Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon Old Bill » Fr 20. Jul 2018, 07:05

vladdi hat geschrieben:
Do 19. Jul 2018, 22:15
Ich weiß nur, dass „Widerstand nehmen wir immer mit zur Dienststelle“ keine Rechtsgrundlage ist.
Bei uns werden die ersten Maßnahmen nach Widerstand und sonstigen Delikten z.N.v. Polizeibeamten durch einen unbeteiligten Beamten des gD aufgenommen. Da Bedarf es den Beschuldigten mit zur Dienststelle zu nehmen und so lange festzuhalten bis die strafprozessualen Maßnahmen abgeschlossen sind. Dann darf er wieder gehen.
Die Rechtsgrundlage ergibt sich aus der StPO.

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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon vladdi » Fr 20. Jul 2018, 07:22

1957 hat geschrieben:

Ich persönlich halte Faustschläge in vielen Fällen für ungeeignet .
Ja. Da bin ich bei dir.
Manchmal sind sie notwendig. Das aber eher, wenn man gegen Menschenmengen mit Zwang vorgehen muss.
Im einzelnen Widerstand sind Schläge die Ausnahme, können manchmal notwendig sein, um den Widerstandswillen oder den Angriff zu beenden. Sollten aber bewusst eingesetzt sein. Ein schmaler Grad vom Zwangsanwender zum Schläger, den die meisten Polizisten gut meistern. Unter Streß, Adrenalin überzieht manchmal einer. Das sind wenige Einzelfälle und das sind dann die, die Menschen, Kollegen, Polizisten, Opfer in richtig heftigen Lagen schützen, die ihre Angst überwinden und sich gewalttätigsten Situationen stellen. Eine zahm gezüchtete Polizei ist genauso ungeeignet, wie eine Schlägertruppe. Gewalt ist nicht immer schön. Es ist Aufgabe der Polizei Gewalt als Staatsgewalt auszuüben. Etwas Rückhalt braucht die Polizei, damit die Polizei sich weiterhin gegen aggressive Personen durchsetzt und nicht aus Angst vor Konsequenzen sich zurück zieht. Und manches ist zu hart, ginge softer. Aber dadurch wird es nicht automatisch rechtswidrig auch wenn es vielleicht aus Sicht des Dritten, weit weg,mit viel Zeit zum überlegen falsch war.

Als die Polizei sich in Köln nicht durchsetzen konnte, zeigte sich wo es hinführt, wenn man seine Polizei zahm macht. In Rußland wäre das anders ausgegangen.
Es ist ein ganz schwieriges Thema. Der Polizist als Zwangsanwender hat eine hohe Verantwortung. Aber auch Medien, Gerichte, Volk und Parlament muss sich seiner Verantwortung bewusst sein, wie man seiner Gewalt Rückhalt gibt und was es psychisch bedeutet, wenn Menschen im Namen von Recht und Gesetz Gewalt anwenden müssen und dass die Grenzen, die Dosis eben fließend sind, anders betrachtet werden können.

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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon schutzmann_schneidig » Fr 20. Jul 2018, 11:39

vladdi hat geschrieben:
Do 19. Jul 2018, 22:15
Mmh...

Einfache KV, einfacher Widerstand...

... welchen Grund und Rechtsgrundlage für die Verbringung zur Dienststelle gab es denn?
Da es sich um einen ausländischen Staatsbürger ohne festen Wohnsitz in D handelte, der ggf., wenn überhaupt, vor Ort nur einen Reisepass ohne Nachweis über eine ladungsfähige Anschrift im Ausland mitführte, kann allein die IDF längere Zeit in Anspruch nehmen.
Weiterhin sind Rücksprachen mit der StA bzgl. einer Sicherheitsleistung denkbar.

Aber mach du das mal alles in ein paar Minuten direkt vor Ort...
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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon vladdi » Fr 20. Jul 2018, 11:55

Ich höre einen leichten Unterton?
Hättest du alle Sätze meines Beitrages gelesen, täte das nicht Not.


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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon 1957 » Fr 20. Jul 2018, 12:00

Dieses persönliche Gehacke täte nicht Not. Manchmal aber, vladdi, forderst du es heraus.
Das ist eine nachvollziehbare Erklärung. Außerdem steht die Dauer der "Sistierung" nicht in Rede. Sonst wäre sie wohl vom Professor auch vorgeworfen worden.

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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon schutzmann_schneidig » Fr 20. Jul 2018, 12:01

@ vladdi

Du meinst den dann nächsten Satz, der wieder sinngemäß in das altbekannte "alles kann, nichts muss" überleitet, mit dem praktisch alle deine Beiträge durchzogen sind? Ja, habe ich gelesen.

1957 hat geschrieben:
Fr 20. Jul 2018, 06:49
GA Bonn stellt nun allgemein auf polizeiliche Übergriffe und Klüngel ab
Das ist nun schon kein Nachrichtenartikel mehr, sondern eher ein Kommentar, der leider nicht als solcher gekennzeichnet ist. Er hat deutlich erkennbare unsachliche Züge und arbeitet mit schlecht versteckten Unterstellungen.
Schade, dass dieser Vorfall nun auch dazu genutzt wird.
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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon 1957 » Fr 20. Jul 2018, 13:54

Da hast du recht. So sind sie, die Medien.

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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon Officer André » Fr 27. Jul 2018, 18:00

https://m.bild.de/politik/ausland/headl ... obile.html

Ich kann nicht beurteilen, wie viele Juden in Deutschland und Europa genauso empfinden.
Für mich ein ernsthaftes Problem und ein Armutszeugnis für Europa.
Polizeibezug? - es ist nicht zu letzt auch unsere Aufgabe für Sicherheit und entsprechendes Gefühl zu sorgen.
Das ist für die Meisten von uns der Grund gewesen diesen Beruf zu ergreifen.
Da kotzen mich Entwicklungen wie diese einfach an
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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon vladdi » Fr 27. Jul 2018, 18:45

Tatsächlich scheint in den letzten Jahren, etwas mehr Judenfeindlichkeit in Europa Einzug erhalten zu haben. Jedoch nicht von Rechts, sondern im Namen des Islam. Es muss deutlich gemacht werden, dass in Europa Freiheit und Toleranz gilt. Muslime, die intoleranten sind, im Namen des Islam Frauen unterdrücken, Ehrenmorde begehen, Christen, Juden oder tolerante Muslime angreifen passen nicht in unsere Gesellschaft.

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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon schutzmann_schneidig » Fr 27. Jul 2018, 19:04

Und das war es dann auch gleich wieder mit dem Ausflug in die Erwartungen dieser Gesellschaft. Das Thema ist hier die Verwechslung des Professors mit den daraus resultierenden Folgemaßnahmen, die unterschiedliche Bewertung des Sachverhalts durch die Beteiligten sowie die Reaktionen darauf aus Presse und Politik.
Und in den Grenzen dieses Themas geht es dann bitte auch weiter.
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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon vladdi » Fr 27. Jul 2018, 19:35

Sry

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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon Officer André » Sa 28. Jul 2018, 21:40

https://www.google.de/amp/s/www.nrz.de/ ... ervice=amp

Eine unerfreuliche Wendung


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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon Holger73 » So 29. Jul 2018, 10:01

Das ist Blödsinn von der Zeitung, in der Headline: Nach dem "Angriff" verbreitet ... Zitat.
Im Text dann 3 Jahre vorher über Funk...

Was soll der Blödsinn bewirken? Manchmal frage ich mich, ob die Hitze dem Journalisten nicht gut bekommt.

Grüße
"Das Problem, ob Denken ohne Sprache möglich sei, ist immer noch umstritten. Dagegen wird die Tatsache, daß Sprache ohne Denken durchaus möglich ist, täglich tausendfach bewiesen."

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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon 1957 » So 29. Jul 2018, 10:09

So mancher Kollege muss sich aber trotzdem fragen lassen, ob er noch allen Verstand hat.
M.E. dürfen diese beiden Vorfälle aber nicht miteinander verbunden werden.
Den einschreitenden Kollegen wird Antisemitismus eben nicht vorgeworfen.

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Re: Bonn - jüdischer Professor Verwechslungsopfer

Beitragvon Holger73 » So 29. Jul 2018, 10:25

1957 hat geschrieben:
So 29. Jul 2018, 10:09
So mancher Kollege muss sich aber trotzdem fragen lassen, ob er noch allen Verstand hat.
M.E. dürfen diese beiden Vorfälle aber nicht miteinander verbunden werden.
Den einschreitenden Kollegen wird Antisemitismus eben nicht vorgeworfen.
Wohl war und das nicht nur auf diesen einen Vorfall bezogen.

Grüße
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