Interne Kritik an Personalpolitik der Berliner Polizei

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MICHI
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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon MICHI » Do 2. Nov 2017, 17:28

Der Urheber soll inzwischen ja wohl bekannt sein und der Bericht auf RBB24 vom gestrigen Abend ist mit seinen Statements nicht gerade entkräftend,, sondern eher das übliche Wischiwaschi.
Gruß
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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon mistam » Do 2. Nov 2017, 17:35

Meine Einblicke in die Ausbildung sind leider begrenzt, so dass ich auch nur vom Hörensagen berichten könnte.
Sollten die Behauptungen aber nur im Ansatz zutreffen, ist wohl der Schule und dem Lehrpersonal eine Mitschuld nicht abzusprechen. Wer Disziplin nicht unmissverständlich einfordert, wird sie - insbesondere von jungen Männern gleich welcher Herkunft - nicht bekommen.

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon mistam » Do 2. Nov 2017, 17:46


Knaecke77 hat geschrieben:
@ mistam

Vielleicht wäre es doch sinnvoll, verstärkt Personal mit einer dienlichen beruflichen (Vor)Ausbildung einzustellen. Dieser Personenkreis ist meiner Erfahrung nach gereifter als Anwärter, die direkt von der Schule gekommen sind.
Vielleicht...

Und welcher rechtsstaatliche Grundsatz würde deren Bevorzugung bei der Auswahl rechtfertigen? Wenn sie gut sind, setzen sie sich im Auswahlverfahren durch. Wenn nicht - dann nicht.
Abgesehen sind natürlich auch die Ressourcen an solchen Bewerbern begrenzt.

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon Officer André » Do 2. Nov 2017, 20:32

http://m.focus.de/politik/deutschland/a ... 94757.html

Das sind schwere Vorwürfe.
Ich bin sehr gespannt, was Ermittlungen da ergeben werden. Ich hoffe man steckt viel Energie in die Aufklärung.
Das könnte das Vertrauen in die Polizei schwer beschädigen.

Edit: Antiautoritäre Erziehung dürfte bei dem benannten Klientel wohl eher selten vorkommen :polizei2:

Ich kenne interessanter Weise auch keine Familie, die antiautoritär erzieht. Wo kommen die nur alle her :polizei3:

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon mistam » Do 2. Nov 2017, 21:02

Da darf ich mich also nicht von Anwälten vertreten lassen, die auch Kriminelle vertreten? So, so.
Welch ein Blödsinn.

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon al-lex » Do 2. Nov 2017, 21:02

Officer André hat geschrieben:
Do 2. Nov 2017, 20:32
http://m.focus.de/politik/deutschland/a ... 94757.html

Das sind schwere Vorwürfe.
Wirkt eher so als ob der angebliche anonyme LKA-Beamte eine eigene Agenda verfolgt und versucht gegen die Vizepolizeipräsidentin Koppers nachzutreten, bevor sie weg ist:
Ich verstehe nicht so ganz, was der Anwalt der Frau Koppers nun mit den angeblichen Machenschaften von Polizeischülern mit Migrationshintergrund zu tun hat. Was soll an ihrer Anwaltswahl verwerflich sein? Anwälte haben nun mal mit oft Kriminellen zu tun. Ein Anwalt einer Großfamilie wird teuer und sehr gut sein. Wieso sollt die Frau Koppers einen schlechten Anwalt nehmen?
Und inwiefern schadet ihre Anwaltswahl dem Ansehen der Polizei? Als ob der Bürger sich so gut in der Berliner Anwaltszene auskennt.

Und auch die Form dies Briefes ist absurd: Als Polizist, der über 30 Jahre dabei ist, sollte man eigentlich mehr Mumm und Professionalität beim Umgang mit angeblichen Problemen haben.
So einen anonymen Brief wählt man eher nicht, wenn es um die Sache geht, sondern wenn man die ganz große Presseshow möchte.

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon Ahab_ » Do 2. Nov 2017, 21:18

Massive Vorwürfe die, sollte an ihnen etwas dran sein, zu ebenso massive Konsequenzen führen müssen.
Unabhängig ob da nun etwas dran ist: Es würde mich nicht im Ansatz überraschen, wenn so etwas in Berlin möglich wäre. Traurig.

So oder so, ich erwarte, dass allein die aktuellen Vorwürfe den eh nicht unbedingt ausgezeichneten Ruf der berliner Polizei schwer schädigen werden.
Kein Cop

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon Officer André » Do 2. Nov 2017, 21:38

mistam hat geschrieben:
Do 2. Nov 2017, 21:02
Da darf ich mich also nicht von Anwälten vertreten lassen, die auch Kriminelle vertreten? So, so.
Welch ein Blödsinn.
Hast du den Artikel vollständig gelesen?
Mir ging es mehr um die angeblich zunehmenden Konflikte. Ich kann das nicht beurteilen. Es gibt ja offensichtlich sehr unterschiedliche Aussagen und Wahrnehmungen.

Es wird sicher mehr als einen sehr guten und teuren Anwalt in Berlin geben. Ist aber ihr Problem ...

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon mistam » Do 2. Nov 2017, 22:36

Ja und der andere gute und teure Anwalt vertritt andere Kriminelle. Ist irgendwie sein Job...
Ja, ich habe den Artikel komplett gelesen. Alle anderen Behauptungen sind pure heiße Luft. Was heißt denn, Hinweise wurden "angehalten"? Und was ist denn so ein "Hinweis zu Erkenntnissen"?
Und was heißt denn "im Bereich Organisierte Kriminalität auffällig geworden"?
Hört sich nicht unbedingt nach greifbaren und gerichtsfesten Gründen für die Feststellung einer charakterlichen Nichteignung an.

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon Proud » Do 2. Nov 2017, 23:35

Controller hat geschrieben:
Do 2. Nov 2017, 16:07
@ Proud

gepasst hätte jetzt:

....... über mir :polizei3:
wäre fast passiert aber unser Käpt’n war ja da ... :pfeif:

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Do 2. Nov 2017, 23:46

Der noch immer auf harte Fakten warten tut...in der Wiege der Intelligenz der NRW FoBi....
:lah:

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon Knaecke77 » Fr 3. Nov 2017, 07:15

mistam hat geschrieben:
Do 2. Nov 2017, 17:46

Vielleicht...

Und welcher rechtsstaatliche Grundsatz würde deren Bevorzugung bei der Auswahl rechtfertigen? Wenn sie gut sind, setzen sie sich im Auswahlverfahren durch. Wenn nicht - dann nicht.
Abgesehen sind natürlich auch die Ressourcen an solchen Bewerbern begrenzt.
Vermutlich dürfte der Mangel an solchen Bewerbern das tatsächliche Problem sein.

Bei der Lektüre eines Berichts von Zeit-Online konnte ich einiges nicht wirklich glauben. Vielleicht kannst Du mich ja erhellen. :polizei1:

In einem Polizeipapier wird das Nichtbeherrschen der deutschen Sprache als K.o.-Kriterium für Bewerber gewertet. Sprecher Neuendorf sagte im RBB: "Trotzdem müssen wir feststellen, dass für die komplexen Aufgabengebiete noch weitergehende Deutschkenntnisse wünschenswert sind. Und deshalb wird an der Schule auch Deutsch-Nachhilfe angeboten."
Der Polizeisprecher sagte dem Fernsehsender, es gebe Polizeianwärter, die zuvor mit Straftaten aufgefallen seien. Da müsse "im Einzelnen geprüft werden, ob jetzt trotzdem eine Eignung vorliegt". Eine automatische Ablehnung sei nach Einschätzung der Verwaltungsgerichte nicht möglich.
Quelle: http://www.zeit.de/news/2017-11/02/poli ... e-02205605

Es ist also korrekt, dass Personen bei der (Berliner) Polizei eingestellt/ausgebildet werden, die zuvor strafrechtlich in Erscheinung getreten sind?

Wie gestaltet sich den der Deutschtest bei der Berliner Polizei, wenn ihn Personen bestehen können, die später in einem Nachhilfekurs nachgeschult werden müssen?

Werden Polizeianwärter auf Kontakte zu kriminellen Clans überprüft?

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon Knaecke77 » Fr 3. Nov 2017, 07:19

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:
Do 2. Nov 2017, 17:15
Die offenen Briefe, die in meinem BL was bewirken sollten (und haben), waren nicht anonym.

Scheinbar fehlt es an...Controller?

Ansonsten können sich jetzt zig anonyme und Freundinnen von Kollegen und ich habe da mal trainiert zu Wort melden. Harte Fakten und schwarzes Papier mit Absender und Adressaten muss auf den Tisch.
Die Polizeiführung verweigere den Dialog und verharmlose die Missstände, so der Beamte weiter: „Wenn Ausbilder anonym in die Öffentlichkeit gehen, dann doch nur, weil eben der von Ihnen gewünschte Dialog mit der Führung nicht stattfindet!“
Die Vorfälle würden „verwässert, verharmlost und niedergeredet“ oder der „Deckmantel des Schweigens“ über sie geworfen.
http://www.bild.de/regional/berlin/berl ... .bild.html

Was ja ein durchaus nachvollziehbarer Grund sein könnte, weshalb man die Vorwürfe anonym an die Öffentlichkeit bringt. :polizei4:

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Fr 3. Nov 2017, 07:31

Inwiefern?

Da steht ja nicht, dass Menschen, die solche Vorwürfe vorbringen, geschändet werden?

In meiner Dienstkultur ist der anonyme Anschwärzer nicht ernst zu nehmen. Darauf begründe ich weder intern, noch extern Maßnahmen.

Und auch in NRW (und ich vermute, auch bei Zolls) werden Menschen eingestellt, die strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. So formuliert ist das nämlich ziemlich global.

Ich kenne Rater, die sogar die Meinung vertreten, dass das ganz gut ist, nicht nur Menschen mit klinisch sauberen Lebensläufen einzustellen und das heutzutage geänderte Anzeigeverhalten berücksichtigen.

Ich persönlich kann damit leben, dass jemand, der ein Merkblatt wegen 123 hat, weil er nachts über den Schwimmbadzaun gestiegen ist, eingestellt wird, wenn der Rest passt.

Wenn bei mir Beamte verhaltensauffällig sind, formuliere ich einen kleinen Bericht mit meiner Zielvorstellung. Vorher habe ich denen die schon mehrfach gesagt. Meine Führung kümmert sich.

Wenn ich meiner Führung diesen Bericht ohne Unterschrift zukommen lasse, kümmert die sich nicht. Und das ist auch gut und richtig so.

Wenn du auf anonyme Anschwärzer Maßnahmen begründest, herzlichen Glückwunsch.
:lah:

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Re: Polizei-Akademie Spandau

Beitragvon 1957 » Fr 3. Nov 2017, 07:37

Käpt'n, ganz große Zustimmung. :zustimm:
Aus meiner Sicht sind die beiden Beschwerdeführer "Lappen". Wer als Polizeibeamter in unserer Organisation konkrete Feststellungen dieser Art macht, wird sich nach Beratung mit Vorgesetzten o.ä. ganz sicher nicht anonym und in dieser Art und Weise äußern. Wie das so alles in die Öffentlichkeit kommt frag ich mich auch.
Damit machen die Lappen es allen besonnen agierenden Kollegen und Dienststellen schwer. Die subjektive Ausprägung, die fast schon verschwörungstheoretisch wirkt, führt womöglich zur Diskriminierung und Diskreditierung so einiger Kolleginnen und Kollegen und schadet dem Ruf aller Polizeien in unserem Land.


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