Arme Bundeshauptstadt.

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berlinmitteboy
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon berlinmitteboy » Fr 26. Jul 2019, 10:00

Moin

...Womit wir wieder bei meinem letzten Post wären.
Ich würde hier nicht nur die Motivation erwähnen, sondern auch die generelle Einstellung ggü. dem Senats.

Ich kann nicht behaupten, dass, egal welche Schlagzahlen etc es auf den Schwerpunktabschnitten gibt, zu Frustration führen würde, wenn dieser  hinter einem stehen würde und man merkt, dass auch bei der Verfolgung von Straftaten was bei rum kommt.
Aber was macht man stattdessen?!Es wird ein Rotationsprogramm ins Leben gerufen, was meiner Meinung nach Standard sein sollte, verdrängt aber auch somit das eigentliche Problem...

Gruß

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krisjugo
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon krisjugo » Fr 26. Jul 2019, 10:19

ohne den entsprechenden Rückhalt der Politik, Justiz und Bevölkerung wird es ein perspektivloses Unterfangen bleiben. Hier sollte entweder

-eine Bundesratsinitiative zur Legalisierung von Cannabis gestartet werden oder
-man nimmt es ohne wenn und aber hin, dass der Besitz und Handel pönalisiert ist, führt einen bundesweiten Grenzwert für den sogenannten Eigenbedarf ein und geht dann konsequent (damit ist vor allem die Justiz gemeint) gegen Delinquenten vor. Angefangen von Platzverweisen und Aufenthaltsverbotsverfügung, die bei Zuwiederhandlung mit Ingewahrsamnahmen durchgesetzt werden bis zur Geldstrafe bzw. Ersatzfreiheitsstrafe.

Viel wichtiger ist die Bekämpfung der Ursachen, also das Bieten von Perspektiven und Erwerbstätigkeiten für Menschen ohne dauerhaftes Bleiberecht bzw. Aussetzung der Abschiebung, aber da ist ausschließlich die Legislative gefragt.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon vladdi » Fr 26. Jul 2019, 10:44

Schwarz Rot Gold

Diese Farben stehen für Menschenrechte, für Toleranz, für Demokratie, für Rechtsstreitigkeit und für Freiheit und Frieden

Farben die wir mit Stolz zeigen können und nicht nur bei Fußball WM und AFD Veranstaltungen - sinniger Weise wäre die Flagge bei Grünen und SPD besser angebracht

Regenbogenflagge
Für Toleranz! Für die Freiheit der Partnerwahl.
Lesbische und schwule Polizisten sind endlich toleriert. Im Profifußball und in der Gesellschaft sind jedoch noch viele Mauern niederzureißen.

Dennoch gehört die Deutschland Flagge zur Fußball WM nicht ans Polizeiauto und die Regenbogenflagge nicht an die Dienststelle.
Polizisten sind tolerant, stehen mit beiden Beinen auf der fdGO und identifizieren sich mit den Werten der Flaggen. Jedoch gebührt sich Neutralität der Uniform und Dienstmittel.

Schwule und Lesben werden von uns nicht nur am CSD toleriert.
Wenn am CSD Schwule und Lesben ihr Recht aus Art 8 wahrnehmen und für Freiheit auf die Straße gehen, dann begrüße ich, dass Polizisten in Uniform teilnehmen. Als Repräsentant der schwulen und lesbischen Polizisten - die einen harten Kampf um Anerkennung hatten.
Aber die Polizei ist nicht Teilnehmer, sondern neutrale Polizei und so soll sie sich auch außerhalb der Veranstaltung zeigen.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Fr 26. Jul 2019, 11:21

Inwiefern soll das durch die Regenbogenfahne zum Ausdruck gebrachte Bekenntnis zur individuellen Freiheit bezüglich der geschlechtlichen und sexuellen Freiheit das Neutralitätsgebot verletzen?
Diese Freiheit ist im GG verbürgt. Letztlich handelt es sich also lediglich um die Betonung, dass auch diese Form der verfassungsrechtlich garantierten Freiheit akzeptiert wird.
Das ist zwar überflüssig, weil selbstverständlich, verstößt aber nicht gegen die Pflicht zur Neutralität.
Bezüglich der Gewährleistung der verfassungsmäßigen Rechte hat die Polizei nämlich gerade nicht neutral zu sein.

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Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Officer André » Fr 26. Jul 2019, 11:31

Es gehört jedoch auch zur Freiheit und Toleranz den Leuten nicht ständig mit derartigen Themen auf die Pelle zu rücken und zu nerven.
Zu viel werben für eine Sache führt zu Augenrollen und somit zum erweist man sich einen Bärendienst.
Das ist wie der Veganer, der ständig drüber sabbelt muss

Der effektivste Weg ist tatsächlich zu zeigen, dass diese Minderheit in sämtlichen Berufsfeldern vertreten ist und gar nicht schrill, bunt und überdreht ist. Unaufgeregte Gemeinsamkeiten
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Fr 26. Jul 2019, 11:37

Ich hatte ja auch nicht gesagt, dass ich es gut oder wichtig finde. Es ist aber nunmal kein Verstoß gegen die Neutralitätspflicht.
Abgesehen davon halte ich es für durchaus angemessen, Intoleranz permanent entgegen zu treten und die Intoleranten mit ihrem Fehlverhalten zu konfrontieren.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Officer André » Fr 26. Jul 2019, 11:43

Man kann es auch als Solidarisierung mit bestimmten Gruppen deuten.

Neutrale Toleranz bedeutet nicht, dass ich einer Gruppe zujubeln muss
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon SirJames » Fr 26. Jul 2019, 11:55


Habakuk2 hat geschrieben:Vielen älteren Kollegen ist die Tatsache sauer aufgestoßen, dass man zwar die Regenbogenfahne hisst, aber bei der WM 2006 das Aufhängen von Deutschlandfahnen in Dienstfahrzeugen untersagte. Da meine Behörde mittlerweile ja so cool ist und einen VLOG, Instagram-Account und co. ihr eigen nennt, habe ich mit der Fahne nun wirklich kein Problem.

Hier mal etwas (nicht) Neues aus dem Görli:

https://www.rbb-online.de/kontraste/arc ... chont.html
Moin,

bzgl. des RBB Artikels: Täglich grüßt das Murmeltier. Diese Problematik gibt es solange ich denken kann. Ich glaube man muss sich einfach damit abfinden, dass weder der Berliner Senat noch die betreffenden Bezirke den politischen Willen und/oder den Mumm haben die benannten Probleme ernsthaft, konsequent und nachhaltig anzugehen. Und uns reibt man derweil dazwischen auf. Wir sind im Grunde nur dafür da das Chaos halbwegs im Rahmen zu halten. Und damit man uns egal von welcher Seite gelegentlich den schwarzen Peter zuschieben kann. Ich glaube das sollte man sich immer wieder bewusst machen. Ansonsten geht man irgendwann kaputt.

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Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Officer André » Fr 26. Jul 2019, 12:12

Bis mal ein Kind an der falschen Stelle spielt und die Dealer aggressiv reagieren

Dann geht das mit den entschlossenen Vorgehen
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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Knaecke77 » Fr 26. Jul 2019, 12:38

krisjugo hat geschrieben:
Fr 26. Jul 2019, 10:19

Viel wichtiger ist die Bekämpfung der Ursachen, also das Bieten von Perspektiven und Erwerbstätigkeiten für Menschen ohne dauerhaftes Bleiberecht bzw. Aussetzung der Abschiebung, aber da ist ausschließlich die Legislative gefragt.
Bei unseren Kontrollen treffen wir viele Arbeitnehmer an, die sich lediglich mit einer Duldung ausweisen können und denoch legal in Deutschland arbeiten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das in Berlin anders ist.

Nicht vergessen werden darf, dass ja nicht nur aus Perspektivlosigkeit gedealt wird....soweit das überhaupt der Hauptantrieb ist.... sondern auch andere Beweggründe ausschlaggebend sein können.

https://www.morgenpost.de/politik/artic ... warnt.html
Zuletzt geändert von Knaecke77 am Fr 26. Jul 2019, 12:57, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Fr 26. Jul 2019, 12:47

Officer André hat geschrieben:Man kann es auch als Solidarisierung mit bestimmten Gruppen deuten.

Neutrale Toleranz bedeutet nicht, dass ich einer Gruppe zujubeln muss
Das können wir jetzt endlos weiter machen. Entscheidend ist, dass es nicht verboten ist. Besonderer Einsatz für häufig Diskriminierte ist dabei sogar originäre Aufgabe des Staates.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Knaecke77 » Fr 26. Jul 2019, 12:50

Wie Rot-Rot-Grün in Berlin Drogendealer schont

Monika Hermann, Bezirksbürgermeisterin Friedrichshain-Kreuzberg

"Das war ein Anliegen, das die Anwohnerinnen und die Nachbarschaft, die sich hier engagiert hat für den Park, und das immer noch tut, dass sie sagen, okay, keine Gruppe soll ausgeschlossen werden, weil die Leute haben gesagt: Okay, heute sind es die Dealer, die Dealergruppe, die rausgeschickt wird. Was ist morgen? Wer darf morgen und übermorgen und wer bestimmt das eigentlich?"

Für die Hauptstadtpolizisten ist das eine absurde Situation. Denn offiziell hat ihr Dienstherr jüngst der Clankriminalität den Kampf angesagt. Dabei profitieren auch Drogenclans von den Geschäften am Görlitzer Park. Aus Ermittlerkreisen erfahren wir, dass die „Ermittlergruppe Görli“ sogar aufgelöst wurde und somit das Geschäft der Drogenzulieferer nicht mehr adäquat bekämpft werden kann. Eine Bankrotterklärung.
(.......)


https://www.rbb-online.de/kontraste/arc ... chont.html
Eine sehr eigenwillige Sichtweise, die sich die Bezirksbürgermeisterin Frau Hermann hier zu eigen macht. Herr Kretschmann (MP BW) und Frau Hermann gehören zwar derselben Partei an...das war es den aber offensichtlich (zum Glück) auch. :polizei10:
Zuletzt geändert von Knaecke77 am Fr 26. Jul 2019, 13:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon Ahab_ » Fr 26. Jul 2019, 13:02

Eine Bankrotterklärung.
Eine Bankrotterklärung? Aus Berlin!?
Die Welt ist außer sich vor Überraschung.
Kein Cop

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon vladdi » Fr 26. Jul 2019, 19:43

mistam hat geschrieben:
Fr 26. Jul 2019, 11:37
Ich hatte ja auch nicht gesagt, dass ich es gut oder wichtig finde. Es ist aber nunmal kein Verstoß gegen die Neutralitätspflicht.
Abgesehen davon halte ich es für durchaus angemessen, Intoleranz permanent entgegen zu treten und die Intoleranten mit ihrem Fehlverhalten zu konfrontieren.
Das ist deine Meinung.
Ich habe eine andere.

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Re: Arme Bundeshauptstadt.

Beitragvon mistam » Fr 26. Jul 2019, 21:49

Dass es kein Verstoß gegen die Neutralitätspflicht ist, ist ganz gewiss nicht nur eine Meinung. Frag einfach mal jemanden, der sich besser mit Recht auskennt als Du.
Oder meintest Du, dass man Intoleranz ruhig dulden sollte? Na dann ...


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