Teilzeit ohne Grund

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schutzmann_schneidig
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon schutzmann_schneidig » Mi 13. Mär 2019, 23:22

Ja, in der Wahrnehmung der meisten Beschäftigten war die Strategie 2020 erst mit Beginn der Strategieworkshops in den (Flächen)Behörden präsent.
Tatsächlich war der "Kick Off" mit dem ersten Workshop im LPP jedoch bereits im August 2012. Der Regierungswechsel kam erst nach der Landtagswahl vom 20. Januar 2013.

Aber es ist natürlich richtig, dass auch und gerade die Vorstellungen der dann neuen Regierung die folgenden und im weiteren Prozessverlauf definierten Inhalte maßgeblich geprägt haben.
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon claire » Do 14. Mär 2019, 20:46

Ich finde die Ansichten interessant.

Auch z.B. den §62 NBG,

nachdem Kinder unter 18 Jahren "ziehen", Pflegebedürftigkeit von Angehörigen mit Gutachten nachzuweisen ist.

"Beamtinnen und Beamten mit Dienstbezügen, die ein Kind unter 18 Jahren oder eine pflegebedürftige sonstige Angehörige oder einen pflegebedürftigen sonstigen Angehörigen tatsächlich betreuen oder pflegen, ist auf Antrag....2 Die Pflegebedürftigkeit ist durch ein ärztliches Gutachten nachzuweisen."

Interessant in Bezug auf z.B. veränderte "Familienstrukturen", was heute gelebt wird ist nicht mehr zu vergleichen mit dem was ich vor 10 oder 20 Jahren erlebte. Mehr Frauen und Männer sind heute bereit Teilzeit zu arbeiten und/oder auch mehr Männer in Elternzeit, als in vergangenen Jahren.

Es scheint mir, Altersteilzeit wird eher positiver beurteilt als Teilzeit in jüngeren Jahren ohne Kinderbetreuung?

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Do 14. Mär 2019, 21:08

Ja, natürlich.
:lah:

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Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Officer André » Do 14. Mär 2019, 21:21

Claire, wenn man schon in der Jugend so anfängt, wie soll das denn dann in Alter erst werden? Was soll denn ein ü50 Kollege sagen? Irgendwann kann man tatsächlich nicht mehr so wie man will. Wie weit runter will man dann denn noch gehen?

Ich bin nicht auf Teilzeit gegangen, weil ich Bock auf mehr Freizeit hatte, sondern weil es familiär tatsächlich notwendig war.
Sobald dies nicht mehr der Fall ist, (keine Ahnung wann das sein wird) kehre ich in die Vollzeit zurück.

Wir können nicht alle auf Teilzeit gehen. Es sollte den Fällen vorbehalten sein, die es wirklich benötigen.

Freizeit ist eine feine Sache, aber wie im Thread schon mehrfach festgestellt wurde, besteht das Leben eben hauptsächlich aus Arbeit und Pflichten und nicht aus chillen.
Und Teilzeitkräfte verursachen eben auch Kosten. Es werden mehr Kollegen nötig, die verursachen eben nicht nur Kosten pro Arbeitszeit, sondern auch pro Kopf. Das ist nicht zu unterschätzen
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon claire » Do 14. Mär 2019, 21:33

Officer André,

ich respektiere Deine Ansicht und ich verstehe sie.

Trotzdem denke ich sie wird nicht durchsetzbar sein.

Anfänge zeigen sich in umfänglicheren Rechten von Mitarbeitern. In mehr Ansprüchen.
In dem was die Behörden als "Werbung" nutzen.
Neben den Werbungen von Hubschrauber und / oder Spezialeinheiten und guten Aufstiegsmöglichkeiten. Manchmal stauen auch ich was so "verkauft" wird.

Wir haben Erkenntnisse über die Generation der Babyboomer, die die Arbeitswelt anders sahen als die Generation Y gar Z.

Nach außen präsentieren sich Behörden gerade für Z.

Müssen sie auch, sonst wird es schwer überhaupt noch Menschen zu begeistern für eine Bewerbung und Motivation 40+ Jahre im Dienst.

Ich arbeite in Nds., d.h. nur noch g.D., nur noch FH-Reife. Und es gibt immer weniger Menschen die überhaupt bewerbungsfähig sind und die Konkurrenz ist groß an anderen Arbeitgebern.

Ich wünsche uns natürlich allen, dass die (auch überalterte Polizei) viele neue Menschen gewinnt. Insbesondere in den nächsten Jahren bei der großen Pensionswelle.

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Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Officer André » Do 14. Mär 2019, 22:16

Vlt. bringt die Generation Z generelle Verkürzungen der Arbeitszeit mit sich.
Ich frage mich allerdings, wie wir als Behörde unseren Teilzeitboom gegenüber den Arbeitnehmern in der freien Wirtschaft rechtfertigen sollen. Als ob man dort nicht auch schon danach gerufen hätte.
Außerdem werden die Vollzeiter der Behörde schön den Vogel zeigen, wenn der Teilzeiter exakt die gleichgestellt wird. Wohlgemerkt Teilzeit ohne besondere Begründung. Aus purem Spass an der Freizeit. Und der soll dann ggf. bei Beförderungen gleichgestellt werden? Warum sollte dann noch einer Vollzeit sich abmühen?

Wünschen kann man sich viel. Über Ideen diskutieren auch. Ich halte es jedoch für realitätsfern und somit wird sich die Generation Z wohl teilweise umstellen müssen. Denn, wie alle anderen Generation vor ihnen, ist auch Z nicht das Maß aller Dinge. Ich weiß schlicht nicht, wie das finanziert werden soll.
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Controller » Do 14. Mär 2019, 23:21

nachdem Kinder unter 18 Jahren "ziehen", Pflegebedürftigkeit von Angehörigen mit Gutachten nachzuweisen ist.
suchtest du eine Art Nachweis für die Kinder unter 18 ?
Der ist doch schon erbracht, mit der Personenstandsänderung .........
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so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Officer André » Do 14. Mär 2019, 23:46

Wenn ihr mich fragt, hat die Polizei das selbe Nachwuchsproblem wie das Handwerk. Dort verdient man auch nicht schlecht.
Die Leute wollen sich eben nicht mehr schmutzig machen, buckeln, früh antanzen, Schichtdienst, Wochenend- und Feiertagsdienste, ...

Das gleicht dann auch keine 36 Stunden Woche aus.
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon vladdi » Fr 15. Mär 2019, 04:23

Claire

Die Generation X und Z sieht die Arbeitswelt anders. Ok
Aber auch die Arbeitswelt sieht die Generation X und Z anders.

Es heißt Vereinbarkeit von Beruf und Familie, jedoch, sprechen alle von Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Work-Life-Balance ist keine reine Life-Balance.

Geben und Nehmen.

Beamte
Polizeibeamte
Dienst- und Treuepflicht
Volle Einsatzbereitschaft früher Volle Hingabe zum Dienstherrn
Alimentierung


Ich denke, dass in dem Thema- nicht nur hier oder von dir, sondern viel zu oft von viel zu vielen - zu Ich-bezogen gedacht wird und die andere Seite nicht als mindestens gleichberechtigt betrachtet wird.

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Controller » Fr 15. Mär 2019, 04:30

Es ware ja schon ein massiver Freizeitgewinn, wenn die häufige Mehrarbeit wegfallen würde.
Da bräuchte man gar nicht an Reduzierung zu denken. :polizei3:
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Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Officer André » Fr 15. Mär 2019, 09:06

Immerhin haben wir alle noch genügend Freizeit, um bei Copzone unseren Senf zu posten. So schlimm kann es also gar nicht sein :pfeif:
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon 1957 » Fr 15. Mär 2019, 09:17

Du machst das in deiner Freizeit???

:o

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Beitragvon Officer André » Fr 15. Mär 2019, 09:20

Raucherpausen sind Freizeit
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon claire » Fr 15. Mär 2019, 19:11

Controller hat geschrieben:
Do 14. Mär 2019, 23:21
nachdem Kinder unter 18 Jahren "ziehen", Pflegebedürftigkeit von Angehörigen mit Gutachten nachzuweisen ist.
suchtest du eine Art Nachweis für die Kinder unter 18 ?
Der ist doch schon erbracht, mit der Personenstandsänderung .........
Nein, ich suche nicht nach einem Nachweis. Ich denke auf dem Thema herum. U.a. über die §§62,61 nach. Der §62 "zieht " oder ist maßgeblich bei eigenen Kindern unter 18. Das ist leicht zu beurteilen ob - eigene Kinder - da sind oder nicht. Schwierig wird es schon bei Patchworkfamilien ohne Trauschein pp..
Oder Angehörigen, die ggf. Hilfe brauchen (Haushalt, Arzttaxi, pp.) aber eben in keiner "Pflegestufe/Pflegebedürftigkeit" sind.

Es gibt sehr viele denkbare Gründe, die für die persönliche Entscheidung sprechen die Wochenarbeitszeit zu reduzieren. Die können aus dem Umfeld kommen von (rechtlichen) Angehörigen und/oder "Wahlfamilien" ohne rechtlichem Status nach dem BGB.

Es kann die Entscheidung für ein Ehrenamt sein, oder die Erkenntnis, dass der Mensch mehr "Ruhe" braucht aufgrund von Alter oder persönlicher Belastung
( noch ) ohne Krankheitswert.

Darüber denke ich nach und darüber, dass eben bestimmte Gründe akzeptierter scheinen als Andere.

Persönlich sind Gründe wichtig. Von außen betrachtet wird es schwer zu beurteilen wie schwerwiegend ein Antrag für den Einzelnen ist und welche Folgen es hat diesen "abzulehnen". Ich denke, das kommt immer darauf an was dieser Mensch (wie) "outet" und was ich persönlich für Erfahrungen habe und wie ich "urteile" aufgrund dieser.

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon PotionMaster » Fr 15. Mär 2019, 19:16

Manche deiner Fragen müssen nicht durch dich kompliziert durchdacht werden. Es gibt bereits in der Rechtsprechung hierzu Antworten. Das Wort "eigene" taucht im 62 auch nicht auf.


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