Polizei und PDA

Erfahrungsberichte, Probleme und Verbesserungsvorschläge...

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Beitragvon Trooper » Mo 27. Mär 2006, 17:46

Hallo Kollegen,

habe gerade irgendwo gelesen, daß etliche Polizeibehörden in Großbritannien die Verwendung von PDA's im Streifendienst getestet haben und diese nun flächendeckend beschaffen wollen. Anwendungsbereiche sollen vor allem Personen- und Kfz.-Abfragen über Datenfunk sein.

Leider sind wir in Deutschland bekanntlich noch ziemlich weit von derartigen Sachen entfernt...

Nichtsdestotrotz überlege ich gerade, was man dienstlich mit so einem Ding sonst noch anstellen könnte, weil ich zufällig aus privaten Gründen momentan auf so ein Maschinchen schiele (jaja, der männliche Technik-Spieltrieb :D).

Was für sinnvolle Anwendungsbereiche könntet ihr euch abseits der o.g. Sachen für den einzelnen Beamten vorstellen (allgemeine Sachen wie Adreß- und Terminverwaltung mal ausgenommen)? Gibt es möglicherweise Software, die Arbeitserleichtungen denkbar macht?

Laßt mal hören, was euch so einfällt...


Gruß,

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Beitragvon zoellner » Mo 27. Mär 2006, 17:59

Teile der BW-Infantrie hat PDA's im Einsatz. Eine zivile Variante wär sicher nicht schlecht. Soweit sie denn prolemlos und ohne Macken funtionieren.
Denkbar wäre
:arrow: ein mobiles Navigationsgerät,
:arrow: eine WLan oder UMTS Verbindung um Halterdaten und POLAS/ Inpol abfragen zu machen, oder um aktuelle Fahndungsmeldungen mit Bildern direkt an die Streifen zu schicken
:arrow: man könnte bei Ermittlungen Dokumente, Notizen und Daten mitnehmen ohne einen dicken Aktenstapel mitzuschleppen (bei einigen Zollfahndungsämtern werden PDA's genau deshalb beschafft)

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Beitragvon Krueml » Mo 27. Mär 2006, 18:13

habe auch schon einmal mit dem Gedanken gespielt, ob s nicht möglich wäre nen pda auf Streife mitzunehmen und hier seine notizen zu machen. Dienstlich halte ich es für sehr sinnvoll, da ich flexibler wie zöllner auch schreibt fzg-daten überprüfen kann. bei uns läuft das über funk recht langwierig ab.
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Beitragvon Legoman » Mo 27. Mär 2006, 18:19

PDA im Dienst? Hmm, Zeit für ein Spielchen ist immer und überall...
Der ganz normale Wahnsinn...

Bild

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Beitragvon gereg » Mo 27. Mär 2006, 18:47

Also, die Polizei meines Vertrauens nutzt bereits PDA im Streifendienst. Größtenteils für die Abfragen INPOL/ZEVIS. Funkt aber alles im Handy-Netz über GPRS. Das macht die Sache je nach Standort langwierig und teuer. Diese PDA sind angepasste Geräte mit Tastatur und Tuchscreen. Wer´s mag kann da auch seine Notizen machen. Warum nicht? Wer aber schonmal mit Stift auf einer PDA-Tastatur oder einer "Handy"Tastatur versucht hat längere Texte zu schreiben weiß wie mühselig das sein kann. Mit den vereinzelt erprobten Car-PC mit "großer" Tastatur und eingelassenem (min.) 7" Monitor stelle ich mir das wesentlich einfacher vor. Und diese Geräte können dann nahezu alles, was auch ein großer PC kann. Wobei wir auch Sicherheitsaspekte (Datensicherheit, Abhörsicherheit, etc.) nicht aus dem Auge verlieren dürfen.
Ironie on :top: Ein PDA, der die Arbeit erleichtern soll hat mindestens acht Schuß, eine Pfefferpatrone, leuchtet im Dunkeln taghell, und ist ausziehbar und kugelsicher. Ironie off :flop:

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Beitragvon ditty » Mo 27. Mär 2006, 18:53

Die PDA sind schon seit ca. 2 Jahren bei der Bundespolizei im Einsatz. Möglich sind hier so ziemlich die gleichen Abfragen wie auf dem stationären Rechnern. Das Frage - Antwortverhalten ist jedoch für einen Ersatz zu lange. Die Abfrage über Funk geht um einiges schneller. Das ist auch ein Grund, warum sich keiner das teure Ding in die Tasche steckt. Desweiteren fehlt die Möglichkeit einer Schnittstelle zum Drucker o.ä.. Zum Thema Spielen ist leider nur Solitäre drauf. Wir sollen auch arbeiten und nicht spielen, oder :lol: .

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Beitragvon Trooper » Mo 27. Mär 2006, 20:32

Tja, ich sehe bei meinem Verein in nächster Zeit erstmal keine Beschaffung von solchen schönen Spielzeugen. Deshalb gingen meine Gedanken eher dahin, was man mit einem privaten PDA in dieser Beziehung anfangen kann. Richtig polizeispezifische Anwendungen wie mobile INPOL-Abfragen etc. fallen da natürlich raus.

An Anwendungsmöglichkeiten fallen mir spontan ein:

- Routenplaner (ggf. mit GPS-Unterstützung), um den Funk nicht mit Ortseinweisungen zu belasten

- PDA als elektronische Unterstützung/Ersatz fürs Merkbuch, der Übersichtlichkeit und Strukturierbarkeit halber (Suchfunktionen, Datensortierung etc.)

- grundlegende Gesetzestexte und Vorschriften in passendem Dateiformat, um draußen vor Ort bei Bedarf direkt nachschauen zu können

Sonst noch Ideen?


Gruß,

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Beitragvon Krueml » Mo 27. Mär 2006, 20:41

Wenn du nen PDA mit Kamera hast, hast du auch die möglichkeit Bilder zur Beweissicherung/Unfallstelle machen. bei uns gibt es für die ganze Dienststelle eine DigiCam.
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Beitragvon ditty » Mo 27. Mär 2006, 21:26

@Trooper
Mir fällt dazu noch ein kleine Sachverhalte direkt an die Leitstelle zu senden (PDA mit IR auf Handy), damit die Daten dann gleich ins ETB übernommen werden können.
Formulare mit den entsprechenden Daten ausfüllen und ebenfalls über Outlook an die Stellen schicken.
Auf meinem Aldi-PDA (von 2003) hab ich den ganzen Krempel drauf und das funzt prima. Kostet allerdings mein Geld, da ich das über mein Handy verschicke. :/
Gruß Ditty

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Beitragvon TAWL » Mo 27. Mär 2006, 21:35

Mit einem Smartphone kann man auch telefonieren ;)
Ich hab hier n PDA mit integrierten Handyfunktionen und aufschiebbarer Tastatur.

Statt Sachen aufzuschreiben kannst ihn ja auch als eine Art Diktat, öhm, wie heißen die kleinen Aufnahmeteile da? Ihr wisst, was ich meine :)

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Beitragvon Trooper » Mo 27. Mär 2006, 21:42

Stimmt, Stimmenaufzeichnung ist natürlich auch eine interessante Sache.

Hier sind auf jeden Fall einige vielversprechende Ideen dabei... ich werde mich mal auf die Suche nach was passendem machen.


Grüße,

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Beitragvon DonCorleone » Sa 1. Apr 2006, 16:35

Ich habe selbst keinen PDA aber ein Kollege meiner Dienstgruppe nutzt so ein Teil.

Hauptsächlich für
- Routenplaner (ggf. mit GPS-Unterstützung), um den Funk nicht mit Ortseinweisungen zu belasten

- PDA als elektronische Unterstützung/Ersatz fürs Merkbuch, der Übersichtlichkeit und Strukturierbarkeit halber (Suchfunktionen, Datensortierung etc.)

- grundlegende Gesetzestexte und Vorschriften in passendem Dateiformat, um draußen vor Ort bei Bedarf direkt nachschauen zu können
Zusätzlich kann das Teil auch MP3 abspielen.

Der Kollege hat so ziemlich alle Gesetze auf dem Ding. Das hilft schon, wenn man mal was nachgucken will, was jetzt nicht unbedingt täglich vorkommt. Klar man kann auch ganz altmodisch die Wache anfunken und nachfragen aber das beschäftigt wieder einen Kollegen mehr.
Auch die Suche nach bestimmten Passagen (besonders im Tatbestandskatalog) geht elektronisch deutlich komfortabler und schneller.

Ich finde, wenn man sich so ein Teil leisten kann und es auch privat nutzen will (nur für den Dienst finde ich ein bisschen viel Hingabe :-)), warum nicht. Muss man nicht haben. Erleichtert aber doch die Arbeit.

P.S. Als Notizzettelersatz taugt ein PDA imho weniger, weil es relativ lange dauert, da was einzutippen. Der gute alte Kuli und ein Stück Papier sind da immer noch ungeschlagen ;-)
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Beitragvon Trooper » Sa 1. Apr 2006, 17:52

P.S. Als Notizzettelersatz taugt ein PDA imho weniger, weil es relativ lange dauert, da was einzutippen. Der gute alte Kuli und ein Stück Papier sind da immer noch ungeschlagen
Ja, das wurde mir auf meine Recherchen inzwischen auch von verschiedenen Seiten bestätigt :)

Ein anderer interessanter Punkt, den jemand in einem anderen Forum aufgeworfen hat: gibt es eigentlich datenschutzrechtlich etwas daran zu beanstanden, wenn ein Polizeibeamter im Rahmen seiner Aufgabenerfüllung die erhobenen Daten nicht etwa in sein Merkbuch kritzelt, sondern in ein nichtpolizeiliches EDV-System (was ein privater PDA ja nun darstellt) einträgt?

Einerseits klingt das auf den ersten Blick etwas problematisch, andererseits werden die Daten ja nicht zweckwidrig verwendet, sondern nur auf einem anderen Speichermedium niedergelegt.


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Beitragvon kiwi3000 » Sa 1. Apr 2006, 18:15

@trooper


dein Verein hat so was auch schon (mind. seit 2 Jahren in Teilen der BePO - ich meine zumindest Zugführer) in Form eines MDA. Da fällt dann die zusätzlich Schnittstelle zum Handy weg.

Insgesamt wird man das nicht sehr weiter verfolgen, da Digitalfunk die meisten Merkmale (Zevis/Polas usw.) irgendwann mal integriert haben wird.

Gruß Kiwi

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Beitragvon DonCorleone » So 2. Apr 2006, 11:36

[quote=""Trooper""]Ein anderer interessanter Punkt, den jemand in einem anderen Forum aufgeworfen hat: gibt es eigentlich datenschutzrechtlich etwas daran zu beanstanden, wenn ein Polizeibeamter im Rahmen seiner Aufgabenerfüllung die erhobenen Daten nicht etwa in sein Merkbuch kritzelt, sondern in ein nichtpolizeiliches EDV-System (was ein privater PDA ja nun darstellt) einträgt?Trooper[/quote]

Denke nicht, dass das Probleme gibt. Wie du ja schon schreibst ändert sich nur die Art der Speicherung, wobei ein PDA noch den Vorteil bietet, dass die Daten notfalls mittels Passwort vor unberechtigten geschützt werden können. In mein Merkbuch kann jeder reingucken...
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