Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

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Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon Glueckskind » So 31. Jul 2016, 01:26

Hallo zusammen,

Ich möchte mich zum Polizeibeamten ausbilden lassen, mein Mann ist bereits seit 16 Jahren bei der Polizei.

Folgendes: ich hatte nach der Geburt unserer Tochter hatte ich wochenbettdepressionen, war in eine Klinik und hatte dann eine zweijährige Gesprächstherapie. (In der konnte ich auch alte Sachen und alltägliche Dinge besprechen und bearbeiten)

Die Therapie ist seit diesem Jahr abgeschlossen. Hatte letztes Jahr eine Reha in der ich auch arbeitsfähig entlassen wurde.

Ist dies nun ein kompletter Ausschlussgrund/ Ablehnungsgrund?

Dame beim medizinischen Dienst meinte, ich könne ja ein schreiben meiner Therapeutin einreichen, in dem sie eine Prognose stellt.

A) wie sehen meine Chancen aus? Hat jemand Ähnliches erlebt?

Verstehe den Hintergrund, aber ich will auch nicht für eine Krankheit bestraft werden, in dem mir Jobs verwehrt werden, die ich ausführen kann. Könnte.

Danke für eure Antworten und Tipps!

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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon kakaem » So 31. Jul 2016, 10:42

Also grds. ist eine Depression, so mein Kenntnisstand, ein Ausschlussgrund.
Es geht dem Land darum Personen einzustellen, die möglichts ohne Erkrankungen bis zur Pension Dienst versehen können.
Jetzt ist es ja möglich, dass eine solche Depression nach einer erneuten Schwangerschaft wieder eintritt. Möglicherweise sogar derart verschärft, dass Du überhaupt keinen Dienst mehr versehen kannst.
Dies nur zur Erläuterung.

ABER:
Die erhaltene Aussage des ärztl. Dienstes würde ich so interpretieren, dass nicht per se ein Ausschlussgrund vorliegt, sondern dein Fall geprüft wird.
Und das ist doch positiv!

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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon mistam » So 31. Jul 2016, 12:32

Jede Entscheidung zur Tauglichkeit ist selbstverständlich eine Einzelfallentscheidung.
Tatsächlich aber stehen Deine Chancen nach einer Depression sehr schlecht, da die Wahrscheinlichkeit des erneuten Auftretens depressiver Episoden auch aus anderen Anlässen sehr hoch ist.
Und bitte : Das ist kein Bestrafung für deine Krankheit, sondern eine Bewertung deiner Berufseignung. Polizei ist nun mal per se seelisch belastend. Wer dann Probleme mit eben dieser Belastbarkeit hat, ist eben weniger geeignet. Das geht schon fast in Richtung Fürsorge für den Bewerber.

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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon springer » So 31. Jul 2016, 13:04

Eine Wochenbettdepression ist schon irgendwie ein Sonderfall ... versuch es.

Wieso macht sich Dein Mann da nicht beim ärztlichen Dienst kundig? Wäre ein Anruf im Dienst und Du hättest eine belastbare Aussage.

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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon mistam » So 31. Jul 2016, 13:08

Nein, Springer. Hätte er nicht. Der ÄD trifft (zu Recht) keine solchen pauschalen Aussagen.

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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon Glueckskind » So 31. Jul 2016, 20:39

Ja mal schauen, ich habe auch wenig Hoffnung. Was mich ganz traurig macht, denn die Polizeiarbeit reizt mich schon sehr. Ich wäre gern durch meinen beruflichen Hintergrund zur Pressestelle gegangen, dachte, dort ist es, weniger wichtig, was ich für eine Vorerkrankungen habe. :-(

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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 31. Jul 2016, 20:41

Zur Pressestelle kommt man ja nicht nur als PVB.
:lah:

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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon Controller » So 31. Jul 2016, 21:07

Eine Wochenbettdepression ist schon irgendwie ein Sonderfall ... versuch es.
:zustimm: :zustimm:


Das denke ich auch !
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon asgar » So 31. Jul 2016, 22:15

Jetzt mal so ganz ehrlich gefragt was für Polizeiarbeit macht man den in der Pressestelle?

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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 31. Jul 2016, 22:18

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
:lah:

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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon Controller » So 31. Jul 2016, 22:19

Einsatzkommunikation
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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 31. Jul 2016, 22:20

Entzerren falscher medialer Wahrnehmung - was einer gewissen Fachlichkeit bedarf, womit eine polizeiliche Sozialisation unumgänglich ist.
:lah:

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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon Controller » Mo 1. Aug 2016, 00:04

:gruebel:

da hatte ich doch nen Fred dazu .....

http://www.copzone.de/phpbbforum/viewto ... 10&t=82279
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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon HessieJames » Mo 1. Aug 2016, 02:43

Arbeitsfähig bedeutet nicht automatisch polizeidiensttauglich. Aber ein direkter Ausschlussgrund muss eine solche Vorerkrankung auch nicht sein. Entscheidend wird wohl der individuelle Krankheitsverlauf sein und natürlich dein aktuelles Befinden. Was sagt denn dein Mann dazu? Er kennt immerhin sowohl dich als auch den Beruf.

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Re: Wochenbettdepression und Bewerbung Berlin??

Beitragvon mistam » Mo 1. Aug 2016, 06:02

Wie gesagt, eine Einzelfallentscheidung. Was mich zu der negativen Prognose veranlasst, sind die lange Therapiedauer und die dort mit verarbeiteten "alten Sachen" und natürlich meine umfassendem Erfahrungen mit der Entscheidungspraxis des ÄD in Berlin.
Aber versuchen solltest du es schon.


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