Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

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Holger73
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Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon Holger73 » Mi 13. Jul 2016, 17:43

Leider nehmen solche Nachrichten in letzter Zeit nicht ab.

Nachrichten

Man muss immer auf alles gefasst sein um schnell reagieren zu können.
Den Kollegen gute Besserung und ein gutes Verarbeiten der Situation.

Grüße
"Das Problem, ob Denken ohne Sprache möglich sei, ist immer noch umstritten. Dagegen wird die Tatsache, daß Sprache ohne Denken durchaus möglich ist, täglich tausendfach bewiesen."

(Kohlmayer)

Brot
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Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon Brot » Mi 13. Jul 2016, 18:44

In diesem Zusammenhang auch ein Fall aus Stuttgart vor wenigen Tagen:

Versuchtes Tötungsdelikt - Schusswaffengebrauch durch Polizei bzw. Polizist angegriffen und schwer verletzt
Polizeibeamte haben am frühen Sonntagmorgen (10.07.2016) in der Erwin-Hageloh-Straße ihre Dienstwaffen eingesetzt, um einen Messerangriff eines 33 Jahre alten Mannes abzuwehren. Der 33-jährige Tatverdächtige hat die Polizeibeamten gegen 05.00 Uhr unter einem Vorwand zu einer Tiefgarage an der Erwin-Hageloh-Straße gelockt. Als die Beamten auf den Mann zugingen, griff sie dieser unvermittelt mit einem Messer an und verletzte einen 25-jährigen Polizisten schwer. Der 25-Jährige sowie sein 24-jähriger Kollege gaben daraufhin mehrere Schüsse auf den Mann ab und verletzten ihn lebensgefährlich.

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Challenger
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Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon Challenger » Mi 13. Jul 2016, 18:54

t-online hat geschrieben:Vor allem solle herausgefunden werden, mit welcher Eigensicherung die Polizisten bei dem Einsatz vorgingen. Es gebe schließlich Stichschutzwesten und Pfefferspray, erläuterte der Sprecher der Organisation für Pflegebedürftige und Schwerstkranke.
Oha, da ist wieder einer: Da hat jemand offenbar drei Folgen "Tatort" geschaut und kennt sich daher gut im Polizeibereich aus... :blah: :60: :nein:

Dem verletzten Kollegen gute Besserung!
Challenger


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Lone Soldier

Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon Lone Soldier » Mi 13. Jul 2016, 18:57

Dem verletzten Kollegen gute Besserung. Zu diesem Patientenvertreter fällt mir nix ein. Wenn man keine Ahnung hat, sollte man manchmal einfach besser den Mund halten.

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Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon vladdi » Mi 13. Jul 2016, 21:43

Der Herr sollte sich mal Schnittverletzung angucken. Er kann sich ja mal mit einer Stichschutzweste und Pfefferspray gegen einen Messerangreifer stellen.

Criss_mitchel
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Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon Criss_mitchel » Do 14. Jul 2016, 00:43

Ich könnte dem Herrn gern einen Link zur Verfügung stellen von einem US-Kollegen der sowas überlebt hat sein Streifenpartner hatte weniger Glück.
:(

Ich poste diesen Bewusst nicht, weil die Bilder schon sehr heftig sind.

Sollte jmd Interesse haben gern per PN.

Was in dem Thema sonst noch gern erwähnt wird: "Polizisten sind doch alle im Kampfsport ausgebildet die müssen den doch entwaffnen können."

Das es wirklich in manchen Vereinen sei es WT, Krav Maga usw. Trainer gibt die von Abwehr und Entwaffnung von Messertätern sprechen ist für mich unbegreiflich. Da gibt man Leuten die 5x zum Training waren das Gefühl sie wären fähig jemanden zu entwaffnen.

Ich erinnere mich da gern an mein erstes Training in Selm zurück. Dort wurden Bilder von Verletzungen eines im Nahkampf ausgebildeten und erfahrenen Soldaten einer Spezialeinheit gezeigt. Dieser soll wohl im Nachhinein gesagt haben er hatte Glück überhaupt den Messerangriff überlebt zu haben. Im Nachhinein würde er in einer vergleichbaren Situation würde immer den SWG vorziehen. Alles andere wäre Lebensmüde.

Einfach nur traurig.
Dem verletzten Kollegen gute Besserung.

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Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon Brot » Fr 15. Jul 2016, 15:34

Criss_mitchel hat geschrieben:Was in dem Thema sonst noch gern erwähnt wird: "Polizisten sind doch alle im Kampfsport ausgebildet die müssen den doch entwaffnen können."
An das habe ich mich gestern in einer Sendung des SWR erinnert. Da ist die Rede von "Die nächste Eskalationsstufe: Messerattacken von Bürgern abwehren". Und was für eine Sequenz wird gezeigt? Ein Messerangriff, der (vorerst) mit den Händen abgewehrt wird.

Vor Ort bei Polizisten: Von Beruf Prügelknabe? (bei Minute 04:29)

Im Video ist zwar zu sehen, dass der Angreifer nach der ersten Abwehr erneut zusticht, aber dem Fernsehzuschauer wird meiner Meinung nach durch solches Bildmaterial vermittelt "die Polizei lernt also, Messerangriffe mit den Händen abzuwehren". Das fördert nicht gerade die Akzeptanz eines SWG bei einem Messerangriff, wenn man die gezeigte Szene so kommentiert.

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Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon Controller » Fr 15. Jul 2016, 15:39

Polizisten sind doch alle im Kampfsport ausgebildet
und in Psychologie

und überhaupt und wer denn sonst und wofür hat man die dann überhaupt, wenn nicht dafür ......


so wird argumentiert, bzw ist die Erwartungshaltung im Falle eines Falles :polizei4:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon henrymuc » Fr 15. Jul 2016, 15:56

Criss_mitchel hat geschrieben:
Das es wirklich in manchen Vereinen sei es WT, Krav Maga usw. Trainer gibt die von Abwehr und Entwaffnung von Messertätern sprechen ist für mich unbegreiflich. Da gibt man Leuten die 5x zum Training waren das Gefühl sie wären fähig jemanden zu entwaffnen.

Ich erinnere mich da gern an mein erstes Training in Selm zurück. Dort wurden Bilder von Verletzungen eines im Nahkampf ausgebildeten und erfahrenen Soldaten einer Spezialeinheit gezeigt. Dieser soll wohl im Nachhinein gesagt haben er hatte Glück überhaupt den Messerangriff überlebt zu haben. Im Nachhinein würde er in einer vergleichbaren Situation würde immer den SWG vorziehen. Alles andere wäre Lebensmüde.

Einfach nur traurig.
Dem verletzten Kollegen gute Besserung.
Dem kann ich mich nur anschliessen!

Ich war bei verschiedenen Krav Maga Trainings und einem Selbstverteidigungstraining für Sanitäter dabei. Die Szenarien hatten wenig mit der Realität zu tun. Die Leute sind aber am Trainingsende mit der Überzeugung Messer-und Pistolenangriffe kontern zu können auf die Menschheit losgelassen worden. Das war echt übel :(
Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.

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Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon vladdi » Fr 15. Jul 2016, 16:19

@Brot

In der gezeigten Szene ist die Messerabwehr mit nackten Hand die einzige Möglichkeit.
Ein Bereich, der bei der Messerabwehr gerne mal vergessen wird.

Ekowit
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Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon Ekowit » Fr 15. Jul 2016, 16:28

henrymuc hat geschrieben:
Criss_mitchel hat geschrieben:
Das es wirklich in manchen Vereinen sei es WT, Krav Maga usw. Trainer gibt die von Abwehr und Entwaffnung von Messertätern sprechen ist für mich unbegreiflich. Da gibt man Leuten die 5x zum Training waren das Gefühl sie wären fähig jemanden zu entwaffnen.

Ich erinnere mich da gern an mein erstes Training in Selm zurück. Dort wurden Bilder von Verletzungen eines im Nahkampf ausgebildeten und erfahrenen Soldaten einer Spezialeinheit gezeigt. Dieser soll wohl im Nachhinein gesagt haben er hatte Glück überhaupt den Messerangriff überlebt zu haben. Im Nachhinein würde er in einer vergleichbaren Situation würde immer den SWG vorziehen. Alles andere wäre Lebensmüde.

Einfach nur traurig.
Dem verletzten Kollegen gute Besserung.
Dem kann ich mich nur anschliessen!

Ich war bei verschiedenen Krav Maga Trainings und einem Selbstverteidigungstraining für Sanitäter dabei. Die Szenarien hatten wenig mit der Realität zu tun. Die Leute sind aber am Trainingsende mit der Überzeugung Messer-und Pistolenangriffe kontern zu können auf die Menschheit losgelassen worden. Das war echt übel :(

Ein guter KravMaga-Trainer sagt dir,dass es nicht die Frage ist,ob du verletzt wirst,wenn ein Messer im Spiel ist,sondern nur wie schwer.

Leider war KRAVMAGA in den letzten Jahren sehr "in" was dazu führte,dass sich viele unseriöse Leute Trainer schimpfen und Kurse anbieten.

Bei Auseinandersetzungen mit einem Messer hilft nur Rennen und hoffen,dass der Angreifer ungeübt mit dem Messer ist. Wenn er geübt ist,wird es schlecht ausgehen und selbst die Schusswaffe hilft nur bedingt in der Nahdistanz. Ein geübter kann 6-10m mit wenigen Schritten überwinden und an dir rumschneiden,bevor die Waffe aus dem Holster ist.

Es gibt einige gute Techniken und Blocks,allerdings ist das Verletzungensrisiko immer noch sehr sehr hoch...Aber es verschafft vielleicht ein Fenster zum flüchten oder zum Vergrößern der Distanz.

https://youtu.be/j55d8uqvKDQ
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Ivolution
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Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon Ivolution » Fr 15. Jul 2016, 16:34

Wie war nochmal das amerikanische Cowboy Sprichwort: "Never bring a knife to a gunfight."
Oft wird darunter verstanden, dass man mit einer Schusswaffe einen riesen Vorteil gegenüber Messerkämpfern hat. In der Wirklichkeit ist das nicht immer der Fall. 7 Meter/21 Foot Regel ist da das beste Beispiel.

Hier ein gutes Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=J_KJ1R2PCMM
Zuletzt geändert von Ivolution am Fr 15. Jul 2016, 16:37, insgesamt 1-mal geändert.

vladdi
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Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon vladdi » Fr 15. Jul 2016, 16:37

@Ekowit

Die Polizei kann aber nicht wegrennen.

Wer nimmt denn sonst dem Täter das Messer ab bzw stoppt ihn?

Aldous
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Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon Aldous » Fr 15. Jul 2016, 17:40

vladdi hat geschrieben:Die Polizei kann aber nicht wegrennen.

Wer nimmt denn sonst dem Täter das Messer ab bzw stoppt ihn?
Komisch, ich habe das schon häufig gesehen. Sowohl geschlossene Einheiten die "wegrennen" um sich neu zu formieren, als auch einzelne Streifenbeamte, die "wegrennen" um Handlungsdistanz zu gewinnen.

Lone Soldier

Re: Und wieder ein Messerangriff auf einen Kollegen...

Beitragvon Lone Soldier » Fr 15. Jul 2016, 18:01

Erstmal rennt die Polizei nicht weg, weil sie die Hosen voll hat, sondern zieht sich aus taktischen Gründen zurück, wenn die Lage das erfordert und der Rückzug überhaupt möglich ist.

Es gibt aber keinen Rechtsanspruch eines Messerangreifers darauf, dass sich die Polizei zurück ziehen muss. Notwehr/Nothilfe bleiben unberrührt heißt es doch so schön in den meisten Polizeigesetzen.

Ich kann anhand der öffentlichen Informationen kein Fehlverhalten erkennen, ohne eine abschließende Würdigung vornehmen zu wollen.
Zuletzt geändert von Lone Soldier am Fr 15. Jul 2016, 21:32, insgesamt 1-mal geändert.


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