Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

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Holger73
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Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon Holger73 » Mi 12. Sep 2018, 22:14

Hallo zusammen,

ich bin heute durch Kollegen über folgenden Sachverhalt informiert worden.

https://www.lz.de/ueberregional/owl/222 ... amten.html (einbetten funzt nicht)

hier von anderer Stelle:

https://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte ... ehren.html


Mir geht es nicht primär darum ob die Kollegen aus NRW Defizite in der Aus- und Fortbildung haben was Einsatztechniken/ Waffenhandling betrifft, diese Probleme haben wir auf Grund mangelnder Trainingszeiten alle. Mir geht es darum, dass versucht wird den Kollegen eins "reinzuwürgen" weil sie sich kümmern.
Als Polizeitrainer kommt mir die Galle hoch wenn ich die Vorwürfe lese und auch die Begründungen warum die "rein dienstliche" Fortbildung absolut ausreichend ist und vor allem auch "strassentauglich". :polizei4:
Das Einsatztechniken nix in einem privaten Gym verloren haben ist klar, aber auch als Polizeibeamter sollte ich immer wieder über den Tellerrand schauen und so mitbekommen was mein Gegenüber macht.

Manchmal vermisse ich doch in der Führungsetage den Sinn für die Realität ohne wenn und aber.

Grüße Holger
"Das Problem, ob Denken ohne Sprache möglich sei, ist immer noch umstritten. Dagegen wird die Tatsache, daß Sprache ohne Denken durchaus möglich ist, täglich tausendfach bewiesen."

(Kohlmayer)

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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mi 12. Sep 2018, 22:20

Danke. Ich habe erst überlegt, es einzustellen, wollte aber nicht weg moderiert werden.
Sofern der Kollege da keine Insiderkenntnisse publiziert hat, frage ich mich mal wieder: Haben wir keine anderen Probleme?
Wobei ich die Woche auf einem offiziellen Seminar Kollegen aus der genannten Behörde traf und meine Einschätzung der Leitung bestätigt wurde. :gruebel:
:lah:

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DerLima
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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon DerLima » Do 13. Sep 2018, 06:08

Ich sehe hier auch den Vorwurf, dass die dienstlichen Techniken nach außen gebracht werden, nicht. Der Beamte geht dahin um sich trainieren zu lassen. Und die Techniken sind ja nun nicht von der Polizei entwickelt worden... Bei taktischen Dingen sehe ich das schon eher kritisch.

Hier ist es Langeweile von Vorgesetzten.
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Ghostrider1
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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon Ghostrider1 » Do 13. Sep 2018, 06:52

Das Diszi ist nicht haltbar. Unsere Zugriffe kommen aus dem Kampfsport. Einiges wird auch aus den USA oder von den Israelis übernommen.

Gegen die Verschwiegenheitspflicht kann er da nicht verstoßen

Syzygy
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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon Syzygy » Do 13. Sep 2018, 07:27

DerLima hat geschrieben:
Do 13. Sep 2018, 06:08
Ich sehe hier auch den Vorwurf, dass die dienstlichen Techniken nach außen gebracht werden, nicht. Der Beamte geht dahin um sich trainieren zu lassen. Und die Techniken sind ja nun nicht von der Polizei entwickelt worden... Bei taktischen Dingen sehe ich das schon eher kritisch.

Hier ist es Langeweile von Vorgesetzten.
Absolute #

Fällt einem nichts mehr zu ein...

Knaecke77
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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon Knaecke77 » Do 13. Sep 2018, 07:55

Ist ja leichter die Kritik der "Untergebenen" mit dem Holzhammer abzustellen, als der Ursache des Unmuts auf den Grund zu gehen.
Wenn Einsatzkräfte sich bemüssigt fühlen, sich in Ihrer Freizeit fortzubilden, weil das dienstliche Angebot Ihrer Meinung unzureichend ist, dann sollte man das Gespräch mit den Kollegen suchen und das Programm evtl. praxistauglicher gestalten.

Erbärmlich.

vladdi
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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon vladdi » Do 13. Sep 2018, 12:40

Natürlich ist es gut und richtig, in seiner Freizeit zu trainieren.

Sich aber mit Sturmhaube interviewen zu lassen und den Dienstherrn anzuprangern, war nicht so klug.

Dienstliche Festnahme- und Polizeitechniken finden sich in Kampfsportarten wieder, die man trainieren kann. Dienstliches Einsatztraining privat zu betreiben, ist nicht der beste Ansatz.

Dienstliche Waffen zu privater Fortbildung zu nutzten ist unklug.

Training in der Freizeit ist gut. Aber nicht jedem gelingt dabei der richtige Weg.


Ahab_
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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon Ahab_ » Do 13. Sep 2018, 13:56

vladdi hat geschrieben:
Do 13. Sep 2018, 12:40
Dienstliche Waffen zu privater Fortbildung zu nutzten ist unklug.
Ist das denn passiert?
Kein Cop

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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon vladdi » Do 13. Sep 2018, 14:28

Außerdem sei die Verwendung dienstlicher Ausrüstungsgegenstände und Hilfsmittel zu privaten Zwecken untersagt.


Aus dem ersten Link.

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Trooper
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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon Trooper » Do 13. Sep 2018, 15:31

Ich will mich nicht aus dem Fenster lehnen, wie sehr sich der Kollege durch seine Mitwirkung in dem Werbevideo disziplinarisch angreifbar gemacht haben könnte.

Viel pikanter und erschreckender finde ich allerdings, daß die Behörde und das MI mit der öffentlichen Aussage durchkommen, daß privat betriebenes polizeiliches Einsatztraining verboten sei - ohne daß das von den berichtenden Presseorganen mal hinterfragt worden wäre.

Polizeiliches Einsatztraining ist weder ein geschützter Begriff, an dem die Polizei irgendwelche Markenrechte hätte, noch bezeichnet es irgendwelche geschützten Inhalte.

Weiterhin geht die Gestaltung der außerdienstlichen Sportaktivitäten eines Beamten den Dienstherrn einen feuchten Kehricht an, solange damit keine extreme Gesundheitsgefährdung einhergeht oder der jeweilige Kram in deutlich unpassender Gesellschaft ausgeübt wird.

Insofern gibt es für die werte Frau PP'in schlicht kein rechtliches Instrument, mit dem sie die Durchführung solcher Trainings durch Externe oder die Teilnahme ihrer Schäflein in deren Freizeit an solchen verhindern könnte.

Daß die Argumentation der obersten Heeresleitung sachlich arg dünn ist, dürfte klar sein. Ansonsten müsste man ja auch Einwände gegen jeglichen privat betriebenen Kampfsport haben... der wirkt sich naturgemäß in jedem Fall auf dienstliches Einschreitverhalten aus, weil Trainingsfrequenz und -volumen nunmal erheblich höher sind als bei der dienstlichen Fortbildung.

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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon Ahab_ » Do 13. Sep 2018, 15:32

vladdi hat geschrieben:
Do 13. Sep 2018, 14:28
Außerdem sei die Verwendung dienstlicher Ausrüstungsgegenstände und Hilfsmittel zu privaten Zwecken untersagt.
Aus dem ersten Link.
Auch müssten die Kursteilnehmer keine Polizeiausrüstung mitbringen: Trainingswaffen und Einsatzmehrzweckstöcke seien Teil seiner Ausrüstung.
Aus dem ersten Link. Lesekompetenz?
Zuletzt geändert von Ahab_ am Do 13. Sep 2018, 16:56, insgesamt 1-mal geändert.
Kein Cop

vladdi
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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon vladdi » Do 13. Sep 2018, 16:13

Ahab
Verständnis nur mit Goldwage wird destruktiv.


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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon Controller » Do 13. Sep 2018, 16:25

Besitz oder Eigentum
Fahrspur oder Fahrstreifen
Untersuchung oder Durchsuchung .....

Die Goldwaage macht den Unterschied :lol:

@ Trooper :zustimm:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon Harkov » Fr 14. Sep 2018, 07:51

oder....

in den PResseartikeln fehlt wieder die Hälfte und da ist noch mehr.

Vielleicht hat sich der Beamte, naja zu nah an der Szene aufgehalten, wenn ihr versteht, was ich meine. Aber das ist wirklich nur ne Mutmaßung.

vladdi
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Gerechtfertigt oder eher Realitätsfern?

Beitragvon vladdi » Fr 14. Sep 2018, 08:44



Aus dem zweiten Link
Mit solchen Trainingswaffen werden die Einsätze trainiert. Wer die zu einem privaten Training mitnimmt, begeht eine Plichtverletzung
Ahab
„Müssten sie nicht mitnehmen“

Irgendwelche Waffen, Ausrüstungsgegenstände, dienstliches Zeugs wird er dabei gehabt haben, sonst würde das ja nicht der Vorwurf.
Dumm, wenn er dienstliches mitnimmt obwohl es Trainingswaffen gibt.

Das und das Interview werden wohl das Hauptproblem sein.
Techniken zu trainieren - für den Dienst - die nicht zulässig / freigegeben sind, kann problematisch sein, anderseits kann und soll der Beamte privat Kampfsport trainieren. Hier gilt es das richtige Mittel zu finden, die richtige Trainingsumgebung, den richtigen Trainer.


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