Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

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wolfi71
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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon wolfi71 » Mo 16. Jul 2018, 23:33

Heute steht etwas mehr dazu in der Presse:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/b ... 18689.html
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bon ... 00267.html

Aber einem am Boden liegenden erstmal einzuschenken, geht gar nicht. Der Professor ist übrigens knapp über 50 Jahre alt, soviel dann zum Thema mit der notwendigen Gewaltanwendung.

ich gehe mal davon aus, dass der Polizist rausfliegt, allein schon um die Israelis und Amerikaner zu besänftigen. Ein Minister und ein Polizeipräsident tun nichts lieber wie einen Bericht fürs Auswärtige Amt wegen eines vermuteten Fehlverhaltens ihrer Untergebenen zu verfassen. Aus einem ähnlichen Grund wird der eigentliche Täter schon ganz nett sein Fett abkriegen, zu Recht allerdings. Was hat es ihn zu interessieren, was der andere auf dem Kopf trägt.

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Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon vladdi » Di 17. Jul 2018, 05:57

1.
Es gibt keine Untergebene


2.
es gibt Situationen, in denen die Polizei zu schlagen muss

3.
duzende Schläge ist entweder überzogen oder stimmt nicht.

4.
Das Abbringen von einer Beschwerde / Anzeige geht gar nicht!

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon Knaecke77 » Di 17. Jul 2018, 07:13

wolfi71 hat geschrieben:
Mo 16. Jul 2018, 23:33


Aber einem am Boden liegenden erstmal einzuschenken, geht gar nicht. Der Professor ist übrigens knapp über 50 Jahre alt, soviel dann zum Thema mit der notwendigen Gewaltanwendung.

Bei Menschen Ü 50 handelt es sich per se um gebrechliche und tattrige Mitbürger die nicht (mehr) in der Lage sind kräftig auszuteilen? :opa:

https://www.wochenblatt.de/news-stream/ ... chlaegerei

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon ThorstenCologne » Di 17. Jul 2018, 07:34

Ja ich spüre wie die Kräfte täglich schwinden, auch wenn dieses biblische Alter mir noch bevor steht. Aber Spaß beiseite:
Es verwundert mich, dass der Sachverhalt nicht weiter geklärt werden kann. An einem sehr belebten Ort, bei herrlichem Wetter hat kein Zeuge, der nicht beteiligt war, gesehen, wieviele Personen auf wem draufsaßen: Befürchte hier herrscht die "Affen-Mentalität" vor, nix hören nix sehen, nix sagen.
Leider besteht dann die wunderbare Möglichkeit weiter rum zu spekulieren.
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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon Old Bill » Di 17. Jul 2018, 07:59

In den beiden Pressemitteilungen steht auch nichts anderes, nur gebetsmühlenartig wiederholt.
Ich gehe mal davon aus, dass Herr Professor lügt was die Schläge angeht. Scheinbar hat er sich ein paar gefangen, wir sprechen hier aber von "wenige Dutzend" also von mindestens 36 Schlägen - halte ich nicht für übertrieben sondern schlichtweg für gelogen.
Weiterhin kommt noch diese gequirlte Scheiße aus 1942. Sorry es tut mir zwar leid aber mich interessiert es nicht ob irgendwer von seinen Vorfahren damals von einer Polizei, die diesen Namen nicht verdient hat, ermordet wurde. Ich reibe auch keinem Russen unter die Nase, das mein Opa 1944 von einem Russen ermordet wurde...
Absolute Scheiße was der Herr da erzählt, und der Gipfel der Frechheit ist die Behauptung das die Entschuldigung der Polizeipräsidentin ein "politischer Schachzug" wäre. In unserem Land sind Entschuldigungen ein Akt der Wertschätzung und der Einsicht, das man selbst auch mal Scheiße bauen kann. Werte, die man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheinbar nicht mehr kennt.
Meines Erachtens ist der "Topdog" ein Lügner, der den Vorfall dramatisiert, politisch instrumentalisiert, ausschlachten will und die politischer Führung fällt voll darauf herein. Herzlichen Glückwunsch!
Hoffentlich können die Vorwürfe gegen die Kollegen jetzt, nachdem sich die Politik schon wieder eingemischt hat, noch objektiv ermittelt werden. Persönlich sehe ich jedoch schwarz.
Mein erster Hundeeinsatz war übrigens der flüchtende Geschädigte nach Körperverletzung...wurde seinerzeit vom Diensthund eingeholt, gebissen und hat dabei gepflegt den Kittel zerrissen bekommen. Habe es so geschrieben wie es war und mich beim Geschädigten entschuldigt und damit war die Sache erledigt.

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon Ghostrider1 » Di 17. Jul 2018, 08:16

@Old Bill
Der feine Herr will garnicht, dass eine Entschuldigung als solche dasteht. Er will auch bewußt, dass der Gewaltakt so dargestellt wird, wie er ist.

Der Kollege wird wohl erstmal versetzt, wie ich gelesen haben.

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon Controller » Di 17. Jul 2018, 08:57

Naja, dennoch entschuldigt sich weder PP noch IM beim stinknormalen Penner, der mal in gleicher Situationen verwechselt worden wäre.
Das lässt sich mal nicht unterschlagen!
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon ThorstenCologne » Di 17. Jul 2018, 09:20

Wenn ich zutiefst in meinen religiösen Gefühlen verletzt, wütend und zornig, in einen sehr belebten Gebiet mit vielen Menschen (alt, klein) hinter einer Person herrenne, um mir diese zu packen, wäre ich als stinknormaler Penner aber auch nicht so wahnsinnig überrascht, von PVB umgerockt zu werden, wenn ich auf Zuruf nicht anhalte, sondern weiter meiner Wut freien Lauf lasse...
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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon Buford T. Justice » Di 17. Jul 2018, 11:10

Controller hat geschrieben:
Di 17. Jul 2018, 08:57
Naja, dennoch entschuldigt sich weder PP noch IM beim stinknormalen Penner, der mal in gleicher Situationen verwechselt worden wäre.
Das lässt sich mal nicht unterschlagen!
Gerade deshalb könnte man die Entschuldigung auch durchaus als politischen Schachzug bezeichnen. In allem anderen stimme ich Old Bill aber zu.
:applaus:

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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon schutzmann_schneidig » Di 17. Jul 2018, 11:15

wolfi71 hat geschrieben:
Mo 16. Jul 2018, 23:33
ich gehe mal davon aus, dass der Polizist rausfliegt, allein schon um die Israelis und Amerikaner zu besänftigen.
Davon gehe ich nicht aus. Ganz im Gegenteil empfinde ich in Anbetracht des "Potentials", dass dieser Vorfall bietet, die bisherigen öffentlichen Reaktionen aus Polizeiführung und Politik als sehr zurückhaltend und besonnen. Da gab es schon ganz andere Beispiele in Fällen mit wesentlich weniger "Brisanz".

Tatsächlich geht es doch hier um eine von allen Seiten unbestrittene Verwechslung, die mit der Dynamik des Einsatzgeschehens plausibel erklärt werden kann. Auch eine folgende Zwangsanwendung wird von allen Seiten bestätigt, über deren Ausmaß differieren die Angaben jedoch. Die bis jetzt genannte Einlassung eines Zeugen deutet darauf hin, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen, jedoch mit deutlicher Tendenz in Richtung der Angaben der Beamten liegen könnte.
Insgesamt also ein unschöner Vorfall, der bis hierhin aber eher nicht geeignet erscheint, sowohl strafrechtlich als auch disziplinarisch die "große Keule zu schwingen". Aber warten wir es ab.

Der zweite Punkt ist der genannte Versuch eines "Abbringens" von einer Beschwerde. Dieser Vorwurf wirkt für mich im Kontext des Ganzen als schwerwiegender als der oben genannte Block. Hier ist jedoch bisher lediglich eine Einlassung des Professors bekannt, die er über diverse Medien verbreitet hat. Inwieweit dies von ihm richtig verstanden, ggf. übertrieben dargestellt oder tatsächlich richtig eingeordnet wurde, werden hoffentlich ebenfalls die weiteren Ermittlungen zeigen.

Unabhängig davon, was nun tatsächlich zutreffend ist, ist dieser Vorgang jedoch ein "schönes" Beispiel dafür, wie sehr ein Sachverhalt Dynamik entwickeln kann, wenn gewisse Parameter auf Seiten eines Beschwerdeführers erfüllt sind und dieser sie aktiv zu nutzen versteht.
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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon 1957 » Di 17. Jul 2018, 11:46

Also ich stimme Old Bill zwar weitgehend zu, seine Aussagen zu der historischen Verbindung lehne ich aber entschieden ab.
Mag sein, dass der Professor in der Situation dieses Argument aus lauter Ärger und Wut von sich gab. Mag sein, das er auch sonst verblendet ist. Die damaligen Geschehnisse sind allerdings sind historische Tatsache . Sie haben heute noch außerordentlich starke Nachwirkungen. Gleichwohl ist es fraglich, ob der pauschale Vergleich mit dem "ermordeten" Opa nicht vollkommen am Ziel vorbei geht.

Was den Professor betrifft, Teile seiner Aussage machen diese fragwürdig - das betrifft die Anzahl der Gesichtstreffer und die Beobachtung, am Revers eines nordrheinwestfälischen Polizisten eine Dienstnummer erkannt zu haben. Hoffe nur, das unabhängige Zeugen bereits bekannt sind.

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon Buford T. Justice » Di 17. Jul 2018, 12:01

1957 hat geschrieben:
Di 17. Jul 2018, 11:46
Gleichwohl ist es fraglich, ob der pauschale Vergleich mit dem "ermordeten" Opa nicht vollkommen am Ziel vorbei geht.
Ich finde nicht, weil es nicht weniger pauschal ist als die Aussage des Professors hinsichtlich seiner Familie. Denn diese war meiner Meinung nach in dieser Situation, sofern tatsächlich so gefallen, völlig unangebracht. Außer er wollte den einschreitenden Beamten bewusst sicherheitshalber Antisemitismus unterstellen.

Wir müssen das aber hier nicht vertiefen. Denn genau auf dieses Nebenthema sollte sich der Fokus nicht verlagern.
:applaus:

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon 1957 » Di 17. Jul 2018, 12:08

Richtig, das muss hier nicht vertieft werden. Ich bin aber überzeugt, dass gerade hier widersprochen werden muss.

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Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon Officer André » Di 17. Jul 2018, 12:48

Ich verstehe nicht, warum sich die Politik hier vor den Karren spannen lässt.
Mal abgesehen von den fragwürdigen Aussagen, steht hier die Verwechslung mit dem Täter im Raum. Der Prof. wurde nicht mit duzenden Schlägen überzogen (wo auch immer die Wahrheit hier liegen mag), weil er jüdischen Glaubens ist.

Die Aussage, dass er sich nicht mit der deutschen Polizei anlegen soll, ist peinliche Grütze! Geht gar nicht.

Bei den Vergleichen zu 1942 wäre ich aber richtig steil gegangen. Da hätte ich sofort nachgefragt. Was genau will mir der Herr damit nun sagen? Das will ich aber ganz genau wissen. Da gehen wir doch gleich Richtung Beleidigung.


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Ich wünsche mir das Gemüt eines Stuhls.
Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.

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Re: Bonn - jüdischer Professer Verwechlsungsopfer

Beitragvon vladdi » Di 17. Jul 2018, 16:39

Wenn die Polizei Stopp ruft, dann sollte man stehen bleiben.
Die Polizei darf diese Verfügung mit Zwang umsetzten und wird das auch tun.
Reden funktioniert nicht, wenn einer wegläuft. Da wird umgeflext. Das ist halt so.
Schlagen muss man dann nicht unbedingt, je nachdem wie doll jemand sich wehrt kann das notwendig werden.
Duzende Schläge: entweder unrechtmäßige Gewalt oder eine Lüge. Das bleibt zu klären.
Abbringen von Beschwerde: geht gar nicht! Oder eine Lüge. Bleibt zu klären.

Den PVB aus dem Einsatzbereich zu nehmen bedeutet: Fehlverhalten.
Entweder bei dem Sachverhalt oder durch seine Vorgesetzte (Stichwort Vorverurteilung)

Schade, dass die PP-Entschuldigungs-Presseberichte kein Wort vom Fehlverhalten des jüdischen Professor enthalten.


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