Polizist erstochen

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Re: Polizist erstochen

Beitragvon Challenger » Di 27. Dez 2016, 19:41

Ich frag mich zwar immernoch, was der Herr Anwalt da noch rausholen bzw. für fehlerhaft halten will, aber die nächste Instanz wird das Urteil hoffentlich halten.

Die Begründung für die Aktion würde mich jedenfalls interessieren.
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"Wenn Du willst, daß Dir die Leute auf die Schulter klopfen und sich überschlagen vor Dankbarkeit, hast Du den falschen Beruf gewählt."

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Re: Polizist erstochen

Beitragvon Diag » Di 27. Dez 2016, 20:02

Was der rausholen will? Geld. Auf sein Konto.

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Re: Polizist erstochen

Beitragvon Challenger » Di 27. Dez 2016, 22:33

Scheint relativ wahrscheinlich, aber damit wird er die Revision wohl nicht begründet haben. :polizei2:
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Re: Polizist erstochen

Beitragvon Diag » Mi 28. Dez 2016, 06:37

Da hast Du wohl recht. ;-)
Wahrscheinlich wurde zu wenig auf die Notwehrtheorie eingegangen. Der Ortstermin bei gleicher Beleuchtung etc. war sicher wegen anderer Windrichtung nicht aussagekräftig...

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Re: Polizist erstochen

Beitragvon Old Bill » Mi 28. Dez 2016, 09:02

Ausfluss aus unserem Rechtsstaat. Auch wenn das Urteil mit der hoher Wahrscheinlichkeit bestätigt wird kann ich doch gut nachempfinden wie sich die Angehörigen fühlen.
Auch sogenannte Fachanwälte sollten wissen wann genug ist wobei der Mandant ja nichts zu verlieren hat. Dieses Verhalten lässt in Sachen Reue auf jeden Fall tief blicken.
Hoffentlich wird dieses juristische Ränkespiel schnell abgeschlossen und die Angehörigen können endlich ihren Frieden finden.

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Re: Polizist erstochen

Beitragvon Diag » Mi 28. Dez 2016, 09:12

:zustimm:

Ich muss aber auch eingestehen, dass ein Anwalt eben seine Arbeit macht und von seiner Arbeit leben will. Und als Pflichtverteidiger hat er auch ein geringes Ausfallrisiko.

Trotzdem muss ich es nicht ethisch/moralisch gut finden.

Eins wird er sicher erreichen: Viel potentielle Kundschaft in der Zukunft aus gewissem Klientel. Er kümmert sich ja gut.

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Re: Polizist erstochen

Beitragvon Controller » Mi 28. Dez 2016, 12:36

Fischer sagt:

Der Unterschied zwischen Tatrichtern und revisionsführenden Rechtsanwält_innen ist – unter anderem –,
dass die ersteren in ungefähr 2 Prozent ihrer Fälle eine Ganz- oder Teilaufhebung erleiden,
die letzteren in maximal fünf Prozent ihrer Fälle einen Erfolg der Revision erleben – manche nie.

Psychodynamisch ausgedrückt:

Die Frustrationstoleranz eines Strafverteidigers, der Revisionen führt, muss mindestens 19 Mal höher sein als die eines Strafkammermitglieds am Landgericht.

Gleichwohl gilt in der Justiz jede Verteidiger-Klage als larmoyant-unglaubwürdige Interessen-Vertretung, jede Richterklage hingegen als Ausdruck gerechtigkeitsbeflissener Seelenpein.

:polizei10:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Polizist erstochen

Beitragvon Diag » Mo 28. Aug 2017, 20:28

Diag hat geschrieben:Revision eingelegt (was zu erwarten war): http://hessenschau.de/panorama/revision ... d-100.html
Das Urteil ist rechtskräftig: http://www.hessenschau.de/panorama/bgh- ... d-100.html

Alles andere hätte meinen Glauben in die deutsche Justiz zerstört.

Jetzt hat der Mörder Zeit, seine Sehkraft zu stärken, damit er Polizisten irgendwann mal direkt erkennt.

Und die Familien können diesen Teil endlich abschließen und sich um die Aufarbeitung kümmern.

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Re: Polizist erstochen

Beitragvon schutzmann_schneidig » Di 29. Aug 2017, 19:39

Gut, dass das Verfahren mit einem angemessenen Urteil nun rechtskräftig abgeschlossen ist. Gut für die Familie, die nun endlich beginnen kann, sich von dieser Belastung zu lösen, und gut für alle Kollegen, die diesen Fall und diesen Prozess sehr genau verfolgt haben.
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Re: Polizist erstochen

Beitragvon Diag » Di 29. Aug 2017, 21:48

Ich denke, dass der Thread mit Erlangung der Rechtskraft geschlossen werden kann, dürfte nichts mehr zu diskutieren geben.

Mach's gut, Kolleesch und pass von da oben auf Deine Familie auf.


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