Tote und Verletzte in München

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Vito
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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon Vito » Sa 23. Jul 2016, 20:33

RafaelGomez hat geschrieben:Wenn man bedenkt, dass er sich mit 300 Schuss im Rucksack wohl vor den Augen der ihn stellenden Kollegen selbst gerichtet hat, war der Glücksanteil eher gering. Den Hauptteil trägt ein funktionierendes Konzept mit couragierten Kollegen.
Das ist ja unbestritten.

Fakt ist aber wohl auch, dass der Täter auf dem Parkdeck etwas planlos Zeit verschwendet hat und dort auch keine anderen Personen im Nahbereich waren.
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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Sa 23. Jul 2016, 20:38

Was aber nicht atypisch für einen Amoktäter ist - weshalb das Konzept eben darauf abzielt, maximalen Druck aufzubauen.
:lah:

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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon Vito » Sa 23. Jul 2016, 20:50

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:Was aber nicht atypisch für einen Amoktäter ist - weshalb das Konzept eben darauf abzielt, maximalen Druck aufzubauen.
Natürlich. Trotzdem hatte er mehr als genug Munition dabei. Und da können Kozepte noch so gut sein. Er hätte auch gut und gerne 30 Leute erschießen können, ehe auch nur der erste Funkwagen vor Ort eingetroffen ist. Mit "Glück gehabt" soll ja nicht die Leistung der Polizei geschmälert werden.
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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon Buford T. Justice » Sa 23. Jul 2016, 20:55

vladdi hat geschrieben:Auch im Bereich der Nachrichtendienste, Geheimdienste, Verfassungsschutz könnte man, und sollte man, noch das eine oder andere anpacken und die Sicherheit stärken.
In diesem Zusammenhang habe ich Dich ja kürzlich schon gefragt, was genau Dir da vorschwebt. Ist wohl untergegangen.
:applaus:

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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon RafaelGomez » Sa 23. Jul 2016, 20:57

Vito, planlos Zeit verschwendet mag ja sein. Wird auch seine Ursache im Fahndungsdruck finden. Da stehste aufm Parkdeck und hörst Hunderte Autos mit Blauhorn anrollen. Da soll man wohl nervös werden...
Was mich nach solchen Lagen annervt sind die (wenigen) die in allem noch meinen, ein Haar in der Suppe zu finden. Immerhin hat die Grüne Fr. Oberschlau bisher den Rand gehalten.
Die München-Lage ist professionell gelöst worden. Ohne Berührungsängste zu anderen Organisationen. Und ich möchte wetten, dass nach den Erstmeldungen alle BL ihr Konzept angefahren haben. Die wären auch nach der Unterstützung für BY nicht mit runtergelassenen Hosen erwischt worden, falls es ein Terrorakt mit verschiedenen, bundesweiten TO'en gewesen wäre. Unterm Strich steht, dass die Bundesrepublik gewappnet ist.

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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Sa 23. Jul 2016, 20:59

Amen. :zustimm:
:lah:

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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon zambo84 » Sa 23. Jul 2016, 21:34

RafaelGomez hat geschrieben: Die München-Lage ist professionell gelöst worden. Ohne Berührungsängste zu anderen Organisationen.
Keine Frage. Mit den Infos die man so bekommt, wirkt es auch auf mich so.

Allerdings meine ich halt, dass es bei gleicher Professionalität auch 30 Tote hätte geben können. Damit möchte ich kein Haar in der Suppe suchen, sondern einfach festhalten, dass er in den ersten 1-2 Minuten, wo halt noch kein Konzept angelaufen ist und auch noch kein Martinshorn zu hören war, er auch einfach doppelt so viel Menschen hätte töten können.


Und danke bzgl. der Infos zur BFE+.

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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon henrymuc » Sa 23. Jul 2016, 21:52

Harkov hat geschrieben:Wendt bei N-24 hat gerade mit der Moderatorin über den Täter gesprochen und dass er in die Enge getrieben wirkte.

Ich hoffe inständig, dass das auch gesamtgesellschaftlich noch stärker als nach Winnenden disktuiert wird. Wie entwickeln sich durch gesellschaftliche Strukturen (Mobbing, soweit hier die Eigenaussage des Täters korrekt ist) amoklaufende Persönlichkeiten.

Das Leid der Opfer überlagert das (zu Recht) oft.
:zustimm:
Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.

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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon henrymuc » Sa 23. Jul 2016, 21:54

squad hat geschrieben:
vladdi hat geschrieben:Auch im Bereich der Nachrichtendienste, Geheimdienste, Verfassungsschutz könnte man, und sollte man, noch das eine oder andere anpacken und die Sicherheit stärken.
Amokläufe wird das nur im Film Minority Report verhindern. :polizei2:
:zustimm:
Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.

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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon malfragen » Sa 23. Jul 2016, 23:54

Die Opferrechnungen hier finde ich gelinde gesagt etwas makaber, jedes Opfer ist eines zuviel.

Mich würde ja auch interessieren woher der denn die Waffe und die ganze Munition überhaupt her hatte.
Das war doch geplante Sache, ob das dann noch Amok ist bezweifle ich, Amok klingt eher nach Kurzschlussaktion.
-----------------------------------------------------------
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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon squad » So 24. Jul 2016, 00:09

malfragen hat geschrieben:Das war doch geplante Sache, ob das dann noch Amok ist bezweifle ich, Amok klingt eher nach Kurzschlussaktion.
Der Begriff wird ja in den Medien und in der Gesellschaft ja nicht so eng ausgelegt.

Columbine war geplant. Und in 'Schland siehts auch nicht viel anders aus:

Erfurt: In den Monaten vor der Tat kaufte er sich die beiden Tatwaffen, Munition und verschiedene Ausrüstungsgegenstände (Magazine, Holster und Ähnliches).
https://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Erfurt

Emsdetten: Der Täter verfügte über zwei Perkussionswaffen, eine Pistole und ein Gewehr sowie ein Kleinkalibergewehr. Die beiden Gewehre wurden am Lauf gekürzt und am Schaft abgesägt. Darüber hinaus trug er drei Rohrbomben sowie ein Messer am Körper. In seinem Rucksack wurden fünf weitere Rohrbomben gefunden. (...) Im Auto zurückgelassen hatte er vier weitere Rohrbomben, drei Brandsätze sowie eine Machete. (...) Die Vorderladerhandwaffen bezog der 18-Jährige von einem Online-Waffenhändler.[11] Der Anbieter bestätigte, dass B. in den beiden Monaten vor der Tat an drei Internetauktionen teilgenommen und dabei Waffen gekauft hat.
https://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Emsdetten


---edit---

Marcus da Gloria Martins, auch von der Presse gelobt. :applaus:

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... Chaos.html
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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon Kulinka » So 24. Jul 2016, 01:05

@DeBurschi

Die Bundesregierung kann im Rahmen außergewöhnlicher Umstände, etwa einer umfassenden Bedrohung der Inneren Sicherheit, die Europäische Gendamerie zur Unterstützung der deutschen Polizeien anfordern. Das ist durch europäische Vereinbarungen zumindest technisch möglich, auch ohne dass D zu den Eurogendfor-Staaten gehört. Google mal nach der Solidaritätsklausel zu den Lissaboner Verträgen.

Ob die Bundesregierung diesen Schritt nach deutschem Verfassungsrecht zu Frriedenszeiten nicht gehen darf, na klar. Aber gestern standen die Feldjäger auch schon Gewehr bei Fuß, wie man hört. Und wenn so etwas wie gestern in München, und diesmal islamistisch oder rechtsextrem motiviert und besser ausgerüstet, jemals in einer weiteren Metropole oder gar mehreren deutschen Städten gleichzeitig passieren sollte, danach viele bewaffnete Täter auf der Flucht, hätte man wohl einen erklärten Ausnahmezustand, eine massive Bedrohung der öffentlichen Ordnung und des inneren Friedens mit militärischen Mitteln (Koordination/Kriegswaffen). Da entscheidet dann die Bundesregierung und im Zweifel die Bundeskanzlerin alleine Maßnahmen. Wenn sie klug ist, wird sie jede professionelle Hilfe nehmen, die sie bekommt. Und die Eurogendfor ist eine, wie ich finde.

Der Verfassungsvorbehalt ist eine tolle Sache. Aber in einem wirklichen Notfallszenario wird meiner Vermutung nach niemand mehr damit winken, wenn deutsche Feldjäger Polizisten an Kontrollstellen sichern können, oder Spezialeinheiten einer europäischen Militärpolizei, die an der Nahtstelle militärischer und nichtmilitärischer Polizeiaufgaben operiert, koordiniert von deutschen Polizeibehörden ihnen zugewiesene Gebiete nach flüchtigen Tätern durchkämmen.

Abseits dessen hatte ich Dich nach der fachlichen Grundlage Deiner Kritik an der Polizei in München gefragt. Magst Du noch antworten?
Zuletzt geändert von Kulinka am So 24. Jul 2016, 01:18, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon Pauliminator » So 24. Jul 2016, 01:15

Was mir persönlich aufgefallen ist während der Berichterstattung, dass die Einsatzkräfte der NPOL Gefahrenabwehr sich nicht an die vorgaben des HEIKAT Konzeptes gehalten haben. Führungskräfte blieben sichtbar gekennzeichnet. Soll jetzt keine Kritik sein aber es hat mich schon sehr gewundert da dieses Konzept ja extra für Anschläge ausgearbeitet wurde. Davon wurde ja auch lange Zeit ausgegangen.

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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon squad » So 24. Jul 2016, 01:24

Kulinka hat geschrieben:@DeBurschi

Die Bundesregierung kann im Rahmen außergewöhnlicher Umstände, etwa einer Bedrohung der Inneren Sicherheit, die Europäische Gendamerie zur Unterstützung der deutschen Polizeien anfordern.
Einsätze werden diskutiert, geplant, und erst etwas später umgesetzt.

Das ständige Hauptquartier (PHQ), die Einzig permanente Struktur à fast ganze 30 Mann, muss ja erst die Mitgliedstaaten erbitten, Kräfte bereitzustellen. Ähnlich wie bei der NATO, muss dann erst geschaut werden, wer bereit ist was herzugeben. Was ne Weile dauert. Die Reaktionszeit macht die Sache daher etwas untauglich für den von Dir erwähnten Verwendungszweck:

EUROGENDFOR structure does not envision a standing force. However, a force can be generated and deployed on an ad hoc basis within 30 days, including if needed, a deployed HQ in the field.
http://www.eurogendfor.org/organisation/structure

Eine schnelle Unterstützung auf EU Ebene kann nur vom EU Civil Protecion Mecanism erwartet werden, da geht es aber nur, wie der Name verrät, um THW, Feuerwehr, Rettungsdienste u.Ä.

Bilateral ginge aber Ad-Hoc Zusammenarbeit, der Prümer Vertrag erlaubt ja einiges was gemeinsame Einsätze, Katastrophen, und Grosseinsätze betrifft. Müsste im nationalen Recht auch keine grosse Schwierigkeiten bereiten.
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Re: Tote und Verletzte in München

Beitragvon Kulinka » So 24. Jul 2016, 01:34

Danke, squad. Es ging mir in erster Linie um die grundsätzliche Möglichkeit eines Einsatzes de Europäischen Gendamerie, weil sie von DeBurschi verneint wurde. Bei der Länge von Ausnahmezuständen nach Anschlägen zum Beispiel in Frankreich und Belgien sind aber 30 Tage auch keine wirkliche Hausnummer für zumindest eine langfristige Unterstützung. Aber das führt in diesem Thread zu weit, ist zu hypothetisch. Auch deshalb nochmal danke für Deinen Hinweis.


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