Abschiebung: Schüler vs. Polizei

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vladdi
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Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon vladdi » Fr 2. Jun 2017, 12:10

1957 hat geschrieben:Hier ist etwas eskaliert, was nicht hätte eskalieren dürfen. Ich sehe taktische und personale Fehler. In der Hitze des Augenblicks entschuldbar? Oder hat man die Angelegenheit womöglich einfach zu leicht genommen?
Nun schiebt man sich die Schuld gegenseitig zu.


Das sehe ich nicht so.

Um einen AFG in Abschiebehaft zu nehmen und aus der Schule abzuholen sollte ein / bzw. sollten zwei Streifenwagen reichen.

Von vorne rein dort mit massiven Kräften auftauchen zu müssen, zu planen ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft und unsere Schüler.
Die Rigaer Straße ist schon zu viel!

Ich gehe auch zu zweit durch Fußballfans.

Unsere Gesellschaft sollte nicht mit Polizeiübermacht begegnet werden.

Ein solches Verhalten der Schüler ist nicht normal und vorhersehbar. Schülerprotest ist in der Regel friedlich. Mit Angriffen, Flaschenwürfen und Gefangenbefreiung musste niemand rechnen.

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Kaeptn_Chaos
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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Fr 2. Jun 2017, 12:18

Und führst du auch zu zweit inmitten der Fans freiheitsentziehende Maßnahmen gegen einen von ihnen durch?

Mit der Eskalation musste man nicht rechnen.

Bessere Festnahmeorte als den Klassenraum gibt es aber sehr wohl.
:lah:

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Harkov
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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon Harkov » Fr 2. Jun 2017, 12:29

vladdi hat geschrieben:
Die Schüler, die das Vorgehen der Polizei kritisieren, sollten sich mit dem Hintergrund des Herrn befassen und mit den Themen: Gefangenenbefreiung und Faustrecht, sowie hoheitliches handeln, Gewaltmonopol und Verwaltungsrechtschutz.
Och Vladdi,
ein bisschen mehr Empathie für junge Leute. Da sitzt die Berufsvorbeitungsklasse BG943 und dann kommt da die Staatsmacht rein. Neben mir mein Kumpel, der ein feiner Kerl ist und für Islamisten nix übrig hat und mit mir Mathe lernt.
Und ich hoffe, die Leute hier im Forum, können eine Erklärung von einer Rechtfertigung unterscheiden: Ich kann es nachvollziehen, dass es da Randale gab zumindest was den engsten Kreis um den Abschiebepflichtigen herum angeht.
Und:

Ich will sehen wie du so einer Klasse Verwaltungsrechtschutz nahe bringst ! In Realiter in dieser Situation !
Zuletzt geändert von Harkov am Fr 2. Jun 2017, 12:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon vladdi » Fr 2. Jun 2017, 12:30

Jein.

A
Freiheitsentziehende Maßnahmen führe ich sowieso weniger selber durch. Aber auch zu zweit in der Masse ist eher ungünstig
( wobei dir das sicher bewusst war )

B
So wie ich das las, gab es keinen besseren Ort
Der AFG ist mehreren Einladungen nicht gefolgt, war mehrfach nicht anzutreffen.

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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Fr 2. Jun 2017, 12:38

Und da fällt dir kein besserer Ort ein? Zum Beispiel separiert auf dem Schulweg? :gaga:
:lah:

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Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon vladdi » Fr 2. Jun 2017, 12:43

Harkov

Wo ich von weg komme, hatten wir eine Skinheadszene. Und trotzdem könnte eine Streifenwagenbesatzung für Ruhe Sorgen.

Ich finde es gut und richtig, wenn Schüler Protest ausüben. Protest heißt jedoch nicht Gewalt.

Wenn der Lehrer ihnen nun erklärt welche Folgen auf ihr Leben haben kann, wird das schon etwas bewirken. Wir reden immerhin von versuchter Gefangenbefreiung, Landfriedensbruch, Widerstand, KV, gef. KV
Das hat mit Protest und Kameradschaft nichts mehr zu tun


Wenn nicht sogar einige der Schüler ein EAV bei der Pol zu laufen haben...

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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon vladdi » Fr 2. Jun 2017, 12:50

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:Und da fällt dir kein besserer Ort ein? Zum Beispiel separiert auf dem Schulweg? :gaga:
Doch.
Aber ich sitze hier in der Sonne.

Gutes Bild vs Schlechtes Bild:

Waren die Cops, die das gemacht haben, zu dämlich VS es gab keine bessere Möglichkeit

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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon 1957 » Fr 2. Jun 2017, 13:16

Vladdi schrieb: "Es kann jedoch nicht sein, dass die Polizei von einer Meute Schüler umzingelt wird, ihre Maßnahme nicht durchführen kann und Gefangene befreit werden"

Doch,es kann (http://www.wortbedeutung.info/k%C3%B6nnen/) sein, passiert in ähnlicher Form täglich.

Überzeugend bist du nicht gerade, Vladdi. Wobei ich darauf hinweise, dass ich auf taktische Fehler etc. hier nicht näher eingehen werde.
Bin sicher, die werden in der Einsatznachbereitung erkannt. Manche Dinge kann sich allerdings fast jeder "an zwei Fingern" ausrechnen.

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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon Eisscrat » Fr 2. Jun 2017, 14:12

Kaeptn_Chaos hat geschrieben: Bessere Festnahmeorte als den Klassenraum gibt es aber sehr wohl.
Vielleicht solltest du dich erstmal informieren Käptn.

Der Asylant wurde durch den Schulleiter aus dem Klassenzimmer gebeten und dann zum Streifenwagen begleitet.
Sehr viel diskreter ist es wohl kaum möglich.
Deine Lösung ist Abfangen auf dem Schulweg? Ernsthaft? Mit mehr Kräften und öffentlichkeitswirksamer gehts ja wohl kaum. :stupid:

http://www.br.de/puls/themen/protest-ge ... g-100.html
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Albert Einstein

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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon vladdi » Fr 2. Jun 2017, 14:14

Wenn nichts mehr einfällt, dann bleibt ja noch die Wortklauberei.

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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Fr 2. Jun 2017, 14:16

Eisi: So diskret, dass auf einmal Spontandemo war. :flehan:
:lah:

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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon Officer André » Fr 2. Jun 2017, 14:26

Wenn eine Schülerin zu spät kommt, die Szene beobachtet, in der Klasse "alarm schlägt" und die Klasse sich offenbar schon zuvor eine Meinung zur Abschiebung des jungen Mannes zugelegt hat- dann geht das fix.

Die Sitzblockade wurde mit einfacher Gewalt aufgelöst. Soweit so normal.
Für mich liest es sich ganz klassisch danach, dass die Schüler schlicht unterschätzt haben, wie die Blockade nach mehrfacher Aufforderung aufgelöst wird.

Das ist eben keine Spassveranstalltung. Ab einem gewissen Punkt wird es ernst und das überblicken einige eben nicht.

Edit: schade, dass man von der Schule nicht erwarten kann, dass der Vorfall mit der Klasse aufgearbeitet wird. Statt zu besprechen warum die Polizei sich so behalten hat und welche Rechte und Pflichten vorlagen, wird lieber auf die Polizei geschimpft :polizei10:
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!

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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon Harkov » Fr 2. Jun 2017, 14:41

ich vage zu bezweifeln, dass das intern nicht nachbereitet wird. Das wirst du als Lehrkraft schon machen müssen, um die Unterrichtsdisziplin herzustellen.
Officer André hat geschrieben: Die Sitzblockade wurde mit einfacher Gewalt aufgelöst. Soweit so normal.
Für mich liest es sich ganz klassisch danach, dass die Schüler schlicht unterschätzt haben, wie die Blockade nach mehrfacher Aufforderung aufgelöst wird.

:
:applaus:
Einer der besten Sätze im ganzen Fred. Je nachdem welchen Lehrertypus die Schüler gewohnt sind, sind die es gewohnt, dass Dinge 100x ausdiskutiert werden und jeder am Ende seine Meinung behält. Da kann sich schlicht keiner vorstellen, dass nach der dritten Aufforderung direkt die Ausführung erfolgt.
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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon Officer André » Fr 2. Jun 2017, 15:03

Ich war nicht vor Ort, aber wenn es die Situation es zulässt, dann kündige ich (und die meisten Kollegen natürlich auch) deutlich an, dass ich die Maßnahme im nächsten Schritt mit Gewalt durchsetze. Frage auch nach, ob die Information verstanden wurde.
Wer dann nicht hört ... der will es echt wissen

PS: ich wage zu bezweifeln, dass Du nur vage Kenntnisse der Rechtschreibung hast. Es dürfte sich die Waage halten. :polizei3:
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Re: Abschiebung: Schüler vs. Polizei

Beitragvon Doncahounas » Fr 2. Jun 2017, 15:56

Der Betroffene war - der üblichen Vorgehensweisen gemäß - morgens an seiner Meldeadresse aufgesucht, aber eben nicht angetroffen worden. Da er er an dem tag nunmal definitiv ins Flugzeug gesetzt werden sollte wurde er eben aus dem laufenden Unterricht geholt. Das er bis dato nichts von seiner Ablehnung&Abschiebung wusste behauptet wohl nur noch sein Anwalt.

Bei einigen Presseartikeln könnte man mittlerweile meinen die Kollegen hätten ein Kindergartenfest gestürmt. Die Lage wurde über einen längeren Zeitraum durch die Polizeiführung auf kommunikativem Wege versucht zu lösen, während die Schülerschaft über soziale Netzwerke mobilisierte. Das und wie die Kollegen schließlich von den Schülern angegangen wurden ist hier der eigentliche Skandal, auch das einige Lehrer erschreckend viel Lob oder Verständnis so viel 'soziales Engagement' zeigen...bei neun Verletzten Kollegen. Und grade läuft hier die Demo gegen Polizeigewalt. Ein Irrenhaus.
I´m not useless! I still can serve as a bad example!


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