Handygedaddel im Streifenwagen

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1957
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Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon 1957 » Di 18. Okt 2022, 15:09

Hallo Leute,

ja, ich weiß, im Forum ist zur Zeit wenig los. Was mich aber wundert ist, dass diese Geschichte bislang keine Erwähnung fand:

https://www.bild.de/regional/ruhrgebiet ... .bild.html

denn, dass Problem ist ja bekannt.

Brot
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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon Brot » Di 18. Okt 2022, 20:53

Die Reaktion ist natürlich übertrieben und geht gar nicht. Aber ich muss zugeben, dass ich geschmunzelt habe.

Kulinka
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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon Kulinka » Di 18. Okt 2022, 23:59

Hallo Brot,

mich würde eher interessieren, warum der Mann so ausgerastet ist. Als erfahrener Polizist verfügt er doch mutmaßlich über eine gute Impulskontrolle und kann Folgen seiner Handlungen im Straßenverkehr zudem gut einschätzen. Was "Ich konnte ja nicht wissen, dass die gleich so nach vorne absegelt" ausschließt. Die Ermittlungen werden zeigen, ob es einen tieferen Auslöser gibt, der nicht zum Schmunzeln einlädt.

Viele Grüße
Kulinka

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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon 1957 » Mi 19. Okt 2022, 06:57

Für mich wird damit der Verlust der "inneren" Führung auf dem Streifenwagen deutlich. Die Aktion selbst ist nicht akzeptabel

Loewe
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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon Loewe » Mi 19. Okt 2022, 16:38

Nun, was sagt denn der 3. Kollege auf dem Fstw zur Sache ? Hat er es nicht mitbekommen? Wieso erfährt der Dienstherr davon über Flurfunk ? Gibt es kein akustisches Signal im Fstw, wenn auf einem besetzten Platz das Gurtschloss nicht geschlossen ist ? Die Kollegin posaunt es herum, macht aber selbst offensichtlich keine Unfallmeldung, obwohl sie im Dienst verletzt wurde ? Krankschreibung? War sie denn tatsächlich angeschnallt und der Kollege hat das Gurtschloss gelöst ? Alles sehr spannend. Mich würde mal interessieren was hier tatsächlich rumkommt.
Loewe

HessieJames
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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon HessieJames » Mi 19. Okt 2022, 23:43

Kulinka hat geschrieben:
Di 18. Okt 2022, 23:59
Hallo Brot,

mich würde eher interessieren, warum der Mann so ausgerastet ist. Als erfahrener Polizist verfügt er doch mutmaßlich über eine gute Impulskontrolle und kann Folgen seiner Handlungen im Straßenverkehr zudem gut einschätzen. Was "Ich konnte ja nicht wissen, dass die gleich so nach vorne absegelt" ausschließt. ....
Halte ich für gleich mehrere gewagte Behauptungen. Hier unterstellt ein Reporter der Bildzeitung, dass jemand "erfahren" ist. Fragt sich, woran der Reporter das fest macht und ab wieviel Jahren Berufserfahrung das bei ihm anfängt. Vielleicht ist man in seiner Welt auch schon mit Ende 20 "erfahren"?

Dann wird behauptet, dass der Kollege "ausgeflippt" ist. Was ja mit hoher Wahrscheinlichkeit so schonmal niemand gesagt hat sondern schlicht hineininterpretiert wurde.

Und selbst wenn irgendwas davon zutrifft: Impulskontrolle und Erfahrung haben zunächst mal wenig miteinander zu tun. Ja, mit zunehmendem Alter wird man tendenziell ruhiger, aber wenn die Tendenz in Richtung Hitzeblitz geht, rettet das Alter dann auch nicht mehr viel.
Und was nun den Weitblick bei Vollbremsungen angeht... tja, da wäre ich jetzt auch vorsichtig mit solchen Aussagen.

Ich kann mir nämlich genau diese Erklärung sehr viel besser vorstellen - dass das ganze ein saudummer, verunglückter böser Seitenhieb war, nach dem Motto "dem Mädel zeig ich jetzt mal, was passiert, wenn..."

Heimlich unbemerkt ein Gurtschloss öffnen bring ich gedanklich mit "ausflippen" irgendwie nicht zusammen.

1957
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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon 1957 » Do 20. Okt 2022, 08:05

Da ist was dran.
Übrigens ging diese Information durch nahezu alle Medien. Den Link zur Bild nahm ich nur, weil er ganz oben stand

Kulinka
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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon Kulinka » Fr 21. Okt 2022, 01:18

Hallo HessieJames,

na, ich schreib nicht ausgeflippt, ich schrieb ausgerastet, und das kann man hier auch ganz wörtlich verstehen, wenn man es auf das Gurtschloss bezieht. Aber darauf will ich mich nun nicht herausreden. Nun rastet man jedoch nicht immer in affektiver Weise aus. Die Entstehung des Gedankens "Der/dem zeige ich es jetzt aber mal so richtig" kann durchaus ein Prozess sein. Gleichwohl wird der Prozess von einem Impuls angestoßen und kumuliert dann in einem Moment, wo man aus normativen Verhaltensmustern ausbricht, hier sind es gleich zwei: das Lösen des Gurtschlosses und der Tritt auf die Bremse.

Ich finde es nun müßig, über den Inhalt eines Artikels zu diskutieren, wenn ich die in diesem Artikel vermittelten Informationen nicht nutze. Erfahren ist man letzten Endes ohnehin immer nur im relativen Hinblick auf andere. Und klar, alles kann immer ganz anders gewesen sein, als berichtet wird. Nur kann ich darüber eben schlecht diskutieren, weil ich es schlicht nicht weiß. Was die Frage aufwirft, wer hier nun "interpretiert".

Dass Du da vorsichtiger als ich sein möchtest im Hinblick auf das Einschätzen der Folgen einer plötzlichen Bremsung mit einer nicht angegurteten Person auf dem Beifahrersitz sei Dir unbenommen. Im vorliegenden Ergebnis scheint mir aber unstrittig, dass sich die Beifahrerin dabei nicht unerheblich verletzt hat. Insofern sieh es mir bitte nach, dass ich es meinerseits für realistisch halte, man hätte die Folgen abschätzen können. Und für mich fällt ein solcher "Streich" durchaus in den Bereich "ausrasten". Weil man, wie oben bereits ausgeführt, den Bereich der normativen und also erwartbaren Verhaltensmuster verlässt.

Ich bin, wie Du weißt, kein Polizeibeamter. Aber auch ich habe schon als Vorgesetzter in Situationen mit Menschen zusammengearbeitet, deren Awareness ich zu einhundert Prozent brauchte. Abgelenkten Handy-Daddlern habe ich bei Bedarf, und ja, den gab es mitunter, die Anweisung gegeben, ihr privates Handy für die Dauer der Schicht wegzupacken. Hat immer funktioniert. War aber auch eine straighte und mit klar benannten Konsequenzen verbundene Ansage. Was ich in solchen Zusammenhängen grundsätzlich angemessener finde als "lehrreiche Streiche", selbst wenn die nicht nach hinten losgehen.

Viele Grüße
Kulinka

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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon Admcmuffin » Fr 21. Okt 2022, 05:40

In einem Beruf in dem man sich vertrauen muss, das Vertrauen so zu brechen, ist schäbig.

:no:

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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon Criss_mitchel » Fr 21. Okt 2022, 11:11

Ja geht aber wenn in beide Richtungen. Wenn sie nur am Handy daddelt und nicht aufmerksam ist kannste die auch nicht wirklich gebrauchen. Und zeigt auch ne mangelhafte Einstellung zum Job.

Natürlich entschuldigt dies nicht das Verhalten des Kollegen.

War die Kollegin eigentlich noch Anwärterin? Wenn die zu dritt unterwegs waren.


In meiner Behörde ist übrigens die Nutzung des privaten Handys in der Dienstzeit untersagt. Ist das bei euch nicht auch so?

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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon Aldous » Fr 21. Okt 2022, 12:52

Criss_mitchel hat geschrieben:
Fr 21. Okt 2022, 11:11
In meiner Behörde ist übrigens die Nutzung des privaten Handys in der Dienstzeit untersagt. Ist das bei euch nicht auch so?
Da würde in vielen Behörden wahrscheinlich der Dienstbetrieb zusammenbrechen, nachdem der Dienstherr sich die letzen Jahre darauf verlassen hat, dass Beamte ihre privaten Endgeräte nutzen um dienstlich zu telefonieren.

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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Fr 21. Okt 2022, 15:33

NRW ist flächendeckend mit dem IPhone für operative Kräfte ausgestattet. Digitalstrategie des Landes.
:lah:

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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon Aldous » Fr 21. Okt 2022, 16:44

Ja, auf die Idee sind mittlerweile einige Behörden gekommen. Nur sind das a) noch nicht alle, b) ist die Ausstattung nicht bei allen Behörden soweit vorangeschritten und c) sind Diensttelefone nicht bei allen Behörden Mannausstattung sondern oftmals nur 1 / Funkwagen beschafft worden.

Ich habe gelesen, dass in NRW auch Abfragen in VIVA damit möglich sind? Wie hat man da eigentlich das Datenschutzproblem im Bezug auf Appleprodukte lösen können?

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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon HessieJames » Fr 21. Okt 2022, 18:04

Kulinka hat geschrieben:
Fr 21. Okt 2022, 01:18
Hallo HessieJames,

na, ich schreib nicht ausgeflippt, ich schrieb ausgerastet...
.....
War aber auch eine straighte und mit klar benannten Konsequenzen verbundene Ansage. Was ich in solchen Zusammenhängen grundsätzlich angemessener finde als "lehrreiche Streiche", selbst wenn die nicht nach hinten losgehen.

Viele Grüße
Kulinka
Hallo Kulinka,

"ausgeflippt" war die Formulierung des Reporters. Zugegeben, dass es in der Bildzeitung stand, hat meine Skepsis verstärkt. 1957 hat ja drauf hingewiesen, dass es auch in anderen Medien die Runde gemacht hat. Hab aus Neugierde mal etwas gestöbert - in irgendeinem Blatt stand was davon, dass der Kollege um die 50 ist.

Von daher war zumindest der Punkt mit der Erfahrung wohl nicht der Fantasie des Reporters entsprungen.

Und ja, natürlich ist auch der Gedanke mit dem Streich eine Interpretation, da hast du sicher recht.

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Re: Handygedaddel im Streifenwagen

Beitragvon Kilkenny » Fr 21. Okt 2022, 19:41

Aldous hat geschrieben:
Fr 21. Okt 2022, 16:44
Ich habe gelesen, dass in NRW auch Abfragen in VIVA damit möglich sind? Wie hat man da eigentlich das Datenschutzproblem im Bezug auf Appleprodukte lösen können?
In RLP ist das seit einer Weile gängige Praxis, wir nähern uns der Mann(Frau)austattung mit iPhones. Die Dinger sind übers MDM dauerhaft mit dem Polizeinetz verbunden und sind nicht im "freien" Internet. Die Geräte verhalten sich exakt so wie die PCs im Polizeinetz, d.h. man kann surfen wie man will bzw. darf und eben auch Abfragen und kleinere Vorgangserfassungen tätigen.
Zuletzt geändert von Kilkenny am Fr 21. Okt 2022, 20:39, insgesamt 1-mal geändert.


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