Interne Kritik an Personalpolitik der Berliner Polizei

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Kulinka
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Interne Kritik an Personalpolitik der Berliner Polizei

Beitragvon Kulinka » Mi 1. Nov 2017, 20:52

Hallo zusammen,

wie die "Welt" berichtet, existiert ein von Behörde und Gewerkschaft in seiner Authentizität im Hinblick auf die polizeiliche Zugehörigkeit des Sprechers nicht offen angezweifeltes Tondokument, in dem sich ein mutmaßlicher Ausbilder/Lehrer über disziplinarische Probleme speziell mit ausländischstämmigen Anwärtern an der Polizei-Akademie Spandau beklagt. Hier der Link zum Artikel:

https://www.welt.de/politik/deutschland ... shared.web

Was ist davon zu halten? Der Artikel spricht auch davon, es gebe nichts Handfestes, wobei der Gewerkschaft offenbar das "Problem bekannt" sei, bzw. man davon gehört habe. Wäre ein solches Verhalten wie das Beschriebene in einer hierarchischen Behörde wie der Polizei denn überhaupt möglich/denkbar, ohne sofortige Konsequenzen (Rauswurf) zur Folge zu haben?

Viele Grüße
Kulinka

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Kaeptn_Chaos
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Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mi 1. Nov 2017, 21:11

Um das letztlich sauber prüfen zu können, müssten konkrete Vorwürfe her.
Wenn ein Anwärter seinem Ausbilder auf's Maul anbietet, sollte das ziemlich schnell zum Rauswurf führen.
Da nützt aber keine angeblich authentische Audiodatei (wa?) mit Generalauskotzcharakter was, da muss man das halt zu Papier bringen und dem Disziplinarvorgesetzten vorlegen.
Das sollten Ausbilder einer Polizeiakademie auch wissen und ich habe wenig Zweifel, dass das in Berlin anders ist.
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Beitragvon SchoenerThunfisch » Mi 1. Nov 2017, 21:22

Ich halte das für maßlos übertrieben, wenn nicht sogar frei erfunden. Während meiner Ausbildung habe ich noch nie auch nur annähernd solche Zustände erlebt, wie sie da beschrieben werden in der Audiodatei. (Den genauen Wortlaut findet man in der BZ)
Zum einen gibt es nicht so viele Ausländer in den Klassen, als dass man sagen könnte, die Hälfte wären Araber/Türken. Im Schnitt sind es immer ungefähr 4-5 pro Klasse.
Zum anderen habe ich darüber mit einem Kumpel geredet, der momentan noch dort in der Ausbildung ist. Das Thema wurde auch schon bei ihm in der Klasse und mit diversen Ausbildern aufgegriffen. Weder er noch die Ausbilder halten viel von der Aufnahme oder haben je solche Zustände erlebt.

Jetzt ist fraglich, warum man eine solche Aufnahme erstellt und so dreist lügt.

RichtungSüden
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Beitragvon RichtungSüden » Mi 1. Nov 2017, 21:52

SchoenerThunfisch hat geschrieben:
Mi 1. Nov 2017, 21:22
(Den genauen Wortlaut findet man in der BZ)
Zum einen gibt es nicht so viele Ausländer in den Klassen, als dass man sagen könnte, die Hälfte wären Araber/Türken. Im Schnitt sind es immer ungefähr 4-5 pro Klasse.
Zum anderen habe ich darüber mit einem Kumpel geredet, der momentan noch dort in der Ausbildung ist. Das Thema wurde auch schon bei ihm in der Klasse und mit diversen Ausbildern aufgegriffen. Weder er noch die Ausbilder halten viel von der Aufnahme oder haben je solche Zustände erlebt.
Ein sich in Ausbildung (mD) befindlicher Bekannter berichtet mir allerdings Gegenteiliges. Seiner Meinung nach sind vorallem die Schüler arabischer und türkischer Herkunft auffallend respektlos

Ich selbst bin regelmäßig auf dem Gelände in Spandau und bekomme in der Umkleidekabine mit, wie sich diverse Schüler unmöglich verhalten. Es wird herumgeschrien, andere Lehrer und Mitschüler werden auf´s Übelste beleidigt.

Häufig bekomme ich auch mit, dass sich türkischstämmige Polizeischüler in der vollen Umkleidekabine auf türkisch unterhalten (nein, arabisch habe ich noch nicht gehört...). An sich ist da natürlich nichts dabei, aber ich finde es einfach nur respektlos.

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Beitragvon DonRob » Mi 1. Nov 2017, 21:57

Für mich ist dieser aktuelle "Vorfall" wieder mal ein sehr gutes Beispiel dafür, wie man sich mit "Social Media" selber in die Pfanne haut.
Seine eigene abfällige Meinung, die dazu auch nicht systemkonform ist, als Sprachnachricht zu versenden, bringt bestimmt nichts Gutes hervor.
Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass der Autor bzw. Sprecher bestimmt nicht die Absicht hatte sich so in der Tagespresse wiederzufinden.
Warum und wieso die Nachricht vom Empfänger veröffentlicht wurde wird man hoffentlich noch erfahren.

Das erste offizielle Statement spricht von Überforderung des Beamten und ich vermute, dass dies auch der Tenor des Abschlussvermerks in dieser Sache sein wird.
Die Aussage, dass mit den jüngeren Einstellungen eben auch sehr "defizitäres Menschenmaterial" mit an Bord gekommen ist und das Lehrpersonal diesem Problem kaum gewachsen ist, werden wir nicht hören.
Wenn ich mich mit älteren Kollegen vom Stammpersonal unserer Akademie unterhalte, bin ich eigentlich zufrieden das ich dort nach dem U-Lehrgang nur ein sechswöchiges Gastspiel hatte.
Die Zeiten und die Leute haben sich definitiv geändert.

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Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mi 1. Nov 2017, 22:04

Zeiten ändern dich ist ja Bushido in Reinform. :kuss:

Dass sich Zweisprachler untereinander in Zweitsprache unterhalten, halte ich weder für ungewöhnlich, noch für skandalös.

Zwischen respektlosem Grundverhalten und Dienstpflichtverletzung liegt ein ordentliches Pfund.
Wir können jetzt also weiter über halbgares Hörensagen debattieren - oder James und Mistam erhellen uns mal, zum Beispiel mit harten Fakten wie: Wie viele DO wurden da in den letzten Jahren eingeleitet, bzw. wie viele Anwärter entlassen.

Dass die Ausbildung heute nicht mehr so abläuft, wie früher ist halt so. In manchen Belangen ist das auch besser so.
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Beitragvon Harkov » Mi 1. Nov 2017, 22:15

Kein Grund zur Panik, sind vielleicht nur Kollegen von Farid Saad. :polizei4:

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Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mi 1. Nov 2017, 22:16

Wie immer sachliche Fachlichkeit. :zustimm:
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Beitragvon Harkov » Mi 1. Nov 2017, 22:23

...vom Meister der Zurückhaltung persönlich !
Mensch Chaos, du bist immer wieder gut.
Aber gut, wer 2014 ein ehemaliges Gangmitglied einstellte, bei dem halte ich es für denkbar, dass er auch andere wunderliche Entscheidungen trifft.

Meine Äusserung war natürlich überspitzt.

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Beitragvon Doncahounas » Mi 1. Nov 2017, 22:29

Da nahezu alle Polizeien personell durch das Tal der Tränen gegangen sind, wird ja im Augenblick wie besessen eingestellt - eine Überkompensation auf Kosten der Qualität. Ich sehe gefühlt mmer mehr Anwärter oder Praktikanten, bei denen ich mir nur noch denke "ach du Scheiße". Speziell die Beherrschung der Schriftsprache bei jungen Kollegen geht merklich den Bach runter. Was da an Sachverhalten in der Anzeige oder nur den Erstmeldungen abgeliefert wird ist mit später (früher?) Uhrzeit oder Eile, etwa weil man zum Zug musste, nicht mehr zu erklären.

Ich wage mal in den Raum zu stellen, dass das Problem von Polizeischülern am unteren Rand der intellektuellen und charakterlichen Tauglichkeit in den nächsten drei bis vier Jahren massiv zunehmen wird - und zwar nicht nur in Berlin.
Und meiner ganz persönlichen Meinung nach ist der Tonfall - zumindest in den Ausbildungsseminaren - eine Spur zu zivil geworden. Etwas mehr Formalität wäre ein charakterprägender Ausbildungswert für die jungen Leute an sich und in unserer sehr hierarchischen Behörde insgesamt nicht fehl am Platz.
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Beitragvon Habakuk2 » Mi 1. Nov 2017, 23:55

Ach ja die üblichen Themen "schlechter (Migranten)-Nachwuchs" und der Umgang mit sozialen Medien...

Das bei poltiisch gewollten Mehreinstellungen Anwärter auslernen, die früher nicht schon im EAV geflogen wären, ist logisch. Ich halte von plumpen Sprüchen die mir etwas zu rechtslastig sind gar nichts. Einzelfälle benennen, ansprechen und steuern, fertig.

Ich halte das Auftreten der "Neuen" ( ich bin selber weit davon entfernt ein alter Hase zu sein) auch vestärkt für unangemessen, kann das aber ausdrücklich nicht auf bestimmte Volksgruppen festlegen. Wobei doch, fitteste Neue ist ein Türke, die beiden Nieten Biodeutsche :polizei3: .

Durch die politisch gewollten Mehreinstellungen bei zu wenig Lehrpersonal bleibt eben eine angemessene Sozialisation auf der Strecke. Das werden die Dienststellen ausbaden, die jetzt schon teilweise überflutet werden.

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Beitragvon Kulinka » Mi 1. Nov 2017, 23:57

Danke erst einmal für die Einschätzungen, es wäre tatsächlich hilfreich, noch mehr Berliner Stimmen zu hören, die über echte Einblicke verfügen.

Die Sache mit der Umkleide. Hmmm, das hört sich auch nicht sehr handfest an. Wenn ich dran denke, wie wir uns schon vor knapp dreißig Jahren in rein männlichen Gemeinschaftsumkleiden so gegenseitig "beleidigt" haben (unter Sportsfreunden/Kameraden halt, interessanterweise waren es damals meist die türkischen Kumpels, die mit sowas nix anfangen konnten und zimperlich reagiert haben), damit möchte ich weder zitiert werden, noch möchte ich daraus ein charakterliches Gesamtbild meiner damaligen Persönlichkeit abgeleitet sehen ;-) Ich würde sogar soweit gehen, zu fragen, ob respektvolles und diszipliniertes Verhalten beim gemeinsamen Umziehen/Duschen zu den Tugenden einer relativ jungen Truppe mit anständig auusgeprägtem Gemeinschaftsgeist zwingend dazugehören müssen und das vom Gefühl eher mit Nein beantworten.

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Beitragvon Aldous » Do 2. Nov 2017, 05:21

Das Aus- und Fortbildung für die Ausprägung eines disziplinierten, höflichen und wertschätzenden Umgangs zuständig sind, erscheint mir auch wieder ein Alleinstellungsmerkmal der Berliner Behördenleitung zu sein.
Überall sonst erwartet man diese Eigenschaften bereits von seinen Bewerbern.

Ansonsten dürfte das - ohne Bezug auf eine bestimmte Bewerbergruppierung - die logische Konsequenz des massiv erweiterten Ausbildungskorridors und der wenig attraktiven Voraussetzungen in Berlin sein.
Da sind die Stimmen die bestätigen, dass es nicht derart schlimm wie dargestellt ist, doch ein wenig beruhigend.

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Beitragvon 1957 » Do 2. Nov 2017, 08:33

Ein "Ausbilder", der solche Beobachtungen per voicemail noch dazu anonym weitergibt, gehört auch nicht unsere Reihen.
Die Vorwürfe stufe ich in dieser Form bis auf weiteres als nicht glaubwürdig und womöglich stark durch eine subjektive Betrachtung geprägt.
Selbstverständlich gibt derartige Probleme. Diesen können wir aber nur durch Offenheit und Konsequenz begegnen.


http://www.tagesspiegel.de/berlin/frech ... 29652.html

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Beitragvon Knaecke77 » Do 2. Nov 2017, 09:34

Aldous hat geschrieben:
Do 2. Nov 2017, 05:21
Das Aus- und Fortbildung für die Ausprägung eines disziplinierten, höflichen und wertschätzenden Umgangs zuständig sind, erscheint mir auch wieder ein Alleinstellungsmerkmal der Berliner Behördenleitung zu sein.
Überall sonst erwartet man diese Eigenschaften bereits von seinen Bewerbern.
:applaus:

Deutschen Kollegen seien von Schülern „Schläge angedroht“ worden. Er habe „wirklich Angst vor denen“. Die Klage des – wirklichen oder vermeintlichen – Ausbilders gipfelt in dem Fazit: „Das wird ‘ne Zwei-Klassen-Polizei, die korrupt nur sein wird.“ Und: „Das sind keine Kollegen, das ist der Feind. Das ist der Feind in unseren Reihen.“
(....)
Marcel Luthe, innenpolitischer Sprecher der Berliner FDP, rügte eine Absenkung der Personalstandards bei Berlins Polizei: „Die völlige Ideenlosigkeit“ der für Personal zuständigen Vize-Polizeipräsidentin bei der Nachwuchsgewinnung zeige erste Ergebnisse. Ziel müsse es sein, „die besten eines Jahrgangs zur Polizei zu holen und nicht zu nehmen, wen man bekommt. Sprachliche und kulturelle Zusatzqualifikationen sind wunderbar, aber eben als Zusatz zu den Mindestanforderungen an Sprachkompetenz und Umgangsformen. Wer die nicht hat, gehört nicht zur Berliner Polizei.“
Quelle: WELT

Das Berliner Beispiel zeigt deutlich, weshalb es so wichtig ist, dass der öD ein attraktiver Arbeitgeber bleibt/wird. Ansonsten darf man sich nicht wundern, wenn verstärkt Korruption in Behörden Einzug hält. :polizei10:

@ mistam

Vielleicht wäre es doch sinnvoll, verstärkt Personal mit einer dienlichen beruflichen (Vor)Ausbildung einzustellen. Dieser Personenkreis ist meiner Erfahrung nach gereifter als Anwärter, die direkt von der Schule gekommen sind.


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