Neues Urteil zur Frauenförderung

Erfahrungsberichte, Probleme und Verbesserungsvorschläge...

Moderatoren: Polli, coco_loco

1957
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 6258
Registriert: Sa 2. Dez 2006, 00:00

Re: Neues Urteil zur Frauenförderung

Beitragvon 1957 » So 24. Nov 2019, 16:59

Dabei ist für mich fundamental, dass der Eignung deutlich mehr Gewicht gegeben wird.Egal ob Mann oder Frau.


Wobei - beim höheren Dienst ist das schon fast wieder egal :polizei7:

vladdi
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 4509
Registriert: Fr 3. Aug 2012, 08:27

Re: Neues Urteil zur Frauenförderung

Beitragvon vladdi » So 24. Nov 2019, 17:45

zulu hat geschrieben:
So 24. Nov 2019, 16:46
Bei uns im hD gibt es 1,2-1,5% Frauen. Deshalb werden jetzt gezielt junge Kolleginnen gesucht, die man dahin fördern kann. Ist doch ok, wenn man den Anteil mal betrachtet.

Wenn man jetzt mal die Gesamtheit der Frauen (in dem Berufsfeld) nimmt, dann alle rausrechnet die aus verschiedenen Gründen den Weg nicht gehen wollen und dann betrachtet wieviele von den verbleibenden Frauen den Weg gehen könnten, dann könnte es dazu führen, wenn man zwingend den Frauenanteil erhöhen will, dass eine schlechter geeignete Frau aufgrund ihres Geschlechtes einem Mann vorgezogen wird, der sich aus einer viel größeren Gruppe qualifiziert hat.

Jedoch auf 100 hD-ler 98 Männer und 2 Frauen ist als reine Zahl betrachtet schon so, dass Frauen animiert werden sollten sich dem EAV zu stellen. Denn aus der Gruppe, die sich bisher nicht stellt, gibt es bestimmt einige, die besser als einige Männer sind, die es geschafft haben - die sich also in der Rangfolge beim EAV vorne einsortieren.
Auch dürfen Familienplanung und Schwangerschaft die dienstliche Förderung nicht einschränken, was wohl noch zu oft vorkommt. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass ein Teil der Frauen keine Förderung will, da sie Yacht für einen anderen Weg entschieden hat.

Förderung darf nicht zur Benachteiligung führen und erst Recht nicht das Leistungsprinzip aushebeln.
Wenn auf 10 Plätze die 10 besten Bewerber männlich sind, dann darf nicht Nr. 10 (m) gestrichen und durch eine leistungsschwächere Frau ersetzt werden.

Redefine
Police Officer
Police Officer
Beiträge: 184
Registriert: Mo 19. Jan 2009, 00:00

Re: Neues Urteil zur Frauenförderung

Beitragvon Redefine » So 24. Nov 2019, 17:56

Und genau das ist mMn der richtige Weg. Die besondere Förderung des weiblichen Geschlechts, falls der Anspruch einer Führungsposition besteht. Wir haben auch weibliche DGL´s. Zugegebener Maßen noch in der Minderheit, aber es geht ja auch darum, dies zu verändern. Warum also nicht mit WDF- Stellen anfangen? Die besten Chancen bestehen doch auch derzeit bei der Bewerbung in den hD. Da dürfte es doch einfach sein, den Frauenanteil mit den kommenden Jahrgängen enorm zu steigern. Oder fehlt es da an Bewerbungen? Und wenn ja, mache ich das doch mit der schnellen Beföderung nicht lukrativer...

Das vielleicht provokativ gesprochen 90 Prozent der Kolleginnen keine Lust auf eine dementsprechende Stelle haben macht die Frauenförderung innerhalb der Beurteilung einfach nur lächerlich. Das geht bei den Männern aber einher. Da würde sich auch nur jeder freuen, früher befördert zu werden. Das hat nur mit Gerechtigkeit nichts zu tun.

Benutzeravatar
Kaeptn_Chaos
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 25300
Registriert: Di 22. Feb 2005, 00:00
Wohnort: Tal der Verdammnis

Re: Neues Urteil zur Frauenförderung

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 24. Nov 2019, 20:16

Nicht die Beurteilung wird bevorzugt, sondern bei gleicher Beurteilung und gleichen Hilfskriterien erhält die Frau den Vorzug.
Dazu könnte ich jetzt hier einen ganzen Aufsatz schreiben, aber im Grundsatz müsste sich jeder der eisenharten Kerle hier einfach nur die Frage stellen, wer denn zu Hause bleiben und den Nachwuchs groß ziehen würde, um Madame Karriere machen zu lassen.
Und weil das noch immer die meisten nicht hinkriegen und mehr als dankbar sind, sich auf die Arbeit flüchten und in Ruhe Kaffee zu schlürfen und junge Kolleginnen stelzen zu können, sollte man vielleicht nicht memmen, wenn dafür jemand drei Jahre nach A10 gut macht.
Ansonsten steht hier auf den ersten zwei Seiten soviel Grütze, die an GG und Rechtslage vorbei geht, so dass die Autoren bei mir ohnehin nicht im ranking landen würden. Mit Deppenapostroph erst Recht nicht.
:lah:

vladdi
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 4509
Registriert: Fr 3. Aug 2012, 08:27

Re: Neues Urteil zur Frauenförderung

Beitragvon vladdi » So 24. Nov 2019, 22:06

Selbst wenn Frau einen Mann hat, der Zuhause den Nachwuchs hütet, bleibt eine gewisse biologische Ausfallzeit für die Frau erhalten.
Ohne jetzt die große hD-Karriere oder den Griff nach vielen (silbernen) Sternen in den Vordergrund zu stellen, sondern alleine die „kleine Karriere“ betrachtet, werden Frauen immer noch (aktuell) massiv ausgebremst - weil sie schwanger sind und die ersten Monate 24/7 Nachwuchsbetreuung gewährleisten.

Dass Frauen nun sagen, wenn die Karriere eh ganz gewaltig stockt, dann kann ich ganz (also auch mit Teilzeitarbeit) den Schwerpunkt auf Familie legen, ist das verständlich. Zumal oft noch weiterer Nachwuchs folgt und so nur eine Karriere stockt.

Und da muss sich noch viel tun in unserem Land!

Bei gleicher Note und gleichen Teilnoten erfolgt in der Auswahl zur Beförderungsrangfolge dann der Aspekt des Geschlechtes, unter Berücksichtigung der Frauenquote im Beförderungsamt.
Der letzte Teil wird nämlich oft in der Diskussion übersehen, wie auch der erste Teil.
- gleiche Noten
- ungleiche Verteilung im Beförderungsamt (Männerüberschuss)

Benutzeravatar
SirJames
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 2503
Registriert: Sa 5. Sep 2009, 00:00
Wohnort: Berlin

Re: Neues Urteil zur Frauenförderung

Beitragvon SirJames » Mo 25. Nov 2019, 16:18

Moin,

auch wenn ich grds. des Käptns Ansicht teile, so ist es in meinem beruflichen Umfeld so, dass die Mehrzahl der weiblichen Kollegen ab einem gewissen Punkt ihren pers. Schwerpunkt vom Wunsch nach "Karriere" eher in Richtung "Familie/Kind" legen und auch ganz offen kommunizieren, dass sie gar keine "Karriere" anstreben. Diejenigen Kollegeninnen, die weiterhin eine "Karriere" anstreben, werden nach meiner pers. Wahrnehmung derzeit richtigerweise sehr gefördert.

Ich glaube schon, dass zur Wahrheit aber auch gehört, dass Kolleginnen im Vergleich zu Männern tendenziell (gewollt) eher ihren Schwerpunkt auf Familie legen. Das macht eine gewünschte Gleichverteilung bei Führungspositionen natürlich grds. schwieriger. Denn Vollgas auf Arbeit und zu Hause ist meistens einfach nicht machbar. So ehrlich muss man schon sein und das sage ich als Mann, der bewusst auf "Karriere" verzichtet.

Ist aber nur meine pers. Sicht und Erfahrung in meinem Dienstbereich.

Gruß

Gesendet von meinem SM-G930F mit Tapatalk


“No, I don’t wonder Marty. The world needs bad men. We keep the other bad men from the door.”

(true detective)

Benutzeravatar
Officer André
Captain
Captain
Beiträge: 1680
Registriert: Do 7. Apr 2016, 20:29
Wohnort: Hamburg

Re: Neues Urteil zur Frauenförderung

Beitragvon Officer André » Mo 25. Nov 2019, 17:36

:applaus:

Zumindest in den aller meisten Fällen trifft dies zu.

Es sei denn, man gibt seine Kids halt ständig anderweitig in Betreuung. Muss dann jede/r selbst wissen.
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!


Zurück zu „Der Polizeiberuf - Mitten im Beruf“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast



  • Neue Mitglieder

  • Top Poster

  • CopZone Spende