Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

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1957
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Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon 1957 » Sa 14. Jul 2018, 13:12

https://www.welt.de/vermischtes/article ... Luege.html

EIne außerordentlich fragwürdig gelaufene Sache, deren Ablauf womöglich aufgrund von Voreingenommenheit und Medienhype nicht mehr wirklich objektiv geklärt werden kann, dem Bild der Polizei aber nachhaltig schadet.

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Officer André
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Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon Officer André » Sa 14. Jul 2018, 13:42

Die Person wollte sich entfernen und hat Widerstand geleistet.
Was will man da vor Ort machen?
Manchmal benehmen sich auch Geschädigte problematisch und es sind unschöne Maßnahmen erforderlich.

Was nicht heißen soll, dass der Vorfall nicht untersucht gehört.

Edit: es ist nicht ungewöhnlich, dass man sich vor Ort erstmal den Überblick verschaffen muss. Da ist nicht immer ganz klar, wer Täter, Geschädigter, Zeuge, etc. ist.
Im Zweifel können dann auch Geschädigte und Zeugen, aufgrund ihres Verhaltens, Ziel
meiner Maßnahmen werden. Finde ich nicht ungewöhnlich.

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon scw » Sa 14. Jul 2018, 13:56

Das Problem ist natürlich, dass tagtäglich die Tatverdächtigen sagen, man habe den "Falschen". Wenn dann ein möglicher Geschädigter sich vom Ort entfernt, auf zurufe von Beamten nicht reagiert..dann ist das natürlich sehr problematisch, wenn es noch keine Sachverhaltsklärung gab.
Vorurteile hin oder her, das hat doch nichts mit seiner religiösen, politischen oder ethnischen Ausrichtung zu tun. Die Presse hat da natürlich aber wieder einen tollen Aufhänger.

Verwechslungen können leider passieren. Wir sind auch nur Menschen, wenn der Verkäufer, Postbote oder sonst wer einen Fehler macht...gibts da auch einen Zeitungsartikel? Man kommt vor Ort, hat keine Infos von der Situation und muss nunmal handeln.

Wenn man einfach stehen bleibt und die Maßnahme (ob sie nun angebracht ist oder nicht, aber in dem Falle gingen die Beamten augenscheinlich davon aus, dass der Herr wohl der Tatverdächtige ist) über sich kurz ergehen lässt....da wird dann auch nichts großartig passieren. Ich meine was wird denn passieren? Er wird angesprochen, gebeten stehen zu bleiben. Er muss sich ausweisen, ihm werden eventuell die Handfesseln angelegt (abhängig vom Einsatzanlass + auftreten der Person)...und dann? Genau. Wenns eine Verwechslung ist wird da auch keine große Schiene gefahren und er kann vor Ort direkt gehen und man entschuldigt sich. Ist dann blöd gelaufen, aber so ist das halt.

So wie das klingt, wurde er angesprochen - er lief weiter. Wurde festgehalten, hat sich gewehrt und daraufhin kam es zum Konflikt. Nun stellt sich wieder die Frage, wie hätte das effektiv verhindert werden können? Genau, einfach stehen bleiben und nicht auf seinen Stolz beharren und die Weisungen von Beamten (die auch nur ihren Job machen) missachten.

Sind jetzt nur meine Gedanken zu dem Vorfall - natürlich muss das genau untersucht werden, schwarze Schaafe gibt es überall.

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Ghostrider1
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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon Ghostrider1 » Sa 14. Jul 2018, 14:10

Kochte ja kurz hoch. Und warum?
Weil jemand jüdischen Glaubens Ziel einer Maßnahme war, und es wird wieder die Karte ausspielt.

So wie ich das gelesen habe, kamen die Polizisten dort an und das Opfer hielt den Täter fest. Danach wurden Anweisungen nicht befolgt. Wenn das Opfer sich dann komisch verhält, kann es zur Verwechslung kommen. Dann geht's über zum Zwang, und Zwang sieht unschön aus.

Das hätte keine Sau interessiert, wenn das beim Normalo passiert wäre. Ich sehe hier keine nachhaltige Schädigung, da das Handeln der Kollegen nach jetzigem Stand nicht rassistisch geprägt war. Anderenfalls ist dies zu verurteilen!
Die Kollegen haben Eier gezeigt! Auch wenn es sich um ein Irrtum handelte, haben die nicht zurück gezogen.

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon 1957 » Sa 14. Jul 2018, 14:36

Zu dem Sachverhalt gehört mehr. Insbesondere das im Artikel geschilderte Verhalten später auf der Wache.
Das man sich im Adressaten irrt, ist durchaus möglich.

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon Ghostrider1 » Sa 14. Jul 2018, 14:46

Ja, und die Kollegen haben auch duzende mal ins Gesicht geschlagen. Geht klar... glaube ich auf's Wort. :polizei4:
Der Vergleich, 1942 hat die Polizei dies und jenes getan, spricht doch auch wieder Bände. Wir leben im Jahr 2018!

Was meinst du mit auf der Wache? Das man versucht hat eine Beschwerde auszureden. Hat wohl fast jeder mal gehabt. Klärende Worte, den Sachverhalt aus beiden Sicht analysiert und eine Beschwerde wurde nicht eingereicht, da letztlich auch nur dort die Klärung stattgefunden hätte, mit deutlich mehr Papier und beschäftigtem Personal.
Am Ende hätten sie ihm deutlich gemacht, sollte er sich über sie beschweren, wären sie gezwungen, ihn zu beschuldigen, sich seiner Festnahme widersetzt zu haben.
Das ist für mich ein Fehlverhalten. Entweder es gab einen Widerstand oder es gab keinen. Den von einer Beschwerde abhängig zu machen, ist falsch.

Stellt sich heraus, dass der Mann doch ach so passiv war, geht es natürlich in die andere Richtung. Der Vorfall ist paar Tage alt, und ich habe auch andere Berichte gelesen. So friedlich und kooperativ hat er sich wohl zu Beginn nicht verhalten.

Hier noch ein Artikel der Welt, vor dem ersten eingestellten:
https://www.welt.de/vermischtes/article ... t-ihn.html

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon 1957 » Sa 14. Jul 2018, 14:50

Genau.

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Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon vladdi » Sa 14. Jul 2018, 15:14

Für die Medien ist es ja so einfach

- Polizei
- Ausländer, Minderheit (hier Jude)
- Zwang


Zack. Die böse Polizei. Und sofort ein Artikel, der sich verkauft.


Hätte man auch anders angehen können:
Achtung! Liebe Bürger, denkt bitte daran, wenn die Polizei vor Ort eine Ansage macht, dann gilt das. Auch von Opfern und Zeugen darf die Polizei die ID feststellen - und muss das, um den Sachverhalt zu klären. Also bitte nicht weglaufen, wenn die Polizei Stopp ruft, sonst kann es, wie hier für ein Opfer eines antisemitischen Angriffs, noch mit Zwang durch die Polizei enden.




In der Bildzeitung steht, der jüdische Professor sei mehrer Duzend (also mindestens 24x) von der Polizei ins Gesicht geschlagen worden.
Das kann ich nicht glauben.

Seine Wut richtet sich auf die Polizei - anlässlicher Verwechslung verständlich - aber warum richtet sich die Wut nicht gegen den antisemitischen Angreifer, der ihn angriff und mehrmals seine Kippa vom Kopf schlug?

Optimal ist der Polizeieinsatz nicht gelaufen. Das muss aufgearbeitet werden. Es klingt nach der Arbeitsweise ´erst Handelnˋ; ich bevorzuge die Arbeitsweise ‚erst Kommunikation‘.
(Ich weiß. Geht nicht immer. Aber zwei Männer streiten, KV und Polizei kommt. Da geht es oft kommunikativer und es gibt die Cops, die das dann nicht machen... wie gesagt, muss aufgearbeitet werden)
Zuletzt geändert von vladdi am Sa 14. Jul 2018, 15:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon 1957 » Sa 14. Jul 2018, 15:32

Vladdi,

genauso könne man auch sagen, "die Polizei" macht immer alles richtig. Und wir wissen, das es nicht so ist.
Die Art und Weise, in welcher dieser Konflikt nun ausgetragen wird, wird niemals zu einer Aufklärung/Lösung führen.

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon Controller » Sa 14. Jul 2018, 16:02

Einer der Beamten habe ihm gesagt, er sei von ihm an der Hand berührt worden, und erst als Reaktion darauf seien sie gegen ihn vorgegangen.
Teufel aber auch,

so einen heftigen Widerstand hab ich meine ganze Dienstzeit noch nicht erlebt.
Liebe Justiz, aber jetzt, mit der vollen Härte drauf ...... :pfeif:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon Officer André » Sa 14. Jul 2018, 17:19

Da die Beamten den Geschädigten ja mehrfach geschlagen haben, wurden sicherlich auch die Verletzungen dokumentiert. Da lese ich nichts von :gruebel:


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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon ThorstenCologne » So 15. Jul 2018, 10:26

Hier sind noch Ergänzungen zum Sachverhalt:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bon ... 98727.html
Danach lief der Proffessor hinter dem Angreifer her. D.h. die Zeugen des Vorfalles konnten wegen der räumlichen Trennung schwerlich zeitgleich
bei der Verfolgung befragt werden oder es waren andere Kräfte.

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon vladdi » So 15. Jul 2018, 10:57

Der Angriff ist zu verurteilen.

Dass die Polizei ihn irrtümlich für den Angreifer hielt, ist vertretbar.
Dass er sich gegen die Polizei körperlich wehrt, war dumm.

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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon schutzmann_schneidig » So 15. Jul 2018, 11:08

vladdi hat geschrieben:
So 15. Jul 2018, 10:57
Dass er sich gegen die Polizei körperlich wehrt, war dumm.
Vielleicht erst einmal abwarten, ob sich das so bestätigt und was die weiteren Ermittlungen ergeben. Der bisher bekannte Sachverhalt bietet viel Potenzial für Dummheit auf beiden Seiten.
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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon vladdi » So 15. Jul 2018, 11:49

Zur Polizei(Seite) schrieb ich oben schon etwas.


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