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Re: G20 - Neu! Bitte den ersten Beitrag lesen!

Beitragvon RMP » Mi 12. Jul 2017, 15:52

Morty hat geschrieben: Welche Stelle wäre den vorteilhafter gewesen? Warten bis der Demozug an den Landungsbrücken ist und sich die Masse dann komplett verteilen kann? prinzipiell war die Überlegung den Block mit Hilfe der Kaimauer einzuschließen richtig.
An den Landungsbrücken hätte die offizielle Demo-Route ohnehin vorbeigeführt. Wenn ich den Zug, und mehr noch den schwarzen Block, wie in Berlin üblich eng begleite, läuft mir da gar nichts auseinander.
Gut gedacht ist eben noch lange nicht gut gemacht.

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Re: G20 - Neu! Bitte den ersten Beitrag lesen!

Beitragvon Morty » Mi 12. Jul 2017, 17:43

Wenn ich den Standpunkt vertrete dass der Demo-Zug nicht fortgeführt wird dann lasse ich ihn nicht erst noch 500m weiterlaufen um dann an einer Örtlichkeit die nicht unbedingt besser geeignet ist einzuschreiten. Situativ wurde mMn richtig gehandelt, im Nachhinein ist es immer leicht zu sagen was möglicherweise besser gewesen wäre.

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Re: G20 - Neu! Bitte den ersten Beitrag lesen!

Beitragvon chigurh » Mi 12. Jul 2017, 19:46

Loewe hat geschrieben:5. Wer lautstark sich echauffiert hat über den Entzug von Akkreditierungen bei bestimmten Journalisten, dem sei folgende Lektüre nahegelegt http://meedia.de/2017/07/10/nach-hetzja ... kohlhuber/
Controller hat geschrieben:wen haben wir da ?
Ei, de Sören :lol:
viewtopic.php?f=14&t=83858&p=1326759&hi ... n#p1326759
die allerschlausten Hühner, ihr eigenes Nest und die Kacke ;D
Oh :polizei1:
Das untermauert natürlich die " " bei meiner Bezeichnung von ihm als "Journalisten" vor zwei Wochen nochmal :polizei10:
Zuletzt geändert von chigurh am Mi 12. Jul 2017, 19:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: G20 - Neu! Bitte den ersten Beitrag lesen!

Beitragvon RMP » Mi 12. Jul 2017, 19:48

Morty hat geschrieben:Wenn ich den Standpunkt vertrete dass der Demo-Zug nicht fortgeführt wird dann lasse ich ihn nicht erst noch 500m weiterlaufen um dann an einer Örtlichkeit die nicht unbedingt besser geeignet ist einzuschreiten. Situativ wurde mMn richtig gehandelt, im Nachhinein ist es immer leicht zu sagen was möglicherweise besser gewesen wäre.
Natürlich ist es hinterher leicht, Kritik zu üben. Das Vermummungsverbot durchzusetzen und en schwarzen Block vom Rest der Demo zu trennen ist ja an sich kein schlechtes Vorhaben. Nur kann es doch nicht das Ziel sein, Verwirrung zu stiften, die komplette Demonstration anzuhalten und die Autonomen auseinanderzutreiben.

Zitat aus dem Tagesspiegel:
Auch die Fehlentscheidungen der Hamburger zerrten an den Nerven. „Jeder Beamte hat sich gefragt: ,Wie kann man so was anordnen?‘“, berichtete ein Berliner Vorgesetzter. Bekanntlich hatte die Einsatzleitung die Autonomendemo an einer denkbar ungeeigneten Stelle gestoppt – nur weil Vermummung angelegt wurde. Sinnvoller wäre gewesen, den schwarzen Block laufen zu lassen. Wäre es dann zu Gewalt gekommen, hätte man ihn an geeigneter Stelle aus der Demo heraus in eine Seitenstraße „schieben“ können.

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Re: G20 - Neu! Bitte den ersten Beitrag lesen!

Beitragvon Steffen767 » Mi 12. Jul 2017, 19:50

Seid ihr Polizeitaktiker oder wart ihr im Führungsstab, als bestimmte Massnahmen besprochen wurden?

Ich denke, dass sich die Leute in Hamburg schon was bei ihrer Taktik, egal ob Donnerstag oder Freitag, gedacht haben.
Jeder Polizeiführer handelt/entscheidet anders, welches sich sowohl nach Örtlichkeiten, polizeilichem Gegenüber und vielen anderen Gründen richtet.
Dieses kann und wird von Stadt zu Stadt, wie Berlin oder hamburg, unterschiedlich sein.
Viele Vorgaben begründen sich auch in den jeweiligen Polizeigesetzen, welche ja bekanntlich Ländersache sind.

Gruß
Steffen
Wir haben so viel mit so wenig schon so lange vollbracht, dass wir qualifiziert sind, alles mit nichts zu erreichen.

Die oben angegebene Meinung ist die Meinung bzw. Ansicht des Verfassers und spiegelt nicht die Meinung anderer oder der Polizei wieder

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Re: G20 - Neu! Bitte den ersten Beitrag lesen!

Beitragvon lawmaker » Mi 12. Jul 2017, 20:36

Also mir sind Vermummte in einem konzentrierten Block, ja auch mit Rauch und Bengalos, lieber als eine chaotische Straßenschlacht. Klar, wenn erhebliche Strafteten passieren muss man einschreiten, aber es gibt eben auch das Verhältnissmäßigkeitsgebot welches auch taktisch durchaus sinnvoll angewendet werden kann. Den schwarzen Block allein wegen Vermummung auseinanderzutreiben scheint mir nicht besonders sinnvoll, ganz praktisch nicht und was die öffentliche Vermittelbarkeit angeht schon garnicht. Ist natürlich Kaffeesatzleserei wie die sich während der Demo verhalten hätten, ob es daraus erhebliche Straftagen (Körperverletzung etc.) gegeben hätte, aber so hat man ausgelöst was man eigentlich hätte verhindern sollen... :stupid:

Ich glaub auch nicht dass die Welle an Danksagung lange anhält. Ist oft so dass nach dem ersten "Schock" bei aus dem Ruder laufenden Großveranstaltungen auch die Polizeiarbeit sehr kritisch beleuchtet wird.

Beispielsweise gibt es bereits offenbar eine Stellungnahme von Läden in der Sternschanze in der die Polizei ziemlich kritisiert wird und andererseits Vermummte geradezu gelobt werden:
"Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den alkoholisierten Halbstarken, die sich hier ausgetobt haben. Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich aber im Zweifelsfall nicht. In dem Schreiben ist auch von Vermummten die Rede, die angeblich andere von Gewalttaten abgehalten hätten. Es habe viele Situationen gegeben, "in denen offenbar gut organisierte, schwarz gekleidete Vermummte teilweise gemeinsam mit Anwohnern eingeschritten sind, um andere davon abzuhalten, kleine, inhabergeführte Läden anzugehen". "
http://www.stern.de/politik/deutschland ... 35330.html

Und eine systematische Sammlung wird offenbar auch schon angegangen mit zahlreichen Beispielen eher fragwürdiger Aktionen. Ganz egal wie das jeweilige Verhalten juristisch zu bewerten ist macht es jedenfalls keinen allzuguten Eindruck. Link entfernt

-editiert von schutzmann_schneidig - offensichtlich ideologisch motiviertes Polizeibashing; keine Angabe eines Impressums

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Re: G20 - Neu! Bitte den ersten Beitrag lesen!

Beitragvon chigurh » Mi 12. Jul 2017, 20:41

lawmaker hat geschrieben:Ich glaub auch nicht dass die Welle an Danksagung lange anhält. Ist oft so dass nach dem ersten "Schock" bei aus dem Ruder laufenden Großveranstaltungen auch die Polizeiarbeit sehr kritisch beleuchtet wird.
...
Und eine systematische Sammlung wird offenbar auch schon angegangen mit zahlreichen Beispielen eher fragwürdiger Aktionen. Ganz egal wie das jeweilige Verhalten juristisch zu bewerten ist macht es jedenfalls keinen allzuguten Eindruck. Link entfernt
Du hast dich nicht zufällig verirrt und wolltest eigentlich nen Artikel auf linksunten kommentieren? :polizei1:
Uniform trägst du jedenfalls keine.
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Re: G20 - Neu! Bitte den ersten Beitrag lesen!

Beitragvon Harkov » Mi 12. Jul 2017, 21:47

Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den alkoholisierten Halbstarken, die sich hier ausgetobt haben. Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich aber im Zweifelsfall nicht. In dem Schreiben ist auch von Vermummten die Rede, die angeblich andere von Gewalttaten abgehalten hätten. Es habe viele Situationen gegeben, "in denen offenbar gut organisierte, schwarz gekleidete Vermummte teilweise gemeinsam mit Anwohnern eingeschritten sind, um andere davon abzuhalten, kleine, inhabergeführte Läden anzugehen"
Man möge mir einen Fall nennen, bei dem ein deutscher Polizist mit einem MG auf einer Demo, einen Menschen tötete.........und das hier in der BRD.

Wer Angst vor einem Gegenstand hat, der vorgehalten wird um Schlimmeres zu verhindern, gleichzeitig jubelt, dass Anwohner gemeinsam inhabergeführte Läden retten, sodass sienicht geplündert werden, während dann 2 Autos in Flammen....., nunja......der möge bitte zum Justieren seines Wertkompasses schreiten.

PS: Wer sich mit Geschichte auskennt, wird zumindest in Deutschland zucken, wenn Scheiben eingeschlagen werden :polizei4:

Wir haben hier ein erschreckendes Ausmaß linksradikaler Gewalt erlebt. Mit Plünderungen, Brandschatzungen, Hinterhalten etc und ich soll mich hier jetzt über mutmaßliches unrechtmäßiges Vorgehen der Polizei aufregen ?
Never !
Zuletzt geändert von Harkov am Mi 12. Jul 2017, 21:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: G20 - Neu! Bitte den ersten Beitrag lesen!

Beitragvon DerLima » Mi 12. Jul 2017, 21:58

lawmaker hat geschrieben:Also mir sind Vermummte in einem konzentrierten Block, ja auch mit Rauch und Bengalos, lieber als eine chaotische Straßenschlacht. Klar, wenn erhebliche Strafteten passieren muss man einschreiten, aber es gibt eben auch das Verhältnissmäßigkeitsgebot welches auch taktisch durchaus sinnvoll angewendet werden kann. Den schwarzen Block allein wegen Vermummung auseinanderzutreiben scheint mir nicht besonders sinnvoll, ganz praktisch nicht und was die öffentliche Vermittelbarkeit angeht schon garnicht. Ist natürlich Kaffeesatzleserei wie die sich während der Demo verhalten hätten, ob es daraus erhebliche Straftagen (Körperverletzung etc.) gegeben hätte, aber so hat man ausgelöst was man eigentlich hätte verhindern sollen... :stupid:
Daraus entnehme ich, dass du der Meinung bist, dass sich der schwarze Block vollkommen friedlich aus der Demonstration gelöst hätte am Ende.
Mir sind unvermumte und nicht bewaffnete Demonstranten lieber, die sich an das Versammlungsgesetz halten als der schwarze Block, der mit Bengalos (nicht ungefährlich in einer solchen Menschenmenge) und Rauch (auch nicht ungefährlich in der Menschenmenge) gegen das Versammlungsgesetz verstößt.
Es gibt ein Gesetz, es gibt Auflagen. Ist es denn wirklich so schwer, sich daran zu halten?
Nein, die Polizei ist nicht schuld an der Eskalation. Es war geplant und gewollt von tatsächlichen Berufsrandalierern, denen die Gesetze (so sie denn nicht "für" sie sind) einfach mal scheißegal sind.
Die Beamten haben nichts ausgelöst. Ich habe auch keinen Beamten mit einem Bauchladen voller Pflastersteine, Bengalos, Molotows oder Zwillen und Stahlkugeln rumlaufen sehen.

Ich glaub auch nicht dass die Welle an Danksagung lange anhält. Ist oft so dass nach dem ersten "Schock" bei aus dem Ruder laufenden Großveranstaltungen auch die Polizeiarbeit sehr kritisch beleuchtet wird.
Polizeiarbeit soll auch kritisch hinterfragt werden. Gut so.
Beispielsweise gibt es bereits offenbar eine Stellungnahme von Läden in der Sternschanze in der die Polizei ziemlich kritisiert wird und andererseits Vermummte geradezu gelobt werden:
"Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den alkoholisierten Halbstarken, die sich hier ausgetobt haben. Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich aber im Zweifelsfall nicht. In dem Schreiben ist auch von Vermummten die Rede, die angeblich andere von Gewalttaten abgehalten hätten. Es habe viele Situationen gegeben, "in denen offenbar gut organisierte, schwarz gekleidete Vermummte teilweise gemeinsam mit Anwohnern eingeschritten sind, um andere davon abzuhalten, kleine, inhabergeführte Läden anzugehen". "
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Mag sein, dass die Anwohner mehr Angst vor den Beamten hatten. das könnte ich (teilweise) zumindest glauben. Die Beamten sind jedoch nicht grundlos so vorgegangen. Und die Anwohner mussten sich nicht darum sorgen, dass irgendwelche faschistoiden Schwarzhemden sie mit Stahlkugel beschießen oder mit Gehwegplatten oder mit Molotowcocktails bewerfen.
Mir ist noch immer schleierhaft, warum an Stellen, an denen weit und breit keine Beamten waren Autos in Brand gesetzt wurden, wenn doch die Beamten das eskalierende Element waren. Warum haben bei einem Händler 10 Porsche gebrannt? Warum wurden diverse Läden geplündert?
Wenn doch die Polizei die Eskalation herausgefordert hat, dann hätte es ein reiner Kampf gegen die Polizei sein müssen. Und das war es nicht.
Und eine systematische Sammlung wird offenbar auch schon angegangen mit zahlreichen Beispielen eher fragwürdiger Aktionen. Ganz egal wie das jeweilige Verhalten juristisch zu bewerten ist macht es jedenfalls keinen allzuguten Eindruck. Link entfernt
Soll sie doch kommen die systematische Sammlung. Davor muss die Polizei nicht ducken. Sicher gibt es fragwürdige Aktionen bei der Polizei. Sehen wir in diesem Forum jeden Monat. Und interessanterweise ist die juristische Bewertung meist auf Seiten der Beamten. Nicht immer, das räume ich ein.

Denn der Polizeibeamte: AUCH Mensch
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Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mi 12. Jul 2017, 22:34

Ich halte es für durchaus sinnvoll, dass dieser schwarze Block in diesem Fall nicht ziehen gelassen wurde.

Vielleicht sollte man sich auch von dem Gedanken trennen, dass dieser schwarze Block der schwarze Block war, den man von seiner eigenen Kinder Antifa kennt.

Vielleicht sollte man auch bereit sein zu akzeptieren, dass - egal, was die Polizei gemacht hätte - die werten Herrschaften einen Anlass gefunden hätten, um das erlebte Ausmaß an Zerstörung anzetteln zu können.

Wer tatsächlich mal unfriedliche Demos begleitet hat, weiß auch ganz genau, wie lange es gedauert hätte, bis dieser Aufzug mit den ach so netten Aktivisten, die ja nur durch uns provoziert wurden, das erste Mal gestoppt worden wäre, weil die ersten massiven Straftaten aus ihm heraus verübt worden wären - in Ermangelung anderer Konfliktparteien halt gegenüber PolizeibeamtInnen.

Und die dieses Potential mal eben "in die Seitenstraßen" gedrückt hätten: Gebt mir bitte eure Nummer. Ich fordere euch das nächste Mal an.
:lah:

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Beitragvon vladdi » Mi 12. Jul 2017, 22:44

Ich denke, dass es dem schwarzen Block gerade auf Gewalt ankam.

Hätte man ihn marschieren lassen, dann wäre es mit Sicherheit eskaliert.
Die Taktik, Strategie war gar nicht schlecht, von Seiten der Polizei. Jedoch war es wohl, egal wie man es angegangen wäre, nicht zu verhindern, dass es ausartet.

Es ist schlimm geworden.
Ich bin der festen Überzeugung, dass es aufgrund der Polizeiführung nicht schlimmer gekommen ist.
So wie es war, war es schon im unteren Bereich gehalten, dessen was möglich war.
Zuletzt geändert von vladdi am Mi 12. Jul 2017, 22:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon wolfi71 » Mi 12. Jul 2017, 23:18

Gerade kam im ersten ein Bericht, im Schanzenviertel die Häuser wurden wohl von Cobra gestürmt. Aber die dort Festgenommenen sind inzwi9schen wohl alle wieder frei.

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Beitragvon besserspätalsnie » Mi 12. Jul 2017, 23:32

Wer wollte konnte sich gerade einen G 20 Bericht auf ARD anschauen. "Als Hamburg brannte".

Es wurde, direkt zu Anfang, festgestellt, dass die Polizei teilweise machtlos war. Aha.
Es wurde betont, dass es sich bei dem Gegenstand der vom Dach geworfen wurde (Nachtsicht-Bild aus dem Heli)möglicherweise gar nicht um einen Molotow-Cocktail sondern nur um einen Böller handeln könnte. Aha.
Es wurden zwei vermummte Chaoten interviewt, welche bei Plünderungen dabei waren und von ihren "Gefühlen" dabei schwadronierten.

Gerade wird bei Maischberger diskutiert wie der Polizei Einsatz verlaufen ist. Von Leuten die größtenteils nicht dabei waren.

Mir gefällt diese Berichterstattung nicht sonderlich.

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Beitragvon e42b » Do 13. Jul 2017, 00:11

Hi,

ich gebe zu, dass ich kein Polizist bin und deswegen halte ich mich aus der Taktikdiskussion heraus.

Statt dessen möchte ich etwas anderes zu bedenken geben:
Der "Schwarze Block" wird als "links" angesehen. Es mag sein, dass er aus einer linken Tradition entstanden ist, mithin scheint mir aber, dass das die politische Orientierung total verloren gegangen ist.
Wer Läden plündert und Wertgegenstände (z.B. Autos) von Unbeteiligten vernichtet, kann nicht als "links" betrachtet werden. So jemand ist schlicht nichts mehr als kriminell und auch nichts weniger.
Nun mögen sich die derzeitigen Organisationsstrukturen dieser Straftäter aus einstigen politisch orientierten entwickelt haben, allein, die Qualität hat sich geändert.
Hier handelt es sich um (evtl. nur untergeordnet profitorientierte) organisierte Kriminalität.
(Gelegenheitsplünderer halte ich jetzt mal raus, weil sie nicht das Maß der ausgeübten Gewalt bestimmen.)

Organisierter Kriminalität begegnet man nicht wirklich effizient, indem man die Symptome auf der Straße bekämpft, was zwar nötig ist, aber regelmäßig zu unschönen Bildern führt.
Der langfristige Ansatz muss m.E. einer sein, der die Strukturen erfasst. Die ermittelnden Behörden sollten sich dabei von politischen Einordnungen lösen und ausschließlich das kriminelle Potential in den Blick nehmen, denn um ein solches handelt es sich. Erlebnisorientiertheit muss als mögliches Motiv in den Kanon von organisierter Kriminalität aufgenommen werden.
Tut man das, erhöht das die Chance, die wirklich Gewalttätigen schon im Vorfeld abzufangen.

Hamburg hat gezeigt, dass die Taktik der Kriminellen aufgegangen ist: Provokation durch einige führt zu Reaktion gegen viele Friedliche, was die Reihen der Kriminellen stärkt, indem Opfersolidarität entsteht.

Was ich auch schon in einem anderen Thread goutiert habe, war die einfühlende Arbeit der Polizei im Abgesang. Leider haben die Pressebilder nicht widergespiegelt, dass die weit überwiegende Mehrheit der Demonstranten friedlich waren. Gewalt bringt mehr Zuschauer, Zuhörer und Leser.
Am Ende kann ich nur meinen Eindruck vermitteln, der darin mündet, dass es noch viel schlimmer hätte kommen können.

Kritik geht von mir aus nur an die Politik, die sich offenbar auch hierzulande schon so weit von der Wirklichkeit entfernt hat, dass sie strukturelle Risse im Land schlicht ignoriert. Und wenn dann was schief geht, wird's die Polizei schon richten. Irgendwann geht das nicht nicht mehr und das ist jetzt.

Nachtgrüße
E.

Edit: Überflüssige Absätze entfernt

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Re: G20 - Neu! Bitte den ersten Beitrag lesen!

Beitragvon besserspätalsnie » Do 13. Jul 2017, 00:33

Ich gebe zu, dass ich Polizist bin. Deshalb vermeide ich es möglichst viele Fremdwörter in meinen Post einzubauen um intellektuelle Punkte zu machen.

Es geht nicht darum ob die "Schwarzen" links sind oder nicht. Sie sind Extrem und Gewalttäter. Solange es die (zugegebenermaßen friedlichen) Aktivisten der linken Partei vermeiden sich von diesen Personenkreisen wirksam zu distanzieren, so lange werden die eingesetzten Polizeibeamten geradezu genötigt einzugreifen wenn in einer Demonstration Straftaten verübt werden (Vermummung ist eine Straftat).

Wenn bei einer Versammlung (geschützt durch das Grundgesetz) durch einen kleinen Personenkreis Straftaten verübt werden, MUSS die Polizei im Rahmen der Verhältnismäßigkeit eingreifen, diesen Zustand möglichst zu beenden. Das ist nämlich das mildere Mittel. Die Alternative wäre die ganze Versammlung aufzulösen.

Traurig, wenn der Versuch der Kollegen friedliche Demonstrationen zu schützen (denn nichts anderes ist die Maßnahme, die Gewalttäter vom friedlichen Demonstrationszug zu separieren oder in Gewahrsam zu nehmen) immer wieder von gewissen Leuten so hingestellt wird, als würde man "knüppeln" und "eskalieren".


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