Kostenstreit Fußball

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Lone Soldier

Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon Lone Soldier » Di 29. Jul 2014, 17:17

Alternativ könnte die Polizei bei solchen Spielen eine Kostenrechnung für den Einsatz IM Stadion stellen.

cancer91
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Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon cancer91 » Di 29. Jul 2014, 18:56

Ich habe Dynamo Dresden und Hansa Rostock als Beispiel genommen, weil ich wusste, dass jene Städte finanziell helfen mussten, damit die Vereine nicht bankrott gingen.
http://www.mdr.de/sport/dresden-stadion100.html
http://www.focus.de/regional/rostock/fu ... 27214.html

( Im Westen gäbe es aber genauso Vereine wie zB Waldhof Mannheim die mit den Polizeikosten vermutlich überfordert wären.)

Dynamo und Hansa haben diese Saison allein 5 "Ost-Derbys", die als Risikospiele gelten. Das kann der jeweilige Verein nicht stämmen. Somit müssten sie am Ende wieder die Stadt anpumpen - und was ist damit gewonnen ?
Die Stadt kann die Vereine aber auch nicht einfach bankrott gehen lassen, weil sonst kein anderer Club das Stadion füllt und die Stadt letztlich die Instandhaltung bezahlen muss.
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Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon krisjugo » Mi 30. Jul 2014, 05:10

jetzt mal ne blöde Frage, aber worauf stützt man eigentlich die Forderung sich als Polizei entsprechende Einsätze bezahlen zu lassen?

Werden für das Oktoberfest in München, das Myfest oder den Karneval der Kulturen in Berlin, etc. auch Rechnungen an die Veranstalter geschickt?

Lone Soldier

Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon Lone Soldier » Mi 30. Jul 2014, 05:56

Blöde Frage: Worauf stützt sich die Forderung, dass die Polizei umsonst den Sicherheitsdienst auf einer privaten, kommerziellen Veranstaltung übernehmen soll? Eine gesetzliche Verpflichtung dazu ist mir nicht bekannt. Es ist eine Freiwilliges Entgegenkommen an den Veranstalter. Nicht mehr und nicht weniger. Dass das auch bei anderen Veranstaltungen inzwischen als selbstverständlich angesehen wird, ok. Aber auch da könnte sich der Wind irgendwann drehen.

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Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon Diag » Mi 30. Jul 2014, 06:39

Gibt es da nicht einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen Oktoberfest etc. und einem Fußballspiel?

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Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon Ghostrider1 » Mi 30. Jul 2014, 09:08

Diag hat geschrieben:Gibt es da nicht einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen Oktoberfest etc. und einem Fußballspiel?
Ja das eine richtet die Stadt/Kommune aus und das andere ein privater Verein. Im Schluss bleibt aber ein privates Vergnügen der Leute stehen.
Blöde Frage: Worauf stützt sich die Forderung, dass die Polizei umsonst den Sicherheitsdienst auf einer privaten, kommerziellen Veranstaltung übernehmen soll? Eine gesetzliche Verpflichtung dazu ist mir nicht bekannt. Es ist eine Freiwilliges Entgegenkommen an den Veranstalter. Nicht mehr und nicht weniger. Dass das auch bei anderen Veranstaltungen inzwischen als selbstverständlich angesehen wird, ok. Aber auch da könnte sich der Wind irgendwann drehen.
Naja, aber der Streß findet doch zu 90% draussen statt. (meine Erfahrung aus einigen Jahren in der BePo) Da ist es 100% Aufgabe der Polizei.
Über diese Randale wird weniger berichtet, weil die Bilder nicht so schön sind, wie Bengalos im Station.

Die Ultras und Co haben dazu gelernt. Die Meisten wissen:
Streß im Station -> Strafe für den Verein (das wollen die nicht und kann zu Stationverbot führen)
Streß im Zug/Bahnhof -> Ärger mit der BuPol und wenig Platz zum aggieren
Streß in der Stadt -> man hat Platz und kann sich kleinere Auseinandersetzungen liefern (führt nicht zu Stationverbot)

Einen Gewalttäter-Sport mit Reiseverbot an Spieltagen zu belegen, klingt erstmal gut, stellt aber einen gravierenden Eingriff dar. Und Sportbars oder Ähnliches sind nun einmal private Unternehmen, wo es dem Wirt frei steht, wenn er reinlässt und wem nicht.

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Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon Diag » Mi 30. Jul 2014, 12:40

Ja, das Vergnügen verbindet beide. Ansonsten aber gibt es eben 2 unterschiedliche "Veranstalter" in deinem Beispiel.
Hat ein wenig was von "tatsächlich-öffentlichem Vergnügungsraum" vs. "privatem Vergnügungsraum" ;-)

RafaelGomez
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Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon RafaelGomez » Mi 30. Jul 2014, 13:10

Ghostrider1 hat geschrieben: Streß im Zug/Bahnhof -> Ärger mit der BuPol und wenig Platz zum aggieren
Leider oftmals nicht, kräftemäßig nicht immer darstellbar. Vielleicht noch am Anfangs- und Zielbahnhof, zwischendurch -Stichwort 'Reisewegüberschneidungen'- stehen 2 Streifen allein zwischen den Fronten. Da ist das Gesindel dann in gewaltiger Überzahl. Denen ist es ja egal, zu einem Spiel insgesamt 30 Stunden unterwegs zu sein, andere müssen sich aber an AZV halten. Und wenn es BL-übergreifend ist, gibt es noch manchmal einen Länder-PF, dem es nur drauf ankommt, das Pack aus seinem Bereich zu bekommen. Auch verständlich, nur hinter der Grenze hat eben der nächste ein Problem. BPOL allein kann eine Begleitung im öPv nicht das ganze WE über gewährleisten. Geschweige denn, mehrstündige Aufenthalte an Umsteigebahnhöfen. Da ist schon ohne volltrunkene Fußballaggros genug zu tun.
Einen Gewalttäter-Sport mit Reiseverbot an Spieltagen zu belegen, klingt erstmal gut, stellt aber einen gravierenden Eingriff dar. Und Sportbars oder Ähnliches sind nun einmal private Unternehmen, wo es dem Wirt frei steht, wenn er reinlässt und wem nicht.
Klar ist das ein Eingriff. Nur, wer hat das zu verantworten? Der Bürger selbst. Natürlich soll nicht beim ersten kleinen KV-Delikt die Keule rausgeholt werden. Aber Du kennst doch Dein (DD)Klientel am besten. Die amtsbekannten neigen zur Fortsetzungsdelinquenz. Die dürfen sich gerne vor und nach Spielbeginn in ihrer passenden Wache melden müssen. Und wenn das nicht klappt, sollte über einen -natürlich im Vorwege bestätigten- Gewahrsam nachgedacht werden. Der Einzelne hat dadurch seine Freiheitsbeschränkung oder -entziehung ziemlich gut selbst in der Hand.

Das würde -um zum Thema zurück zu kommen- mMn das Aufkommen krimineller Gruppen im Namen des Fußballs mittelfristig runterbringen, der Kräfteansatz könnte reduziert werden und eine Kostenübernahme des Veranstalters wäre obsolet.

Gruß

Lone Soldier

Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon Lone Soldier » Mi 30. Jul 2014, 13:30

http://www.youtube.com/watch?v=eK_wDlKp2zY
http://www.youtube.com/watch?v=9bBNtOiMN3o
http://www.youtube.com/watch?v=qtd9nFUR11Y

Gut, dass in den Stadien nie was passiert, der Ordnerdienst alles im Griff hat und keinerlei Polizeikräfte dort gebunden sind...

Dass die Herrschaften sich draußen noch wilder aufführen ändert doch nichts an diesen Szenen. Gerade bei den Hochrisikospielen ist es nunmal Fakt, dass auch ordentlich Polizei im Stadion notwendig ist. Da sollte man ansetzen.

tyrant
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Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon tyrant » Do 31. Jul 2014, 13:07

Man will zwar niemanden diskriminieren, aber Ostdeutsche sind generell gewaltbereiter:

http://www.mz-web.de/fussball/aerger-in ... 91602.html
Ich bin KEIN PVB!

An allem Unrecht, das geschieht,
ist nicht nur der Schuld, der es begeht, sondern auch der,
der es nicht verhindert.

(Erich Kästner)

Lone Soldier

Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon Lone Soldier » Do 31. Jul 2014, 14:25

Leute nach dem Geburtsort selektieren, was ist das denn? Eine Diskriminierung, wie sie im Buche steht. Komischerweise empört sich niemand aus der Politik oder den Verbänden. Ob das auch so laufen würde, wenn ein Diskobetreiber statt dem Geburtsort andere Kriterien zum pauschalen Ausschluss heranziehen würde? Da ist es pure Heuchelei, wenn der DFB große Antidiskriminierungsreden schwingt und solche Praktiken duldet.

Zuschauerbegrenzung kann ich verstehen. Dann sollten doch aber andere Faktoren eine Rolle spielen, z.B. wie voll einer ist. Oder eine personalisierte Ticketvergabe mit automatischem Abgleich in der Stadionverbotdatei beim Eintritt.

Konsequente Maßnahmen gegen Straftäter ja. Die können wegen mir auch Meldeauflagen an den Spieltagen bekommen. Aber die Sippenhaft haben wir aus guten Gründen abgeschafft.

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Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon Mac Phail » Do 31. Jul 2014, 15:25

Das wurde bei Velbert gegen F95 in Wuppertal auch schon so gehandhabt. Und das bei der Entfernung zwischen den Städten. :-)
Gruß Gordon - Kein PVB

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Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon cancer91 » Do 31. Jul 2014, 16:28

Lone Soldier hat geschrieben:http://www.youtube.com/watch?v=eK_wDlKp2zY
http://www.youtube.com/watch?v=9bBNtOiMN3o
http://www.youtube.com/watch?v=qtd9nFUR11Y

Gut, dass in den Stadien nie was passiert, der Ordnerdienst alles im Griff hat und keinerlei Polizeikräfte dort gebunden sind...

Dass die Herrschaften sich draußen noch wilder aufführen ändert doch nichts an diesen Szenen. Gerade bei den Hochrisikospielen ist es nunmal Fakt, dass auch ordentlich Polizei im Stadion notwendig ist. Da sollte man ansetzen.
Und wie willst du das umsetzen. Über die Veranstalter ( DFB,DFL, UEFA, BFV, NOFV ) oder die Vereine und wie den Kräfteansatz bestimmen ?
Und das auch noch so, dass niemand im Wettbewerb benachteiligt wird und dagegen klagen kann.
Die lieben Leut

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Lone Soldier

Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon Lone Soldier » Do 31. Jul 2014, 16:57

Ganz einfach: Die Polizei rückt erst in das Stadion ein, wenn sie vom Ordnerdienst angefordert wird. Grundsätzlich bleibt sie draußen und der Ordnerdienst ist zuständig. Kriegt der es regelmäßig nicht auf die Reihe für Sicherheit zu sorgen, werden bei bestimmten Spielen eben Auflagen erteilt. Und wenn dann nur noch 10.000 ins Stadion können, ist das halt so. Wenn die Ticketpreise durch mehr Investitionen in den Ordnerdienst steigen, wo ist das Problem? Billige Eintrittspreise beim Fußball sind ja wohl kein Grundrecht, oder?

Lone Soldier

Re: Kostenstreit Fußball

Beitragvon Lone Soldier » Do 31. Jul 2014, 17:03

Das Argument: Verein X darf nicht pleite gehen, zieht nicht. Wir leben nunmal in der Marktwirschaft. Anderen Firmen wird auch nicht geholfen. Da könnte sich mancher fragen: Warum soll ich meinen Arbeitsplatz verlieren und gleichzeitig dafür bezahlen, dass wirtschaftlich nicht tragfähige Veranstaltungen subventioniert werden?


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