Sorge vor "Flächenbrand"

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Holger73
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Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon Holger73 » So 9. Sep 2018, 14:32

Nach den jüngsten Ereignissen schwant mir Böses wenn ich die Entwicklung in Chemnitz gesehen habe.

Wievel Kollegen wurden in Chemnitz eingesetzt?
Köthen ist jetzt nicht die Masse von Chemnitz entfernt. In Tangermünde ebenfalls Auseinandersetzungen mit anschließendem stationären Aufenthalt.
Wenn in der Region keine Ruhe einkehrt werden SN und LSA im Verbund mit BPOL wohl bald am Limit sein was die Stärken angeht.

Vllt. bin ich aber auch zu sehr besorgt, weil die ganze Shice fast direkt vor meiner Haustür passiert.
Ich wünsche uns Allen ein ruhiges Restwochenende.

Grüße Holger
"Das Problem, ob Denken ohne Sprache möglich sei, ist immer noch umstritten. Dagegen wird die Tatsache, daß Sprache ohne Denken durchaus möglich ist, täglich tausendfach bewiesen."

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der kanadier
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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon der kanadier » So 9. Sep 2018, 15:16

In Anbetracht der Ereignisse der letzten Wochen dürften die Entscheidungsträger diesmal deutlich mehr Kräfte ordern als bisher. Denke die südlichen Länder haben noch Reserven, die aushelfen können.
Bleibt abzuwarten wie es weitergeht. Evtl. muss man dann mal das ein oder andere Fußballspiel mit weniger Kräften bestreiten.

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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon Officer André » So 9. Sep 2018, 16:05

Oder Spiele und Veranstaltungen müssen abgesagt werden.

vladdi
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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon vladdi » So 9. Sep 2018, 18:27

Tatsächlich haben Länder und Bund zu stark an Polizei und BePo gespart. Jetzt folgt die Quittung.


Vergleich mit der Feuerwehr. Es brennt nicht. Eine Wache nach der anderen wird geschlossen. Hausbrand, Waldbrand, PKW Brand, Unfall, Türöffnung... und niemand mehr da...

Diag
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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon Diag » So 9. Sep 2018, 19:25

Käse. Die Feuerwehr ist bzgl. des Personals, der Hilfsfristen, ... deutlich regulierter als die Polizei.

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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon Bones65 » So 9. Sep 2018, 19:32

Richtig.
Und die Aussage in der Absolutheit auch gar nicht zutreffend, Feuerwehr ist deutlich fragmentierter, da Sache der jeweiligen Kommune.

Welche konkreten Wachen wurden denn geschlossen, weil die Brände abgenommen hben?
Die Fallzahlen der BF/FF nehmen im allgemeinen trotzdem zu.
:snoopy:

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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon Old Bill » So 9. Sep 2018, 19:37

Bitte beim Thema bleiben und keine Äpfel-Birnen-Vergleiche
Gruß :polizei4:
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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon Bones65 » So 9. Sep 2018, 19:57

Sorry. Als alter "kommunaler" musste ich da einfach was zu sagen.

Zum Thema: Ich denke, der Druck auf die Polizei dort, in Zukunft bei solchen Lagen dort auf keinen Fall zu wenig Kräfte vor Ort zu haben, wird spätestens jetzt so groß, dass dort in Zukunft erstmal groß aufgefahren wird.
So ein bisschen wie nach Silvester in Köln, wo aufgrund des medialen Drucks die Polizei "liefern musste".
:snoopy:

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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon Old Bill » So 9. Sep 2018, 20:01

War nicht an dich gerichtet. Da hat jemand vor dir bereits ganze Arbeit geleistet.
Gruß :polizei4:
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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon Kulinka » So 9. Sep 2018, 22:20

Hallo Holger,

soweit die Informationslage es zulässt, dies zu beurteilen, war der Tathergang in Köthen angeblich recht empörend und die Angreifer handelten angeblich in Tötungsabsicht, bzw. nahmen den Tod ihres Opfers billigend in Kauf, nach dem üblichen Muster wuchtiger Tritte gegen den Kopf eines bereits zu Boden Geprügelten. Der Fall birgt also ähnliches Potential wie die Geschehnisse in Chemnitz, die Spirale aus Entsetzen und Empörung, aus Gewalt und Gegengewalt, aus Demos und Gegendemos weiterzuschaukeln.

Man steht da glaube ich bundesweit mittlerweile ordnungspolitisch und somit auch polizeilich am Scheideweg. Die Bundesregierung hat sehr deutliche, aus mancher Sicht zu deutliche Signale nach Chemnitz gesendet, letztlich, bei aller Wortklauberei und bei allem Unvermögen im Ausdruck, nicht unberechtigte Signale. Sie sollte nun Köthen und das erneute mediale Aufsehen nutzen, um genauso deutlich Stellung zu beziehen und anzuerkennen, dass es in Deutschland ein Problem mit der Gewaltbereitschaft eines Anteils der jungen, männlichen Geflüchteten gibt. Dass sie den Zorn der Bevölkerung darüber genauso versteht wie den den Zorn über Hitlergrüße und "Kanacken raus"-Rufe. Und dass sie mit ihrem Kabinett über kurzfristige Maßnahmen zur Unterbindung dieses in vielen Teilen Ds von Heidelberg bis Frankfurt/Oder verbreiteten Gewaltphänomens berät und in Kürze geeignete Maßnahmen beschließen, bzw. mit den Bundesländern abstimmen wird.

Wenn so ein Signal nicht bald kommt, marschieren im Osten immer mehr Rechte am Rande von Versammlungen der Bevölkerung auf und immer mehr Linke, jeder Vorfall wird aufgebauscht und dann ist ein "Flächenbrand" (im Sinne von ständigen Versammlungs- und Großlagen in mehreren Städten) wohl nicht mehr weit. Und ARD und ZDF pusten kräftig rein.

Jetzt bräuchte man einen Helmut Schmidt als Innenminister. Und wen hat man? Gute Nacht!

Viele Grüße
Kulinka

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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon MICHI » So 9. Sep 2018, 22:31

Kulinka,

auch hier weise ich darauf hin, dass hier nicht das richtige Forum für eine politische Diskussion ist.

Gefordert ist, wie in allen anderen Threads auch, der direkte Polizeibezug.
Gruß
MICHI


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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon Kulinka » So 9. Sep 2018, 22:41

Hallo MICHI,

es ist ein wenig schwer, das polizeiliche Thema "Flächenbrand", das Holger als Möglichkeit in den Raum gestellt hat, von seinen politischen Gründen losgelöst zu betrachten.

Aber gut, dann sehe ich als Laie allerdings wenig Diskutables zum Topic. Außer vielleicht der Gefahr, es könnte demnächst nötig werden, öfter Versammlungsverbote zu verhängen, weil man befürchten muss, nicht an allen Orten n Ostdeutschland genügend geeignete Kräfte bereitstellen zu können. Und spätestens, wenn es dann einmal knallt, weil Versammlungsverbote ignoriert werden und die üblichen Verdächtigen sich zuhauf und fast unmoderiert an die Wäsche gehen, ist es natürlich ein fast durchweg polizeiliches Thema. Das sich aber wiederum nicht losgelöst von seinen politischen Ursachen betrachten lassen wird. Oder :polizei13: Hm, na ja, wie gesagt, gute Nacht und

viele Grüße
Kulinka

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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon Holger73 » Mo 10. Sep 2018, 08:41

Danke erstmal für eure, auch sachlichen, Antworten.
Nach den jetzigen Erkenntnissen ist es in Köthen, von einer verbalen Entgleisung mal abgesehen, ruhig geblieben. Auch Dank der Kollegen aus NI und B.

@Kulinka, sicherlich hast du recht, dass die Regierung hier Stellung beziehen muss, viel interessanter finde ich aber, welche Lehren sie aus den jüngsten Ereignissen zieht. Das soll dazu aber auch schon hier reichen.

Der "Flächenbrand", der MIR Sorge bereitet ist nicht eine Versammlungslage nach der nächsten, das bekommen wir hin, auch wenn die Stärke in den Keller geht.
Mich sorgt, wenn es dann eskaliert und die Gewaltspirale en Bewegung gesetzt wird. Ich habe keine Lust die Intension der Ausschreitungen wie z.B. Hamburg in jeder größeren Ortschaft zu sehen wo die gegnerischen Lager sich gegenseitig hetzen und "bekämpfen".

Hierfür wird es von der Polizeistärke her, von der Ausrüstung mal abgesehen, eng.
Zwei, drei Großlagen ja, kein Thema aber auf mehrerer Bundesländer verteilt... :frown:

Ich hoffe, dass bei Allen etwas Vernunft und Einsicht einkehrt, dass das Zustände sind die KEINER haben will. Wir als Polizei erst recht nicht.

Euch einen guten Start in die Woche.
Holger
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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon Ghostrider1 » Mo 10. Sep 2018, 09:01

Es wird brennen, früher oder später. Dann werden wir am Limit sein.

Wieviel Tote waren es jetzt? Berlin, Kandel, Freiburg, Chemnitz, Köthen... Die Liste läßt sich noch fortsetzen. Das das Volk nach Berlin so ruhig geblieben ist, war bewundernswert. Jetzt ist es das nicht mehr.
In Chemnitz waren einige Hunderschaften im Einsatz. Köthen hatte Unterstützung aus NI sowie der BPP.

Bleibt nur zu hoffen, nicht nur wegen der aktuellen Einsatzlage sonder aus Respekt vor dem Leben, dass in Deutschland und speziell im Osten nicht noch einer durch einen "Flüchtling" stirbt.

@Diag
Veranstaltungen absagen? Vlt. wäre es auch in Zukunft ganz gut, dass die Veranstalter einfach das Geld für einen Sicherheitsdienst in die Hand nehmen.

@Holger
Wenn links und rechts der Meinung ist, Land auf und Land ab sich ins Gesicht fassen zu müssen, dann klärt sich das irgendwann von allein, wenn nicht genug Personal da ist.

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Re: Sorge vor "Flächenbrand"

Beitragvon Diag » Mo 10. Sep 2018, 10:09

Wo habe ich denn was von Absagen von Veranstaltungen geschrieben?

Ansonsten hört sich Dein Beitrag an wie die einschlägigen Zeitungsartikel, die permanent Angst und Unsicherheit verbreiten wollen.


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