Polizeigewalt in Stuttgart

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grenzwertig
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Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon grenzwertig » Do 6. Apr 2017, 07:20

http://www.rp-online.de/panorama/deutsc ... -1.6737560

Das Video ist leider nicht mehr verfügbar. Kennt es jemand?

vladdi
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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon vladdi » Do 6. Apr 2017, 08:40

Was mich bei soetwas wundert ist, dass mehrere Polizisten auf einmal zu Straftäter werden. Wenn ein Polizist, aus welchen Gründen auch immer, ungerechtfertigte Polizeigewalt anwendet, dann ist das nicht gut, strafbar, möglicherweise sind die Ursachen, ist die Ursache verständlich - nur hier sollen es vier Polizisten gewesen sein. Möglich ist das, es wundert mich jedoch.

Die Aussage der Polizisten, dass es nach einem verbalen Streit zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein soll, ist - leider - nachvollziehbar. Das kann jedoch auch eine Schutzbehauptung gewesen sein.

Das Video würde ich gerne sehen. Jedoch traue ich diesen Videos nicht. Zu oft unterliegen wir der Täuschung. Wichtige Szenen, vor und nach der Aktion, sind öfter herausgeschnitten worden und vermitteln so ein falsches Bild über die Auseinandersetzung. Teilweise sind Videos zusammengeschnitten, es wird die Kommunikation nicht aufgezeigt, Bilder der Umgebung fehlen. Zu oft wurden solche bearbeiteten unwahren Videos zur Stimmungsmache und Beeinflussung der Öffentlichkeit gegen die Polizei genutzt.

Außerdem wundert es mich, dass in dem Bericht von gefährlicher Körperverletzung gesprochen wird, müsste nicht die speziellere Körperverletzung im Amt ermittelt werden?

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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon Herr_Keuner » Do 6. Apr 2017, 09:16


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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon Muqq » Do 6. Apr 2017, 09:46

Video zeigt mal wieder nicht die Vorgeschichte, aber hautpsache das ganze mit Polizeigewalt betiteln.

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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon Freeman12349 » Do 6. Apr 2017, 10:05

Aber gut, dass der Polizeisprecher schonmal fassungslos ist :zustimm:
Kein PVB

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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon Peppermintpete » Do 6. Apr 2017, 10:23

:keks:

vladdi
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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon vladdi » Do 6. Apr 2017, 10:48

Naja, zumindest scheint es einen Unfall gegeben zu haben.
Dann folgte eine verbale Auseinandersetzung. Inwiefern das Rauchverbot Grund der Auseinandersetzung war oder warum oder ob es ausgesprochen wurde steht noch offen.

Zumindest glaube ich nicht, dass es zu der körperlichen Auseinandersetzung wegen des Rauchverbots kam, sondern in Folge der verbalen Auseinandersetzung.

Auch ein unbegründetes (rechtswidriges) Rauchverbot erlaubt es nicht sich körperlich gegen die Polizei zur Wehr zu setzen.

Ich halte es hier für durchaus möglich, dass die Situation wegen einer Kleinigkeit eskaliert ist.
Ob es mangelndes Verständnis für hoheitliche Maßnahmen und Respektlosigkeit gegenüber der Polizei oder übertriebene Härte und mangelndes Einfühlungsvermögen des Polizisten war, muss die Ermittlung zeigen.

Eine Rechtswidrigkeit nur anhand der Bilder sehe ich nicht. Gewalt macht keine schönen Bilder, jedoch ist das nunmal die Realität auf der Straße.

Die Äußerung der Pressestelle halte ich für unglücklich. Es erfolgte schon eine Vorverurteilung. Dafür reichen die Bilder jedoch nicht aus.

Im Moment sehe ich eine Lappalie und hartes Durchgreifen. Ob tatsächlich Lappalie oder ob zu hart und dann zu hart rechtmäßig oder strafbar muss geklärt werden.

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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon McFadden » Do 6. Apr 2017, 10:50

Das Video bei BILD plus ist etwas länger.
Und ich kotze schon wieder im Strahl.
Ich sehe da eine Gewahrsamnahme die mittels Zwang durchgesetzt wird.

Aber Hauptsache der Pressesprecher "ist entsetzt" und zwei Kollegen schieben Innendienst. Vorverurteilung vom Feinsten.

Da oben gibt es echt keinen mehr der den Arsch in der Hose hat sich mal vor seine Leute zu stellen ! Zum Kotzen der Laden.

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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon MICHI » Do 6. Apr 2017, 11:14

Da gibt es irgendwie, zumindest zu dem, was in dem Video zu sehen ist, nichts zu beschönigen. Absolut unprofessionell.

Eine vorläufige Umsetzung in den Innendienst ist im Übrigen keine Vorverurteilung, sondern eine Maßnahme, die auch dem Schutz eines Beamten dienen kann und dann im Rahmen der Fürsorgepflicht des Dienstherrn angewendet wird.

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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon Brot » Do 6. Apr 2017, 11:28

MICHI hat geschrieben:Da gibt es irgendwie, zumindest zu dem, was in dem Video zu sehen ist, nichts zu beschönigen. Absolut unprofessionell.
Das Video auf Facebook ist ein wenig länger, aber trotzdem in mehreren Szenen geschnitten. Aus diesem ist die komplette Vorgeschichte nicht zu erfahren.

Einzelne Dinge auf dem Video (z.B. die Schläge mit dem EKA) sehen nicht gerade verhältnismäßig aus. Trotzdem kann niemand aufgrund des Videos sagen, ob die Durchsetzung der Anordnung (Zigarette aus) und Fesselung der Person rechtmäßig war. Über die Verhältnismäßigkeit kann bestimmt gestritten werden.

Ich hoffe für die Kollegen, dass sie ein faires Verfahren ohne Vorurteile erwarten können. Sollte es zu einem Fehlverhalten seitens der Kollegen gekommen sein, so wird es auch entsprechende straf- und dienstrechtliche Konsequenzen geben. Bis dahin gilt, wie für jeden anderen Bürger auch, die Unschuldsvermutung, da ich mir nur aufgrund des Videos ohne Einsicht in den kompletten Sachverhalt kein Urteil erlauben würde.

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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon MICHI » Do 6. Apr 2017, 11:30

Es geht hier nicht um das, was möglicherweise vorher vorgefallen ist, sondern um das Einschreiten der Beamten, und das ist nun einmal Scheiße, auf deutsch gesagt. Dazu brauche ich keinen Komplettsachverhalt.

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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon 1957 » Do 6. Apr 2017, 11:36

Michi, du hast meine volle Zustimmung. Das was zu sehen ist, ist unprofessionell.

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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon DerLima » Do 6. Apr 2017, 12:13

Auch hier schreibe ich, wie immer...: Abwarten, was die Ermittlungen bringen.
Erstaunlich fand ich die Kommentare bei "Weilt". Viele dort stellten sich hinter die Beamten.

Zur Szene und zum Sachverhalt:
Nunja, es ist geschnitten. Man hätte es sicher professioneller angehen können. Allerdings sehe ich (wie immer) nicht pauschal Polizeigewalt.
Laut diversen Kommentaren ist der Fahrer vorher (alkoholisiert?) mit deutlich zu hier Geschwindigkeit gefahren und hat dabei zum einen Menschenleben gefährdet und zum anderen den Unfall verursacht.
Anschliessend hat er sich allen Anordnungen widersetzt, was zuletzt in der Umsetzung der Maßnahme mittels Zwang gemündet ist. Speziell wird auf die Aufforderung die Zigarette auszumachen eingegangen. Ob das die einzige Anordnung war, der er sich widersetzte oder es im Vorfeld noch weitere gab, ist mir unbekannt. Respektlos allemal.
Aber auch ein Handeln der Beamten, welches Fragen aufwirft.
1. Kalenderführer und Nachkoster von Kaept`n´s WtjTBdageuM-Club

Und es heisst doch "Fred" - ganz unten

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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon McFadden » Do 6. Apr 2017, 12:15

"Absolut unprofessionel?" "Scheiße?"

Ich sehe da jemanden der sich gegen eine Gewahrsamnahme wehrt. Da will mir hier doch keiner ernsthaft erzählen, dass er noch nie einen Widerstand mittels Schlägen gebrochen hat?

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Re: Polizeigewalt in Stuttgart

Beitragvon vladdi » Do 6. Apr 2017, 12:22

Michi hat nicht unrecht.
Dennoch gilt es natürlich aufzuklären wie es soweit kommen konnte und ob das unprofessionell oder strafbar war.

Darüber hinaus fände ich es wichtig die Ursache aufzuklären. Die Eskalation wegen des Sachverhaltes hätte vermutlich von beiden Seiten verhindert werden können.

Die Presseerklärung ist jedoch genau so unprofessionell!


Möglich dass es noch weitere Fakten gibt und dass Michi sich dann irrt.... aber geringe Wahrscheinlichkeit.
Zumal, nur das Video betrachtet, weder die Stockschläge noch die Faustschläge zielführend und notwendig wirkten (ups, dicht an der Presseerklärung - aber doch anders) , um das abschließend beurteilen zu können muss man jedoch alle Beteiligten hören.



Man muss sich wirklich mal fragen, ob und warum man das Rauchen verbieten will und erst recht, ob man das Rauchverbot mit Gewalt durchsetzten will. Fraglich ob die Verwaltungsgerichte ein Rauchverbot als hoheitliche Maßnahme anerkennen - zumindest pauschal ("machen wir immer so in Kontrolle, wegen Eigensicherung") wird das bestimmt sehr fragwürdig betrachtet werden.


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