Silvester-Übergriffe in Köln

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Controller
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Controller » So 10. Jan 2016, 18:14

James dein letzter Beitrag ist besonders in diesem Absatz:
Die Kanzlerin hat richtig gehandelt,
auch deutlich differenzierter, als das stumpfe : "Raus mit Ihnen" Gebrüll

Hast du aber auch selbst bemerkt :polizei3:
oder sich erfolterter Erkenntnisse bedient
passt nicht hierhin, aber mach dir mal Gedanken, wie unsere Dienste zu Erkenntnissen kommen, wie z.B. dem bevorstehenden Anschlag beim Länderspiel in Hannover.

Ich sage in aller Deutlichkeit nicht dass dies so war, sondern fordere dich nur auf, in diese Richtung zu denken.

Ob das vorstellbar wäre und wie man damit umgeht, insbesondere auch, ob man dies dann der Öffentlichkeit auch genauso mitteilt / mitteilen sollte bzw. muss.

Oder sagt man, nein, die Früchte des verbotenen Baumes ess ich nicht und lässt einen Anschlag zu.

Darum ging es mir !
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
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cancer91
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon cancer91 » So 10. Jan 2016, 18:18

Knaecke77 hat geschrieben: Noch eine unbekannte Person die sich im Bundesgebiet aufgehalten hat:
Der Mann, der eine Polizei-Station in Paris angegriffen hatte, ist der Polizei bekannt gewesen. Er lebte bis vor kurzem in Recklinghausen in einer Asylnterkunft, gab diverse Personalien an. "Weil er nicht als Gefährder eingestuft wurde, wurde nicht nach ihm gefahndet", so ZDF-Terrorexperte Theveßen.
http://www.heute.de/vereitelter-terrora ... 54714.html

Ein Grund mehr in Zukunft Leute ohne gültige Dokumente abzuweisen !

Der arme junge Herr hat dann vermutlich auch gleich mehrfach staatliches Taschengeld kassiert.

Vielleicht sollte ich bei finanzieller Not diese Verdienstmöglichkeit auch mal in Betracht ziehen... :gaga:
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SirJames
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon SirJames » So 10. Jan 2016, 18:23

mistam hat geschrieben:SJ, völlig unbestritten, dass Recht konsequenter angewendet werden muss.
Da es nicht passiert, scheint es so ganz unbestritten nicht zu sein, zumindest im Rahmen der Rechtsprechung.
Das ist aber weniger eine Frage der "Politik" als der Justiz. Und die Problematik der zu laschen Urteile gab es letztlich auch schon vor der Flüchtlingswelle.
Mich überzeugt diese klare Trennung nicht. Ohne, dass ich es belegen könnte, glaube ich nicht an die Mär von der totalen Unabhängigkeit der Justiz. Auch da gibt es Abhängigkeiten, Hierarchien & Geschwurbel. Ich persönlich halte nicht die gesamte Strafgerichtsbarkeit für verweichlichte naive Alt-68er, die sich scheuen durchzugreifen. Insofern drängt sich mir schon die Frage auf wo die Ursachen liegen. Und diese allein bei der Justiz zu suchen, halte ich für zu kurz gegriffen.
Unfug wäre es doch aber, vorhandenes und verfassungsmäßiges Recht nicht anzuwenden und dafür verfassungswidrig abzuschieben.
Unfug ist es in allererster Linie jahrzehntelang eine strafgerichtliche Rechtsprechung zu etablieren, die in der Gesellschaft das Bild erzeugt, dass bestimmte Gruppen von Straftätern tun und lassen können was sie wollen, während mich die Bußgeldstelle für eine Verkehrsordnungswidrigkeit durch drei Instanzen schleift oder mein mittelständischer Betrieb jedes Jahr bis auf den Cent steuergeprüft wird usw. Ich könnte hier tausend Beispiele aufmachen.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass in der Gesellschaft Unmut entsteht, der sich Bahn bricht, wenn es schwierig wird. Die Hetzer sind ein widerliches Problem, deren dummdreiste Rattenfängermasche aber nur deshalb Erfolg hat, weil der Rechtsstaat es nicht schafft dem Volk zu vermitteln: "Hey, wir können nicht jede Straftat verhindern, aber wir können die Täter konsequent und hart bestrafen." Und mithin der Gesellschaft zumindest eine gefühlte Gerechtigkeit zu vermitteln. Da ich gerne und viel meinem Lieblingsautoren und Strafverteidiger Ferdinand von Schirach fröhne, weiß ich natürlich auch, dass das nicht die primäre Aufgabe des Strafrechts ist, aber wichtig ist es dennoch.

Es ist wie mit dem Zuckerbrot und der Peitsche, hat mir gegenüber immer ganz gut gewirkt.

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon henrymuc » So 10. Jan 2016, 18:26

Jaguar 1986 hat geschrieben:Es wird sich gefragt, ob dies organisiert war. Ich glaube nicht daran.
Ich denke es werden nur erstmals wirklich viele Anzeigen auch erstattet statt, dass solche Vorfälle totgeschwiegen werden. Die Betroffenen fühlen sich endlich ernst genommen und beachtet.
:zustimm:

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Lone Soldier » So 10. Jan 2016, 18:30

Zumal die Politik ja darüber entscheidet wie viele Vollzugsanstalten zur Verfügung stehen. Entgegen mancher Meinung heißt eine rechtskräftige Verurteilung nicht, dass derjenige sofort die Haft antritt. Dazu muss erstmal ein Zimmer frei werden, dann wird er geladen und wenn er nicht kommt, ergeht erst der Haftbefehl. Viel Zeit, in der er Gelegenheit hat darüber nachzudenken, ob er es dem Staat nicht noch etwas schwerer macht und auf Tauchstation geht.

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon mistam » So 10. Jan 2016, 18:31

Und was hast du jetzt mit feinem Wortschwall Neues gesagt?
Wenn die unabhängige Justiz nicht als solche agieren sollte (was ich nicht weiß), dann trägt dafür wer die Verantwortung? Genau, dir Justiz.

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Challenger » So 10. Jan 2016, 18:37

Der Justiz geht es doch genauso wie der Polizei: je weiter nach oben man in der Führungsriege geht, umso politischer wird es doch.

Das ist leider nix neues und da sollte man im Sinne einer echten Unabhängigkeit vielleicht mal ran.
Zuletzt geändert von Challenger am So 10. Jan 2016, 18:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Controller » So 10. Jan 2016, 18:40

:zustimm:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon mistam » So 10. Jan 2016, 18:44

Das stimmt sicher. Aber in meiner Behörde kenne ich eine Reihe von Leuten, die ihre gesamte Karriere lang strikt nach Recht und Gesetz und damit häufig nicht den "Empfehlungen" der Behördenleitung entsprechend agiert haben. Damit macht man vielleicht keine große Karriere, aber man ist mit dem Gewissen im Reinen.

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon SirJames » So 10. Jan 2016, 18:45

mistam hat geschrieben:Und was hast du jetzt mit feinem Wortschwall Neues gesagt?
Wenn die unabhängige Justiz nicht als solche agieren sollte (was ich nicht weiß), dann trägt dafür wer die Verantwortung? Genau, dir Justiz.
Was wolltest Du denn Neues hören? Wenn Du glaubst, dass es alleine die Justiz ist, die die Verantwortung dafür trägt wie in diesem Land Recht gesprochen wird, dann ist das so. Ich sehe das wie oben dargelegt anders. Vielleicht habe ich aber auch zu viele Filme geguckt oder Romane gelesen.

Fakt ist und bleibt, dass aus meiner Sicht dieser Rechtsstaat seit Jahrzehnten deutlich zu milde mit bestimmten Gruppen von Straftätern umgeht und damit eine verheerende Außenwirkung erzielt, die gerade im Angesicht der derzeitigen Situation äußerst problematisch ist. Übrigens ein Schuh, den wir uns als Polizisten teilweise ebenso anziehen können.

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Tocaref » So 10. Jan 2016, 18:50

Sry, falls dies schon gepostet wurde

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Polit ... iern-.html
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Challenger » So 10. Jan 2016, 18:57

mistam hat geschrieben:Aber in meiner Behörde kenne ich eine Reihe von Leuten, die ihre gesamte Karriere lang strikt nach Recht und Gesetz und damit häufig nicht den "Empfehlungen" der Behördenleitung entsprechend agiert haben. Damit macht man vielleicht keine große Karriere, aber man ist mit dem Gewissen im Reinen.
Das ist doch eine gute Maxime! Die sollte man sich allerdings auch dringend in den oberen Rängen zu eigen machen. Und darum geht es doch, oder?
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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon mistam » So 10. Jan 2016, 19:01

Sicher sollte man das. Ich habe hier allerdings zunächst mal die Verbindung mit den unteren Richtern gesehen, von denen Ähnliches erwartet werden könnte. Gab es ja auch immer mal wieder, dass einzelne Richter durch größere Härte bekannt wurden.

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon RafaelGomez » So 10. Jan 2016, 19:09

Controller hat geschrieben:mach doch auch den nächsten Schritt dann Knäcke:

wenn ich weiß, dass er dort, wo er hinkommt getötet wird

....warum nicht gleich selber :polizei13:

auch so ne unangenehme Frage, die man sich dann lieber nicht stellt
Warum nicht? Hat doch jeder ob seines Handelns die Möglichkeit, dem aus dem Weg zu gehen. Zumal der Dieb/Räuber/sexuelle Nötiger in den seltensten Fällen im Heimatland das Leben lassen würde. Das im marrokanischen Knast andere Reglen als hier gelten, darf unbestritten sein. Ob man da einfährt, obliegt aber auch der individuellen Handlungsfreiheit.

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Re: Silvester-Übergriffe in Köln

Beitragvon Challenger » So 10. Jan 2016, 19:11

mistam hat geschrieben:Sicher sollte man das. Ich habe hier allerdings zunächst mal die Verbindung mit den unteren Richtern gesehen, von denen Ähnliches erwartet werden könnte. Gab es ja auch immer mal wieder, dass einzelne Richter durch größere Härte bekannt wurden.
Ich sehe die Problematik nicht nur bei milden Urteilen von Richtern, sondern (was noch viel gravierender ist) auch bei den Staatsanwaltrschaften. Was eingestellt/nicht angeklagt wird, wird schließlich gar nicht erst verhandelt.
RafaelGomez hat geschrieben:Warum nicht? Hat doch jeder ob seines Handelns die Möglichkeit, dem aus dem Weg zu gehen. Zumal der Dieb/Räuber/sexuelle Nötiger in den seltensten Fällen im Heimatland das Leben lassen würde. Das im marrokanischen Knast andere Reglen als hier gelten, darf unbestritten sein. Ob man da einfährt, obliegt aber auch der individuellen Handlungsfreiheit.
Ich denke, Controller zielte mit "warum nicht gleich selber" auf das Töten ab.
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