Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

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The-Funky-Beast
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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon The-Funky-Beast » Mi 23. Nov 2016, 21:52

Offenkundig ja.
Zumal ja noch abschließend zu klären zu sein scheint, ob der Täter nicht doch wusste was auf ihn zukommt. Da es ja, auch für einen Reichsbürger, recht merkwürdig wäre tagsüber mit Schutzweste in der Wohnung rumzulaufen usw.
"Nur auf das Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen."

HessieJames
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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon HessieJames » Do 24. Nov 2016, 00:34

Naja... eine Schutzweste hat man, sofern sie griffbereit liegt, in wenigen Momenten angelegt. Da die Kollegen in der Annäherung offen vorgegangen sind, kann das dem Täter schon ausreichend Zeit für die Vorbereitung verschafft haben. Womit ich im übrigen die Taktik der Kollegen nicht kritisieren möchte.
Nur würde ich allein daraus auch keine Rückschlüsse auf einen vorangegangenen Verrat der Aktion ziehen.

Allerdings wäre es ja schon schlimm genug, wenn anderweitig polizeiliche oder allgemein behördliche Informationen preisgegeben worden wären.

HessieJames
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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon HessieJames » Mo 23. Jan 2017, 14:08

Gegen einen PVB wird nun wegen Beihilfe zum Totschlag durch Unterlassen ermittelt:

http://m.spiegel.de/panorama/justiz/a-1131236.html
Der Beamte habe die von dem "Reichsbürger" ausgehende Gefahr erkannt und hätte die tödliche Schussabgabe auf den Polizisten womöglich verhindern können, teilte die Anklagebehörde am Montag mit. Ihm werde Beihilfe zum Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen.
...
Laut Staatsanwaltschaft konnte er durch seine Kenntnisse über den "Reichsbürger" damit rechnen, dass bei der Waffenrazzia Schüsse fallen würden.

Daher wäre er verpflichtet gewesen, seine Erkenntnisse weiterzugeben, "sodass nach derzeitigem Stand durch Ergreifung geeigneter Maßnahmen die tödliche Schussabgabe hätte verhindert werden können", teilte die Anklagebehörde mit.
Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, der Argumentation der StA zu folgen. Offenbar war allen beteiligten Beamten die von dem Reichsbürger ausgehende Gefahr bewusst, sonst hätte man nicht das SEK vorgeschickt, um Sicherheit im Objekt herzustellen. Nach meinem Verständnis bedeutet das, dass man die Gefahr eines SWG zum Nachteil der Kollegen bereits einkalkuliert hat. Inwiefern der beschuldigte Beamte die Gefahrenanalyse weiter hätte beeinflussen können/müssen, geht aus dem Artikel nicht ganz hervor.

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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon vladdi » Mo 23. Jan 2017, 14:41

Der Artikel macht es mir noch nicht ganz verständlich, was dem Beamten genau an Fehlverhalten vorgeworfen wird. Ich denke es fehlen ein paar kleine Details.

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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon Diag » Mo 23. Jan 2017, 17:52

Ich sehe es auch so, dass man durch Einsatz des SEK mit entsprechendem Handeln gerechnet hat.

Und Beihilfe zum Totschlag durch Unterlassen? Echt jetzt? Ich bin ja auch ein Fan von Kreativität beim Finden von Straftatbeständen, tue mich aber hier schwer. Bin mal auf weitere Details und Begründungen gespannt.

-Sherlock Holmes-
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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon -Sherlock Holmes- » Mo 23. Jan 2017, 18:16

Sollte es sich bei dem Beschuldigten handeln, der mit den Ermittlungen betraut war, wirkt das ganze für mich auch etwas unsinnig.
Für mich liest sich der Artikel aber eher so, dass der Kollege mit dem Schützen privat Kontakt gehabt hätte. Dementsprechend nicht zwangsläufig mit den Ermittlungen betraut war. Dann würden die Ermittlungen in meinen Augen wiederum Sinn ergeben..

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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon Controller » Mo 23. Jan 2017, 18:49

Da steht doch:
Der nun offiziell beschuldigte Beamte war bereits im November vom Dienst suspendiert und seine Wohnung durchsucht worden.
Im November vom Dienst suspendiert ist als Link gestaltet und führt hierher:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/g ... 22725.html
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon Bones65 » Mo 23. Jan 2017, 19:52

-Sherlock Holmes- hat geschrieben: Für mich liest sich der Artikel aber eher so, dass der Kollege mit dem Schützen privat Kontakt gehabt hätte. Dementsprechend nicht zwangsläufig mit den Ermittlungen betraut war. Dann würden die Ermittlungen in meinen Augen wiederum Sinn ergeben..
So ist es auch. Das ist ja auch schon seit letztem Jahr bekannt.
:snoopy:

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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon Brot » Mo 23. Okt 2017, 11:47

Ermordeter Polizist: Lebenslange Freiheitsstrafe für "Reichsbürger"
Der sogenannte Reichsbürger von Georgensgmünd ist zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht in Nürnberg wertete die tödlichen Schüsse des Mannes auf einen Polizisten als Mord.
Das Urteil des LG Nürnberg wurde verkündet. Die Tat wurde als Mord eingestuft.

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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mo 23. Okt 2017, 14:33

Macht es nicht wieder wett, setzt aber ein Zeichen.
:lah:

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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon Harkov » Mo 23. Okt 2017, 17:41

Beeinflussen sich zwei Urteile eigentlich gegenseitig ?

Das Urteil hier lautet auf Mord, also eine absichtsvollen Tötung. In einem anderen Verfahren wird u.a. einem Polizisten vorgeworfen, dem Täter privat geholfen zu haben z.b. durch eine Warnung.

Wenn also in diesem Urteil "nur" Totschlag als Urteil gesprochen wäre, wäre dann die zu erwartende Strafe für den Polizisten auch geringer ?
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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mo 23. Okt 2017, 17:44

Nein.
Selbst, wenn man dem Mitarbeiter unterstellen und nachweisen könnte, diesen kausalen Ablauf vorhersehen müssen zu können, sind das einzelne Verfahren, die der Richter einzeln würdigt.
:lah:

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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon Knaecke77 » Fr 12. Jan 2018, 09:57

Beängstigende Entwicklung der "Reichsbürger-Szene)
Szene wächst rasant
"Reichsbürger" planen offenbar Armee

Sie haben Waffen und erkennen den Staat nicht an: Eine Gruppe sogenannter Reichsbürger will laut einem Bericht eine militärische Organisation aufbauen. Außerdem wird die Bewegung immer größer. In einem Bundesland hat sie besonders viele Anhänger.

Die Szene der sogenannten Reichsbürger bereitet den Sicherheitsbehörden zunehmend Sorgen. Innerhalb der Szene plant eine Gruppe offenbar den Aufbau einer eigenen Armee. Entsprechende Bestrebungen hätten Verfassungsschutzämter in Ostdeutschland registriert, berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus". Sicherheitskreise hätten bestätigt, dass sich "Reichsbürger" aus mehreren Bundesländern bei einem konspirativen Treffen mit dem Aufbau einer militärischen Organisation befasst hätten, heißt es.

"Die bereiten sich eigenen Angaben zufolge auf den Tag X vor“, so ein ranghoher Beamter zu dem Magazin. Was sie genau damit meinen, konnte dieser allerdings nicht sagen. Die Sicherheitsbehörden fürchten, dass sich bisher unvernetzte Einzelaktivisten und Kleinstgruppen nun zusammenschließen könnten. Sorge bereitet den Experten zudem, dass die Szene über eine große Zahl an legalen und illegalen Waffen verfügt. Dem Bericht zufolge besitzen mehr als 1000 "Reichsbürger" eine waffenrechtliche Erlaubnis.

https://www.n-tv.de/politik/Reichsbuerg ... 27252.html

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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Fr 12. Jan 2018, 10:05

Der unkommentierte Presseartikel passt jetzt hier rein, weil da Reichsbürger drin steht oder wie? :gruebel:
:lah:

Knaecke77
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Re: Mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt

Beitragvon Knaecke77 » Sa 13. Jan 2018, 08:16

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:
Fr 12. Jan 2018, 10:05
Der unkommentierte Presseartikel passt jetzt hier rein, weil da Reichsbürger drin steht oder wie? :gruebel:
Der Zusammenhang liegt doch auf der Hand.


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