Silvester-Übergriffe in Köln

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Spawnilein
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Spawnilein » Fr 8. Jan 2016, 14:00


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Buford T. Justice
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Buford T. Justice » Fr 8. Jan 2016, 14:05

Ein Schelm, wer böses dabei denkt :polizei10:

Mein erster Gedanke dazu ist, dass nicht unbedingt zu erhöhende Personalstärken hier den Hauptausschlag gegeben haben, sondern die Feier an sich. Jetzt, da Albers endgültig weiß, dass schon mal was durch ein Leck nach außen fließt, will er womöglich nicht, dass Bilder von sich besaufender Führung ins Netz fallen, wenn zeitgleich draußen auch nur irgendeine unschöne Szene abläuft.

Was IHN das allerdings noch interessiert, ist fraglich. Ich denke nicht, dass er zu diesem Zeitpunkt noch im Amt ist.
Zuletzt geändert von Buford T. Justice am Fr 8. Jan 2016, 14:08, insgesamt 1-mal geändert.
:applaus:

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Ghostrider1 » Fr 8. Jan 2016, 14:08

Ach sieh mal einer, gugge...
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/k ... cebook.com

Ich kenne die Kräftelage in NRW nicht, aber das hier, wirft auch kein gutes Licht auf die Polizeiführung in Köln, in jener Nacht:
http://www.focus.de/politik/deutschland ... 96627.html
Falls dies keine Zeitungsente ist
Kölner Polizei bekam Verstärkung angeboten - und lehnte ab

13.44 Uhr: Das Kölner Polizeipräsidium hat nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung während der Exzesse rund um den Hauptbahnhof Verstärkung angeboten bekommen, aber nicht angenommen. Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg sagte der F.A.Z. auf Nachfrage, die Leitstelle des LZPD habe in der Silvesternacht in ständigem Kontakt mit dem Polizeipräsidium in Köln gestanden. Im Laufe der Silvesternacht habe die Duisburger Leitstelle sogar aktiv in Köln nachgefragt, ob Verstärkung benötigt werde.

Nach Darstellung des LZPD-Sprechers hätten kurzfristig drei auf verschiedene Standorte verteilte Züge einer Einsatz-Hundertschaft nach Köln geführt werden können. Ein Zug umfasst jeweils 38 Beamte. "Die Hundertschaft stand zum Abruf bereit", sagte der Sprecher. Die Eskalation in Köln sei nicht vorhersehbar gewesen, auch sei es Aufgabe des LZPD, die Lage in ganz Nordrhein-Westfalen im Blick haben. "Und am Einsatztag selbst hätten die Kölner Kollegen dann eben weitere Kräfte anfordern können."

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Jaguar 1986 » Fr 8. Jan 2016, 14:31

Ich bin wirklich sehr gespannt, ob die vollmundigen, vernünftig Klingenden Ansagen der Politiker und Parteien wirklich umgesetzt werden und vor allem wie effektiv.
Wohlklingend und beruhigend. Als wenn jetzt alles gut werden würde :polizei10:
Ich trau dem Braten noch nicht.

Wobei ich ja nur darauf gewartet habe wann mal etwas passiert, was alle wachrüttelt und die Augen öffnet und DANN geht's plötzlich.

Vor Silvester wäre man :steinigung: worden wenn man gesagt hätte *Wer hier leben will, muss sich benehmen, ansonsten muss er eben nach hause*.
Heute gibt´s Beifall.
Dabei haben viele Leute diese Einstellung schon vorher gehabt. Man durfte es nur außerhalb des Stammtisches nicht sagen. #nö nö es gibt keine Maulkörbe. :polizei10:

Ich weiß nicht ganz, ob ich mich nun freuen soll, dass der Tag X, der ein Umdenken unerlässlich macht nun eingetreten ist? Angesichts der Frauen, die dafür durchs Feuer gehen mussten, hält sich meine Freude schwer in Grenzen.
Aber es muss ja immer erst der ganze Zaun krachend vor die Köpfe geschlagen werden so, dass man es auch mit fest geschlossenen Augen nicht mehr leugnen kann. :motz:

Bleibt nur zu Hoffen, dass diese beschissenen Erlebnisse wenigstens nicht um sonst waren.
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Peppermintpete » Fr 8. Jan 2016, 14:39

Ich vermute, dass ich folgenden Link hier irgendwo her habe - konnte ihn auf die Schnelle nicht wiederfinden.

Ausweisung hießt nicht Abschiebung
Recht anschauliche Erklärung, dass zwei unterschiedliche - oft sinngleich verwendete - Begriffe nicht das gleiche heißen.
Aber man achte drauf, welchen Begriff die Politiker verwenden.
:keks:

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Ghostrider1
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Ghostrider1 » Fr 8. Jan 2016, 14:46

@Jaguar
Ich habe es hier, auf meiner Dienststelle und in meinem Bekanntenkreis seit Längerem gesagt.
Es wird Probleme geben!
Das Asylrecht wird ausgenutzt.
Die Politik ist naiv.

Einzig hier im Forum waren einige empört und mit einem Kollegen hatte ich eine längere Diskussion. Liegt vlt daran, dass wir 4 EAEs mit sehr vielen Marokkaner, Tunesiern aber auch Afghanen und Syriern haben. Viele von uns kennen die Realität.
Machen wir uns nichts vor, das in Köln, Stuttgart und Hambrug war die Spitze des Eisberges. Es knallt tagtäglich in Deutschland. Meist in der EAE, da konnte man es auf die Unterbringung, nicht aber auf den Täter schieben. Hauen die sich in kleinen Gruppen gegenseitig, ist das auch keine Blatt 1 Meldung wert.
Vieles wird auch von der Presse kleingehalten bzw. erst garnicht genannt.
Das ist im Inland so, dass ist auch bei den Auslandseinsätzen der BW so.

Das Schlimmste was passieren kann, ist ein Volk, was Fragen stellt. Zumindest kommt es mir mittlerweile so vor.

Was komplett in Vergessenheit geraten ist, war zum 01.01.2016 die Sonderlage in München, wo auch sehr viel BuPol gebunden war. Da kann man ein dickes Danke an die Behörden sagen. Stellt euch mal vor, da hätte es auch noch geknallt. Ich glaube da würde die ein oder andere Demo vorm Kanzleramt stattfinden.

Ich erwarte, dass unsere Werte und Normen akzeptiert, respektiert und auch von der Politik geschützt werden. Es soll mal jeder in sich gehen, wo Gewohnheiten, die aus unserem Sicherheits- und Wertesystem gewachsen sind, anfangen zu bröckeln.
Das fängt mit einer Bewaffnung an. Geht über das nicht Betreten von Parks, dem nicht Abstellen von Fahrzeugen an Strecken die von EAEs zu Einkaufszentren führen oder der Freiheit der Frau, sich amüsieren zu dürfen.

Von dem Klagelied, was viele weibliche Angestellte im Einzelhandel (LIDL, Rewe, usw) singen, will ich gar nicht viel sagen. Außer das die Abends teilweise Angst haben und die Augen vor Diebstählen schliessen, weil sie heil nach Hause wollen.

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Jaguar 1986 » Fr 8. Jan 2016, 14:56

Ja ich weiß Ghosti,

hier im Forum ist es dank Anonymität ja noch relativ Wurst, ob nun Leute empört sind oder nicht.
Im realen Umfeld ist das aber nicht so egal. Das kann Folgen haben.
Möchte man natürlich nicht. Deswegen selektiert man wo man was sagt :polizei2:

Ich hab mich allgemein während der ganzen Diskussion um Flüchtlinge und die Situation sehr zurückgehalten. Vor allem in realen Leben. Mir war klar, dass man so viel reden kann wie man möchte. Es bewegt sich ja eh nichts. (Resignation? - Jupp).
Ich habe fest darauf vertraut, dass es irgendwann Vorfälle geben wird, die alles in ein anderes Licht stellen und DANN, tja dann geht plötzlich alles was vorher undenkbar war. Man muss nur an die Grenzen des Erträglichen und Machbaren kommen. :polizei10:

Nun ist es eben soweit und ich bin gespannt, ob es jetzt zumindest ein bisschen besser wird in den nächsten Jahren. Die große glorreiche Kehrtwende, daran glaube ich nicht. :polizei1:
Aber man nimmt was man kriegt. Schon mal nen guter Anfang.

Trotzdem bin ich aufrichtig bestürzt über die Erlebnisse, die die Opfer machen mussten.
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon henrymuc » Fr 8. Jan 2016, 15:13

Jaguar 1986 hat geschrieben:Ich denke wenn man die Umstände in den Herkunftsländern betrachtet, dann ist dieses Verhalten nicht abwegig.
Die jungen Männer sind erlebnisorientiert, wo es gerade spannend ist wird schnell via Smartphone verbreitet. Ursprünglich wird man wohl unterschiedliche Motive gehabt haben dort aufzuschlagen. Die einen zum Stehlen, die anderen um was zu erleben. Die Gruppendynamik dieser jungen Männer geht dann recht fix. Jeder Hirsch will zeigen *ich bin es* und dann ist es in solchen Ländern nichts neues, dass Frauen gefährdet sind weil die Kerle sich nicht im Griff haben und man die Schuld immer schön dem Frauen gibt wenn dort was passiert. Dreist und aggressiv sind die Herren auch noch. Aber die benehmen sich im Herkunftsland nicht anders. Dort geht die Polizei nur anders vor während wir in unserer Gesellschaft erstmal überfordert sind. Wir sind für sowas nicht gewappnet.
Und nein, es sind nicht alle so. Auch unter ihren Landsleuten gelten sie als asozialere Mob. Aber dieser Mob ist nun hier und wir müssen uns damit befassen.
Ich habe als junger Mann 2 Jahre im Nahen Osten gelebt, und kann das leider bestätigen.

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon 1957 » Fr 8. Jan 2016, 15:16

Zunächst mal geht im Moment noch gar nichts. Konkrete Beschlüsse bleiben abzuwarten.

Jeder kann und darf hier seine Meinung sagen. Es gibt grundsätzlich keinen Maulkorb. Für niemanden.
EIn überzeugter Mensch wird das auch trotz möglicher Konsequenzen nutzen. NIcht jede Meinung ist auch eine. Außerdem spielt nicht nur die Meinung inhaltlich eine Rolle, sondern auch die Art und Weise, in der sie geäußert wird.
Traumland gibt es nicht.

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Jaguar 1986 » Fr 8. Jan 2016, 15:31

... sondern auch die Art und Weise, in der sie geäußert wird.
Traumland gibt es nicht ...
Ich hoffe ich drücke mich jetzt respektvoll und sachlich genug aus, weil ich es Dir gegenüber für äußerst angebracht halte :polizei1:

Zur Art und Weise - volle Zustimmung.
Sachlichkeit sollte als Erwachsener eine Grundvoraussetzung sein.
Auch wenn jeder irgendwo auch nur Mensch ist und sicherlich seine Reizpunkte hat, wo man vllt. mal etwas emotional reagiert.

Traumland gibt es nicht? - Ich finde, dass die Herrschaften in Berlin in einer erheblichen Traumschlosswelt gelebt haben.
Ob sie das wussten? - Ich persönlich glaube schon, dass sie es auch wussten. Wahrscheinlich nicht alle aber die Meisten dürften es gewusst haben. Es ging ihnen nur darum, dass sie den Strom eh nicht stoppen konnten und eine schlechte Stimmung ordentlich Öl ins Feuer einer ohnehin schon schwierigen Situation gekippt hätte.
Einen Untergang des Abendlandes sehe ich immer noch nicht. Aber wir haben eben höhere Ansprüche an unser Land, unsere Gesellschaft und unser Leben hier.

Nur vor dem Untergang bewahren reicht eben nicht. Wir wollen unser hohes Niveau an schöner, heiler Welt weiterhin genießen. Und ich sehe da auch nichts verwerfliches dran. Es ist ja entgegen vieler Meinungen gar nicht so, dass wir diesen Wohlstand partout nicht teilen wollen.
Wir wollen nur nicht, dass es absurd wird.
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Spawnilein » Fr 8. Jan 2016, 15:35

Um mal wieder zu Silvester zu kommen, Albers hat sich geäußert zu den Vorwürfen gegen ihn.

http://www.ksta.de/koeln/sote-albers-ae ... 82016.html
Polizeipräsident Albers nennt Vorwürfe „abstrus“
Was Täter beim Antanzdiebstahl erwartet:
Köln: Eine Woche Jugendarrest für Diebstahl mit Antanz-Trick

Nach einem Taschendiebstahl bei einem Antanz-Trick im Kölner Hauptbahnhof sind zwei junge Männer am Freitag zu einer Woche Jugendarrest verurteilt worden. Die 18 und 19 Jahre alten Angeklagten hätten am vergangenen Sonntag zwei Männer abgelenkt, indem einer einen Fußballtrick vorführte und der andere den Opfern die Handys aus den Taschen zog, sagte eine Sprecherin des Kölner Amtsgerichts. Die beiden Diebe seien festgenommen und im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens bis zur Verhandlung in Untersuchungshaft genommen worden. „Solche Fälle haben wir hier tagtäglich“, sagte die Sprecherin.

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Oberleutnant_dR » Fr 8. Jan 2016, 15:45

Spawnilein hat geschrieben:Köln: Eine Woche Jugendarrest für Diebstahl mit Antanz-Trick
:polizei13: Das sind Konsequenzen, die sicher Eindruck hinterlassen. :polizei10:
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Im Feuerkampf gewinnt der, der schneller schießt und besser trifft.

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Eisscrat » Fr 8. Jan 2016, 15:48

Bei so drakonischen Strafen werde sie es NIE wieder tun. :stupid:

Aber immerhin wurde es schonmal nicht einfach eingestellt. :o
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Jaguar 1986 » Fr 8. Jan 2016, 15:50

Hm ... man weiß ja nicht, ob es Ersttäter sind. Vllt. würde die Strafe bei Weiterführung er Karriere höher ausfallen.

Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht zu spitzfindig werden und gleich ins andere Extrem verfallen. Extreme sind grundsätzlich nie hilfreich.
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon 1957 » Fr 8. Jan 2016, 15:52

Ja, Jaguar. So kann das auch gesagt werden.

Spawnilein,

das ist zunächst mal ein konsequentes Vorgehen der Justiz, welches ich mir immer wünschen würde.

Dein Vergleich ist aber falsch. Trotz aller Aufregung und Emotion sollten wir alle versuchen, die Vorfälle differenziert zu betrachten.


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