Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

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wolfi71
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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon wolfi71 » So 3. Jan 2016, 10:25

Wir wollen das Thema Wohnungen mal klar sehen. Mit dem Mangel an Wohnraum lässt sich prima Geld verdienen. Deswegen tut die Politik auch wenig dagegen, es könnte ja ein paar Leute auf der Cocktailparty treffen.

Wenn man ein leerstehendes Haus hat und das verfällt, dann sind viele Leute durchaus bereit das an die Gemeinde zu vermieten. Man muss nur auf die Leute zugehen. Ich weiß von Ortschaften in denen der Gemeindevollzugsdienst leerstehende Häuser meldet und dann die Verwaltung den Hausbesitzer ermittelt und auf den zugeht. Da gab es bisher keine Probleme. Nahezu alle Besitzer waren bereit das Objekt der Gemeinde für kleines Geld zu vermieten. Hauptsache es steht nicht mehr leer.

Probleme machen eher größere Ortschaften, wo man sich in der Stadtverwaltung auch nicht mehr kennt und viel mehr nach Schema F arbeitet, wie nach pragmatischen Lösungen zu suchen. Da ist nämlich die Angst davor einen Fehler zu machen größer wie die Aussicht auf die Chance da was auf die Beine zu stellen. Auch kommen in größeren Gemeinden viel eher die Fragen nach Datenschutz etc auf, die in kleinen Gemeinden eher pragmatisch gesehen werden.

Und natürlich lässt sich manch eine Neigung an den Flüchtlingen und der Debatte eher ausleben, wie wenn alles seinen geregelten Gang geht. Dabei ist Deutschland schon immer Einwanderungsland. Im 19. Jahrhundert mit dem Bau der Eisenbahnlinien kamen Italiener ins Land, später im Bergbau an der Ruhr kamen die Leute aus Polen, in den 50er-70er Jahren aus Portugal, Spanien, Italien, Jugoslawien, Türkei und anderen Ländern. Im Bergbau teilweise aus Südkorea. Zugleich sind aus Deutschland Millionen Menschen ausgewandert, weil sie hier zum Teil hätten verhungern müssen. Nach dem strengen Maßstab vom Innenminister sind das Wirtschaftsflüchtlinge. Denen drohte keine politische Verfolgung, die konnten sich nur nichts mehr zum Essen kaufen.

Und um es klarer zu sagen, guckt euch mal an, wie und wann sich die Nationalstaaten entwickelt haben. Davor hab es das nicht. Der Kaiser war für alles zuständig, Und die Länder haben hemmungslos Gebiete erobert und sich einverleibt oder zugekauft oder vererbt, als Mitgift verschenkt etc. Jeder der heute hier lebt, ist nur durch Zufall Deutscher. Er könnte auch Franzose sein (wie war das rechtsrheinisch?) oder Russe oder Österreicher. Bis 1933 waren die Menschen im ehemaligen Königreich Württemberg nicht mal Deutsche, die hatten als Staatsbürgerschaft Württemberg. Wissen viele auch nicht, das haben erst die Nazis abgeschafft.

Und dann gibt es ja noch das Christentum und die Barmherzigkeit und daneben den Ruf der Haushaltssanierer, die im Frühjahr 2015 UNHCR die Gelder zur Versorgung kürzten und so die Versorgung der Menschen in den Lagern praktisch unmöglich machten, nur um einen Haushaltsüberschuss zu erwirtschaften.

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Steffen767
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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon Steffen767 » So 3. Jan 2016, 10:31

Würdet ihr bitte die persönlichen Zwistigkeiten unterlassen oder per PN beilegen und zum Thema zurückkehren. Es stört gewaltig und wir Moderatoren müssen den Mist immer wieder löschen, damit man wieder durchsteigt.
Also bitte zum Thema zurück.

Gruß
Steffen
Wir haben so viel mit so wenig schon so lange vollbracht, dass wir qualifiziert sind, alles mit nichts zu erreichen.

Die oben angegebene Meinung ist die Meinung bzw. Ansicht des Verfassers und spiegelt nicht die Meinung anderer oder der Polizei wieder

Lone Soldier

Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon Lone Soldier » So 3. Jan 2016, 11:43

Auch wenn ich kein Moderator bin, würde ich euch bitten das an anderer Stelle auszudiskutieren. Gemessen an der Polarisierungswirkung dieses Themas war die Diskussion nach meinem Dafürhalten über weite Strecken recht sachlich. Unabhängig davon, dass ich nicht immer 100% bei jedem Beitrag mitgehe oder umgedreht manch einer meine Position nicht teilt. Das ist eigentlich ziemlich normal in einer Diskussion. Ginge es nur darum meine eigene Meinung zu lesen, bräuchte ich hier nicht mitschreiben, die kenne ich ja schon. Es wäre schade, wenn der Thread durch die Entgleisungen einzelner am Ende geschlossen werden muss.

Lone Soldier

Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon Lone Soldier » So 3. Jan 2016, 11:55

wolfi71 hat geschrieben:Wir wollen das Thema Wohnungen mal klar sehen. Mit dem Mangel an Wohnraum lässt sich prima Geld verdienen. Deswegen tut die Politik auch wenig dagegen, es könnte ja ein paar Leute auf der Cocktailparty treffen.

Wenn man ein leerstehendes Haus hat und das verfällt, dann sind viele Leute durchaus bereit das an die Gemeinde zu vermieten. Man muss nur auf die Leute zugehen. Ich weiß von Ortschaften in denen der Gemeindevollzugsdienst leerstehende Häuser meldet und dann die Verwaltung den Hausbesitzer ermittelt und auf den zugeht. Da gab es bisher keine Probleme. Nahezu alle Besitzer waren bereit das Objekt der Gemeinde für kleines Geld zu vermieten. Hauptsache es steht nicht mehr leer.

Probleme machen eher größere Ortschaften, wo man sich in der Stadtverwaltung auch nicht mehr kennt und viel mehr nach Schema F arbeitet, wie nach pragmatischen Lösungen zu suchen. Da ist nämlich die Angst davor einen Fehler zu machen größer wie die Aussicht auf die Chance da was auf die Beine zu stellen. Auch kommen in größeren Gemeinden viel eher die Fragen nach Datenschutz etc auf, die in kleinen Gemeinden eher pragmatisch gesehen werden.

Und natürlich lässt sich manch eine Neigung an den Flüchtlingen und der Debatte eher ausleben, wie wenn alles seinen geregelten Gang geht. Dabei ist Deutschland schon immer Einwanderungsland. Im 19. Jahrhundert mit dem Bau der Eisenbahnlinien kamen Italiener ins Land, später im Bergbau an der Ruhr kamen die Leute aus Polen, in den 50er-70er Jahren aus Portugal, Spanien, Italien, Jugoslawien, Türkei und anderen Ländern. Im Bergbau teilweise aus Südkorea. Zugleich sind aus Deutschland Millionen Menschen ausgewandert, weil sie hier zum Teil hätten verhungern müssen. Nach dem strengen Maßstab vom Innenminister sind das Wirtschaftsflüchtlinge. Denen drohte keine politische Verfolgung, die konnten sich nur nichts mehr zum Essen kaufen.

Und um es klarer zu sagen, guckt euch mal an, wie und wann sich die Nationalstaaten entwickelt haben. Davor hab es das nicht. Der Kaiser war für alles zuständig, Und die Länder haben hemmungslos Gebiete erobert und sich einverleibt oder zugekauft oder vererbt, als Mitgift verschenkt etc. Jeder der heute hier lebt, ist nur durch Zufall Deutscher. Er könnte auch Franzose sein (wie war das rechtsrheinisch?) oder Russe oder Österreicher. Bis 1933 waren die Menschen im ehemaligen Königreich Württemberg nicht mal Deutsche, die hatten als Staatsbürgerschaft Württemberg. Wissen viele auch nicht, das haben erst die Nazis abgeschafft.

Und dann gibt es ja noch das Christentum und die Barmherzigkeit und daneben den Ruf der Haushaltssanierer, die im Frühjahr 2015 UNHCR die Gelder zur Versorgung kürzten und so die Versorgung der Menschen in den Lagern praktisch unmöglich machten, nur um einen Haushaltsüberschuss zu erwirtschaften.
Wolfie, jetzt machst du einige falsche Vergleiche. Bei den von dir genannten Zuwanderungsbwegungen gab für diese Leute hier Arbeitsplätze. Mit denen sie Geld verdienen konnten und die sie vor allem beschäftigt haben. Da gab es weniger Probleme. Nach acht oder zehn Stunden Maloche hast du einfach keinen Elan mehr um überhaupt auf die Idee zu kommen Unsinn zu machen. Jetzt kommen aber sehr viele Leute, für die es in unserem Arbeitsmarkt keine Verwendung gibt. Abgesehen vielleicht von Jobs im Niedriglohnbereich, wo der Verdienst unterhalb des Hartz-4-Satzes liegt.

Viele der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge werden recht planlos von der einen Unterkunft zur nächsten umverteilt. Keine Bezugsperson, keiner, der sich darum kümmert, wie es um ihre Bildung oder allgemeine Situation steht. Weil es kein Konzept gibt, weil es nur noch darum geht demjenigen irgendeine Unterkunft zugewiesen zu haben. Welche Chancen die Mehrzahl von denen später auf dem Arbeitsmarkt haben wird, kann ich mir an drei Händen abzählen.

Sie werden mit den bereits schon vorhandenen Geringverdienern und Arbeitslosen in einen Konkurrenzkampf um Sozialleistungen und billigen Wohnraum eintreten. Hartz-4 z.B. oder die Ansprüche an eine Sozialwohnung wird man möglicherweise nicht auf dem heutigen Level halten können. Oder es kommt zu Abgabenerhöhungen, die vielleicht nicht dem Beamten aus dem hD oder gD, wohl aber dem Lkw-Fahrer oder der Krankenschwester weh tun werden. Das wird zu Spannungen führen.

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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon Brot » So 3. Jan 2016, 11:56

Lone Soldier hat geschrieben:Auch wenn ich kein Moderator bin, würde ich euch bitten das an anderer Stelle auszudiskutieren.
Ich bin Moderator und kann mich dem nur anschließen :polizei2:

Dieses Thema soll nicht dazu, andere Nutzer persönlich anzugehen, Unterhaltungen wie "Ich mache das und das, was machst du?" zu führen oder sich gegenseitig in "guter" und "böser" Nutzer zu unterteilen. Jeder kann sich privat engagieren wie er will und muss dies hier nicht öffentlich präsentieren. Ich bin mir sicher, dass die meisten hier sowohl im Dienst als auch in ihrer Freizeit genügend soziale Tätigkeiten ausüben. Da muss man sich in einem öffentlichen Forum nicht rechtfertigen.

Ich werde entsprechende Beiträge in Zukunft kommentarlos in den Papierkorb verschieben. Sollte dort ein Beitrag einmal zu Unrecht landen, so kann sich derjenige gerne bei mir melden.

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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon Old Bill » So 3. Jan 2016, 12:13

Lone Soldier hat geschrieben:Es wäre schade, wenn der Thread durch die Entgleisungen einzelner am Ende geschlossen werden muss.
Danke für dein Statement. Die Entgleisungen einzelner User werden zu Verwarnungen und letztendlich gemäß den Forenregeln im Extremstfall zur Sperrung des Nicks führen. Einfach diese Tatsache mal vor Augen halten.
Die meisten schaffen es ja ihre Meinung sachlich zu präsentieren und bleiben trotz den einzeiligen Gegenfragen oder Sticheleien die immer wieder von den gleichen Akteuren kommen, sachlich. Dazu zählen auch User, die ich anders eingeschätzt habe und die mich im laufe dieses Threads sehr positiv überrascht haben.

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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon SirJames » So 3. Jan 2016, 13:40

Moin,

zum Thema Wohnraum:

Darüber habe ich bis dato nicht weiter nachgedacht, aber jetzt wo es hier angesprochen wurde, würde ich zustimmen, dass dies ein sehr wichtiges Thema sein dürfte im Rahmen der Integration. Ich sehe hier vor allem Probleme im urbanen dicht besiedelten Bereich und kann aus persönlicher Erfahrung sagen, dass der Wohnungsmarkt zumindest in meiner Stadt seit etlichen Jahren zunehmend angespannt ist. Selbst in vor noch zehn Jahren sehr billigen und wenig beliebten Quartieren und Kiezen ziehen die Mietpreise deutlich an. Ein weiteres Problem sind nicht nur die Mietpreise als solche, sondern überhaupt die Anzahl der Wohnungen, die angeboten werden.

Vor nicht allzu langer Zeit haben meine Lebensabschnittsgefährtin und ich überlegt uns zu vergrößern. Jetzt haben wir eine 3-Raumwohnung, 75qm und 600 Euro Miete warm. Bauen kommt trotz Beamtenhaushalt nicht in Betracht. Unter 300000 ist selbst im Speckgürtel kaum was zu finden. Mietwohnungen, wo man auch die nächsten 20 Jahre wohnen möchte, sind unter 1000 Euro, eher 1200, kaum noch zu finden. Und wenn wir da schon in Schwulitäten geraten, möchte ich mir nicht ausmalen wie es bei Geringverdienern oder gar Flüchtlingen aussieht. Wir bleiben nun in unserer Wohnung und das wird vielen anderen auch so gehen. Wenn man mit älteren Kollegen spricht, die fast alle ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung besitzen, können die das schwer nachvollziehen. Die sagen immer, dass früher nicht die entscheidende Frage war, ob man baut oder nicht, sondern nur wo und mit welchen Parametern.

Ich glaube man hat dieses Thema seitens der Politik lange "verschlafen" und den sozialen Wohnungsbau stück für stück zurückgefahren in der Annahme, dass sich der Markt selbst regulieren werde. Gestern Abend lief hierzu ein interessanter Beitrag in der rbb-Abendschau: In Berlin sollen nun jährlich ca. 15000 neue Wohnungen entstehen über alle Preissegmente hinweg. Gleichsam weiß man, dass ca. 40000 Menschen jedes Jahr zuziehen werden. Es müssten also mindestens 30000 Wohnungen gebaut werden laut "Expertenmeinung".

An dieser Stelle wünschte ich mir seitens der Regierung deutlich mehr finanzielles Engagement und ein Abbau an Bürokratie. Wenn ich höre, dass die Baubehörde nur 4 Geschosse statt 6 oder 8 genehmigt, weil das im Bebauungsplan eben so vorgesehen ist, dann kann ich da nur mit dem Kopf schütteln. In angespannten Zeiten müssen eben auch unkonventionelle Wege gegangen werden. Aber alles neue ist dem Deutschen, insbesondere dem deutschen Beamten zuwider. Wohnraum dürfte einer der entscheidenden Faktoren für sozialen Frieden auf allen Ebenen sein und einer der ersten Schritte zu Integration. Überdies würde es auch "deutschen" Gering- und Normalverdienern zu Gute kommen. Man schlägt also zwei Fliegen mit einer Klappe.

Die Flüchtlingskrise verschärft natürlich die ohnehin vorhandenen Probleme in allen gesellschaftlichen Bereichen:

Infrastruktur
öffentlicher Dienst
Gesundheitswesen
Bildungswesen
etc.

Und vielleicht ist das auch gut so, weil ein Aussitzen der Probleme ab einem bestimmten Punkt nicht mehr reichen wird und man handeln muss, um den sozialen Frieden zu sichern.

Ich persönlich wäre in diesem Zusammenhang gerne bereit deutlich mehr Steuern zu zahlen, wenn diese sinnvoll investiert werden.

Gruß
“No, I don’t wonder Marty. The world needs bad men. We keep the other bad men from the door.”

(true detective)

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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon Harkov » So 3. Jan 2016, 17:21

https://www.bayernkurier.de/inland/5766 ... luechtling

ein Großteil der Flüchtlinge wird langfristig auf staatliche Hilfe angewiesen sein. Warum dass so ist kann man meinen Ausführungen zum Themen Bildung & Arbeitsmarkt in diesem Thread entnehmen.

Die Verteilungskämpfe die daraus resultierenden könnten, gilt es zu verhindern.

Man muss dazu sagen. Der Wirtsxhaftsflügel dort, agiert nicht ganz uneigennützig. Denn wer nichts kann, muss auch nicht vernünftig bezahlt werden. Pläne den Mindestlohn für Flüchtlinge auszusetzen, gibt es ja schon.

Aber die grobe Richtung des Artikels stimmt schon.
Agiler Mindsetter - IHK blended-learning Zertifikatslehrgang

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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon Kulinka » So 3. Jan 2016, 18:00

http://rtlnext.rtl.de/cms/koeln-gruppe- ... 20470.html

Meldungen auch dieser Art tragen nicht dazu bei, meine Hoffnung in die "Integrierbarkeit" größtenteils perspektivloser junger Männer in unsere Gesellschaft zu stärken, seien diese Männer nun Flüchtlinge oder hier geborene Menschen mit Migrationshintergrund.

Die immer wieder vorkommende Übernahme öffentlicher Räume - sei es persistierend in Marxloh etc. oder intermittierend wie im Artikel - durch gewaltbereite Gruppen junger Männer mit Migrationshintergrund ist ein Problem, das in Häufigkeit und Intensität wächst. Den Zuzug sehr vieler männlicher Flüchtlinge in eine voraussichtlich wenig perspektivenreiche Zukunft muss man auch in diesem Zusammenhang betrachten. Zumal dieses Problem durch die Strategie des IS, sich seine (eben gewaltbereiten) Rekruten für den heiligen Krieg im Prekariat zu suchen, verschärft, bzw. doppelbödig wird.

Jetzt die Preisfrage: Was ist daran afd-esk? Wieso ist man, wenn man auf solche Zusammenhänge hinweist, "fast schon menschenverachtend", bzw. "egida"?

Es gab den konservativen bis meinetwegen rechten (nicht rechtsradikalen) Standpunkt, Zuwanderung relativ strikt zu begrenzen und das Asylrecht im Rahmen der Verfassung eher streng zu handhaben, schon immer. Und es gab auch schon immer die entsprechenden innenpolitischen und außenpolitischen Begründungen dafür. Bis zum Sommer 2015 waren sowohl dieser Standpunkt als auch die dazu gehörigen Begründungen erlaubt und normal. Jetzt ist man menschenverachtend, wenn man sie vertritt. Naja ...

@Controller

Die zu erwartenden Schlachten des 21. Jahrhundert finden eher asymmetrisch als auf einem entscheidenden Feld statt, so jedenfalls meine Einschätzung.

Interessant auch:

http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 73200.html

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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon Jaguar 1986 » So 3. Jan 2016, 18:44

Zum Thema Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt der Metropolen:
Viele neue Wohnungen zu bezahlbaren Preisen klingt auf den ersten Blick erstmal gut.
Doch der Platz in den Städten ist irgendwo auch endlich. Selbst wenn Du statt 4 Stockwerken 8 baust. Irgendwann baust Du doch das gesamte Stadtbild zu. Die Lebensqualität der Großstädter zeichnet sich eben auch durch Grünflächen, nicht so hohe Häuser etc. aus. Alles zurammschen ist leider auch nicht die Lösung.
Es wird sich auf Dauer nicht vermeiden lassen, dass Wohnraum in eine begehrten Metropole knapp und teuer wird. Verglichen mit London, Paris, Barcelona, sind wir in Deutschland noch recht verwöhnt. Die Leute werden eben lernen müssen in den nächsten Jahrzehnten sich aufs Pendeln aus den Randbezirken einzustellen. Ist in meinen Augen jetzt auch kein riesen Drama.
Da werden die Engpässe im Sozial- und Gesundheitssystem viel gravierender ausfallen.
SirJames hat geschrieben: Ich persönlich wäre in diesem Zusammenhang gerne bereit deutlich mehr Steuern zu zahlen, wenn diese sinnvoll investiert werden.
Steuern sind nicht das Problem. Der größte Posten auf der Gehaltsabrechnung sind die Sozialabgaben. Wer ca. 2000 Euro brutto hat, erhält nach allen Abgaben ca. 1370 Euro netto.
Bei 3000 Euro brutto sind es ca. 1900 Euro netto (und das ist schon ein überdurchschnittliches Gehalt in D).
Der Anblick tut manchmal schon echt weh.
Quelle: http://www.n-heydorn.de/gehaltsrechner.html

Zum Thema soziales Engagement:
Ich bin der Meinung, dass man sehr wohl spenden und sich sozial engagieren kann und trotzdem noch sich seinen Luxus gönnen kann. Soll ich jedes Mal ein schlechtes Gewissen haben? Sehe ich nicht so. Wofür arbeite ich dann? Wenn ich ordentlich maloche möchte ich das Geld auch ausgeben. Kurbelt auch die Wirtschaft an. Schafft Arbeitsplätze etc. :pfeif:
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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon tyrant » So 3. Jan 2016, 18:53

Schön, dass das für dich in ordnung wäre, aus den Randbezirken zu pendeln. Ich persönlich finde 1,5 Stunden Anfahrtsweg, 12 Stunden Arbeit und anderthalb Stunden zurück schon ziemlich anstrengend bzw. nicht zu tolerieren. Und das innerhalb einer Stadt. Das geht jedoch zu weit in diesem Thread.
Ich bin KEIN PVB!

An allem Unrecht, das geschieht,
ist nicht nur der Schuld, der es begeht, sondern auch der,
der es nicht verhindert.

(Erich Kästner)

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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon malfragen » So 3. Jan 2016, 18:53

Bleibt doch jetzt schon nicht viel netto vom Brutto über, die Bereitschaft der Menschen noch mehr abzugeben dürfte gering ausfallen.
Und wenn eine neue Steuer als "Flüchtlingssteuer" betitelt wird ist es ganz schnell vorbei mit der Toleranz.
Altes Sprichwort "Beim Geld hört die Freundschaft auf."

Hier kommt das zutage was man in anderen Bereichen auch merkt.
Wer nicht mit willkommen Herz am Bahnhof steht und freudestrahlend Obst verteilt oder den alten Klamottenramsch in die Unterkünfte karrt, der ist schon fast der böse.

Es gibt hier und wo anders eben Leute die wo auch die dadurch entstehenden Probleme ansprechen, die nicht alles durch die rosa Brille sehen.
Mag die rosa Brille so gut sein wie will, so langsam ist schon Sprung im Glas...
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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon Jaguar 1986 » So 3. Jan 2016, 18:57

tyrant hat geschrieben:Schön, dass das für dich in ordnung wäre, aus den Randbezirken zu pendeln. Ich persönlich finde 1,5 Stunden Anfahrtsweg, 12 Stunden Arbeit und anderthalb Stunden zurück schon ziemlich anstrengend bzw. nicht zu tolerieren. Und das innerhalb einer Stadt. Das geht jedoch zu weit in diesem Thread.
1,5 Stunden (einfache Strecke, nicht hin und zurück) ist schon echt grenzwertig. Gebe ich Dir recht.
Und 12 Stunden arbeiten tue selbst ich kleiner Workaholic nicht täglich. :polizei2:
Aber ich weiß was Du meinst. Natürlich ist das hart.
Aber es ist dennoch utopisch zu glaube, dass in den Metropolen unbegrenzt Platz ist.
Das ist physikalisch nicht möglich.
Möchtest Du in riesigen Türmen wie in Asien oder USA (Singapur, New York, etc.) leben?
Ich mag diese Städte nicht so gerne. Das erdrückt mich.
Zuletzt geändert von Jaguar 1986 am So 3. Jan 2016, 19:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon malfragen » So 3. Jan 2016, 19:01

Der Seehofer fordert Obergrenze von max 200000 pro Jahr, sonst sieht er Integration als überfordert und nicht möglich.
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Soul22
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Re: Aktuelles politisches Thema: Flüchtlinge

Beitragvon Soul22 » So 3. Jan 2016, 19:05

Sind keine "Flüchtlinge" mehr. Werden jetzt Zuwanderer genannt.

Schön, dass man sonst keine Sorgen hat :applaus: :)


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