Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

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Harkov
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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon Harkov » Mi 26. Jul 2017, 21:53

mistam hat geschrieben:Harkov, Sexualisierung ist eben auch das bloße in den Mittelpunkt Stellen von Sexualität. Bei einer Vielzahl von unterschiedlichen Definitionen darfst du dir natürlich gern eine aussuchen, aber eben nicht voraussetzen, dass alle Anderen die selbe meinen.
okay, da haben wir dann tatsächlich unterschiedliche Definitionsansätze, ich verbinde damit nicht unbedingt etwas Positives, aber so wie du es definierst, macht es auch Sinn.
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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon Controller » Mi 26. Jul 2017, 22:02

Oder den vergeblichen Versuch der Einflussnahme auf die Gerichte unternehmen?
Natürlich nimmt die Politik Einfluss und hat schon zigmal Einfluss genommen.
Die Staatsanwälte sind weisungsgebunden laut GVG und Richterämter werden besetzt, oder halt nicht, subtiler geht es doch kaum.
Und vergessen wir nicht das Bundesverfassungsgericht, welches einen unsichtbaren Platz am Kabinettstisch hat.
Erinnert sich noch jemand, als Konrad Adenauer erklärte, das Kabinett habe einstimmig beschlossen, dass das Urteil des BVerfG "falsch" sei in Bezug auf seine Entscheidung die Rundfunkgesetzgebung in die Länderhoheit zu legen und somit ein Regierungsfernsehen verhinderte ? :lol:

Es wird wohl niemand vom Hocker reißen, wenn xy eins übergebraten bekommt wegen Fahren ohne, aber manche Fälle sind halt nicht so, da ist halt politischer oder gesellschaftlicher Sprengstoff drin.
Das bedeutet dann vorsichtig sondieren und agieren.
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon mistam » Mi 26. Jul 2017, 22:05

Wie gesagt, warten wir es ab.

Und Gerichte lassen sich eher selten zum Rechtsbruch nötigen.

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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon Controller » Mi 26. Jul 2017, 22:48

Joh
wo kein Kläger..... :polizei3:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

HessieJames
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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon HessieJames » Do 27. Jul 2017, 01:29

vladdi hat geschrieben:Es ist doch jetzt nicht euer Ernst als Argumentation
- getrennte Toiletten
- dienstliches oder privates Händeschütteln
anzuführen.

In Deutschland sind Mann und Frau gleich! Auch wenn sie verschieden sind.
Ein Polizeibeamter der einer Kollegin aus religiösen Gründen den Handschlag verweigert, hat die Werte wofür die deutsche Polizei steht nicht begriffen.
Zur Schaffung der Rechtssicherheit gehört dass, in diesem ersten medienwirksamen Fall, der Typ in hohem Bogen rausgeworfen wird! Damit alle Muslime, alle Polizisten, alle Polizistinnen, alle Frauen und alle Vorgesetzte wissen wie man künftig mit solchen Gedankenlosen umgehen muss.

Bei allem Verständis für religiöse Sitten und Unsitten, das Verhalten ist doch verkrubscht. Patriarchisches Verhalten, Frauen unterdrücken und die Unterdrückung mit Kopftuch oder Burka zu untermauern gehört in die Epoche der Sklaverei.
Von welchem Verständnis redest du eigentlich? Alles, was ich aus deinen Beiträgen herauslese, ist entweder Unwille oder Unvermögen, auch nur für einen Moment die Begründung des Kollegen als möglicherweise einzigen Grund in Betracht zu ziehen.

Mistams Vergleich mit den Toiletten ist tatsächlich sogar sehr treffend gewählt, denn er bringt damit auf den Punkt, was hier der eigentliche Knackpunkt scheint: Gleichberechtigung heißt nicht (auch für uns nicht), dass man gar nicht mehr zwischen Mann und Frau unterscheidet. Selbst eine Gesellschaft wie unsere hat nicht sämtliche Barrieren abgebaut. Wenn dir das mit den Toiletten als Beispiel nicht genügt, nimm halt eines, das du aus deinem täglichen Dienst kennen müsstest: Dass man, außer bei Gefahr für Leib oder Leben, nur Personen gleichen Geschlechts durchsuchen darf, liegt offenbar daran, dass die Sache mit Mann und Frau und Anfassen ab einem gewissen Punkt auch hierzulande nicht mehr ganz so locker gesehen wird und deshalb gesetzlich geregelt ist. Die meisten von uns empfinden diese Regelung doch irgendwie als ok, oder? Weil wir die Auffassung der Mehrheit zum Thema Schamgefühl teilen.

Warum also ist es so völlig unvorstellbar für dich, dass es Kulturen gibt, in denen man das noch wesentlich enger sieht?

Irgendwer schrieb doch ganz am Anfang, dass er einer muslimischen Frau nicht die Hand reichen würde, um sie nicht in Verlegenheit zu bringen. Ich schätze, viele machen das nicht, aber eben nicht aus Geringschätzung sondern weil ihnen die Problematik irgendwie doch bewusst ist. Wie hälst du das denn so? Du bist privat bei einem muslimischen Ehepaar eingeladen - reichst du ihr die Hand? Und was machst du, wenn sie dir den Händedruck verweigert, fühlst du dich dann unterdrückt oder nicht genügend wertgeschätzt?

Das, was du als als Relativierungsversuche abtust und als peinlich bezeichnest, sind ernsthafte Bemühungen, eine fremde Perspektive irgendwie zu verstehen (ohne sie gleich gut zu finden), so ganz ohne Unterstellungen und Vermutungen.
Davon habe ich von dir und anderen hier nichts gelesen. Wenn hier irgendwas peinlich ist, dann von Verständnis für religiöse Sitten zu schreiben, wenn genau das grundlegend fehlt.

Man kann die in unseren Augen extreme Zurückhaltung des Kollegen natürlich als rückständig, überaltet, überholt oder was auch immer bezeichnen.
Aber Unterdrückung? Respektlosigkeit Frauen gegenüber? Das wäre nach bisherigem Informationsstand angedichtet. Und gerade hier in diesem Forum wird bei anderen Themen gerne laut geschimpft, wenn sich jemand erdreistet, über reine Faktenkenntnis hinaus Vermutungen anzustellen.

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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon Controller » Do 27. Jul 2017, 02:18

irgendwie fällt mir jetzt der Fred ein,
beim dem es um eine Durchsuchung des SEK ging,
wo die Beamten vor Betreten der zu durchsuchenden Räumlichkeiten die Schuhe auszogen.

Man müsste mal vergleichen, was einige damals zum dem Thema zu sagen hatten !
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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon mistam » Do 27. Jul 2017, 05:56

Und das hat genau was mit dem aktuellen Thema zu tun?

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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon vladdi » Do 27. Jul 2017, 05:59

Hessie James

Andere Kulturen sind andere Kulturen.
Aber hier zählen die Werte des Grundgesetzes.
Wer fremde kulturelle Bräuche ausüben will, darf das - in unserem verfassungsmäßigen Rahmen.
Wer jedoch Polizist sein will, der soll fest auf unsere Ordnung stehen, für die er eintritt.

Was kommt als nächstes von euch? Verständnis wenn muslimische Bürger weibliche Polizisten nicht anerkennen? Polizistinnen die ein Kopftuch tragen müssen wenn sie bei Muslimen eingesetzt werden oder mit dem Polizisten von Seite 1 auf Streife fahren? Fährt er mit Frauen auf Streife?

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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon Controller » Do 27. Jul 2017, 06:09

mistam genausoviel wie die Toiletten oder sonstiges was hier keine Rolle spielt.
Obwohl, bei meinem Fall ging es immerhin um eine Moschee, also was mit Glaubensbezug. Wie du den zur Toilette herstellen willst - ich bin gespannt. :ja:
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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon mistam » Do 27. Jul 2017, 06:48

Nun C. Vielleicht erkennst du die Bezüge auch nur nicht, die Hessie doch gut - eigentlich auch für dich verständlich - erläutert hat.
Abgesehen davon sprach ich von Waschräumen. Aber egal. Es geht dsrum, dass eben auch bei uns an vielen Stellen zwischen Frauen und Männern differenziert wird, obwohl die doch so gleich sind.
Bei deinem SEK.Beispiel geht es darum, ob die Akzeptanz fremder Sitten so weit gehen muss, dass die Polizei diese selbst umsetzt. Also viel weiter gehend als die Akzeptanz von bestimmten Verhaltensweisen bei Anderen, um die es hier geht.

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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon mistam » Do 27. Jul 2017, 07:24

Man muss übrigens gar nicht lange suchen, um tatsächlich vergleichbare Verhaltensweisen in der Polizei zu finden. In den 1980ern stellten eine Reihe Kollegen fest, dass sie sich mit einer Frau (die ja bei der Pol ohnehin nichts zu suchen habe) keinesfalls auf den Bock setzen würden. Da wurde nicht über ein Dis nachgedacht, sondern versucht, den "Wunsch" umzusetzen.
Vor 20 Jahren gab es die Kollegen, die es ablehnten, mit "dem Türken " zu fahren. Auch das wurde unter dem Deckel gehalten und innerbetrieblich gelöst.

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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon 1957 » Do 27. Jul 2017, 07:33

Mistam, damals war es auch noch möglich, so etwas innerbetrieblich zu lösen. Das interessierte nämlich sonst niemanden.
In der zunehmenden "Islamisierung", Gleichstellung und angesichts der "Völkerwanderung" ist es aber sinnvoll,
eindeutige Regeln zu haben. Für alle.

Ich komme zu der Auffassung, dass diskriminierende oder sonst schädliche ( religiös) motivierte Verhaltensweisen in einer staatlichen Institution nicht akzeptiert werden können. Das gilt übrigens auch für Menschen, die Frauen in bestimmten Berufen nicht tolerieren.

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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon mistam » Do 27. Jul 2017, 08:00

Ich gebe dir da völlig Recht, nur empfinde ich eben dieses Verhalten als zwar nicht schön, aber doch nicht als diskriminierend oder schädlich.
Mit den Beispielen ging es nur darum, zu verdeutlichen, dass ähnliche Verhaltensweisen vor einiger Zeit innerbehördlich noch geduldet wurden, die hier teilweise vogetragene abgrundtiefe Entrüstung also doch ein wenig übertrieben scheint.

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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon Officer André » Do 27. Jul 2017, 08:23

Der Vergleich mit den Toiletten ist total
unsinnig. Wir bräuchten eigentlich keine getrennten Toiletten. Pissoirs abbauen und alle setzen sich in den Kabinien brav hin (wegen der hygienischen Umstände). Schön wäre das erledigt.
Das Thema getrennte Umkleiden halte ich für gerechtfertigt. Damit haben auch so schon genug Leute so ihre Probleme.
Eine nackte Hand und ein nackter Körper sind dann doch ein dezenter Unterschied.

Mistam: Das Problem ist doch, wenn dieses Verhalten nun ohne klare Kante bleibt (mal unabhängig von Gerichten), dann wirst Du an Schulen und anderen Institutionen dieses Verhalten gar nicht mehr in den Griff bekommen.

Ich sehe hier auch einen großen Schaden für die Polizei. Woher weiß der Bürger denn zukünftig noch, ob wir wirklich neutral sind?
Wie oft sind wir auch Ansprechpartner für Probleme und kleine Seelsorger für Verzweifelte? Kommen die noch auf uns zu, wenn sie sich nicht sicher sind, ob ich vllt ganz andere Weltanschauungen habe?
Ich wünsche mir das Gemüt eines Stuhls.
Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.

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Re: Muslimischer Polizist verweigert Kollegin den Handschlag

Beitragvon Controller » Do 27. Jul 2017, 08:57

Ähm mistam, hier soll die Polizei also nicht fremde Sitten umsetzen???
Ja was ist das denn sonst?
Du versuchst verzweifelt, an den dünnsten Haaren herbeigezogene Sachverhalte zu konstruieren - mehr hast du noch nicht gebracht !
Und wenn vor 20 Jahren in Berlin, denn davon scheinst du zu reden, niemand mit Türken rausfahren wollte, hm dann können wir das gerne bereden - in einem Fred, wo es passt. :polizei3:
Und selbst damals sagte niemand, er setze sich aus religiösen Gründen nicht neben eine Frau ins Auto oder weil er sie doch so unendlich respektiere. Die hatten alle ganz andere Argumente.
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