Terror in Europa

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Re: Terror in Europa

Beitragvon DeBurschi » Mo 1. Aug 2016, 09:33

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:Solange kaum jemand erste Hilfe beherrscht oder die fünf W Fragen, wo in beides Geld und Mühe in Kampagnen gesteckt wurde, illusorisch. Sowas fällt dem Bürger immer erst ein, wenn es soweit ist.
Dennoch ist der Ansatz doch nicht verkehrt? Ob die Bürger dem nun nachkommen, es ernst nehmen oder nicht, bleibt ja jedem selbst überlassen, aber eine Anleitung zum richtigen Verhalten ist schon eine gute Idee.

Harkov

Re: Terror in Europa

Beitragvon Harkov » Mo 1. Aug 2016, 11:42

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:Solange kaum jemand erste Hilfe beherrscht oder die fünf W Fragen, wo in beides Geld und Mühe in Kampagnen gesteckt wurde, illusorisch. Sowas fällt dem Bürger immer erst ein, wenn es soweit ist.
Jein, ich gebe dir schon Recht, die Pulleralarm und Aluhutgeneration wirst du nicht erreichen. Aber mal ein Gegenbeispiel.

Nach der Amoktat wurde ein Mann interviewt. Seine Frau hatte sich mit Kollegen in einem kleinen Lager eingeschlossen. Er erzählte dann, dass er ihre geraten habe, dass alle in dem Raum befindlichen sich auf den Eintretenden stürzen sollten.

Ich finde die Idee gar nicht schlecht.

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Re: Terror in Europa

Beitragvon Trooper » Mo 1. Aug 2016, 12:14

Ich glaube nicht, daß es sowas als offizielle Handlungsempfehlung geben wird. Denn dann käme man selbst mit minimalstem Googlen nicht an der Tatsache vorbei, daß in den USA z.B. auf nationaler Ebene behördlicherseits dem Bürger für den Fall eines Amokszenarios das "Run - Hide - Fight"-Protokoll vermittelt wird.

Das (insbesondere der"Fight"-Part) würde unsere eigenen Behörden vor die peinliche Wahl zwischen zwei alternativen Ratschlägen stellen:

a) bloß keine Gegenwehr, wenn ein Amoktäter oder Terrorist kommt und dich umbringen will. Sowas ist nämlich nur was für verbeamtete Profis. Und wenn du es versiebst, bringt er dich womöglich um.

b) wenn der schwerbewaffnete Amoktäter oder Terrorist kommt, wehr dich nach Kräften. Daß wir dir ständig dazu raten, dich gegen den 17 jährigen stockenbreiten Abzieher lieber nicht zu wehren (weil er ja sonst böse auf dich werden könnte) und am besten keine Verteidigungsmittel einzustecken (weil das ja nur was für verbeamtete Profis ist)... tja, das können wir dir leider auch nicht schlüssig erklären. Genausowenig womit du dich gegen den Amoktäter oder Terroristen wehren sollst. Ist aber auch egal. Im Zweifelsfall werden wir einfach posthum eine Straße oder eine Schule nach dir benennen.
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Re: Terror in Europa

Beitragvon cancer91 » Do 4. Aug 2016, 01:09

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Re: Terror in Europa

Beitragvon DeBurschi » Do 4. Aug 2016, 09:00

1 Toter und 5 Verletzte in London durch einen Messerstecher
http://www.bbc.com/news/uk-36972126

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Re: Terror in Europa

Beitragvon MICHI » Do 4. Aug 2016, 10:01

Ist doch noch gar nicht geklärt, ob das Ganze einen terroristischen oder psychischen Hintergrund hat.
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Re: Terror in Europa

Beitragvon DeBurschi » Do 4. Aug 2016, 10:13

MICHI hat geschrieben:Ist doch noch gar nicht geklärt, ob das Ganze einen terroristischen oder psychischen Hintergrund hat.
Hast du den Artikel denn gelesen? Da steht was anderes. Da steht, dass "mental health" was "significant factor".

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Re: Terror in Europa

Beitragvon MICHI » Do 4. Aug 2016, 10:16

Ich zitierte dann auch mal aus Spiegel Online:

Psychische Probleme des 19-Jährigen sollen den Angaben zufolge eine bedeutende Rolle gespielt haben.


Womit zum derzeitigen Zeitpunkt Beiträge in dieser Sektion eher noch nicht passend sind.
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Re: Terror in Europa

Beitragvon Trooper » Do 4. Aug 2016, 10:17

Das schließt sich ja gegenseitig nicht aus. Mal ganz davon abgesehen, daß man nach meinem persönlichen Dafürhalten ohnehin gepflegt einen an der Marmel haben muß, um sich zu so einer Ideologie hingezogen zu fühlen... es gehört doch offenkundig zur terroristischen Strategie des IS, beeinflussbares Kanonenfutter im Zielland zu rekrutieren und zur Begehung von Anschlägen zu veranlassen. Im Extremfall auch durch bloße mediale Beeinflussung ohne jeden persönlichen Kontakt zur Organisation. Natürlich springen auf sowas vornehmlich Leute mit psychischen Problemen an. Deswegen bleibt es doch trotzdem Terrorismus, und es ist für mich nicht nachvollziehbar, wieso Medien und Behörden das Vorliegen von psychischen Erkrankungen als Indiz für die Abwesenheit von Terrorismus heranziehen.
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Re: Terror in Europa

Beitragvon MICHI » Do 4. Aug 2016, 10:20

Von Terrorismus wurde zunächst auch in München gesprochen, dann stelle sich das Ganze aber als Amok heraus. Also derzeit alles reine Spekulation.
Gruß
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Re: Terror in Europa

Beitragvon DeBurschi » Do 4. Aug 2016, 10:55

MICHI hat geschrieben:Von Terrorismus wurde zunächst auch in München gesprochen, dann stelle sich das Ganze aber als Amok heraus. Also derzeit alles reine Spekulation.
Wo ziehst du denn da die Grenzen? Und ist das nicht unter Umständen auch ein Definitions- bzw. Subsumtionsproblem?
Terrorakte sollen möglichst viele (unbekannte) Opfer treffen und Angst und Schrecken verbreiten. Das gilt auch für München, dass man das Kind dann anders nennt, hat eher politische Gründe, Terror ist halt böse und unschick, "Amokläufe" kennen wir ja schon, wobei es in den Fällen ja eher um Vergeltung/Rache geht, es also eine Beziehung zu den Opfern gibt.
Psychische Probleme haben bei der Unterscheidung zwischen "Amokttat" und "Terrorakt" doch zunächst gar kein Gewicht.

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Re: Terror in Europa

Beitragvon MICHI » Do 4. Aug 2016, 11:03

Die Grenzen brauche ich nicht zu ziehen, sondern die ergeben sich schon alleine aus der Zuständigkeit. Amok=LKA. Terror=BKA.
Nicht jegliche nichtalltägliche Tat mit mehreren Opfern muss immer gleich als Terrorismus bewertet werden.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass man hier im Forum fast schon panisch auf solche Taten reagiert.

Und ob es sich um einen Terrorakt oder eine Amoktat handelt, macht für mich schon einen gewaltigen Unterschied, insbesondere auch dahingehend, was seitens unserer Regierung und der Polizeien an unterschiedlichen Maßnahmen angedacht ist, bzw. bereits entsprechend getroffen werden.

Ich sehe hier auch gar keinen neuen Diskussionsansatz.
Gruß
MICHI


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Re: Terror in Europa

Beitragvon Trooper » Do 4. Aug 2016, 11:18

München war ja in der Rückschau klar ein Amoklauf, insofern sollten wir das in dieser Debatte vielleicht mal ausklammern. Mir ging es eher um Fälle wie Ansbach und Würzburg, wo es zuerst aus vielen Ecken hieß, "Das ist ja nur ein psychisch kranker Einzeltäter, wie kann man da von Terror reden?", obwohl es sich in beiden Fällen um Täter mit einer radikalislamischen Motivation gehandelt hat.

Eben weil wir es mit einem Gegner zu tun haben, der nicht mehr bloß klassische Strukturen wie eine Zellenorganisation nutzt, sondern Lone-Wolf-Attentäter per "Fernradikalisierung" produziert, greift es meiner Ansicht nach zu kurz, erst dann von Terrorismus zu sprechen, wenn der Täter einen IS-Clubausweis in der Tasche hat, Teil einer Organisation ist und vorher einen Sporturlaub in Syrien absolviert hat.
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Re: Terror in Europa

Beitragvon vladdi » Do 4. Aug 2016, 13:00

@deBurschi

München hat uns gezeigt, dass es eine große Schnittmenge zwischen Amok und Terror gibt.

Und genauso wird es eine Schnittmenge zwischen psychisch kranken Einzeltätern, Amoktätern und Terrortätern geben.
Um solchen Taten zu begehen, muss man schon psychisch Krank sein! Normale Menschen töten andere Menschen nicht!

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Re: Terror in Europa

Beitragvon DeBurschi » Do 4. Aug 2016, 13:29

vladdi hat geschrieben:@deBurschi

München hat uns gezeigt, dass es eine große Schnittmenge zwischen Amok und Terror gibt.

Und genauso wird es eine Schnittmenge zwischen psychisch kranken Einzeltätern, Amoktätern und Terrortätern geben. Um solchen Taten zu begehen, muss man schon psychisch Krank sein!
Genau das meine ich doch!
Normale Menschen töten andere Menschen nicht!
Da stimme ich dir nicht zu. Es gibt genug (auch anerkannte) Gründe andere Menschen zu töten. Und wenn man es historisch betrachten würde, sähe die Sache wohl noch anders aus.


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