Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Informationen zur Einstellung und Ausbildung der Landespolizei!

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Werner123
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Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon Werner123 » Mo 17. Okt 2016, 14:55

Hallo!

mein Sohn möchte unbedingt zur polizei und macht seit jahren Videos auf Youtube, alle auch immer irgendwie sportlich aber doch etwas verrückt. meine Frage: Wird darauf wert gelegt , bzw werden soziale Medien von den Beamten vor einer Einstellung durchgesucht?

Hier mal eine Kostprobe:

https://www.youtube.com/watch?v=gaQBPlHZmFs
ich fand da simmer ok, bis eine Arbeitskollegin gesagt hat: Damit kommt er bei der Polzei niemals an...

Maffmaff
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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon Maffmaff » Mo 17. Okt 2016, 15:17

Ein Internetcheck erfolgt nicht, die Prüfungskommission ist völlig neutral, sie prüfen nach Leistung. Solange er in den Videos keine Straftaten begeht sind sie Irrelevant.

Deep Blue
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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon Deep Blue » Mo 17. Okt 2016, 15:21

Also zuerst muss erwähnt werden, dass nur die Zuständigen im Einstellungs- und Auswahlverfahren entscheiden, wer angenommen wird und wer nicht. Hier können sonstige Leute lediglich eine Tendenz oder eine subjektive Einschätzung abgeben.

Auch wenn ich persönlich kein Freund von dem Trend bin, dass "jeder" jeden Mist als Video im Internet hochladen muss, so erkenne ich aufgrund des Videos keine Ausschließungsmerkmale. Geschweige denn, wenn überhaupt die Komission auf Youtube sucht.

Meine persönliche Einschätzung: Sowas interessiert absolut nicht :zustimm:

Kannst ja mal die Arbeitskollegin fragen, auf was sie ihre Aussage stützt. Würde mich mal interessieren. Dann darf ein Bewerber, Anwärter oder Polizist also keine Spaßvideos auf Youtube hochladen? Interessante These. ;D
Das heißt "Thread" und nicht "Fred"!

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fred

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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon vladdi » Mo 17. Okt 2016, 16:45

Dem einen oder anderen hat sein Auftreten in den sozialen Medien schon mal den Berufswunsch Polizist zu werden versaut.

Man sollte schon mit Bedacht überlegen was man wie wo einstellt. Besonders problematisch sind ansehensschädige Handlung, speziell in Uniform oder mit Rückschluss direkt auf die Polizei.


Ich habe das Video eben nicht ausführlich geguckt, aber in eine Eistonne steigen oder Liegestütze zu machen ist nicht unbedingt schädlich

springer
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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon springer » Mo 17. Okt 2016, 16:53

Disqualifiziert einen aber für alle Verwendungen, wo man verdeckt auftritt, ua auch Spezialeinheiten.

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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon Kulinka » Mo 17. Okt 2016, 17:17

Aber doch nur, wenn eine Verbindung zwischen Bewerbung/Arbeit als PVB und der Person, die postet, öffentlich hergestellt werden kann, oder? Kann mir nicht vorstellen, dass niemand von den Leuten, die heute in einer Spezialeinheit sind, jemals ein Spaßvideo veröffentlicht hat :polizei13:

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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon Deep Blue » Mo 17. Okt 2016, 18:12

springer hat geschrieben:Disqualifiziert einen aber für alle Verwendungen, wo man verdeckt auftritt, ua auch Spezialeinheiten.
Nicht korrekt. Weder die Person im Video lässt Rückschlüsse auf die berufliche Verwendung zu, noch kennt das Gegenüber im Dienst den Namen oder das Gesicht des Beamten. Somit besteht keinerlei Verbindung.

Solange er im Dienst nicht mit Namensschild rumrennt oder im Video erzählt, was er macht und wo er tätig ist, gibt es keinen Bezug.

Was selbstverständlich nicht bedeutet, sich nicht mit dem Thema Identitätsschutz i.V.m. sozialen Netzwerken auseinander setzen zu müssen! Ich habe z.B. mein FB Account löschen lassen, weil ich mich damit mal etwas befasst habe und zum Schluss kam, dass diese Art von Umgang mit Daten nicht meine Zustimmung findet.

Weiterhin finde ich es relativ anmaßend, hier als nicht Beteiligter im Einstellungsverfahren zu entscheiden, was geht und was nicht. Daher wäre ich doch eher sparsam mit solchen "Beratungen". :zustimm:
Zuletzt geändert von Deep Blue am Mo 17. Okt 2016, 18:24, insgesamt 1-mal geändert.
Das heißt "Thread" und nicht "Fred"!

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fred

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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon Ghostrider1 » Mo 17. Okt 2016, 18:24

Das Video ist total harmlos und läßt keinen Rückschluss auf charakterliche Ungeeignetheit zu.

Hier mal zum Vergleich. Ein Kollegin die ebenfalls sportlich ist und die damit wirbt bei der Polizei zu sein. (sie ist übrigens wirklich ne Nette)
https://www.tag24.de/nachrichten/dresde ... szar-66290
https://www.tag24.de/nachrichten/adrien ... welt-60104

hier der YT-Kanal von Kollegin "Kolossal": https://www.youtube.com/channel/UCedNNo ... 0D44OrcA0A

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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon Syzygy » Mo 17. Okt 2016, 19:14

Uns wurde lediglich mitgeteilt, dass mediale Aktivitäten gleich welcher Art (das schließt Social Media als auch Auftritte im TV, Radio oder Internet mit ein) dann dienstrechtliche Konsequenzen haben können, wenn das gezeigte Verhalten strafrechtlich relevant ist oder ein direkter Bezug zur dienstlichen Tätigkeit hergestellt werden kann, der geeignet ist, das Ansehen des Arbeitgebers zu schädigen.

Bei Einstellung wird auf jeden Fall nach dem Klarnamen bei Facebook geschaut und die dort zu findenden Aktivitäten auch grob ausgewertet, wird offiziell zwar so nicht gesagt, ist aber ein offenes Geheimnis.
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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon Ghostrider1 » Mo 17. Okt 2016, 19:30

Deswegen meldet man sich nicht mit Klarnamen bei FB an :pfeif:

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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon Franconia » Mo 17. Okt 2016, 20:08

Oder man weiß was Privatsphäre-Einstellungen sind :zustimm:

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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon springer » Mo 17. Okt 2016, 20:10

Deep Blue hat geschrieben:
springer hat geschrieben:Disqualifiziert einen aber für alle Verwendungen, wo man verdeckt auftritt, ua auch Spezialeinheiten.
Nicht korrekt. Weder die Person im Video lässt Rückschlüsse auf die berufliche Verwendung zu, noch kennt das Gegenüber im Dienst den Namen oder das Gesicht des Beamten. Somit besteht keinerlei Verbindung.
Bei uns schon korrekt, vielleicht gibts da Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Bei uns wurde das so begründet, dass es einen Ansatz dafür bietet, über den man die Person ermitteln kann. Und der ist unzweifelhaft gegeben. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Person auf Grund eines Wiedererkennens auf fb / youtube ermittelt wird. Und je nachdem, auf welcher Ebene da ermittelt wird, hat auch das Gegenüber was drauf und schafft das.

Man will einfach kein Risiko eingehen.

edit:
Rechtschreibung
Zuletzt geändert von springer am Mo 17. Okt 2016, 20:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mo 17. Okt 2016, 20:14

In manchen BL will man halt nicht riskieren, dass ein anderthalb Jahre andauerndes Strafverfahren dadurch kaputt geht, dass die ZP den Observanten durch eine gemeinsame Vorliebe für tutorials erkennt.

Wer sich exponiert, kann nicht verdeckt arbeiten. Eigentlich logisch.
Wiederum kann man überleben, ohne bei fb angemeldet zu sein.

Hamburg vor ein paar Wochen sollte eigentlich eine Lehre gewesen sein.
:lah:

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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon mistam » Di 18. Okt 2016, 10:42

Syzygy hat geschrieben:
Bei Einstellung wird auf jeden Fall nach dem Klarnamen bei Facebook geschaut und die dort zu findenden Aktivitäten auch grob ausgewertet, wird offiziell zwar so nicht gesagt, ist aber ein offenes Geheimnis.
Zumindest für Berlin ist diese Aussage schlicht falsch.

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Re: Recherche in sozialen medien? Was geht, was geht nicht?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Di 18. Okt 2016, 11:10

In NRW ist das aufgrund der Masse gar nicht leistbar.
:lah:


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