetzt zu weit. Dein Einwand ist berechtigt. Fraglich ist nur, ob die derzeitige Praxis in Zeiten augenscheinlicher Personalengpässe auf dieser Ebene noch sinnvoll ist.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Fr 11. Jan 2019, 23:06

Das wird immer ein Spagat bleiben.
In NRW haben Verwaltungsgerichte die meisten PEK und Stellenvoraussetzungen gekippt - was nicht immer von Vorteil ist.
:lah:

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Ycie » So 13. Jan 2019, 22:17

Habakuk2 hat geschrieben:https://www.morgenpost.de/berlin/articl ... U6MvsHvy5w

"Drei neue Hundertschaften sollen aufgestellt werden."

Halte ich für den falschen Weg , zwar kann man die EE über den Bund laufen lassen und langsam eine 4.BPA aufstellen, aber die hochdotierten Posten erkauft man sich mit deutlichem Qualitätsverlust.
Da stimme ich dir zu. Vor 2022 kann hier eh nichts passieren, da die DKA für 20/21 durch ist. Objekte für eine Unterbringung sehe ich auch nicht. Ich würde daher eine personelle Stärkung der bestehenden EE und der örtlichen bevorzugen.

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:gruebel: :?: :!:

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon schutzmann_schneidig » Mi 16. Jan 2019, 13:31

Ein weiteres Mal Berlin mit den hinlänglich bekannten Vorwürfen über Unzulänglichkeiten bei der Bewerberauswahl und im Testverfahren... diesmal in einem etwas "boulevardmäßigeren" Format:

Beschiss bei Polizei-Prüfung

Die Mechanismen sind die gleichen wie eh und je:
Es werden Vorwürfe bzw. Situationsbeschreibungen anonym vorgebracht und der Wunsch nach dieser Anonymität wird grds. nachvollziehbar mit der ggf. nicht völlig aus der Luft gegriffenen Sorge vor persönlichen Nachteilen im Falle eines offenen Auftretens mit Inhalten, die geeignet sind, die Behörde und die dafür verantwortliche Politik in einem schlechten Licht dastehen zu lassen, begründet.

Die Behörde bzw. ihre für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Mitarbeiter dementieren sämtliche Beschreibungen (bis auf die theoretische Möglichkeit, Handy o.ä. während des Tests zu nutzen) und wünschen sich eine offene, aber interne, Aussprache mit denjenigen, die diese Vorwürfe erheben.

Same procedure as usual...
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Mi 16. Jan 2019, 20:15

Und ein weiteres Mal sülzt der anonyme Lügenbold nur Blödsinn.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Mi 16. Jan 2019, 20:24

Völlig unklar ist auch, welche Beweggründe dahinter stecken könnten.
Wer halbwegs bei Verstand ist, dem müsste klar sein, dass die Zahl geeigneter Bewerber eher sinken muss, wenn das Image der Polizei auf diese Weise beschädigt wird.
Aber wer sagt auch, dass dieser Mensch clever wäre. Schließlich hatte er vor 4 Jahren auch nur die heute geltenden und so scharf kritisierten Anforderungen zu erfüllen.

Zuletzt geändert von mistam am Mi 16. Jan 2019, 20:24, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Habakuk2 » Mi 16. Jan 2019, 20:45

:zustimm:

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon kehrlicht » Do 17. Jan 2019, 03:12

Wobei ich zugeben muss, dass ich den Test in Berlin deutlich zu einfach fand dafür, dass es darum geht Nachwuchs für einen so wichtigen Beruf heranzuziehen.

Und ob nun mit Handy fotografiert, oder nicht, dass jahrelang der selbe Test gemacht wurde und die Prüfungsfragen somit auch vielfach im Internet auffindbar waren, ist kein Geheimnis mehr. Demnach wurde ja der Test jetzt auch unter Einbeziehung der nicht mehr vorhandenen Mindestgröße abgeändert. "Einfacher" wurde das Einstellungsverfahren sowie ich mitbekommen habe auch. Früher soll es mal ein Diktat gegeben haben, und auch die Veröffentlichung des Parkours sollte ja dazu dienen, dass es weniger Leute gibt die beim Sportteil rausfliegen, da sie sich vorab vorbereiten können. Ansonsten halte ich die Anschuldigungen bzgl. der zu erfüllenden Quote sehr stark für Quatsch. Auch wenn es wie im Video auch gesagt wurde, natürlich Vorteile bzgl Sprache und Kulturverständniss einher gehen können.

Ich hoffe einfach, dass sich mit dem neuen Test vielleicht etwas mehr die Anforderungen erhöht haben.
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon schutzmann_schneidig » Do 17. Jan 2019, 07:16

kehrlicht hat geschrieben:
Do 17. Jan 2019, 03:12
und auch die Veröffentlichung des Parkours sollte ja dazu dienen, dass es weniger Leute gibt die beim Sportteil rausfliegen, da sie sich vorab vorbereiten können.
Eine Vorbereitung auf den Sporttest im Hinblick auf eine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit vorab, sehe ich nicht als problematisch, sondern sogar als wünschenswert an. Es sei denn, das Absolvieren eines weitgehend unbekannten Parcours soll auch der Beurteilung der Koordinationsfähigkeit und raschen Auffassungsgabe dienen.
Da aber inzwischen viele Länderpolizeien den Sporttest stark eingekürzt haben (manche sogar nur auf einen einzelnen Lauf), sehe ich das hier für Berlin unkritisch.
Ich hoffe einfach, dass sich mit dem neuen Test vielleicht etwas mehr die Anforderungen erhöht haben.
In Zeiten des sich tendenziell weiter erhöhenden Mangels an Bewerbern, wird keine Polizei, die sich eine Aufstockung des Personalkörpers auf die Fahnen geschrieben hat, die Einstellungsanforderungen erhöhen und somit die Summe der danach geeigneten Bewerber noch weiter verringern.
Insbesondere dann nicht, wenn man der Auffassung ist, dass die aktuellen Anforderungen sinnvoll definiert sind und das Gros der Bewerber eine ausreichend gute Qualität besitzt. Das ist in Berlin ja ganz offensichtlich der Fall.
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Do 17. Jan 2019, 07:53


kehrlicht hat geschrieben: Und ob nun mit Handy fotografiert, oder nicht, dass jahrelang der selbe Test gemacht wurde und die Prüfungsfragen somit auch vielfach im Internet auffindbar waren, ist kein Geheimnis mehr. Demnach wurde ja der Test jetzt auch unter Einbeziehung der nicht mehr vorhandenen Mindestgröße abgeändert. "Einfacher" wurde das Einstellungsverfahren sowie ich mitbekommen habe auch. Früher soll es mal ein Diktat gegeben haben, und auch die Veröffentlichung des Parkours sollte ja dazu dienen, dass es weniger Leute gibt die beim Sportteil rausfliegen, da sie sich vorab vorbereiten können.
Die Testverfahren verwenden nahezu alle über Jahre identische Fragen, die zwar aus einem Pool stammen und damit von Testling zu Testling variieren können, insgesamt aber gleich bleiben. In gewissen Abständen werden dann die Testbatterien ausgetauscht, was eben jetzt geschehen ist und auch ohne irgendwelche anonymen Hinweisgeber geschehen wäre.
Früher gab es auch einen Kaiser. Das Diktat wurde nicht abgeschafft, um den Test zu vereinfachen, sondern weil der Testanbieter zum Zeitpunkt der Einführung der Testverfahren im Jahr 2010 kein PCgestütztes Diktat anbot. Es ist übrigens ein Ammenmärchen, dass mit anderen Testverfahren weniger gut Rechtschreibkenntnisse geprüft werden könnten als mit einem Diktat. Am Ende kommt es immer darauf an, welche Grenzwerte für ein Bestehen festgelegt werden.
Der Interviewte in diesem Fall gab an, vor 4 Jahren eingestellt worden zu sein. Da war das Testverfahren identisch.
Die Veröffentlichung des Parcours dient allenfalls am Rande einer besseren Vorbereitungsmöglichkeit, sondern in erster Linie dem Entgegenwirken gegen falsche Gerüchte und "Berichte" hierüber. In Zeiten des Internet ist es doch völlig illusorisch, anzunehmen, dass Inhalte nicht innerhalb kürzester Zeit bekannt würden.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Ycie » Fr 18. Jan 2019, 09:15

Das immer wiederkehrende Thema Einstellungsverfahren... Letztendlich kann man auch nur die einstellen, die sich bewerben. Da sehe ich es genauso, dass man sich nicht ohne guten Grund zu sehr limitiert. Die politische Vorgabe eine bestimmte Anzahl ein Neueinstellungen vorzunehmen bleibt ja bestehen und wird durch den Umstand der zunehmenden Pensionierungen noch verstärkt. Ich habe in letzter Zeit viele junge Kollegen als Berufseinsteiger kennengelernt, die absolut super waren. Mich hat dann öfter allerdings irritiert, wenn diese im mD waren und in ihrer Vorstellung was von ab geschlossenen Berufsausbildungen, Studienabschlüssen oder Abitur erzählen. Aber insgesamt stimmen mich die Pläne für die Modernisierung des Einstellungsverfahrens sehr positiv. Mal schauen, was am Ende davon tatsächlich umgesetzt wird.

Was die Medienberichterstattung angeht, so war ja nach dem Wechsel an der Spitze der Behördenleitung ne Weile Ruhe. Man darf feststellen, langsam aber sicher nimmt sie wieder an Fahrt auf.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon kehrlicht » Fr 18. Jan 2019, 18:52

Das Diktat wurde nicht abgeschafft, um den Test zu vereinfachen, sondern weil der Testanbieter zum Zeitpunkt der Einführung der Testverfahren im Jahr 2010 kein PCgestütztes Diktat anbot. Es ist übrigens ein Ammenmärchen, dass mit anderen Testverfahren weniger gut Rechtschreibkenntnisse geprüft werden könnten als mit einem Diktat. Am Ende kommt es immer darauf an, welche Grenzwerte für ein Bestehen festgelegt werden.
Also als jemand der Jahrelang Probleme mit der deutschen Rechtschreibung hatte, kann ich sehr genau sagen, dass es kein Ammemärchen ist.
Ein Diktat testet die deutschen Rechtschreibkenntnisse erheblich mehr als ein Multiplechoicetest, den man alleine mit Raten schaffen kann. Daraus resultiert auch das Problem der Polizeianwärter und deren Rechtschreibkenntnisse in der Ausbildung oder dem Studium. Während mir der Test in Berlin extrem einfach viel, musste ich mir zB. für Brandenburg tatsächlich nochmal sämtliche Regelungen anschauen.
Und dass kein Pcgeschütztes Diktat angeboten wurde, ist meiner Meinung nach auch nur eine Ausrede, denn ein Diktat kann man sehr wohl auch schriftlich mit Blatt und Stift machen. Und es wird schon irgendwo ein wahrer Kern sein, wenn die meißten die ich kenne, die sich auch in anderen Bundesländer beworben haben, den Test in Berlin am einfachsten fanden.

Und Personalmangel hin oder her( Ist ja nicht so als hätte man da deutlich früher Maßnahmen ergreifen können), Qualität sollte darunter nicht leiden und das tat es meines Erachtens nach sehr. Denn die Berliner Nachwuchspolizisten, die ich bisweil kennengelernt habe, würde ich überwiegend nicht bei der Polizei sehen wollen.

Aber da gehen wohl die einzelnen Meinungen auch stark auseinander. Das ist meine Sicht der Dinge.
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Fr 18. Jan 2019, 19:07

Nun, als Mensch, der nie Probleme mit der Rechtschreibung hatte, sich dafür aber seit vielen Jahren beruflich mit Auswahlverfahren beschäftigt, kann ich dir versichern, dass Du keinen MultipleChoice-Test mit Raten bestehen kannst.

Natürlich hätte man zusätzlich zum PC-Test ein Diktat auf Papier schreiben können. Wollte man aber nicht, da es nicht der Philosophie entsprach. Nun schreiben wir ja wieder ein Diktat und Du wirst sehen, dass sich nichts ändern wird. Denn die Anforderungen wurden nunmal auch jetzt nicht geändert.
Einfach oder nicht, wir kennen auch eine Reihe von Leuten, die bei uns durchgefallen sind und in Brandenburg eingestellt wurden.


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